Grafikkarten-Preise:Modellnamen und Meinung

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Grafikkarten-Preise:Modellnamen und Meinung
Quelle: PC Games Hardware

Viele haben den Eindruck, dass Grafikkarten immer teurer werden - und zwar nicht nur, was die Top-Modelle angeht. In einem Mix aus Analyse und Kolumne blicke ich genauer auf diese Thematik, die mangels starker AMD-Grafikkarten ausschließlich Nvidia betrifft. Bei den Fragen rund um das Preis-Leistungs-Verhältnis spielen die Modellnamen eine wichtige Rolle.

Modellnamen oft Schall und Rauch

Die Preise für Grafikkarten bei ihrem Release steigen in den letzten Jahren gefühlt immer weiter. Manch einer beschwert sich darüber - und vergisst dabei völlig, dass es keine Vorschrift für einen Maximalpreis einer neuen Top-Grafikkarte gibt. Es gibt auch keine Regeln, die besagen, dass beispielsweise eine auf die Ziffernfolge 70 endende Grafikkarte von Nvidia automatisch bezogen auf den gesamten Grafikkartenmarkt die neue "Mittelklasse" darstellt. Ebenso gibt es keine Pflicht, dass jede dieser 70er-Grafikkarten stets in etwa gleichteuer sein muss.

Doch manche Nutzer erwarten dies und waren daher beim Release der GeForce GTX 1070 oder RTX 2070, erst recht bei den RTX 2080er-Modellen über den Preis entsetzt. Nvidia hat hier einen großen Fehler gemacht, nämlich nicht gut genug verdeutlicht, dass beispielsweise die letzten beiden x70-Grafikkarte nur innerhalb der neuen GPU-Generation die "Mittelklasse" darstellen, im Vergleich zu den bei Release des Modells bereits erhältlichen älteren Grafikkarten aber deutlich mehr als nur Mittelklasse waren.

Die Nvidia GeForce GTX 1070 war von der Leistung her im Vergleich zur GTX 900e-Serie an sich stark genug, um eher als GTX 1080 vermarktet zu werden. Quelle: PC Games Hardware Die Nvidia GeForce GTX 1070 war von der Leistung her im Vergleich zur GTX 900e-Serie an sich stark genug, um eher als GTX 1080 vermarktet zu werden. Spätestens nach dem Release der GeForce GTX 1660 musste zudem an sich jedem Nutzer klar sein, dass die RTX-Serie eine eigene in sich geschlossene Klasse darstellen sollte. Denn die GTX 1660 ist deutlich schwächer als die RTX 2060, obwohl letztere älter ist. Die GTX 1660 ist aber auch deutlich günstiger. Nvidia hätte möglicherweise die Namen der RTX 2000er-Generation anders wählen sollen, um den Unmut vieler Nutzer zu vermeiden. Man hätte beispielsweise anstelle der Namen 2070, 2080 und 2080 Ti eher die Namen 2080, 2080 Ti und 2090 verwenden können. Hätte die RTX 2070 bei Release den Namen 2080 getragen, dann wäre ihr Release-Preis von 550 Euro wohl besser aufgenommen worden. Und eine über 1000 Euro teure RTX 2090 hätte auch nicht für großen Aufruhr gesorgt.

Was aber trotzdem nicht von der Hand zu weisen ist: Bei Preis-Leistung sahen und sehen die stärkeren RXT 2000er-Modelle inkluive der Super-Varianten schlecht aus, was aber auch an AMD liegt. Der Konkurrent hat nämlich keine Alternative zu bieten, die stärker als eine GeForce RTX 2070 (Super) ist. Somit hatte Nvidia oberhalb von etwa 400 Euro quasi freie Hand. Wer unbedingt in 4K spielen will, ist Nvidia auf Gedeih und Verderb ausgeliefert. Trotzdem sollte man sich rein vom Prinzip her davon verabschieden, Namen von Grafikkartenmodellen mit einer Preiserwartung zu koppeln.

Die GeForce RTX 3090 wird 1500 Euro kosten - je nach dem, welche Leistung sie bietet, kann dies angemessen sein, obgleich kaum jemand so eine Leistung dann benötigen würde. Quelle: Videocardz/Gainward Die GeForce RTX 3090 wird 1500 Euro kosten - je nach dem, welche Leistung sie bietet, kann dies angemessen sein, obgleich kaum jemand so eine Leistung dann benötigen würde. Dazu ein Gedankenspiel: Nehmen wir an, Nvidia bringt im Jahr 2023 drei neue GPUs auf den Markt. Schon die schwächste der drei GPU ist doppelt so stark wie die stärkste andere Grafikkarte, die zu diesem Zeitpunkt bereits auf dem Markt ist - allerdings kostet die Produktion der neuen Nvidia-Grafikkarte so viel, dass Nvidia 800 Euro verlangen muss. Muss Nvidia diese Grafikkarte nun wegen des Preises beispielsweise RTX 4080 oder RTX 4090 nennen? Oder darf Nvidia sie RTX 4070 oder sogar RTX 4060 nennen, obwohl sie 800 Euro kostet? Denn Nvidia braucht ja noch höhere Modellnummern für die beiden noch schnelleren Grafikkarten sowie eventuell noch kommende bessere Modelle, und innerhalb der neuen Generation ist die 800-Euro-Karte nun mal die "Mittelklasse", so dass für unsere Gedankenspiel eine Endung auf 60 oder 70 doch in Ordnung ist - oder etwa nicht?

Meine Meinung: Preis-Leistung zählt, sonst nichts.

Wichtig sollte am Ende stets sein: Wie sieht der Preis-Leistungs-Vergleich zu bereits erhältlichen anderen Grafikkarten aus? Allein diese Frage ist für mich relevant - die Namen der Boliden verfolgen hingegen eine Flugbahn, die mein Sitzfleisch nicht mal ansatzweise berührt. Wenn Hersteller es schaffen, immer schnellere Grafikkarte zu entwickeln, dann sollen sie dafür ruhig auch viel Geld verlangen und die Namen so wählen, wie sie es für richtig halten. Die Top-Modelle, selbst die "Oberklasse"-Modelle richten sich ohnehin immer nur an einen eher kleinen Teil der Gamer. Nicht vergessen darf man auch, dass nach einer gefühlte Ewigkeit mit Full-HD nun mehr und mehr WQHD und 4K in de Fokus rücken, so dass die Ansprüche an die Grafikkarten überproportional steigen. Daher ist es auch in Ordnung, dass die typische Mittelklasse nicht mehr bei etwa 250 Euro, sondern eher bei 350 Euro liegt. Trotzdem gibt es ja für die, die weiterhin in Full-HD spielen, schon unter 200 Euro ausreichend starke Grafikkarten.

Viele Hardware-Redaktionen und auch Autoren wie ich sorgen am Ende so oder so stets dafür, die neuen Grafikkarten-Modelle in Sachen Preis-Leistung einzuordnen, so dass jeder in Ruhe recherchieren kann, welche Karte für seine Zwecke oder auch für sein Budget der ideale Begleiter für die nächsten Gaming-Sessionen sein wird. Genau dies werde ich in der kommenden Woche tun - denn dann erscheint ein Special mit einer Leistungs-Analyse zur neuen GeForce RTX 3080 inklusive einer allgemeinen Kaufberatung zu aktuellen Grafikkarten ab etwa 150 Euro. Auch AMD sollte man aber nicht vergessen - hier stehen noch die RX 6000er-Modelle an, eventuell schon Ende Oktober. Trotzdem fraget ich bereits in einer weiteren Kolumne angesichts der starken RTX 3000er-Grafikkarten, ob AMD bereits als Verlierer dasteht.

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  1. Seite 1 Grafikkarten-Preise: Top-Karten oft überteuert
  2. Seite 2 Grafikkarten-Preise: Top-Modelle und x70-Grafikkarten
  3. Seite 3 Grafikkarten-Preise:Modellnamen und Meinung
    • Kommentare (26)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Chroom Mitglied
        Ja wenn es nur die GK wäre. Werde nächstes Jahr mein Komplettes System inklusive GK tauschen. Hab mit einer 3080ti so ca. 2000-2300€ im Kopf. Und dann wäre da ja auch noch der neue OLED mit Gsync und 120 Hz. Aber der muss dann ca. noch ein Jahr warten da ich leider keinen Geldscheißer habe :P
      • Von Chroom Mitglied
        Ja wenn es nur die GK wäre. Werde nächstes Jahr mein Komplettes System inklusive GK tauschen. Hab mit einer 3080ti so ca. 2000-2300€ im Kopf. Und dann wäre da ja auch noch der neue OLED mit Gsync und 120 Hz. Aber der muss dann ca. noch ein Jahr warten da ich leider keinen Geldscheißer habe :P
      • Von Herbboy Mitglied
        Zitat von MichaelG
        Es wird auch in Zukunft Programme/Spiele geben die die Hardware ausreizen. Der FS 2020 z.B. vertilgt Hardware zum Frühstück. Für 4K braucht man für ordentliche FPS vermutlich dann schon eine 3070/80 ti/Super.
        Für ordentliche FPS und höchste Details, klar. Nur muss da zwei Dinge beachten:

        1) jeder Entwickler kann, wenn er will, seinem Spiel einen Detail-Modus verpassen, der selbst in Full-HD alle aktuelle Hardware in die Knie zwingt. Eine Grafik wie beim Ultra-Modus von Red Dead Redemption 2 hätte man z.B. auch vor 6-7 Jahren schon in einem ähnlichen Open Wordl-Spiel anbieten können - nur wäre das Game dann mit keiner damals aktuellen Hardware mit mehr als 15 FPS gelaufen ;) Das ist ja eben das, was eine der Hauptarbeiten der Entwickler ist: eine gute Grafik, die auf aktueller Hardware aber auch noch läuft. Ansonsten würde man schon seit 1980 für Games nur Raytracing verwenden.... :ugly:

        2) Wegen der Vielafalt bei den Auflösungen (Full-HD, WQHD und 4K) ändert sich vieles. Früher bzw. etliche Jahre lang hat man nur für Full-HD produziert. Die maximale Detailstufe bei "Grafik-Blockbustern" konnte die jeweils aktuelle Oberklasse-Hardware in Full-HD gerade noch mit 40-60 FPS stemmen. Jetzt aber geht es bis 4K (teils 8K). Wenn die Entwickler beim Ultra-Modu dann eine Grafik anbieten würden, die eine zB RTX 3080 in 4K noch immer mit 50 FPS schafft, dann würde das ja für Full-HD bedeuten, dass man 150 FPS hat - mit anderen Worten: da wäre VIEL mehr bei den Details drin gewesen, als Full-HD- und auch als WQHD-Nutzer wäre man zurecht enttäuscht. Wenn die Entwickler die Grafik wiederum so gestalten, dass sie in Full-HD mit einer zB RTX 2070 Super auf "Ultra" mit 60 FPS läuft, dann schafft die 2070 Super in 4K nur noch 20 FPS. Das ist, wenn man so will, ein Dilemma, das man nicht beseitigen kann, außer 4K wird irgendwann mal ganz klar der dominierende Standard für PC-Gaming.
      • Von MichaelG Mitglied
        Es wird auch in Zukunft Programme/Spiele geben die die Hardware ausreizen. Der FS 2020 z.B. vertilgt Hardware zum Frühstück. Für 4K braucht man für ordentliche FPS vermutlich dann schon eine 3070/80 ti/Super.
      • Von Gast1692738601 Mitglied
        mein Senf zu dem Thema:
        Im Gegensatz zu früher gibts halt heute ein weiteres Spektrum an Möglichkeiten seine Spiel Erlebnisse bis aufs äüßerste auszureizen. Riesige, breite Sichtgeräte, WQHD oder 4k und hohe Bildwiederholungen. Diese Bereiche gabs bis vor ein paar Jahren noch nicht so stark. Jetzt kommt auch noch Skalierung und Super Spiegelungen in Echtzeit dazu.

        Meine Meinung: FullHD mit min 90 dpi, 60+ Frames, ohne Skalierung bis 4k und das letzten bisschen Spiegelung und Schatten Effekte und du kannst glücklich und zufrieden und flüssig in höchsten Stufen gamen. Das ist sozusagen solide Oberklassen. Wie früher eben die Flaggschiffe geboten haben. Alles andere ist doch Luxus und kostet wie in allen anderen Branchen halt unverhältnismäßig mehr Geld.

        Die 3070 wird um die 500 EUR kosten. Mit der Karte kann man im genannten soliden Oberbereich alles an Spielen in vollen Monturen zocken, das auf dem Markt ist und kommen wird. Alles darüber ist mMn die sogenannte Luxus Klasse und nicht wirklich notwendig.
      • Von OldMCJimBob Mitglied
        Zitat von Basileukum
        Ja, generell frägt man sich, warum der sogenannte Westen eine Technik entwickelt und dann die Produktion in die Hand weniger asiatischer Firmen vergibt... Kostengründe waren es sicher nicht, d
        Es liegt natürlich daran, dass Asiaten durchschnittlich kleiner sind, ergo auch kleine Gliedmaßen haben. Dass sich die Fertigung so filigraner Produkte wie Computerchips mit kleineren Händen besser macht ist ja offensichtlich. Kostengründe spielen da aaabsolut keine Rolle. :-B
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