Fable: The Lost Chapters
Die Interaktion mit anderen Figuren funktioniert nicht über Dialoge, sondern mittels Gestik. Um Dorfbewohnern zu imponieren, können Sie per Tastendruck die Muskeln spielen lassen - man wird Ihnen zujubeln, wenn Sie bereits durch Ihre guten Taten aufgefallen sind. Es gibt noch andere Aktionen, etwa Hohn, Dank oder Flirt. Fürs Letztgenannte sind besonders jene empfänglich, die ein Herz-Icon über dem Kopf tragen. Je größer das Symbol, desto wahrscheinlicher eine gemeinsame Zukunft.
Ist der oder die Angebetete unschlüssig, helfen Rosen, Pralinen oder - in schweren Fällen - teurer Schmuck bei der Entscheidungsfindung. Die Heirat erfolgt nach der Übergabe eines Ringes. Herzlichen Glückwunsch, es winken Hochzeitsgeschenke.
Die Möglichkeiten des Geldverdienens sind vielfältig. Kaufen Sie sich ein Haus im Dorf, um selbiges zu vermieten. Je mehr Gold Sie für die Renovierung ausgeben, desto mehr Miete fällt ab. Sie können auch, die Schaufel im Gepäck, auf Schatzsuche gehen. Oder in der Kneipe das Glücksspiel versuchen. Die Liste ließe sich fortsetzen. Angesichts des ohnehin meist prall gefüllten Geldbeutels fällt es aber schwer, die sich aufdrängende Frage abzuwürgen: Wozu das alles? Der spielerische Wert der optionalen Inhalte ist zweifelhaft.
Zwischen Gut und Böse
Mit Ihrem Vorhaben, eine lebendige Welt zu schaffen, haben es die Entwickler offensichtlich ernst gemeint. Der Tag- und Nachtwechsel vollzieht sich rasch, die wandelnden Lichtverhältnisse sind zum Anbeten schön: Es legt sich das Blau der Abenddämmerung übers Land, wenig später ist es stockdunkel. Die Wachen der Stadt gehen dann durch die Gassen und zünden die Laternen am Wegesrand an.
Später macht sich das kalte Licht des Morgens breit, alles wirkt kühl und frisch, bis allmählich die Sonne durch die Wolken guckt und ihre leuchtenden Farben auf die Landschaft wirft. Die wundervolle Grafik und das Eigenleben der NPCs wecken die Illusion eines atmenden Umfelds: Ist die Nacht vorbei, machen die Händler ihre Geschäfte auf und verkünden, dass der Tag begonnen hat.
Alle Einwohner reagieren auf Ihre Anwesenheit. Von Ihrem Ruf hängt ab, ob man Ihnen Beifall spendet. Im Vorbeigehen schnappen Sie Gesprächsfetzen auf: "Wie der Held in der Arena gekämpft hat, einfach wunderbar!" Sind Sie vor allem durch Ihre Grausamkeit aufgefallen, dann tuscheln die Menschen voller Furcht. Fieslinge erkennt man an ihren rötlichen Augen, Gutmenschen tragen einen Heiligenschein.
In Fable haben Sie die Wahl, als Retter in die Geschichte einzugehen oder als Bösewicht. Im richtigen Leben werden Sie alle Mühe haben, die Fassung zu bewahren, wenn Sie einmal die entsetzliche Inventar-Navigation erleben oder besser: ertragen mussten. Alle Gegenstände sind in einem vielfach verzweigten Textmenü (!) untergebracht, auf dem sich der Mauscursor so träge bewegt, als würde er mit Leim am Bildschirm pappen. Ein komisches Spiel, dieses Fable.

hoffentlich erscheint der 2te teil auch für den pc
Hatte da der Autor wohl einen schlechten Tag? Trotz dieses miesen Tests so eine hohe Wertung? Sehr verwunderlich! Das Spiel ist definitiv besser als hier dargestellt und es lohnen sich eher die Lesertests... die scheinen das Spiel nicht nach 5 minuten bewertet zu haben