Fable: The Lost Chapters
Wenn sich das Wasser kräuselt, dann ist das als Zeichen zu verstehen, dass sich darin etwas Wertvolles aufhält.
Und sollte doch mal die Lebens- oder Zauberenergie knapp sein, wird eben ein Elixier getrunken. Solche Tränke sind bei Händlern in hohen Mengen für lau zu haben: Volle Energiebalken per Knopfdruck, es gibt sicherlich spannendere Dinge. Die Kämpfe gehören nicht zu den Glanzseiten von Fable, was ungünstig ist. Denn die meiste Zeit verbringt man ringend mit Monstern.
Heldenaufbau durch Quests
Von den Erfahrungspunkten - je länger Sie ohne Schramme kämpfen, desto mehr gibt es - kaufen Sie sich größere Muskeln, stärkere Zaubersprüche oder Geschick im Umgang mit Pfeil und Bogen. Die Entwicklung schlägt sich nicht nur in den Charakterwerten nieder, auch das Erscheinungsbild passt sich an: Kämpfer kriegen Schultern mit einem Durchmesser von zwei Metern, dazu Narben, als wäre die Haut ein Acker.
Zauberer bleiben schmal und im Gesicht deutlich zarter. Es ist eine Freude, dieser Entwicklung beizuwohnen.
Der Heldenalltag schaut so aus: Im Gildenhaus den Quest-Tisch anklicken, aus einer Text-Übersicht eine Aufgabe auswählen, selbige lösen. Mit einem Teleporter reisen Sie schnell von Ort zu Ort, längere Laufwege entfallen. Das hat ein bisschen was von einer Wirtschaftssimulation.
Die Lust am Erkunden jedenfalls fehlt. Wenn Sie strikt dem roten Faden folgen, können Sie Fable innerhalb von etwa zehn Stunden durchspielen. Das Lösen sämtlicher Nebenaufgaben würde weitaus länger dauern, aber die meisten Missionsziele sind so langweilig, dass man die Beschreibung kaum ohne Müdigkeitsgefühle zu lesen imstande ist.
Das größte Problem liegt darin: Die optionalen Quests spielen sich auf Gebieten ab, die man in- und auswendig kennt, weil sie so klein, so begrenzt sind. Dafür, dass Fable viele Freiheiten im Verhalten lässt, ist die Spielwelt überraschend eng geschnürt worden: Weite Felder gibt es nirgendwo, immer führen schmale Wege durch die Wildnis. Wenige Schritte reichen, bis man die anschließenden Areale erreicht, voneinander getrennt mit einem Ladebildschirm.
Molyneux'sche Innovation
Das Interessante, das Erfrischende an Fable ist, wie es gängige Rollenspiel-Konventionen ignoriert und stattdessen Elemente aus Die Sims bezieht. Ihre Geschichte beginnt als kleiner Junge, der nach dem Tutorial das Erwachsenenalter erreicht und sich schließlich aufmacht, seine Familie zu retten und zu rächen. Die Story ist bewusst simpel gehalten, sie ist wie die Essenz eines Märchens: Unschuldiger entwickelt sich aus schicksalhaftem Antrieb heraus zum Held.
Ihr Charakter altert zwar sichtbar, doch viele Jahre spult Fable nach Schlüsselsequenzen im Zeitraffer ab. Unscharfe und unspektakuläre Zwischensequenzen informieren dann über den Fortgang der Geschehnisse. Ebenso wenig Beiwerk schmückt den Antagonisten: Jack of Blades, ein maskierter Zauberer mit hauchender Stimme, verblüfft durch seine pure Anwesenheit. Das Spiel macht sich nicht ansatzweise die Mühe, seine Beweggründe auszuleuchten, er ist einfach vorhanden und abgrundtief böse.

hoffentlich erscheint der 2te teil auch für den pc
Hatte da der Autor wohl einen schlechten Tag? Trotz dieses miesen Tests so eine hohe Wertung? Sehr verwunderlich! Das Spiel ist definitiv besser als hier dargestellt und es lohnen sich eher die Lesertests... die scheinen das Spiel nicht nach 5 minuten bewertet zu haben