Nvidia: Der KI-Fokus könnte den Grafikkartenmarkt zerstören - Team Green sollte am Ball bleiben
Nvidia ist dank KI das wertvollste Unternehmen der Welt - das Vernachlässigen des Grafikkartenmarktes könnte für uns Spieler aber ein böses Ende haben.
KI ist in aller Munde, und Nvidia ist dabei das wohl wichtigste aktuelle Unternehmen. Auch wenn KI indirekt dafür sorgt, dass diese Kolumne mein letzter Artikel für die PC Games sein wird (mehr dazu am Ende), ist eine richtig genutzte KI ein großer Gewinn für die Menschheit. Für Nvidia ist KI zudem noch ein massiver monetärer Gewinn. Denn Nvidia sorgt dank der KI-Kompetenz für immer wieder neue Rekorde, was die Umsätze und den am Aktienwert gemessenen Firmenwert angeht.
Noch vor fünf Jahren war Nvidia für Finanzmarktanalysten eine von vielen Firmen, die aber nicht ganz oben mitspielen würden. Im Juni 2024 wurde Nvidia dann erstmals das wertvollste Unternehmen der Welt und hat sich, nach ein paar wenigen Wechseln der Spitzenposition, nun ganz oben festgefahren, und zwar noch vor Giganten wie Apple, Alphabet, Microsoft und Amazon. Der Nvidia-CEO Jensen Huang ist eine Art Superstar und Celebrity in der Finanz- und Tech-Szene.
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Nvidia hat als erster Konzern überhaupt die 50-Billionen-Dollar-Grenze beim Firmenwert geknackt und wurde Ende 2025 mit 54,4 Billionen Dollar Börsenwert notiert. Der große Faktor dabei ist nicht mehr das Grafikkarten-Geschäft, sondern eben die Kompetenz von Nvidia, was KI angeht: Hardware, Software, KI-Dienstleistungen - auf allen Gebieten ist Nvidia dick im Geschäft.
Quelle: Gigabyte
Im Vergleich zur gleichguten AMD Radeon RX 9070 XT absurd hohe Preise, aber sie wird trotzdem gekauft: Nvidia GeForce RTX 5070 Ti
KI verdrängt Gaming
Doch was ist mit dem Bereich Gaming? Wir Spieler kannten Nvidia schon zu Zeiten, in denen KI maximal in Science-Fiction-Filmen ein Thema war oder man bei simpelsten, vorprogrammierten Verhaltensstrukturen von Computergegnern in einem Shooter von "KI" redete. Sprechen wir Gamer über Grafikkarten, dann kommen wir an Nvidia nicht vorbei. Ich selbst wollte, ich glaube, es war im Jahr 2002, ein paar Tausend gesparte Euro unter anderem in Nvidia investieren, wurde aber von der Bank abgewiesen, vermutlich weil sie dies als zu heikel erachtete und wegen Beratungsfehlern Schadenersatz fürchtete.
Aus 4.000 gesparten Euro wären heute mindestens 890.000 Dollar resultiert. Doch zurück zu den Grafikkarten: Seit vielen Jahren sind nur Nvidia und AMD relevant, wenn es um Gaming-Grafikkarten geht. Intel versucht zwar, mitzuspielen, konnte aber bisher nur im Einsteigerbereich Fuß fassen. Doch es droht Ungemach für Spieler - denn Nvidia löst sich mehr und mehr vom Thema Gaming, obwohl die Grafikkarten immer das Aushängeschild des Konzerns waren und man mit GeForce Now einen großen Cloudgaming-Dienst anbietet.
Im letzten Geschäftsbericht von Nvidia fehlten erstmals Grafikkarten als eigene Sektion - früher war es noch selbstverständlich, Umsatz- und Gewinnzahlen für Grafikkarten und GPUs als eine der Unternehmenshauptsäulen im Detail aufzuführen. Doch da KI für Nvidia inzwischen das überragende Thema ist, fallen Grafikkarten nun zusammen mit anderen Dingen in einen allgemeinen Bereich des Geschäftsberichtes. Es könnte uns als Spielern drohen, dass Nvidia die Gamingsektion für den Endkundenmarkt mehr und mehr schleifen lässt. Es ist für Nvidia auch kaum mehr relevant, preislich attraktiv zu sein, da man ja mit Produkten rund um KI mehr als genug Geld verdient.
Aktuell ist Nvidia noch eine vollwertige Konkurrenz für AMD, aber auf AMDs viel attraktivere Preise reagiert Nvidia nicht, im Gegenteil: Wegen der Speicherchipkrise sind zwar die Preise für AMD-Grafikkarten der RX 9000er-Familie leicht gestiegen, was wir auch in unserem Special vom letzten Wochenende thematisieren. Aber Nvidias RTX 5000-Grafikkarten erleben einen noch viel höheren Preisanstieg, obwohl sie ohnehin schon beim Preis-Leistungs-Verhältnis oftmals deutlich schlechter, bei zwei bis drei Modellreihen maximal gleichgut wie AMD dastanden.
