Hardware-Kolumne: Muss eine Gaming-Grafikkarte teuer sein? Ein Hoch auf die Mittelklasse.
Beim Kauf einer Grafikkarte fragen sich viele, ob es sich eine besondere teure Grafikkarte lohnt. Manch einer kann sich einen Top-Boliden locker leisten, doch macht es für Nutzer mit begrenztem Budget Sinn, emsig zu sparen? Ich finde: nein. Das, was mehr oder weniger die Mittelklasse darstellt, ist optimal - und ich schildere auch, warum ich das so sehe.
Müssen Grafikkarten teuer sein?
Für moderne PC-Spiele benötigt man eine gewisse Grafikkarten-Power, und die kann ins Geld gehen. Manch einer schwört auf vergleichsweise teure Grafikkarten, denn mit diesen hat man mehr FPS (Bilder pro Sekunde) und auch länger Spaß als mit einer schwächeren Grafikkarte, bei der natürlich der Zeitpunkt, ab dem neue Games die Karte überfordern, früher kommt. Aber lohnt sich eine besonders teure Grafikkarte wirklich?
In diesem Artikel
Ich habe in den letzten Jahren für die PC Games im Onlinebereich etliche Specials zum Thema Hardware verfasst, natürlich sind auch Test-Analysen und Kaufberatungen zu Grafikkarten mit dabei, die letzte stammt aus dem diesjährigen April. Im heutigen Special möchte ich meine Sicht und Gedanken zu der Frage, ob eine Grafikkarte teuer sein muss, im Stile einer Kolumne schildern, denn ich persönlich stehe irgendwo zwischen den High-End-Fans und Nutzern, die - obwohl sie sich mehr leisten könnten - nie mehr als 200 Euro für eine Grafikkarte ausgeben. Ich halte Modelle ab etwa 250 Euro und bis maximal 400 Euro für ideal und die cleverste Lösung für Gaming, und warum dies so ist, werde ich hier erklären. Denn es gibt durchaus auch gute Argumente, sich teure Grafikkarten aus der gehobenen Oberklasse bis hin zu High-End zu kaufen. Beginnen möchte ich mit einem Rückblick meiner Gaming-Vergangenheit im Allgemeinen und komme dann über die Auflistung meiner letzten sechs Grafikkarten zu er Erklärung, wie ich zu dem Thema Preis-Leistung stehe.
Fast 40 Jahre Gaming
Ich bin 45 Jahre alt, und ich fing etwa im Jahr 1982 mit einer Atari 2600-Konsole an, was das Thema Gaming angeht - PacMan, Frogger und Pitfall liefen, wann auch immer meine Eltern ihr Fernsehgerät nicht für sich beanspruchten. Es folgte ein C64, ein Amiga 2000 und vor dem Kauf des ersten "richtigen" PCs, auch ein wenig aus Trotz gegen IBM&Co, noch ein Amiga 4000.
Quelle: Archiv
Schon in den 1980er-Jahren übertrieb man es beim Marketing, denn die Spielegrafik hatte mit dem Cover so viel zu tun wie eine altägyptische Mumie mit einem Topmodel...
Bei meinem ersten PC, der eine S3 Virge-Grafikkarte enthielt, musste man noch sehr genau schauen, ob die Hardware (unabhängig von der Leistung) für ein bestimmtes Spiel überhaupt geeignet war. Dies änderte sich aber vergleichsweise schnell, denn durch mehr und mehr Standards reichte es für ein Spiel irgendwann aus, dass auf dem PC eine aktuelle Windows-Version läuft und die Hardware einfach nur stark genug war. Wichtig ist seitdem nur noch, dass Sound- und Grafik-Komponenten eine ausreichend neue DirectX-Version beherrschen. Dabei ist es zwar manchem Gamer passiert, dass er eine noch ordentliche Grafikkarte nur mangels passender DirectX-Fähigkeit ersetzen musste, um ein brandneues Spiel starten zu können. Diese Fälle waren aber relativ selten - in aller Regel war (und ist) es so, dass eine Grafikkarte mit einer zu alten DirectX-Fähigkeit auch in Sachen Leistung schon längst überfällig für einen Wechsel war (und ist).
High-End: Mit Pech schnell obsolet
Ich selbst wurde von dem DirectX-Dilemma komplett verschont, was auch damit zu tun hat, dass ich keine High-End-Grafikkarten kaufe. Das hört sich paradox an, ist aber leicht zu erklären: mal angenommen ihr kauft euch eine High-End-Grafikkarte, die von der Leistung her problemlos fünf oder sechs Jahre für mindestens mittlere Qualität bei den jeweils neuesten Games ausreichen würde - eine Mittelklasse-Karte reicht aber nur zwei Jahre. In diesen fünf bis sechs Jahren kann es aber viel eher zu einer relevanten Änderung bei DirectX kommen als in den zwei Jahren Nutzungsdauer der Mittelklasse-Grafikkarte. Und selbst falls man zu denen gehört, die eine solche Mittelklasse-Karte ebenfalls vier Jahre verwenden, weil sie bei den grafischen Details wenig Ansprüche haben: Ein wegen DirectX erzwungener Neukauf tut angesichts des geringeren Anschaffungspreis dann deutlich weniger weh als bei einem High-End-Modell. Ähnliches gilt übrigens auch beim RAM: Die Top-Modelle haben zwar oft sehr viel RAM, aber die ebenfalls sehr teuren "Oberklasse"-Modelle, die sich manch einer kauft, da er damit fünf Jahre oder länger auskommen will, bieten oftmals eine RAM-Menge, die bereits nach drei Jahren knapp werden kann, obwohl die pure Leistung der Grafikkarte noch gut genug wäre.

Und es kann eben doch sein, dass eine gebrauchte Grafikkarte besser und günstiger ist, als eine Neue. Viel häufiger ist es sogar der Fall, dass es sich nicht lohnt seine anscheinend obsolete Grafikkarte gegen ein neues Modell auszutauschen, weil man dann erst recht Verlust macht, weil es sich in jeder Hinsicht einfach nicht lohnt.
Das hast Du hier ja auch gut mit den CPUs erklärt. Also "Dito".
Aber eine Sache ist nicht richtig: Nach 5 Jahren ist die CPU, zumindest für Spiele, nicht doppelt so schnell geworden. Denn seit vielen vielen Jahren stagniert die Single-Core Leistung. Genau genommen seit 10 ganzen langen Jahren hat sich diese Leistung nur um 10-15% (Paukenschlag) gesteigert. An dieser Stelle ein "Dank" an Intel ...
Nur durch AMD haben wir in den letzten Jahren 1.) bezahlbare CPUs bekommen und 2.) zumindest auf der Mehrkern-Ebene eine Vervielfachung der Leistung erleben dürfen.
Nur sehr wenige Spiele profitieren von mehr als 4 Kernen oder Threads (Das gilt evtl nicht für High-End Hardware).
Trotz allem finde ich die RTX Modelle als sehr unattraktiv. Im Preis kaum bis gefühlt nicht gefallen. Die 1660 kam viel zu spät und war kaum schneller als eine 1060. Und der Preis? Keine große Änderung, daher kam als Trostpflaster die etwas schnellere Super Variante, aber natürlich wieder teurer (ähnlicher Preis wie GTX 6GB zum Release vor 3 Jahren). NVidia macht es einem wirklich nicht leicht bei der Auswahl, jedes Modell erscheint etwas zu teuer im Vergleich zum Alter der Generation. Daher wieder meine Aussage: Alles ist etws stabiler geworden. :D
Naja, mal sehen was die Neuen so bringen und vor allem was AMD jetzt bringt. Das dürfte gerade für die Mittelklasse interessant werden.
Und vergessen wir nicht, die neuen Konsolengenerationen machen ja auch etwas aus. Die ersten mehr schlecht als Recht portierten Spiele werden nach schnellerer Hardware und mehr Ram schreien. ;)
Eine GTX 1080 ist z.B. für Worstations interessant (nicht Mining).
Klar ist es schwer alte Karten im Preis zu vergleichen, aber eine andere Methode als den Gebrauchtwarenmarkt heranzuziehen gibt es nicht und ist auch kein Blödsinn oder macht eine Karte obsolet.
Apropos gutes Beispiel Auto: Da hast Du einen drastischen Preisverlust direkt nach dem Kauf. Den hast Du bei einer Grafikkarte oder anderer Hardware eben nicht. Im Gegenteil, wie jüngst mehrfach bewiesen stieg der Preis sogar bei beliebten Produkten.
Um auf das Auto-Beispiel zurückzukommen: ganz bestimmte Autos haben auch "Liebhaberpreise", die höher als der ehemalige Herstellerpreis sind. Da geht aber keiner hin und sagt dann "Oho - seht her: Autos werden immer teurer!!!" ;)
Evlt. ist es AKTUELL wegen Corona anders, aber dass man für seine mehr als 2-3 Jahre Hardware fast noch das bekommt, was man damals bezahlt hatte, sind absolute Glücksfälle. Was aber schon seit 15-20 Jahren korrekt ist: eine zB 5 Jahre alte CPU bringt trotzdem noch VERGLEICHSWEISE viel. Es Ex-250€-CPU ist zB nach 5 Jahren nur halb so schnell wie eine neue 250€-CPU, und schon eine neue 100€ teure neue CPU ist genau so schnell wie die alte für 250€. Trotzdem bekommt man für die alte CPU dann oftmals 80-120€. Das liegt dann aber daran, dass immer wieder mal jemand NUR eine CPU für seinen alten PC sucht und dann eben auch an sich "zu viel" bezahlt.
Gerade durch eBay bleiben Preise stabiler, weil man so einfacher Einkaufen kann. Natürlich hat es eine psychologische Komponente, wenn man den Artikel haben möchte und andere mitbieten, wodurch man evtl mehr bietet, als man wollte. Trotzdem, auf eBay werden die Preise gemacht, ob es Dir gefällt oder nicht.
Freu Dich doch lieber, dass Du für Deine alte Karte noch gute Preise bekommst.
Das stimmt wohl, RX 580 und GTX 1060 starteten so um die 250€, ok. Aber hier ging es auch um die Zeit von 1-1,5 Jahre und vor einem Jahr gab es partiell eben doch die RX 580 für unter 140€ und zwar als Neuware wohlgemerkt.
Ein noch viel krasserer Preisverlauf war die GTX 970. Die startete zum Teil unter 200€. Ok, war ein toller Preis, aber sie stieg schnell und kam nie mehr unter die 200€ Marke.
Das der Verlust bei teuren Karten größer ist sollte klar sein. Aber vergleiche das mal mit noch vor 10-20 Jahren. Da war Deine High-End Karte nach 4 Jahren nämlich kaum noch was wert. Heutzutage bekommst Du aber vlt 50% des alten Neupreises dafür und das sind eben mehrere hunder Euro. Wow! :D
150€ sind aber aktuell fast der Neupreis, darum geht es doch. Du bekommst für 170€ eine RX 580 mit 8GB, allerdings vlt nicht gerade mit dem leisesten Kühler, da mußt Du schon 20-30€ mehr draufblättern. Trotzdem ist der relativ geringe Wertverlust doch zu erkennen, oder? Nehmen wir an, du hast vor 3 Jahren eine RX 580 gekauft und verkaufst Sie jetzt für 150€. Dann hast Du dafür knapp 40€ im Jahr bezahlt. Warum bitteschön sollte man sich da über Wertverlust beschweren?
ps: Bitte nicht (wieder) versuchen auf einzelne Punkte festzunageln. Das Kommentar bitte als ganzes betrachten. (Das sollte ich mal als Signatur verwenden)
Es geht hier ja nur darum, dass die Hardware nicht mehr so schnell an Wert verliert, wie es noch vor 1-2 Dekaden war. Und nicht um einzelne Prozentpunkte. Danke!
Die sind ja dann auch "ausgereift" und Spiele werden darauf auch gut laufen.
Denn man will die Kundschaft, als Spieleproduzent, zufrieden stellen.
Bei Manchen High-End-Settings im Game hab ich auch das Gefühl, dass die einfach in den Optionen drin sind, damit diese teuren Karten was anzubieten hat, grafisch aber wenig ausmachen.
Ich bin allerdings auch recht genügsam, was grafische Pracht betrifft.
Bei einem RDR2 bin ich mit der Grafik, welche meine betagte GTX 1060 hinzaubert (1080x1920mit 40FPS) zufrieden.
Hätte ich aber einen Monitor mit grösserer Auflösung, oder gar VR, dann würd die sicher nicht mehr reichen.
Und zu eBay ein Wort: wenn da wirklich gebrauchte RX 580 und 1060er für mehr als 150€ verkauft werden, dann kaufen da wohl offenbar sehr viele Leute, ohne sich vorher über den Neuwaren-Markt zu informieren. Und wegen Corona ist die Nachfrage so hoch, dass die Preise dann RELATIV hoch sind. Ne RX 580 mit 8GB kriegst du aber ja NEU schon für 170€, da muss man also komplett desinformiert sein, wenn man 150€ und mehr für eine gebrauchte RX 580 zahlt, vlt sogar eine mit nur 4GB.
Mit einem liegst du aber komplett daneben: 150€ oder meinetwegen auch 170-200€ sind für eine GTX 1060 oder RX 580 nicht fast der Neupreis von vor 3 Jahren, wo hast du das denn her? Die beiden Karten kosteten lange Zeit mindestens 250€ mit vielleicht vereinzelten Angeboten auch darunter, und als Mining dazukam stiegen die sogar auf über 300€, also die günstigsten Modelle. Die RX 580 kostete zum Release ca 270€, das war vor gut 3 Jahren.
Eine GTX 1080 ist z.B. für Worstations interessant (nicht Mining).
Klar ist es schwer alte Karten im Preis zu vergleichen, aber eine andere Methode als den Gebrauchtwarenmarkt heranzuziehen gibt es nicht und ist auch kein Blödsinn oder macht eine Karte obsolet.
Das ist ja das gleiche als ob Du behauptest, nur weil ein Automodell seit 1 Jahr nicht mehr verkauft wird, ist es obsolet. Das grenzt ja schon an Panikmache. Apropos gutes Beispiel Auto: Da hast Du einen drastischen Preisverlust direkt nach dem Kauf. Den hast Du bei einer Grafikkarte oder anderer Hardware eben nicht. Im Gegenteil, wie jüngst mehrfach bewiesen stieg der Preis sogar bei beliebten Produkten.
Gerade durch eBay bleiben Preise stabiler, weil man so einfacher Einkaufen kann. Natürlich hat es eine psychologische Komponente, wenn man den Artikel haben möchte und andere mitbieten, wodurch man evtl mehr bietet, als man wollte. Trotzdem, auf eBay werden die Preise gemacht, ob es Dir gefällt oder nicht. Freu Dich doch lieber, dass Du für Deine alte Karte noch gute Preise bekommst.
Das stimmt wohl, RX 580 und GTX 1060 starteten so um die 250€, ok. Aber hier ging es auch um die Zeit von 1-1,5 Jahre und vor einem Jahr gab es partiell eben doch die RX 580 für unter 140€ und zwar als Neuware wohlgemerkt.
Ein noch viel krasserer Preisverlauf war die GTX 970. Die startete zum Teil unter 200€. Ok, war ein toller Preis, aber sie stieg schnell und kam nie mehr unter die 200€ Marke.
Das der Verlust bei teuren Karten größer ist sollte klar sein. Aber vergleiche das mal mit noch vor 10-20 Jahren. Da war Deine High-End Karte nach 4 Jahren nämlich kaum noch was wert. Heutzutage bekommst Du aber vlt 50% des alten Neupreises dafür und das sind eben mehrere hunder Euro. Wow! :D
Ok, es kommt darauf an, wann Du kaufst, wann Du verkaufst und was dazwischen passiert. Aber aktuell ist es eben einfach so.
Und ja, während Corona sind die Gebrauchtpreise sogar etwas angestiegen, wahrscheinlich hatten viele Zeit mal wieder die Hardware etwas upzugraden.
150€ sind aber aktuell fast der Neupreis, darum geht es doch. Du bekommst für 170€ eine RX 580 mit 8GB, allerdings vlt nicht gerade mit dem leisesten Kühler, da mußt Du schon 20-30€ mehr draufblättern. Trotzdem ist der relativ geringe Wertverlust doch zu erkennen, oder? Nehmen wir an, du hast vor 3 Jahren eine RX 580 gekauft und verkaufst Sie jetzt für 150€. Dann hast Du dafür knapp 40€ im Jahr bezahlt. Warum bitteschön sollte man sich da über Wertverlust beschweren?
ps: Bitte nicht (wieder) versuchen auf einzelne Punkte festzunageln. Das Kommentar bitte als ganzes betrachten. (Das sollte ich mal als Signatur verwenden)
Es geht hier ja nur darum, dass die Hardware nicht mehr so schnell an Wert verliert, wie es noch vor 1-2 Dekaden war. Und nicht um einzelne Prozentpunkte. Danke!
Und zu eBay ein Wort: wenn da wirklich gebrauchte RX 580 und 1060er für mehr als 150€ verkauft werden, dann kaufen da wohl offenbar sehr viele Leute, ohne sich vorher über den Neuwaren-Markt zu informieren. Und wegen Corona ist die Nachfrage so hoch, dass die Preise dann RELATIV hoch sind. Ne RX 580 mit 8GB kriegst du aber ja NEU schon für 170€, da muss man also komplett desinformiert sein, wenn man 150€ und mehr für eine gebrauchte RX 580 zahlt, vlt sogar eine mit nur 4GB.
Mit einem liegst du aber komplett daneben: 150€ oder meinetwegen auch 170-200€ sind für eine GTX 1060 oder RX 580 nicht fast der Neupreis von vor 3 Jahren, wo hast du das denn her? Die beiden Karten kosteten lange Zeit mindestens 250€ mit vielleicht vereinzelten Angeboten auch darunter, und als Mining dazukam stiegen die sogar auf über 300€, also die günstigsten Modelle. Die RX 580 kostete zum Release ca 270€, das war vor gut 3 Jahren.