Onimusha Way of the Sword: Potenzial zum besten Samurai-Spiel jemals!
Mit Onimusha: Way of the Sword gräbt Capcom eine Spielereihe aus, bei der Fans dachten, sie würden ihn nie wieder sehen. An der Reihe wurden einige Änderungen vorgenommen. Was bleibt sind Paraden, Katanas und wilde Charaktere!
Erst vor Kurzem konnte ich mich mit dem Remaster von Onimusha 2: Samurai's Destiny auf den neuen Titel der Serie vorbereiten, Onimusha: Way of the Sword. Das war auch nötig, denn den letzten wirklich neuen Teil der Onimusha-Reihe gab es vor ca. 20 Jahren! In der Zeit hat sich der Videospielmarkt ganz schön weiterentwickelt.
Zum Glück war Capcom aber seiner Zeit voraus, denn eine der Hauptmechaniken aus den alten Spielen ist das Parieren. Onimusha ist so etwas wie die Blaupause für Sekiro und alle weiteren, schnellen Parry-Systeme.
Aber funktioniert das Action-Gameplay inklusive Paraden auch heute noch oder geht das Spiel in einem Meer von Soulslikes, in denen wir mittlerweile fast immer parieren können, unter? Das habe ich in einer 30-minütigen Anspielsession testen dürfen!
Klingen werden gekreuzt
In der Anspielsession zu Onimusha: Way of the Sword (jetzt kaufen 99,99 € / 62,99 € ) konnte ich nur ein recht kleines Gebiet sehen, das offensichtlich dazu da ist, um dem Spieler die verschiedenen Mechaniken des Spiels beizubringen. Die drehen sich voll und ganz um Duelle, in denen wir Klingen kreuzen sollen.
Dabei ist mir direkt aufgefallen: Wir sind sehr viel langsamer als in den alten Onimusha-Titeln und auch deutlich langsamer als beispielsweise in Sekiro. Die Geschwindigkeit ist in etwa vergleichbar mit einem Ghost of Tsushima, trotzdem fühlt sich das neue Onimusha ganz einzigartig an.
Wir können zwar normale und zweihändige Schläge ausführen und die sind auch recht schnell, sie dienen aber hauptsächlich als Folgeangriff für erfolgreiche Paraden. Mit denen lässt sich Onimusha nämlich wie ein Film spielen - und genau das sollen wir auch!
Schon nach kurzer Zeit habe ich einfach damit aufgehört, Gegner anzugreifen, bevor sie mich angreifen wollen. Das wird sowieso meistens geblockt. Also gibt es erst einmal einen epischen Anstarr-Wettbewerb, bis der Gegner angreift und ich ihn mit perfektem Timing pariere.
Dabei sehen die Paraden wirklich fantastisch aus! Es sprühen Funken und das Geräusch von aufeinandertreffendem Stahl ist ebenfalls fabelhaft! Und die kleinen Animationen zum Ablenken eines Schlages sehen realistisch genug aus, dass ich den Feinden abkaufe, dass sie gerade ins Wanken kommen.
Und sind die erst einmal am Wanken, stehen sie mit dem Rücken zu mir und ich kann sie mit einem befriedigendem Finisher-Move auseinander schneiden. Im Gegensatz zu den restlichen Schlägen, die sogar relativ unspektakulär aussehen, gibt es bei den Finisher-Moves etwas mehr Feedback in Form von Special Effects.
Die bekomme ich jedoch nicht nach jeder erfolgreichen Parade. Dafür muss der Feind nämlich erst einmal gegen eine Wand oder sonstige Hindernisse stoßen, damit er seine Balance komplett verliert.
Passiert das nicht, kann ich Gegner einfach mit schnellen Hieben abfertigen. Es ist also auf jeden Fall empfohlen, immer zu parieren! Viele Paraden in kurzer Zeit werden sogar mit dem Seelenflammen-Modus belohnt, in dem wir mehr Schaden austeilen.
Quelle: PC Games
So sehen die Finisher in Onimusha aus!
Im späteren Spielverlauf könnte das Parier-System aber noch deutlich schwieriger werden und es könnte sehr viel wichtiger werden, die Umgebung mit in den Kampf zu integrieren. Darauf hoffen wir sogar, weil dieses Prinzip bisher in noch kaum einem Spiel existiert.
Von der Schnelligkeit des Kampfes bis hin zu den benutzbaren Umgebungen fühlt sich Onimusha einfach sehr realistisch an - zumindest was die Duelle angeht. Der Name des Spiels wird wohl sehr ernst genommen, denn ich habe noch nie so befriedigende, realistische und cool inszenierte Schwertkämpfe bestritten wie die in Way of the Sword.
Der ewige Kampf
Das gilt vor allem für den Bosskampf, den ich spielen durfte. Da hat mich der legendäre Schwertkämpfer Ganryu Sasaki herausgefordert - ebenfalls ein Held aus der japanischen Folklore, genau wie Protagonist Musashi Miyamoto. Die haben sich sogar im echten Leben vor ca. 500 Jahren duelliert. Ohne Witz, lest es nach! Die zwei spielen vor dem Duell sogar auf ihren vorherigen Kampf an.
Und genauso episch wie dieser Kampf damals gewesen sein muss, ist er auch heute in Onimusha. Ich habe mich besonders darauf konzentriert, den Kampf mit so vielen Paraden wie möglich zu spielen. Mit vollem Erfolg! Dafür muss zwar vor allem das Timing bei dem schnellen Boss stimmen, aber wenn es das tut, werde ich jedes Mal mit einer stylishen Animation belohnt, auf die ich auch noch Schläge folgen lassen kann.
Quelle: PC Games
Die Gesichtausdrücke in diesem Momenten sehen unfassbar gut aus.
Besonders beim Boss wurde hier in Sachen Inszenierung noch einmal eine Schippe draufgelegt. Schwerter glühen beim Aufprall, jede Parade hat eine einzigartige Animation, die Grafik macht hier auch einen ordentlichen Eindruck und dazu ist der gesamte Kampf von actionreicher, klassisch-japanischer Musik unterlegt.
Eigentlich war ich an dieser Stelle schon völlig zufrieden und begeistert davon, wie stylish dieser Kampf sich anfühlt und aussieht. Dann wurden aber mitten im Bossfight sogar noch zwei neue Mechaniken eingeführt!
Die Erste ist ein klassisches Schwert-an-Schwert-Duell, bei dem sich die Kontrahenten ins Gesicht schauen und ihre Schwerter aneinander drücken. Durch die Zweite konnte ich auswählen, an welcher Stelle ich einen kritischen Schlag auf meinen Gegner landen möchte.
Weil es wahrscheinlich am effektivsten ist, habe ich mich für den Kopf entschieden und so auch unglaublich viel Schaden anrichten können. Auch das war, und ich werde nicht müde es zu sagen, wieder unfassbar befriedigend. Mit den Gesprächen, die die zwei miteinander obendrauf dabei führen, fühlt sich der Kampf wie ein Mix aus Film und Videospiel an.
