30 Jahre Need for Speed: Zwischen Höchstgeschwindigkeit und Totalschaden

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Special Olaf Bleich - Autor Benedikt Plass-Fleßenkämper - Autor Lukas Schmid - Autor Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
30 Jahre Need for Speed: Zwischen Höchstgeschwindigkeit und Totalschaden
Quelle: Electronic Arts

Zwischen spielbaren Fast and Furious und müden Dahingetuckere: Need for Speed hat alle Höhen und Tiefen des Videospielgeschäfts erlebt. Wir blicken zurück auf die bewegte Vergangenheit der einst bekanntesten Rennspielmarke der Welt.

Die Achterbahnfahrt ging weiter: Bei Need for Speed: Most Wanted (2012) übernahm wieder Criterion Games. Das Open-World-Rennspiel überzeugte durch unkomplizierten Arcade-Fahrspaß. Vor allem das EasyDrive-System als digitale Schaltzentrale kam ausgesprochen gut weg. Allerdings hatte speziell die PlayStation-3-Version technische Probleme und auch die Progression war nicht fehlerfrei.

PC-Games-Tester Thorsten Küchler war schwer enttäuscht: "Was ist denn bitte schön mit Criterion los? Nach dem exzellenten Need for Speed: Hot Pursuit zeigt die Formkurve der Rennspiel-Experten nun steil nach unten! Egal, ob Umfang, Designideen oder Rennvarianten - Most Wanted kann in keiner Disziplin voll überzeugen." Er empfahl gar das günstigere Burnout Paradise als Alternative.

Mit Need for Speed: Rivals erschien die Rennserie 2013 zum letzten Mal im Jahresrhythmus. Ghost Games, das aus zahlreichen Mitarbeitern von Criterion Games hervorgegangen ist, hat die Serie vorerst übernommen. Rivals führte mit dem sogenannten AllDrive-Feature Einzel- und Mehrspieler-Gameplay noch stärker zusammen. Inhaltlich bot es zwei Karrieren, allerdings fehlte es dem Spiel auf Dauer an Abwechslung.

Need for Speed Rivals Quelle: Electronic Arts Need for Speed Rivals

Need for Speed am Boden - auch unter Criterion

Und damit sind wir (fast) in der Gegenwart angekommen. Auch nach der Umstellung auf eine zweijährige Erscheinungsweise ist es Ghost Games nicht gelungen, Need for Speed (siehe Test) wieder auf Kurs zu bringen. So launig sich der 2015 veröffentlichte Reboot auch spielte, so sehr fehlte es an guten Ideen und Inspiration

Eine lahme Open World, eintönige Missionen, peinliche Zwischensequenzen und fade Verfolgungsjagden führten die Serie in eine Sackgasse - daran änderten auch das solide Racing-Gameplay, die tolle Grafik oder die zahlreichen Tuning-Optionen nichts.

Die Problematik setzte sich auch bei den Nachfolgern fort: Das 2017 veröffentlichte Need for Speed: Payback floppte und wartete nicht nur mit Loot-Boxen, sondern auch mit reichlich Grinding auf. Hinter diversen Designmacken versteckte sich zwar ein "kompetentes" Rennspiel, jedoch war es unserem Tester Lukas Schmid seinerzeit schlicht zu langweilig.

Das 2019 erschienene Need for Speed: Heat ging dann wieder stärker in Richtung Underground und komplettierte das Ghost-Games-Quartett. Tatsächlich war es der beste Teil, konnte aber längst nicht an die früheren Erfolge anknüpfen. In Palm City, inspiriert von Miami, Florida, wurde das mittlerweile bekannte Shared-World-Spielerlebnis fortgesetzt.

Im Vergleich zu Payback griffen die Spielideen aber besser ineinander: Abwechslung war durch einen guten Event-Mix ebenso gegeben wie reichlich Tuning, und auch Fahr- und Geschwindigkeitsgefühl stimmten. Kurzum: "Kein Underground 3, aber trotzdem überraschend unterhaltsam".

Need for Speed Heat Quelle: Electronic Arts Need for Speed Heat Der ganz große Befreiungsschlag war Heat allerdings nicht, weshalb die Lizenz an Criterion zurückging. Need for Speed: Hot Pursuit Remastered (2020) wirkte jedoch wie aus der Zeit gefallen. Trotz Autolog-System war die Spielwelt leer und selbst launige Takedowns und die Arcade-Action konnten nicht über die unzähligen Schwächen dieser unnötigen Neuauflage (siehe Test) hinwegtäuschen.

Eine zumindest optische Trendwende schaffte das 2022 erschienene Need for Speed: Unbound. Mit wilden Street-Art-Effekten und knalligen Farben tanzt der Arcade-Racer grafisch aus der Reihe.

Dennoch brach keine Begeisterung aus, wie Tester David Benke attestierte: "Es ist schwierig, Dinge zu finden, die Unbound deutlich besser macht als sein Vorgänger. Klar, es gibt jetzt einen anderen Style, die Story ist weniger aufdringlich und mit Takeover hat man sich einen neuen Modus ausgedacht. Aber sonst? Sonst bekommt man das, was es schon vor drei Jahren gab, was Handling, Tuning und Inhalt betrifft."

Im Jahr 2024 steckt Need for Speed also mitten im Nirgendwo. Der Lack vergangener Tage ist ab und auch Criterion Games konnte die Serie zuletzt nicht mehr zu alter Stärke führen. Dafür unterstützt das Team inzwischen tatkräftig die Entwicklung der Battlefield-Serie und die Projekte von EA Entertainment. Wird es künftig mehr Need for Speed geben? Wahrscheinlich schon. Wie das allerdings aussehen wird, steht noch in den Sternen.

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    • Kommentare (2)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Nevrion Spiele-Kenner/in
        Erstaunlicherweise blieben die Probleme des Spiels im jeweiligen Nachfolger der letzten ca. 10 Jahre immer die selben. Oftmals war es das Fahrgefühl, welches zwar keinen Simulationsanspruch hatte, aber gleichwohl auch ein merkwürdiges Spielgefühl hinterließ. Der Soundtrack von Unbound wurde zum Meme, während in den Versionen der 2000er Jahre noch richtige Ohrwürmer verbaut wurden. Dazu kam oftmals noch der Online-Zwang, der dazu führen konnte, dass bei kurzem Disconnect der Spielfortschritt nicht mehr richtig gespeichert wurde.
        Need for Speed Heat habe ich nur gespielt, weil es irgendwann mal umsonst war und man war ich froh als das vorbei war. Die Steuerung der Fahrzeuge war im Vergleich zu Forza eine Zumutung.
        Während man in Underground, Most Wanted oder Carbon den Spielfortschritt noch mit der Geschichte des Spiels verknüpfte, ist mittlerweile alles mehr oder weniger Grind.

        Im Laufe der Jahre gab es einige gute Features in den Spielen. Most Wanted erlaubte es die Autos geschlagener Gegner zu bekommen, Carbon erlaubte es Crew-Mitglieder zu rekrutieren, die das Renngeschehen etwas auflockerten oder dynamischer machten. Dazu noch Rennmodi 1vs1 bei dem es in engen Serpentinen bergab ging. The Run war sicher besser als sein Ruf und brachte abwechslungsreiche Renngebiete mit sich. Persönlich fand ich es sogar ganz reizvoll meinen Fahrer auch mal passend einzukleiden, wenn es denn z.B. in Zwischensequenzen verarbeitet wurde, aber klar kann man bei einem Rennspiel nicht erwarten dass andere NPCs auf die eigene Kleidungswahl reagieren, weswegen es eigentlich ein unnötiges Feature ist. Dazu müsste sich NFS schon fast in Richtung GTA weiter entwickeln und das will glaub ich auch niemand.

        So ganz raus haben die Macher der EA Reihe ihre Erfolgsformel noch nicht, obwohl die Blütezeit Anfang bis Mitte der 2000er eigentlich ganz gut zeigt was mal gut ankam. Nur lässt sich wahrscheinlich in 2 Jahren nie alles so zusammen entwickeln, dass es einer breiten Spielerschaft gefällt. Statt sich selbst zu definieren schaut man lieber was Ubisoft und Microsoft so aufbieten und kopiert das dann mehr oder minder glücklos. Daher ist für mich die Ankündigung eines neuen NFS Spiels auch schon lange kein Highlight mehr.
      • Von Nevrion Spiele-Kenner/in
        Erstaunlicherweise blieben die Probleme des Spiels im jeweiligen Nachfolger der letzten ca. 10 Jahre immer die selben. Oftmals war es das Fahrgefühl, welches zwar keinen Simulationsanspruch hatte, aber gleichwohl auch ein merkwürdiges Spielgefühl hinterließ. Der Soundtrack von Unbound wurde zum Meme, während in den Versionen der 2000er Jahre noch richtige Ohrwürmer verbaut wurden. Dazu kam oftmals noch der Online-Zwang, der dazu führen konnte, dass bei kurzem Disconnect der Spielfortschritt nicht mehr richtig gespeichert wurde.
        Need for Speed Heat habe ich nur gespielt, weil es irgendwann mal umsonst war und man war ich froh als das vorbei war. Die Steuerung der Fahrzeuge war im Vergleich zu Forza eine Zumutung.
        Während man in Underground, Most Wanted oder Carbon den Spielfortschritt noch mit der Geschichte des Spiels verknüpfte, ist mittlerweile alles mehr oder weniger Grind.

        Im Laufe der Jahre gab es einige gute Features in den Spielen. Most Wanted erlaubte es die Autos geschlagener Gegner zu bekommen, Carbon erlaubte es Crew-Mitglieder zu rekrutieren, die das Renngeschehen etwas auflockerten oder dynamischer machten. Dazu noch Rennmodi 1vs1 bei dem es in engen Serpentinen bergab ging. The Run war sicher besser als sein Ruf und brachte abwechslungsreiche Renngebiete mit sich. Persönlich fand ich es sogar ganz reizvoll meinen Fahrer auch mal passend einzukleiden, wenn es denn z.B. in Zwischensequenzen verarbeitet wurde, aber klar kann man bei einem Rennspiel nicht erwarten dass andere NPCs auf die eigene Kleidungswahl reagieren, weswegen es eigentlich ein unnötiges Feature ist. Dazu müsste sich NFS schon fast in Richtung GTA weiter entwickeln und das will glaub ich auch niemand.

        So ganz raus haben die Macher der EA Reihe ihre Erfolgsformel noch nicht, obwohl die Blütezeit Anfang bis Mitte der 2000er eigentlich ganz gut zeigt was mal gut ankam. Nur lässt sich wahrscheinlich in 2 Jahren nie alles so zusammen entwickeln, dass es einer breiten Spielerschaft gefällt. Statt sich selbst zu definieren schaut man lieber was Ubisoft und Microsoft so aufbieten und kopiert das dann mehr oder minder glücklos. Daher ist für mich die Ankündigung eines neuen NFS Spiels auch schon lange kein Highlight mehr.
      • Von Thomas_128 Anwärter/in
        Was hab ich die Need for Speed-Reihe früher gesuchtet.
        Insbesondere Hot Pursuit 2 mit Polizei, Straßensperren und dem Lamborghini Diablo (in gelb!) , hat mir richtig großen Spaß bereitet.
        Das war mein Need for Speed.
        Auch die Underground-Teile, insbesondere der Zweite, waren noch richtig cool.
        Inzwischen jedoch ist die Spiele-Reihe für mich (leider) weitestgehend gestorben.
        Die letzten Ableger wie Carbon, Heat, Payback etc. haben mir leider überhaupt nicht mehr fallen.
        Die offenen Spielwelten fand ich immer total öde und leblos.
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