Hardware 2020: Das vierte Quartal zeigt Magelware

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Hardware 2020: Das vierte Quartal zeigt Magelware
Quelle: Asus

Das Jahr 2020 endete für viele Gamer in Sachen Hardware enttäuschend. Die neuen Nvidia- und AMD-Grafikkarten haben die Erwartungen zwar erfüllt, und auch die Playstation 5 und Xbox Series X sind alles andere als schlecht. Aber: All diese Produkte gibt es derzeit quasi nicht zu kaufen. Wir blicken darauf und weitere Hardware-Themen des Jahres 2020 zurück.

Endspurt 2020: Grafikkarten und mehr sind Mangelware

Das Jahr 2020 hätte in Sachen Gaming-Hardware so schön werden können. Doch ausgerechnet zum Endspurt des Jahres blicken Gamer, die ihren PC aufrüsten oder einen neuen Rechenknecht anschaffen wollten, oftmals in die Röhre. Der Grund: Insbesondere Grafikkarten sind seit einigen Wochen kaum mehr zu bekommen, und da, wo man sie kaufen kann, werden deutlich höhere Preise fällig als noch im Oktober, beziehungsweise was die neu auf den Markt gekommenen Modelle angeht: deutlich mehr als deren unverbindliche Preisempfehlung.

Hier zeigt sich auf negative Art und Weise, dass das Wort "unverbindlich" nicht heißen muss, dass man das Produkt günstiger als zum empfohlenen Preis bekommt, sondern dass es auch teurer sein kann als es der Hersteller vorsieht.

Ein besonders großes Exemplar der Nvidia GeForce RTX 3080 kommt von Zotac. Quelle: PC Games Hardware Ein besonders großes Exemplar der Nvidia GeForce RTX 3080 kommt von Zotac. Die Misere begann mit dem Release der neuen Nvidia GeForce RTX 3000er-Grafikkartenserie. Die RTX 3070 und 3080 in der Founders Edition von Nvidia waren quasi unmittelbar mit Start der Vorbestellerphase ausverkauft. Auch die kurz danach in Shops erhältlichen Custom-Modelle von Nvidias Partnerherstellern waren sofort vergriffen. Der GeForce RTX 3060 Ti erging es auch nicht anders, und AMDs neue Big Navi-Grafikkarten Radeon RX 6800 und 6800 XT sind kaum häufiger zu finden als ein Einhorn. Da die neuen Karten als Option für Gamer praktisch wegfielen und die alten GeForce RTX 2000er-Modelle nicht mehr hergestellt werden, waren alle Grafikkarten ab etwa 400 Euro sehr schnell ausverkauft.

Die Spirale erfasste dann aber auch günstigere Grafikarten - denn viele, die eine starke Karte kaufen wollten, mussten ja nun Ersatz finden, und sei es nur übergangsweise. Denn nicht jeder hat noch eine alte Karte zur Verfügung. Selbst das Einsteigermodell AMD Radeon RX 5500 XT kostet nun 50 Prozent mehr als noch im September, die Nvidia GeForce RTX 1650 Super ist aktuell gar nicht lieferbar, und die RTX 1660 Super kostet da, wo man sie noch entdeckt, ab 300 Euro - vor wenigen Wochen waren es noch 200 Euro. Das heißt: selbst wer einen Einsteiger-PC zusammenbauen möchte oder eine sehr alte Grafikkarte durch eine neue ersetzen will, die für Full-HD-Gaming bei hohen Details ausreicht, zahlt mindestens 80 Euro mehr als noch vor kurzer Zeit, was bei der Preisklasse, die eigentlich nur 150 bis 250 Euro umfasst, eine Menge Holz ist.

Xbox Series X und Series S Quelle: Microsoft Die Xbox Series X (links) ist seit der Vorbestellmöglichkeit quasi nicht zu bekommen. Die schwächere Xbox Series S hingegen kann mann zur UVP von 299 Euro bestellen. Zusammengefasst: Wer aktuell eine neue Grafikkarte benötigt und auch nur ein kleines bisschen auf das Preis-Leistungs-Verhältnis wert legt, hat einen extrem schlechten Zeitpunkt erwischt. Was man bei der Situation auf dem Grafikkartenmarkt aber nicht unterschlagen darf: die Ursache liegt hier nicht allein daran, dass unerwartet viele Gamer plötzlich eine Grafikkarte kaufen wollen und die Hersteller einfach nicht mit der Produktion nachkommen. Sondern zu der Nachfrage durch Gamer kommen zwei weitere Fraktionen hinzu. Scalper und Miner. Letztere sind Personen oder Firmen, die im großen Stil Rechenleistung zur Verfügung stellen, die rund um Kryptowährungen wie Bitcoin und Ethereum benötigt werden. Sie nutzen dafür zum Teil ganze Farmen mit PCs, die einzig und allein für diese Aufgabe zuständig sind - als Belohnung erhalten sie Anteile an der entsprechenden Kryptowährung. Da nun in den letzten Wochen die Kurse von Bitcoin und anderer solcher Währungen stark gestiegen sind, hat sich die Nachfrage nach Grafikkarten durch Miner erhöht. Und auch die steigenden Preise hielten die Miner nicht auf, denn die Kurse sind so stark gestiegen, dass sich der Kauf einer Grafikkarte selbst dann noch lohnt, wenn sie 50 Prozent teurer als noch im Spätherbst ist.

Für die GeForce RTX 3080 gibt es schöne Wasserkühler - die Frage ist nur, wer denn überhaupt eine entsprechende Grafikkarte besitzt... Quelle: Watercool Für die GeForce RTX 3080 gibt es schöne Wasserkühler - die Frage ist nur, wer denn überhaupt eine entsprechende Grafikkarte besitzt... Der weitere Faktor: Scalper. Dies sind Menschen oder Organisationen, die Produkte aufkaufen, um sie dann teurer weiterzuverkaufen. Das klingt zunächst nach dem, was die Definition eines Händlers ist. Der Unterschied: Scalper zielen auf Produkte ab, bei denen es schon im Vorfeld sehr wahrscheinlich erscheint, dass die Nachfrage sehr hoch, das Angebot aber (zumindest zu Beginn) niedrig sein wird. Meistens mit Hilfe von Bots sichern sich Scalper dann bereits zum Verkaufsstart große Mengen des Produktes bei regulären Händlern. Denn die Scalper selbst werden von den Herstellern nicht regulär beliefert. Dieses Phänomen war bei der Playstation 5 und Xbox Series X, aber auch bei den RTX 3000er-Grafikkarten zu beobachten. Schon kurz nach Start der (Vor)Bestellmöglichkeit tauchten diese Produkte massenhaft zu horrenden Wucherpreisen auf Plattformen wie eBay auf. Die Scalper trieben die Preise dadurch nach oben, zusätzlich zur natürlicherweise vorhandenen Nachfrage. Als Gamer kann man nur hoffen, dass die Lage sich im Frühjahr 2021 beruhigt und die Preise von Grafikkarten sinken, die Verfügbarkeit hingegen steigt. Wir möchten euch zum Abschluss noch zwei Specials beziehungsweise Kolumnen zu dem Themenkomplex Marktsituation und Scalper an Herz legen. Ansonsten bleibt nichts weiter zu sagen als: Wir wünschen euch sowie allen, die euch wichtig sind, ein schönes und vor allem gesundes neues Jahr 2021!

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  1. Seite 1 Hardware 2020: Vorwort; Januar bis Februar
  2. Seite 2 Hardware 2020: März bis September - RTX 3000 ist da
  3. Seite 3 Hardware 2020: Oktober bis Dezember - nun auch AMD
  4. Seite 4 Hardware 2020: Das vierte Quartal zeigt Magelware
    • Kommentare (26)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Spiritogre Mitglied
        Zitat von Batze
        Deshalb sind auch diverse Autobandarbeiter in Deutschland ja auch so arm wie eine Kirchenmaus. Weil sie nichts verdienen und die Firma praktisch Pleite ist. Sorry, aber die Qualität entscheidet immer noch. Und ja, die Abgaben sind sehr Hoch in Deutschland, aber das ist doch meckern auf ganz Hohem Niveau. Deutschland ist immer noch eine Wirtschaftsmacht, und das trotz der Extremen abgaben.
        Schau dir doch Europa an wie der fast ganze Kontinent von Deutschland bezahlt wird. Das ist Jammern von möchtegern Unternehmer die Ihre Mitarbeiter ganz kurz halten weil sie ihre miesen Produkte loswerden wollen (dich im speziellen meine ich da natürlich nicht, weiß ja nicht was du so speziell machst).
        Du als selbstständiger Unternehmer solltest das eigentlich besser wissen als ich. Es entscheidet immer noch die Qualität, wofür man auch bereit ist dann etwas Höhere Preise zu bezahlen und dann ist man auch in der Lage seine Mitarbeiter ordentlich zu bezahlen, auch Brutto.
        Dieses Gejammer alles wäre zu teuer für Unternehmer kann ich nicht mehr hören. Dann sollen sie mal die ein oder andere Wirtschaftsschulung absolvieren, damit sie etwas mehr durchblick bekommen wie der Hase läuft.
        Wir leben immer noch in einem Luxus Staat. Ja, es könnte hier und da wirklich besser sein, aber hey, uns geht es doch noch wirklich sehr gut.
        Nicht jeder arbeitet bei VW, ein Großteil in der Autoindustrie ist bei den Zulieferern beschäftigt, VW setzt den Krempel letztlich nur zusammen. Und diese Zulieferer bluten, da wird teils mit Minus gearbeitet, bloß damit ein Konkurrent das nicht machen kann. Dann stellen Firmen wie VW Verträge mit Bedingungen auf a la wir zahlen nur 1 Millionen wenn ihr Qualitätsstandard 1ATriplePlus erreicht sonst gibt es Abzüge. In genau dem Wissen, dass KEIN Hersteller auf der Welt in der Lage ist 1ATriplePlus überhaupt zu erreichen, auch VW selbst nicht. Die Zulieferer beten und hoffen dann immer aber natürlich kriegen sie am Ende dann doch nur Brotkrumen bezahlt. Genau deswegen können Firmen wie VW eben ihren eigenen Angestellten gute Löhne zahlen während eben der Großteil um seinen Job bangen darf.

        Die Chinesen und Spanier sind da, im Gegensatz zu den Deutschen, die eben Qualität liefern wollen, konsequent. Die packen VW einfach das halbfertige Produkt vor die Tür und sagen: "hier habt ihr", im vollen Wissen, dass sie eben nicht 1ATriplePlus liefern können und verzichten eben auf einen Großteil der Zahlungen aber stecken da entsprechend eben wenig Arbeit rein.
      • Von Spiritogre Mitglied
        Zitat von Batze
        Deshalb sind auch diverse Autobandarbeiter in Deutschland ja auch so arm wie eine Kirchenmaus. Weil sie nichts verdienen und die Firma praktisch Pleite ist. Sorry, aber die Qualität entscheidet immer noch. Und ja, die Abgaben sind sehr Hoch in Deutschland, aber das ist doch meckern auf ganz Hohem Niveau. Deutschland ist immer noch eine Wirtschaftsmacht, und das trotz der Extremen abgaben.
        Schau dir doch Europa an wie der fast ganze Kontinent von Deutschland bezahlt wird. Das ist Jammern von möchtegern Unternehmer die Ihre Mitarbeiter ganz kurz halten weil sie ihre miesen Produkte loswerden wollen (dich im speziellen meine ich da natürlich nicht, weiß ja nicht was du so speziell machst).
        Du als selbstständiger Unternehmer solltest das eigentlich besser wissen als ich. Es entscheidet immer noch die Qualität, wofür man auch bereit ist dann etwas Höhere Preise zu bezahlen und dann ist man auch in der Lage seine Mitarbeiter ordentlich zu bezahlen, auch Brutto.
        Dieses Gejammer alles wäre zu teuer für Unternehmer kann ich nicht mehr hören. Dann sollen sie mal die ein oder andere Wirtschaftsschulung absolvieren, damit sie etwas mehr durchblick bekommen wie der Hase läuft.
        Wir leben immer noch in einem Luxus Staat. Ja, es könnte hier und da wirklich besser sein, aber hey, uns geht es doch noch wirklich sehr gut.
        Nicht jeder arbeitet bei VW, ein Großteil in der Autoindustrie ist bei den Zulieferern beschäftigt, VW setzt den Krempel letztlich nur zusammen. Und diese Zulieferer bluten, da wird teils mit Minus gearbeitet, bloß damit ein Konkurrent das nicht machen kann. Dann stellen Firmen wie VW Verträge mit Bedingungen auf a la wir zahlen nur 1 Millionen wenn ihr Qualitätsstandard 1ATriplePlus erreicht sonst gibt es Abzüge. In genau dem Wissen, dass KEIN Hersteller auf der Welt in der Lage ist 1ATriplePlus überhaupt zu erreichen, auch VW selbst nicht. Die Zulieferer beten und hoffen dann immer aber natürlich kriegen sie am Ende dann doch nur Brotkrumen bezahlt. Genau deswegen können Firmen wie VW eben ihren eigenen Angestellten gute Löhne zahlen während eben der Großteil um seinen Job bangen darf.

        Die Chinesen und Spanier sind da, im Gegensatz zu den Deutschen, die eben Qualität liefern wollen, konsequent. Die packen VW einfach das halbfertige Produkt vor die Tür und sagen: "hier habt ihr", im vollen Wissen, dass sie eben nicht 1ATriplePlus liefern können und verzichten eben auf einen Großteil der Zahlungen aber stecken da entsprechend eben wenig Arbeit rein.
      • Von Batze Mitglied
        Zitat von Spiritogre
        Das Problem in Deutschland ist wie gesagt der Bruttolohn sowie sonstige Nebenkosten, die es einfach unmöglich machen zu konkurrieren.
        Deshalb sind auch diverse Autobandarbeiter in Deutschland ja auch so arm wie eine Kirchenmaus. Weil sie nichts verdienen und die Firma praktisch Pleite ist. Sorry, aber die Qualität entscheidet immer noch. Und ja, die Abgaben sind sehr Hoch in Deutschland, aber das ist doch meckern auf ganz Hohem Niveau. Deutschland ist immer noch eine Wirtschaftsmacht, und das trotz der Extremen abgaben.
        Schau dir doch Europa an wie der fast ganze Kontinent von Deutschland bezahlt wird. Das ist Jammern von möchtegern Unternehmer die Ihre Mitarbeiter ganz kurz halten weil sie ihre miesen Produkte loswerden wollen (dich im speziellen meine ich da natürlich nicht, weiß ja nicht was du so speziell machst).
        Du als selbstständiger Unternehmer solltest das eigentlich besser wissen als ich. Es entscheidet immer noch die Qualität, wofür man auch bereit ist dann etwas Höhere Preise zu bezahlen und dann ist man auch in der Lage seine Mitarbeiter ordentlich zu bezahlen, auch Brutto.
        Dieses Gejammer alles wäre zu teuer für Unternehmer kann ich nicht mehr hören. Dann sollen sie mal die ein oder andere Wirtschaftsschulung absolvieren, damit sie etwas mehr durchblick bekommen wie der Hase läuft.
        Wir leben immer noch in einem Luxus Staat. Ja, es könnte hier und da wirklich besser sein, aber hey, uns geht es doch noch wirklich sehr gut.
      • Von Spiritogre Mitglied
        Zitat von LesterPG
        Das ist in D nichts anderes, Ende der 80er haben bei uns auch noch Ungelernte am Maschinenverbund gearbeitet. Nannte sich dann "Maschinenbediener"(Melker, Bäcker, Kraftfahrer und sonstwas), dazu gab es noch besser bezahlte "Einrichter" die bei Umrüstungen oder Problemen ins Spiel kamen und die "Zwischenkontrolle" für maßliche Dinge.

        Mittlerweile sind es "selbstrüstende Werker" die allesamt "artverwannte Fachberufler" sind, deren Entlohnung liegt natürlich höher, auch wenn sie nicht an ehemalige Einrichter herankommen.
        China macht im Enteffekt die gleiche Entwicklung durch, haben nur später angefangen und im Techbereich im Turbodurchgang. :-D
        Richtig, als ich damals meinen Beruf gelernt habe gab es da noch einen niedrig gestellten Unterberuf, MBA - Metallbearbeiter, das waren Sonderschüler oder schlechte Hauptschüler, die dann Hilfstätigkeiten verrichteten.

        Es wird gerne vergessen, dass es hier auch Hilfstätigkeiten und Bandarbeiter gibt. Nicht mehr so viele, weil die Jobs meistens schlecht sind und noch schlechter bezahlt werden und niemand mehr sowas machen will, aber sie gibt es.
      • Von LesterPG
        Zitat von Spiritogre
        Genau wie in Deutschland haben auch in China "Bandarbeiter" ihren Job gelernt.
        Das ist in D nichts anderes, Ende der 80er haben bei uns auch noch Ungelernte am Maschinenverbund gearbeitet. Nannte sich dann "Maschinenbediener"(Melker, Bäcker, Kraftfahrer und sonstwas), dazu gab es noch besser bezahlte "Einrichter" die bei Umrüstungen oder Problemen ins Spiel kamen und die "Zwischenkontrolle" für maßliche Dinge.

        Mittlerweile sind es "selbstrüstende Werker" die allesamt "artverwannte Fachberufler" sind, deren Entlohnung liegt natürlich höher, auch wenn sie nicht an ehemalige Einrichter herankommen.
        China macht im Enteffekt die gleiche Entwicklung durch, haben nur später angefangen und im Techbereich im Turbodurchgang. :-D
      • Von Spiritogre Mitglied
        Zitat von Batze
        Was redest du da. Vergleichst wirkliche Facharbeiter mit Bandarbeitern und China Sklaven. Schlimmer geht es kaum noch. Schäm dich.

        Genau wie in Deutschland haben auch in China "Bandarbeiter" ihren Job gelernt. Ich habe zufällig ein paar chinesische Bekannte, die zugegeben alle studiert haben, deren Qualifikation ist so schlecht nicht. Die kommen zugegeben alle aus Metropolen und da sind die (Netto-) Gehälter generell auch nicht übel. Das Problem in Deutschland ist wie gesagt der Bruttolohn sowie sonstige Nebenkosten, die es einfach unmöglich machen zu konkurrieren.
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