Netzteile für Gaming-PCs: Funktion, Effizienz, Kaufberatung und 10 Modell-Empfehlungen
In unserem Special zu Netzteilen erklären wie deren Funktionsweise und Themen wie Nennleistung und Effizienz. Zudem gibt es 10 konkrete Modellempfehlungen.
Sofern wir einmal von einem Speicherlautwerk (Festplatte oder SSD) absehen, gibt es gibt fünf Hardware-Komponenten, die ein Gaming-PC als Minimum benötigt, um überhaupt für die Windows-Installation bereit zu sein. Die ersten vier Komponenten sind CPU, Grafikkarte, RAM und Mainboard, doch ohne die Nummer Fünf wird der PC erst gar nicht starten. Die Rede ist von einem Netzteil.
Kaufberatung rund um Netzteile
Wir bieten euch daher in unserem heutigen Special eine Kaufberatung zu Netzteilen und haben am Ende des Artikel auch 13 Markenmodelle mit 550 bis 750 Watt und einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis für euch herausgesucht. In aller Regel reicht für Gaming-PCs allerdings auch schon ein Markenmodell aus, das eine Nennleistung von maximal 650 Watt hat - und das, obwohl viele Grafikkartenhersteller für die stärkeren GPUs deutlich mehr Watt vorschlagen. Wir erklären euch daher heute unter anderem, wie dieser scheinbare Widerspruch zustande kommt. Auch Effizienz ist ein Thema, denn mit einem effizienten Netzteil lässt sich bares Geld sparen.
Gewandelte Spannung und Gesamt-Wattleistung
Das Netzteil dient dazu, den PC-Komponenten Strom in den jeweils passenden Spannungswerten zur Verfügung zu stellen. Es wandelt zu diesem Zweck den Strom um, der bei euch mit etwa 230 Volr aus der Steckdose kommt. Vom Netzteil wird er in die Spannungen 3,3 Volt, 5 Volt und 12 Volt gewandelt. Dies sind die drei wichtigen Spannungen, die die PC-Komponenten benötigen. Jede der drei Spannungen hat dabei eine eigene Maximalleistung - es hilft also nichts, wenn der 12 Volt-Bereich überlastet ist und gleichzeitig bei 5 Volt noch potenziell 100 Watt ungenutzt sind. Bei modernen Netzteilen mit den nötigen PCIe-Steckern für Grafikkarten sind die Bereiche aber so ausgestattet, dass ihr keine Probleme haben werdet, außer die Gesamtleistung des Netzteils wäre viel zu gering.
Quelle: Gigabyte
Gigabyte UD750GM mit Tabelle zu den Leistungswerten
Aber die mögliche Gesamtleistung ist natürlich ein wichtiger Anhaltspunkt. Denn je nach dem, wie viel Strom eure Komponenten bei voller Last benötigen, muss das Netzteil nicht nur in der Lage sein, die korrekten Spannungen zu bieten, sondern eben auch insgesamt genügend Strom liefern. Die Gesamtleistung des Netzteils, also die Nennleistung, mit der es vermarketet wird, ist allerdings geringer als die Summe der drei Maximalwerte der drei Spannungsbereiche. Denn die drei Bereiche haben eine so genannte kombinierte Leistung (combined power), die etwas geringer als deren Leistungs-Summe ist. Leistet ein Netzteil für die drei Bereiche beispielsweise 67, 100 und 360 Watt, was zusammen 527 Watt wären, könnte die kombinierte Maxmalleistung bei nur 500 Watt liegen. Hinzu kommt, dass Markenhersteller gerne die empfohlene Dauerlast als Nennleistung angeben. Viele Marken-Netzteile können daher bei Bedarf durchaus ihre Nennleistung für kurze Zeit übersteigen. Wie ihr die richtige Nennleistung für euer neues Netzteil ermittelt, schildern wir später noch.
Nennleistung führt auch in die Irre
Seriöse Markenhersteller geben wie erwähnt oftmals einen Wert an, der deutlich unter der wahren maximalen Leistungsmöglichkeit liegt. Den Nennwert kann man dabei, wie wir schon andeuteten, als eine Art empfohlene Last sehen, mit der das Netzteil auch auf lange Dauer gut zurechtkommt. Ein Markenmodell kann aber oftmals auch, wenn es nötig ist, 10 bis 15 Prozent mehr Watt liefern - bei 500 Watt Nennleistung sind Spitzen von 550 bis 600 Watt oftmals möglich. Es gibt aber leider auf der anderen Seite auch (meist vergleichsweise billige) Netzteile, die ihren Nennwert nur in der Theorie erreichen. Ein solches Modell mit zum Beispiel 600 Watt würde ein seriöser Markenhersteller eher als 450 oder 500 Watt-Modell vermarkten. Dies führt dazu, dass Grafikkartenhersteller hohe Watt-Werte als Netzteil-Empfehlung angeben - auf der nächsten Seite erklären wir dies genauer.
