PC-Boxensysteme: 2.0, 2.1 oder 5.1; digital oder analog
Der Ton macht die Musik: In unserem Special erfahrt ihr, was aktiv, passiv, analog und digital bei Lautsprechern bedeutet und ob Stereo oder Surround die richtige Wahl für euch ist. Dazu nennen wir euch noch einige PC-Boxensyteme als Kauftipps.
2.0, 2.1 oder 5.1 - welches sind die richtigen Boxen für mich?
Bei der Kaufentscheidung für ein aktives PC-Boxenset stehen wiederum drei grundsätzliche Arten von Boxen zur Wahl. Stereo mit (2.1)
Quelle: Logitech
Pro Box nur 10 Euro: Logitech X-530
und ohne Subwoofer (2.0) sowie Surroundsysteme mit 5 Satellitenboxen und einem Subwoofer (5.1). Beginnen wir mir Surroundsystemen: Wer zum Gamen unbedingt genau Gegner orten können möchte oder seinen PC auch für Filme nutzt und dort nicht auf Surround verzichten will, greift zu einem 5.1-Boxenset. Man sollte sich aber im Klaren sein, dass sich der Kaufpreis auf fünf Boxen und den Subwoofer plus Kabel verteilt. Für 100 Euro bekommt man also Boxen, die rechnerisch pro Box keine 20 Euro wert sind.
Nun sollte man sich überlegen: würde ein Stereoboxenset für 40 Euro den eigenen Ansprüchen an den Sound genügen? Im Zweifel sollte man vielleicht doch lieber nur ein Stereoboxenset nehmen und dessen bei gleichem Budget deutlich besseren Sound genießen. Vor allem wer viel Musik hört, wird dies zu schätzen wissen. Und zum Gamen kann man mit einem Stereokopfhörer und entsprechender Soundkarte dank Dolby Headphone oder 3D-CSSM funktionierenden Surroundsound nutzen, siehe dazu auch den entsprechenden Abschnitt in unserem letzten Special.
Bei Stereoboxen hat man nun die Wahl zwischen 2.0 oder 2.1. Hier muss man direkt zu Anfang klarstellen: Aus "Sicht" des PCs sind beide Arten gleich, denn beide werden am gleichen Anschluss der Soundkarte mit nur einem Stecker verbunden. Es kommt also das exakt gleiche Soundsignal zu den Boxen. Bei 2.1 ist es lediglich so, dass im Subwoofer der Bassbereich des ankommenden Soundsignals "abgeschnitten" wird, der Rest geht zu den beiden Satellitenboxen. Bei 2.0 wird der Bass von den Boxen selbst übernommen. Der wichtigste Unterschied: 2.0-Boxen haben bei gleichem Preis in aller Regel einen insgesamt besseren Klang vor allem im wichtigen Mitteltonbereich, da sie größer sind als die Satellitenboxen von 2.1-Systemen. Ab einer gewissen Größe
Quelle: Fostex
Studiomonitor Fostex PM-04 N
haben sie auch mehr als genügend Bass.
Die 2.1-Boxen bieten dafür bei Bedarf mehr Bassdruck vor allem im sehr tiefen Bassbereich. Die Frage am Ende ist also: will man mehr "Bumms" mit 2.1 oder lieber 2.0 und dafür einen insgesamt klareren Klang? Da sich viele Kunden beim Probehören durch den zunächst einmal beeindruckenden Bass zum Kauf von 2.1-Systemen verleiten lassen, findet man bei den bekannten Herstellern kaum mehr größere 2.0-Boxensysteme. Man muss bei 2.0 zu Herstellern greifen, die eher in Shops für Musiker-Bedarf zu finden sind. Wer will, kann selbstverständlich trotzdem 2.1-Boxen kaufen, sollte aber bedenken, dass er für den gleichen Preis vermutlich 2.0-Boxen bekommen wird, die im Klang insgesamt besser wären.
Digital oder analog?
Einige Boxensets bieten auch digitale Eingänge. Was bedeutet dies? Zur Erklärung kurz und vereinfacht die Funktionsweise von Lautsprechern: Überträgt man den Sound klassisch auf dem analogen Wege, also mit einem normalen Audiokabel vom PC zu den Boxen, dann nimmt die Soundkarte des PCs die (digitalen) Sounddaten, die der PC berechnet hat, und wandelt diese mit dem sogenannten
Quelle: Logitech
Digitale Anschlüsse und 5.1-Decoder: Logitech Z906
D/A-Wandler in Stromschwankungen um - Schwankungen sind natürlich analog, da es nicht einfach nur Ein/Aus-Werte sind, sondern etliche unterschiedliche Stromspannungswerte, die über das Audiokabel zum Boxenset fließen. Im Boxenset werden diese Stromschwankungen vom dort integierten Verstärker – wie man sicher leicht vermuten kann – verstärkt, so dass die Membranen der Boxen in Schwingung versetzt werden und Schallwellen erzeugen können. Überträgt man den Sound aber digital vom PC zu den Boxen, dann sind dies keine Stromschwankungen, sondern Daten.
In diesem Falle macht die Soundkarte nichts, außer die berechneten Sounddaten zum Boxenset zu senden. Diese Daten müssen natürlich trotzdem für die Boxen-Membranen erst in Stromschwankungen "übersetzt" werden, und zwar ebenfalls mit einem D/A-Wandler. Dieser sitzt bei aktiven Boxensets mit digitalem Anschluss in den Boxen selbst. Da der D/A-Wandler sehr wichtig für die Soundqualität ist, nutzt eine gute Soundkarte im PC für digitale Übertragung des Sounds nichts, da deren D/A-Wandler ja gar nicht zum Einsatz kommt. Auf der anderen Seite ist aber folglich der D/A-Wandler in einem Boxenset nicht unwichtig für die Soundqualität. Wer also eine passable Soundkarte besitzt, sollte diese lieber auch ausnutzen und den Sound analog übertragen. Zudem sollte man bedenken, dass man bei einem Boxenset, das auch digitale Anschlüsse bietet, natürlich auch ein wenig Aufpreis bezahlt, insbesondere bei Surround-Boxensets, da dort neben dem D/A-Wandler auch noch ein Surrounddecoder integriert sein muss.

Edit: eher rosa. :]