John Woo presents Stranglehold
Kleine verblüffende Details begeistern: In einem Casino etwa stehen überall einarmige Banditen, die - von einer Kugel getroffen - den Jackpot auf den Teppich spucken. Roulettetische, Kartenstapel und eine Bar laden förmlich dazu ein, Schüsse auf sie abzugeben, nur um zu sehen, wie wirklichkeitsnah sie zerbersten. An anderer Stelle stehen mehrere Aquarien als Dekoration in einem Ballsaal herum. Einmal zerballert, verseucht die Fischsuppe die Szenerie - die Dresdner Jahrhundertflut von 2002 lässt grüßen ... In einem Museum zerplatzen Fossilien, hinter denen sich Gegner gern verstecken. Sogar ein riesiges Tyrannosaurus-Rex-Skelett zerfällt nach und nach in seine Einzelteile. Auch Kleinigkeiten bereiten diebische Freude: Feuern Sie zum Beispiel in einem Teehaus auf einen Sack Reis, presst der Druck die Körner durch das Einschussloch. Schon beeindruckend, wie der Strahl nach und nach abnimmt und nur noch einzelne Körner auf den Boden prasseln.
Beinahe alles in Stranglehold ist zerstörbar. Diesen Umstand nutzen Ihre Kontrahenten mit Vorliebe, um Sie aus der Deckung zu locken - die Gangster feuern aus allen Rohren auf Ihre Zuflucht. Das funktioniert selbstverständlich auch andersherum: Versteckt sich einer der Halunken hinter einer Steinplatte, packen Sie die Schrotflinte aus und feuern auf das Teil, als gäbe es kein Morgen. Wird es dem Feigling zu heiß, flüchtet er - freie Bahn für Sie. Mit derartigen Aktionen bringen Sie kurzfristig sogar Gegnergruppen aus der Fassung - umherfliegende Trümmer lenken die Jungs ab, sie versuchen sich zu schützen und stellen kurzzeitig das Feuer ein. So bleibt Ihnen Zeit, mal einen Moment lang zu verschnaufen oder einen Erste-Hilfe-Kasten zu suchen.
Die Lebensretter sind überall in den Levels verteilt und regenerieren Ihre Lebensenergie komplett. In manchen Gebieten haben es die Entwickler zu gut gemeint und der Spieler bekommt den Eindruck, sich durch ein Krankenhaus zu ballern. Das senkt den Schwierigkeitsgrad. Die künstliche Intelligenz der Widersacher bereitet Ihnen ebenfalls keine allzu großen Schwierigkeiten. Die Feinde sind zufrieden, wenn sie sich hinter Objekten verkriechen oder Ihnen mit einer Rolle vorwärts ausweichen können - taktisches Vorgehen bieten die Mafiosi nicht; eine Enttäuschung für beinharte Shooter-Fans. So verkommt Stranglehold in manchen Abschnitten zu einer Art Moorhuhn à la John Woo. Geübte Spieler sind nach rund acht - allerdings durchaus beeindruckenden - Stunden durch. Am Ende von Stranglehold wies unsere Statistik summa summarum 1.200 besiegte Schurken auf - das unterscheidet Midways Ballerei deutlich von der Filmvorlage. Dort waren es nur 307.
Ich finde Stranglehold sieht gut aus. Aber das ist mein persönlicher Geschmack. Technisch wäre sicherlich mehr möglich, gerade auf dem PC wo man vergleichsweise viel Speicher zur Verfügung hat.
Das man sowenig einstellen kann finde ich auch ärgerlich, sowas muss nicht sein, aber mal zum Spiel ansich.
Die Spielzeit ist wirklich sehr kurz, ähnlich wie beim aktuellen Medal of Honor. Das habe ich an einem Tag durchgespielt (war krank und Internet war kaputt).
Zwar waren diese paar Stunden wirklich intensiv, aber im Nachhinein waren es wirklich wenige Missionen. So auch bei Stranglehold, wobei es mir da noch negativer aufstieß, weil die Levels "langweiliger" sind. Man schießt sich durch ein paar Gassen und dann kommt ein großer Raum, der viel besser aussieht und viel "zerstörbarer" ist bei dem am Ende ein Endgegner kommt.
Die zweite Mission war noch am blödesten, langweilig und kaum zerstörbare Objekte, was meiner Meinung nach viel vom Spiel ausmacht. Der grafisch schöne Penthouse Level nervt mit seinem Laserschrott. Nach dem durchspielen hat man keine Lust nochmal neu zu spielen, viel mehr möchte man die drei - vier coolen Stellen nochmal spielen.
Im Endeffekt habe ich das Gefühl dass das Teehaus aus dem ersten Level das coolste ist. Das ist das von der E3 Präsentation. In mir keimt der Verdacht auf, dass dieses Level sehr aufwändig hergestellt und präsentiert wurde und die anderen dann drumherum "gebastelt" worden.
Noch was zur Diskussion mit dem Hi End Rechner. Wenn jemand fragt was man machen kann, weil Spiel XY ruckelt braucht man keine Kommentare ala "Weiß gar nicht was du hast, auf meiner Geforce 8800 Ultra SLI mit dem Core 2 Quad ruckelt nix." Ausser der inneren Befriedigung des Posters bringt das niemand was. genauso hier mit den Einstellungen. Es gibt halt auch Leute die wollen oder können nicht viel Geld für einen rechner ausgeben. Der grund ist auch völlig egal, es ist einfach blöd wenn man ein Spiel nicht spielen kann weil es ruckelt und man kaum möglichkeiten hat dagegen was zu tun. Ist ja auch schlecht für den Hersteller da er einen kleineren Kundenkreis anspricht. Ansonsten bin ich genau derselben Meinung wie Rabowke.
bye
Spinal