Grafikkarten: Kaufberatung und Kolumne rund um den Verkauf meiner RTX 2060 Super
In unserem Special geht es zum einen um die aktuellen Grafikkarten-Preise, auch um euch eine Kaufberatung zu bieten. Zum anderen ist auch eine Kolumne eingebaut, die sich rund um den Verkauf einer Nvidia GeForce RTX 2060 Super dreht, die unser Autor vor wenigen Tagen für mehr Geld als erwartet an einen neuen Besitzer weitergab.
Grafikkarten: Beratung und Kolumne
In unserem heutigen Special erwartet euch eine Mischung aus einer Übersicht zu den aktuellen Grafikkarten-Preisen und einer Kolumne, bei der es darum geht, ob der lukrative Verkauf einer Nvidia GeForce RTX 2060 Super möglicherweise Scalpern und Minern in die Hände spielt. Erst vor zwei Wochen hatten wir (auch zwecks einer Kaufberatung) die Grafikkarten-Preise in einem Special thematisiert, die Gamern seit dem Herbst 2020 Kopfschmerzen bereiten - dies wiederholen wir heute in einer etwas kürzeren Form zuerst zu Beginn und dann auch noch später mit einer genaueren Übersicht der Preisentwicklung und aktuellen Grafikkarten-Preisen. Der Grafikkarten-Markt ist nämlich derzeit aus Gamer-Sicht mehr als nur unschön. Von AMD gibt es seit langer Zeit gar keine RX 5000er-Modelle im normalen Handel zu kaufen, die RX 6000er-Serie wiederum ist verfügbar, kostet aber deutlich mehr als zum Release der jeweiligen Modellserien. Unter 550 Eueo geht bei AMD nichts. Bei Nvidia ist es zum einen schlimmer, zum anderen besser als bei AMD. Das, was bei Nvidia besser als bei AMD ist, betrifft die Verfügbarkeit der Modellreihen, die eher das Einsteigersegment betreffen.
In diesem Artikel
Im Detail geht es um die GTX 1600-Serie. Dafür sind deren Preise in Relation zu den AMD 6000er- und Nvidia RTX 3000er-Serien noch viel stärker im Preis gestiegen, vor allem in den letzten Wochen. Vereinzelt gibt es neben der neuen RTX 3000-Serie von Nvidia auch noch alte 2000er-Grafikkarten zu haben, und zwar die GeForce RTX 2060 ab 550 Euro sowie die GeForce RTX 2060 Super sogar ab über 700 Euro - um letztere geht es im Kolumnen-Teil unsers Specials, mit wir auch direkt beginnen wollen.
Kolumne Teil 1: Meine Grafikkarte ist begehrt
Eben ging es unter anderem um die Nvidia GeForce RTX 2060 Super - genau ein Modell dieser Grafikkarten-Serie habe ich vor wenigen Tagen verkauft. Offenbar ist die GeForce RTX 2060 Super und auch andere Modellreihen bei Minern in einem Maß begehrt, das man nicht an der Spieleleistung festmachen kann. Denn sie wird für Preise verkauft, die höher als die Preise von in Games stärkeren Grafikkarten der neuen Generationen sind. Vor allem im Vergleich zur RTX 3000er-Serie ist das damit zu erklären, dass die neue Reihe mit Mining-Bremsen produziert wird.
Quelle: PC Games Hardware
Sweet Child of Mining? Ältere RTX 2000er-Modelle ohne Low Hashrate-Label sind begehrter als es ihrer Gaming-Leistung enspricht.
Dies ist bei den RTX 2000er-Modellen nur bei Modellen der Fall, die noch relativ neu sind und dann das Kürzel LHR verpasst bekommen. LHR steht für Low Hashrate, also eine niedrige Hashrate. Die Hashrate ist wiederum ein Maß dafür, wie gut eine Grafikkarte beim Schürfen der Kryptowährung Ethereum abschneidet. Meine GeForce RTX 2060 Super war über zwei Jahre alt und hatte daher keine LHR. Doch warum habe ich sie verkauft? Dazu komme ich als nächstes.
Kolumne Teil 2: Warum ich meine RTX 2060 Super verkauft habe
Am vergangenen Wochenende endete eine Auktion, die ich auf einer bekannten Verkaufsplattform in die Wege geleitet hatte. Dort hatte ich meine mittlerweile gut zwei Jahre alte GeForce RTX 2060 Super verkauft, zu der ich kurz nach dem Kauf im Dezember 2019 hier auch ein Special erstellt hatte. Denn die Grafikkarte hatte damals meine alte AMD Radeon RX 290 ersetzt, nachdem ich über ein Black Friday-Angebot die RTX 2060 Super für 365 Euro inklusive eines Codes für das zu dem Zeitpunkt neueste Call of Duty gekauft hatte. Vor allem in Spielen, die Nvidias DLSS bieten, konnte bis zuletzt auch neueste Titel sehr gut in WQHD spielen, teils auch in 4K. Allerdings habe ich seit einigen Monaten auch einen Laptop, der eine Nvidia GeForce RTX 2070 Max-Q bietet, also eine recht ähnliche Spieleleistung hat. Als dann vor einigen Wochen die von mir bereits im August bestellte Xbox Series X endlich ausgeliefert wurde und bei mir ankam, merkte ich endgültig: Ich spiele so gut wie gar nicht mehr mit dem PC, in dem die GeForce RTX 2060 Super steckt. Da ich gleichzeitig weiß, was für krasse Preise für Grafikkarten verlangt werden, beschloss ich, die Karte zu verkaufen. Um zu vermeiden, dass die Grafikkarte ins Ausland zu Minern geht, für die sich dank niedriger Stromkosten ein Kauf lohnen kann, habe ich bei der Auktion nur den Versand innerhalb von Deutschlands festgelegt. Als die Auktion dann beendet war, blieb mir die Spucke weg - und zwar im positiven, aber auch negativen Sinn. Warum, das erfahrt ihr auf der nächsten Seite.

Bei den aktuellen Preisen und mit dann schlechteren Erträgen der LHR-Karten bin ich ansonsten komplett bei dir. Ein Neueinstieg lohnt aktuell nicht, in D erst recht nicht.
Der besagte Bekannte von mir macht mit 2 RTX 3070 wohl so um die 100-120 Euro nach Stromkosten im Monat. Finde ich jetzt nicht so schlecht, ist aber natürlich auch keine chinesische Bitcoinfarm mit der er Millionär wird.
Wenn man sowieso für Gaming eine Grafikkarte kaufen wollte oder sehr günstig an so eine Karte kam, ist das okay - aber zu kaufen, DAMIT man damit Gewinn macht, ist in D meiner Meinung nach bei DEM Risiko nicht clever, außer man kann damit leben, dass nach 1-2 Jahren am Ende dann doch kein Plus rauskommt.
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Gibt auch haufenweise Youtuber, die das gestestet haben, kannst du dir ja mal anschauen.
Am Ende soll's mir aber egal sein, ich will hier keine Lanze fürs Mining brechen, mache es selber wie gesagt auch nicht, finde das Thema aber spannend und würde nach allem was gelesen und gehört habe halt sagen, dass die Aussage: "Lohnt in Deutschland eh nicht" so nicht ganz richtig ist. Es lohnt sich mit den richtigen BTC-Preisen und der richtigen Hardware schon, wäre aber in Bulgarien und co. natürlich nochmal profitabler.
Über einen Online-Rechner hab ich mal eine RTX 2070 mit Stromkosten von 30 Cent und einem Strombedarf des gesamten PCs von 250W berechnen lassen: Da kommst du mit um die 60 Euro MINUS raus, selbst wenn du die Hardware schon hast und daher keinerlei Kaufkosten mit einrechnest.
Der besagte Bekannte von mir macht mit 2 RTX 3070 wohl so um die 100-120 Euro nach Stromkosten im Monat. Finde ich jetzt nicht so schlecht, ist aber natürlich auch keine chinesische Bitcoinfarm mit der er Millionär wird.
Kannst du aber alles überall vergleichen, hier mal eine Übersicht (die RTX 2070 ist demnach auch ziemlich schlecht zum minen geeignet).
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Gibt auch haufenweise Youtuber, die das gestestet haben, kannst du dir ja mal anschauen.
Am Ende soll's mir aber egal sein, ich will hier keine Lanze fürs Mining brechen, mache es selber wie gesagt auch nicht, finde das Thema aber spannend und würde nach allem was gelesen und gehört habe halt sagen, dass die Aussage: "Lohnt in Deutschland eh nicht" so nicht ganz richtig ist. Es lohnt sich mit den richtigen BTC-Preisen und der richtigen Hardware schon, wäre aber in Bulgarien und co. natürlich nochmal profitabler.
Ich verstehe nicht, warum das ein völlig anderes Thema ist. Am Ende benutzen die Konsolen doch sehr ähnliche Hardware.
Zudem werden Konsolen wie gesagt extrem stark subventioniert (500€ für die Hardware einer PS5 oder Series X sind an sich VIEL zu wenig, wenn Sony und Microsoft darauf aus wären, an der Hardware etwas zu verdienen), so dass die Produktion und die vorab reservierten Bauteile-Mengen inklusive deren Preisen vorher sehr sehr genau geplant werden, weil man eben nicht wie bei einem PC-Hersteller auch noch kurzfristig auf andere, besser verfügbare Bauteile ausweichen kann, wenn die Nachfrage sich erhöht. Ebenso kann und will man nicht, wie bei einem PC, die Preise wegen der Bauteil-Preisschwankungen mal senken, mal erhöhen. Ein PC-Hersteller kann hingegen planen: Wir verkaufen in Q3/21 100.000 Office-PCs, und falls was teurer wird und es keine Alternative gibt, zb alle 1TB-SSDs werden um 20€ teurer, verlangen wir halt 600 statt 550 Euro.
Bei Konsolen geht das nicht, und es kam völlig unerwartet Corona hinzu, also eine extrem hohe Nachfrage, die Sony und Microsoft selbst im Best-Case-Szanario nicht vorhersagen konnten, und kurzfristig, also innerhalb von wenigen Monaten, mehr Kapazitäten für die spezialisierten Bauteile sichern ging nicht, da die ganze Welt plötzlich mehr Elektronikprodukte verlangt und "jeder" nach mehr Kapazitäten suchte.
Bei den Konsolen ist in der Summe am Ende nicht klar, ob es einfach "nur" am Chipmangel liegt oder an zu wenig Produktionskapazitäten, aber wichtig ist halt vor allem, dass ein Engpass bei so was wie dem SoC, der den Grafikchip beinhaltet, dann am Ende der Produktionsmenge ein Limit setzt. Es kann sein, dass Sony und Microsoft 10x so viele Konsolengehäuse und Mainboards und Lüfter und SSDs lagern könnten - aber die SoCs können einfach nicht schnell genug in den gleichen Mengen produziert werden.
Hinzu kommt, dass Konsolen, obgleich sie im Fokus der Öffentlichkeit stehen, sehr spezialisierte Produkte sind. So was wie einzeln erhältliche CPUs, Mainboards, SSDs usw. wird aber in viel viel größeren Massen produziert als Konsolen. Die PS4 wurde gut 100 Millionen mal weltweit verkauft, seit es sie gibt. Allein bei Notebooks sind es JEDES Jahr über 200 Millionen. Das heißt es werden um ein vielfaches mehr CPUs, Mainboards, SSDs usw. hergestellt als SoCs für Konsolen, und da es für PC-Hardware daher so viel mehr Produktionsstätten gibt, kann man Schwankungen leichter kompensieren.
Das Problem sind eben Dinge, die aus unserer Gamer-Sicht dem Anschein nach "jeder" hat, die in Wahrheit aber an sich nur ein Nischenprodukt sind, so dass da bei Engpässen direkt ein großes Problem entsteht: Grafikkarten, Grafikchips und Gaming-SoCs. Im Vergleich zu DER Hardware, die man für einen normalen Office-PC oder -Laptop braucht, ist die spezielle Gamer-Hardware ein winzig kleiner Markt von der Produktionsmenge her.
1) Der Händler will nicht dumm sein und weniger verlangen, als zahlreiche Kunde ohne Murren auch bezahlen wollen, denn egal ob 750 oder 500 Euro: Die Dinger sind quasi sofort weg.
2) Wenn der Händler den Normalpreis verlangt, lockt er Scalper noch mehr an und spielt ihnen in die Hände.
Bei der Xbox sieht es genau so aus, allerdings scheint es die Series X nun wieder recht gut zum Normalpreis zu geben.
Über einen Online-Rechner hab ich mal eine RTX 2070 mit Stromkosten von 30 Cent und einem Strombedarf des gesamten PCs von 250W berechnen lassen: Da kommst du mit um die 60 Euro MINUS raus, selbst wenn du die Hardware schon hast und daher keinerlei Kaufkosten mit einrechnest.
Wenn man eh eine vielleicht besser geeignete Karte hat, kann man es machen - aber sehr viel verdient man damit dann trotzdem nicht. Richtige Profi-Miner gibt es in D aber meines Wissens in der Tat, wie du ja sagst, wegen der Strompreise nicht. Und was man nie vergessen darf: Mal angenommen, dass man pro Tag dann doch 1-2€ Gewinn macht: Wenn die Kurse sinken, sind das am Ende schnell dann doch 1-2€ Verlust.
Wenn die Konsolen subventioniert sind, müsste ich die PS5 doch überall günstig bekommen können, denn Sony zahlt drauf, damit ich mit einer möglichst günstigen Konsole möglichst viele Spiele kaufe. Ich bekomme die PS5 aber nur 50 -100% über OVP. Offensichtlich fehlt Sony die Hardware und sie bekommen die PS5 daher nicht in der gewünschten Stückzahl in den Markt.
Wenn du eine oder mehrere gute Mining-Karte(n) günstig gekauft hast, z.B. RTX-3060 TI, RTX-3070 oder RTX 3080, geht das soweit ich weiß sehr gut (zumindest die alten "non LHR"-Karten, die neuen müssen soweit ich weiß erstmal gepimpt werden).
Da macht dann 10 Cent mehr oder weniger beim Strom auch nix aus, es lohnt sich trotzdem. Aber klar, ich rede hier nicht von Profi-BTC-Farmen. Wenn es professionell gemacht wird, ist es wohl tatsächlich eher in Bulgarien und co.