Gebrauchte Grafikkarten: Unsere Analyse
Eine fabrikneue, lieferbare Grafikkarte zu finden, ist aktuell schwer. Wen man eine findet, bezahlt man deutlich mehr als die eigentliche Preisempfehlung beziehungsweise als noch vor wenigen Monaten. Kann eine gebrauchte Karte eine Alternative sein? Wir haben zu diesem Zweck 22 ältere Grafikkartenserien mit Gebrauchtpreisen von 200 ins 1000 Euro bezüglich ihres Preis-Leistungs-Verhältnisses analysiert.
Wir kommen nun zu unserer Analyse-Tabelle mit 22 Grafikkartenserien, zu der wir noch ein paar Details erklären. Die Tabelle ist nach der Leistung der Grafiikkarten sortiert - bei "Leistung" seht ihr die ungefähre Leistung in Spielen, wobei die stärkste Grafikkarte, die RTX 2080 Ti, bei 100 Prozent oder auch vereinfacht gesagt 100 Punkten liegt. Daneben folgt dann der Durchschnittspreis, den unsere Stichprobe ergab. Aus diesem Preis und dem Leistungswert haben wir einen Preis-Leistungs-Wert berechnet. Diesen Wert nennen wir PL-Index, wobei ein niedriger Wert besser ist. Der Mittelwert aller Karten liegt bei etwa 85. Eher gute Werte liegen bei unserer Analyse daher unter 80. Grafikkarten, deren Durchschnittspreise eher teuer sind, liegen über 90.
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Gebrauchte Grafikkarten: Analyse
Mit einer Spalte Abstand findet ihr zudem noch rechts in der Tabelle den minimalen und maximalen Preis unserer Stichproben sowie die Preispanne mit dem prozentualen Unterschied in Klammern. Dazu findet ihr nach der Tabelle noch einen Hinweis, doch hier nun unsere Analyse-Ergebnisse:
| Modellserie | Chiphersteller | Leistung | Preis (Schnitt) | PL-Index | Preis min | Preis max | Preisspanne | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| GTX 970 | Nvidia | 30 | 170 Euro | 57 | 151 Euro | 203 Euro | 52 Euro (34,4%) | |
| GTX 1060 | Nvidia | 35 | 256 Euro | 73 | 174 Euro | 286 Euro | 112 Euro (64,4%) | |
| RX 580 (8GB) | AMD | 37 | 386 Euro | 104 | 338 Euro | 440 Euro | 102 Euro (30,2%) | |
| RX 5500 XT (8GB) | AMD | 38 | 365 Euro | 96 | 344 Euro | 397 Euro | 53 Euro (15,4%) | |
| GTX 980 | Nvidia | 39 | 195 Euro | 59 | 173 Euro | 236 Euro | 63 Euro (36,4%) | |
| GTX 1070 | Nvidia | 49 | 355 Euro | 72 | 336 Euro | 382 Euro | 46 Euro (13,7%) | |
| GTX 980 Ti | Nvidia | 51 | 280 Euro | 55 | 235 Euro | 316 Euro | 81 Euro (34,5%) | |
| GTX 1070 Ti | Nvidia | 51 | 395 Euro | 77 | 365 Euro | 424 Euro | 59 Euro (16,2%) | |
| Vega 56 | AMD | 53 | 630 Euro | 119 | 615 Euro | 650 Euro | 35 Euro (5,7%) | |
| RX 5600 XT | AMD | 57 | 536 Euro | 94 | 476 Euro | 660 Euro | 184 Euro (38,7%) | |
| RTX 2060 | Nvidia | 59 | 460 Euro | 78 | 407 Euro | 574 Euro | 167 Euro (41%) | |
| Vega 64 | AMD | 59 | 618 Euro | 105 | 563 Euro | 655 Euro | 92 Euro (16,3%) | |
| GTX 1080 | Nvidia | 60 | 437 Euro | 73 | 391 Euro | 515 Euro | 124 Euro (31,7%) | |
| RX 5700 | AMD | 64 | 754 Euro | 118 | 715 Euro | 785 Euro | 70 Euro (9,8%) | |
| RTX 2060 Super | Nvidia | 67 | 551 Euro | 82 | 441 Euro | 625 Euro | 184 Euro (41,7%) | |
| RTX 2070 | Nvidia | 68 | 581 Euro | 85 | 530 Euro | 634 Euro | 104 Euro (19,6%) | |
| RX 5700 XT | AMD | 72 | 887 Euro | 123 | 819 Euro | 950 Euro | 131 Euro (16%) | |
| GTX 1080 Ti | Nvidia | 77 | 594 Euro | 77 | 567 Euro | 630 Euro | 63 Euro (11,1%) | |
| RTX 2070 Super | Nvidia | 79 | 671 Euro | 85 | 585 Euro | 755 Euro | 170 Euro (29,1%) | |
| RTX 2080 | Nvidia | 85 | 694 Euro | 81 | 606 Euro | 768 Euro | 162 Euro (26,7%) | |
| RTX 2080 Super | Nvidia | 88 | 768 Euro | 87 | 665 Euro | 900 Euro | 235 Euro (35,3%) | |
| RTX 2080 Ti | Nvidia | 100 | 982 Euro | 98 | 906 Euro | 1121 Euro | 215 Euro (23,7%) |
An den Infos zur Preisspanne könnt ihr recht gut ablesen, ob der minimale Preis besonders günstig beziehungsweise der maximale Preis besonders hoch war oder ob die Preisgrenzen eher nah am Mittelwert liegen.
Ein Beispiel für unsere Stichprobe für gebrauchte Nvidia GeForce RTX 2060 Super: Der Minimal-Preis lautet 440 Euro, das höchste Auktionsergebnis lag aber bei 625 Euro - dies ist eine Spanne von 184 Euro, was bezogen auf 440 Euro einen satten Preisunterschied von fast 42 Prozent bedeutet. Der Durchschnitt liegt wiederum bei 551 Euro - dies ist näher an den 625 als an den 440 Euro. Die Schlussfolgerung: 440 Euro für eine GeForce RTX 2060 Super wären aktuell ein vergleichsweise günstiger Preis. Nebenbei gesagt liegt dieser Preis trotzdem 10 Prozent höher als der Preis, den man Ende 2019 eine fabrikneue, günstige RTX 2060 Super bezahlen musste. Dies zeigt, wie angespannt der Grafikkartenmarkt derzeit ist.
Quelle: PC Games Hardware
Offenbar bei Minern begehrter als andere Grafikkarten, die in Games schneller sind: Die AMD Radeon RX 5700 XT, hier ein Modell von XFX.
Doch was sagt uns die Tabelle genau? Wir sehen, dass manche Grafikkarten im Durchschnitt weit teurer sind als das, was man wegen ihrer Gamingleistung erwarten könnte. Die AMD RX 5700 beispielsweise kostet über 200 Euro mehr als die schnelleren Karten RTX 2060 Super und RTX 2070, die RX 5700 XT ist 100 bis 300 Euro teurer als die schnelleren Nvidia-Modelle GTX 1080 Ti, RTX 2070 Super, RTX 2080 und RTX 2080 Super. Wie kann das sein? Eine Erklärung, aus unserer Sicht die einzige logische, sind Miner. Denn würden nur Gamer bei den Auktionen mitbieten, gäbe es keinen guten Grund außer einer unfassbaren großen Menge an nicht besonders cleveren Käufern, warum eine AMD RX 5700 XT im Schnitt einen um fast 200 Euro höheren Preis als eine um 20 Prozent schnellere RTX 2080 erzielt. Wenn aber die RX 5700 XT beim Mining Profite erzielen kann und diese auch höher als die möglichen Profite einer GTX 2080 sind, lässt sich der höhere Preis wiederum sehr gut erklären. Viel wichtiger als die Frage, welche Grafikkarten gebraucht in Relation zur Leistung viel zu teuer sind, ist aber die Frage, welche Gebraucht-Grafikkarten preislich aktuell für euren Gaming-PC in Ordnung sind. Dazu kommen wir auf der nächsten Seite.

Ich habe die nicht zur Spekulation gekauft, aber auf den Gewinn muss Ich ja auch nicht verzichten.
Wenn die ein Miner zum Geld verdienen haben will, soll der ruhig die 600 oder evtl. 550 bis 500 zahlen.
In der Situation kann Ich also entweder meine Vega 56 verkaufen und dann nicht mehr PC-VR nutzen (onboard-Grafik, Quest), oder Ich kaufe dann eine z.B. 2060.
Oder gibt es eine Karte die auch ein guter Ersatz für die Vega 56 ist, aber in Sachen Preis/Leistung besser als die 2060?
Auch wenn es die gleiche Geschwindigkeit oder sogar etwas drunter ist. Damit kann Ich auch noch PC-VR nutzen. An die Grenze stieß ich bisher eigentlich nicht.
Ich würde auch bis zur Normalisierung der Preise wieder in Sachen Leistung runter gehen.
Vorher hatte ich eine 980Ti, davor glaube Ich eine 960. Meist ist es eh Rec Room, das geht auch auf der Quest, aber nicht alle Spiele (kein Isle of the Lost Skulls, kein Crescendo of the Blood Moon, kein Battle Royale...). Und so etwas wie Brookhaven Experiment ginge wohl auch noch mit einer schwächeren Karte.
Irgendetwas dass von den Preissteigerungen wegen weniger guter Nutzung zum Mining evtl. nicht so betroffen ist.
Ich hatte jetzt Ich glaube ein paar Monate nur ein MK3 Toughbook (und für VR die Quest), weil Ich mir mit einem Lüfterkauf für den aufgerüsteten PC Zeit ließ...
Die Karte läuft 24h auf Volllast. Nicht das Spielen.
Jetzt werden die auf Ebay Kleinanzeigen für 650 VB oder €600 Festpreis angeboten.
"Versuchen kann man ja"-Preise ;) . Ich setze üblicherweise auch erst mal den höchsten Ebay-Auktions-Endpreis an...
Auf Ebay Endpreise von €210 bis €600. Daher wohl "€650 VB" damit er evtl. einen dummen findet der das bezahlt.
Muss sich ja auch lohnen (Stromkosten)...
Anfang letztes Jahr war ich noch scharf auf eine Vega 64, war auch gebraucht bezahlbar, aber bei einer Vega gebraucht ist eben das Problem das es eine Top Miner Karte ist und da habe ich dann gebraucht erstmal zurückgesteckt. Und Neu war die leider nirgendwo mehr zu bekommen. Schade.
Und das was du ansprichst wegen den Stromkosten, wird m.M.n. viel zu Hoch gespielt. Lass es im Jahr 10-15€ mehr sein als vergleichbare nVidia Karten. Aber dann musst du schon sehr viel spielen auf Vollast. Da verbrauchen deine ganzen Haushaltsgeräte und alles zusammen mehr an Strom wenn sie das ganze Jahr über auf Standby stehen.