Nvidia: Genug Fans für guten Grafikkarten-Umsatz
Trotz relativ hoher Preise verkauft Nvidia Gaming-GPUs - verschwindet Nvidia, könnte AMD massiv beim Preis zulegen.
Nvidia trotz mieser GPU-Preise gut im Geschäft
Das offensichtliche Abwenden vom Grafikkartenmarkt seitens Nvidia ist kein gutes Zeichen. Sollte Nvidia irgendwann dazu übergehen, GPUs für Normalkonsumenten nur noch als wirklich komplett unwesentliches Nebengeschäft zu betrachten und bei den Preisen daher eher auf Fans als Käufer zu setzen, denen die Kosten egal sind, könnte auch AMD dazu übergehen, deutlich höhere Preise zu verlangen. Und das wäre nicht gut für uns Gamer.
Die Preise sind vielen Käufern offenbar egal, denn obwohl schon seit etlichen Jahren in den weitaus meisten Fällen die AMD-Grafikkarten beim Preis-Leistungs-Verhältnis besser dastehen als die Nvidia-Grafikkarten, bleibt Nvidia bei Spielern beliebt. Nvidia ist meines Erachtens vor allem aus drei Gründen trotzdem Platzhirsch geblieben.
In diesem Artikel
Punkt eins ist das gute und aggressive Marketing, zu dem auch etliche Kooperationen mit Game-Publishern und PC/Laptop-Herstellern zählen. Der zweite Punkt ist die Tatsache, dass Nvidia meistens die jeweils stärkste Grafikkarte auf dem Markt stellte. Auch wenn nur wenige Gamer zu dem Flaggschiff griffen, färbte dies natürlich positiv auf die Marke Nvidia ab.
Der letzte Grund ist, dass noch immer uralte Kamellen über AMD kursieren, die Team Red schlechte und zu selten erscheinende Treiber unterstellen. Dieses Thema ist gegessen, aber es scheint viele nicht zu interessieren, die gleichzeitig auch ignorieren, dass es (auch) bei Nvidia in den letzten Jahren fehlerhafte Treiber oder Phasen gab, in denen lange Zeit keine neuen Treiber erschienen. Gegen all dies kann AMD nur mit einem attraktiven Preis ankämpfen - zumindest derzeit noch. Sollte sich nun aber Nvidia aus dem Markt für Gaming-GPUs zurückziehen, und sei es indirekt, indem sich Nvidia eher als Luxusmarke für Fans platziert, bliebe für AMD bezogen auf alle halbwegs vernünftigen Gamer ein Quasi-Monopol und könnte die Preise deutlich anheben. Das geht natürlich nicht unbegrenzt - man kann freilich nicht für eine Einsteiger-Grafikkarte beispielsweise 2.000 Euro aufrufen. Aber viele Käufer wählen weiterhin Nvidia-Modellreihen wie die GeForce RTX 5070 Ti für Preise ab 890 Euro, obwohl sie über 35 Prozent teurer als die gleichschnelle AMD Radeon RX 9070 XT ist, die nur 650 Euro kostet.
Quelle: ASRock
ASRock Radeon RX 9070 XT Challenger
Schmerzgrenzen beim Preis sind hoch, KI sollte nicht alles beherrschen
Recht viele Gamer, die die Leistung einer RTX 5070 Ti verlangen, sind offenbar bereit, um 900 Euro auszugeben - also könnte AMD den Preis der RX 9070 XT zumindest auf 800 Euro, was mehr als 20 Prozent entspricht, hochsetzen. Zumindest sofern es keine Konkurrenz von Nvidia mehr geben würde. Natürlich kann ich Nvidia nichts vorschreiben, aber der Fokus des Team Green auf KI als Business ist für uns Spieler langfristig keine gute Sache.
Aber dank KI gibt es unter anderem ja auch das Nvidia-Upscaling DLSS, mit dem ihr auch mit eher schwächeren Grafikkarten hohe Details und/oder hohe Auflösungen spielen könnt. Und AMD hat eine ordentliche Alternative in Form von FSR, die im Gegensatz zum RTX-exklusiven DLSS auf allen GPUs läuft. Trotzdem würde ich mir wünschen, dass Nvidia das Gaming-Grafikkarten-Geschäft weiterhin ernst nimmt und auch Preis-Leistungs-seitig wieder in die Spur kommt.

Ganz entspannt.