EVE Vanguard: Alpha-Start, New-Eden-Pläne, alte Fehler & MMOFPS-Ziele

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EVE Vanguard: Alpha-Start, New-Eden-Pläne, alte Fehler & MMOFPS-Ziele
Quelle: Fenris Creations

Mehrere Shooter-Anläufe sind gescheitert, doch EVE Vanguard soll EVE Online nun um genau die Ebene erweitern, die lange fehlte.

Die Idee, einen Shooter im Universum von EVE Online zu entwickeln, ist wahrlich nicht neu. Schaut man auf die Historie von CCP, die mittlerweile Fenris Creations heißen, dann gab es diverse mehr oder weniger erfolgreiche Versuche, von denen am Ende keiner mehr übrig geblieben ist.

Mit EVE Vanguard wurde vor einiger Zeit der nächste Versuch angekündigt, der es nun endlich richten soll. Und die Idee dahinter ist auch prinzipiell nicht schlecht. New Eden ist ein unglaublich großes Universum mit reichlich Hintergrund und einem ganzen Haufen Spielern. Nur waren die bisher lediglich in ihren Raumschiffen unterwegs - dank Vanguard können sie sich nun auch auf den Planeten mit deutlich kleineren Waffen gegenübertreten.

Doch vorher steht mal die Entwicklung eines klassischen Shooters. Wenn die Basis nicht stimmt, dann nutzt alles andere drumherum auch nichts. Und genau hier wiederholte CCP zu Beginn alte Fehler. Man hatte direkt eine große Vision und wollte alles auf einmal umsetzen. Und so kam es, wie es kommen musste - der erste Playtest war eine mittelschwere Katastrophe.

Das war allerdings mehr oder weniger beabsichtigt. Die Devs haben Vanguard so früh zugänglich gemacht, wie es in der Spieleentwicklung normalerweise nie passiert. Und die Reaktion der Spieler war klar: Bitte konzentriert euch auf die Basics.

Gesagt, getan. Man musste zwar zwischendrin mal den Zeitplan anpassen und Tests verschieben, doch der Fokus war klar: Erstmal galt es, das Gunplay zu richten - der Rest folgt dann später. Das haben die Entwickler mittlerweile hervorragend in den Griff bekommen und fühlen sich bereit für eine erste echte "Alpha" - die demnächst startet. Doch das soll noch lange nicht alles sein. Wir haben mit den Entwicklern gesprochen, wie sie sich die Zukunft von EVE Vanguard vorstellen, warum sie diesmal Erfolg haben werden und warum Vanguard aktuell ein Extraction-Shooter ist, aber am Ende keiner mehr sein soll.

EVE Vanguard - die Zukunft des New-Eden-Shooters

Trotz des teils vernichtenden Feedbacks in den ersten Playtests bleibt Entwickler Fenris seinem Weg treu und will Vanguard weiterhin "gemeinsam mit den Spielern entwickeln". Die meisten der Devs schätzen das knallharte Feedback sogar. "Wenn die Spieler dir sagen, wie scheiße etwas ist, dann kann man was dagegen machen [...] das Schlimmste, was passieren kann, ist, dass die Spieler sagen: >meh, ist ganz okay<".

Wir hoffen mal, dass das bei den neuen Features nicht passieren wird. Aber was ist eigentlich geplant? Der große Fokus liegt nun darauf, die Welt von EVE Vanguard mit der von EVE Online (jetzt kaufen 69,95 € ) zu verbinden - und gleichzeitig die Langzeitmotivation zu steigern.

Das soll erreicht werden, indem das System der Military-Kampagnen, die in der kommenden Erweiterung von EVE Online integriert werden, auch in Vanguard eine Rolle spielt. Denn auch die Shooter-Spieler können damit "ihre Fraktion" unterstützen und den Kampf gegen die Feinde vorantreiben. Den Devs ist es extrem wichtig, dass jeder Spieler etwas beitragen kann und dass derjenige es auch direkt im Spiel "fühlt". Man soll jederzeit wissen, warum und wieso man etwas tut und inwieweit es dem "übergeordneten Ziel" nutzt.

Eine weitere direkte Verknüpfung zwischen den beiden Spielen wird das sogenannte Graveyard-Feature. Hier werden die Aktionen der Spieler direkten Einfluss auf das jeweils "andere Spiel" haben. Die Vanguard-Spieler arbeiten den Online-Spielern zu und umgekehrt. Werden beispielsweise in einem bestimmten Gebiet extrem viele Schiffe in EVE Online vernichtet (wie es bei großen Schlachten oftmals vorkommt), dann findet sich in diesen Gebieten in EVE Vanguard vermehrt eine besondere Ressource - quasi aus den Wrack-Teilen der Schiffe.

Bildergalerie

Vanguard-Spieler können diese extrahieren und dann über spezielle Händler an Spieler in EVE-Online weitergeben - im Austausch für eine andere Ressource, die es nur in EVE Online gibt. Profitieren sollen dann beide Seiten. Vanguard-Spieler rüsten mit der neuen Ressource ihre Waffen auf, Online-Spieler verbessern ihre Schiffe.

Langfristig soll es dann auch möglich sein, auf diese Art und Weise spezielle Fraktionen zu unterstützen, indem man beispielsweise nur mit ihnen tauscht, während deren Feinde auf dem Trockenen sitzen. Bei Fenris Creations hofft man hier möglicherweise sogar darauf, dass die großen Allianzen aus EVE Online auch in Vanguard ihre Ableger gründen und aktiv werden. Kein besonders abwegiger Gedanke.

Eines ist den Entwicklern besonders wichtig: EVE Vanguard soll nicht einfach nur ein cooler Shooter mit EVE-Lizenz werden. Er soll das Universum von New Eden erweitern und eine neue Facette reinbringen. Die Facette eines Extraction-Shooters. Wobei....

... man sich vor einem Jahr noch geweigert hat, diesen Begriff in den Mund zu nehmen. Mittlerweile haben die Devs es aber akzeptiert - denn zum aktuellen Stand ist Vanguard schlicht ein Extraction-Shooter. Doch langfristig soll es weiterhin ein MMOFPS werden. Dafür arbeiten die Entwickler an einem ganzen Haufen neuer Features, die das "MM" weiter herausstellen sollen. Von Clan-Funktionen über gemeinsame Basen (die man auch raiden können soll) und Allianzen. Auch an Erfolgssystemen und weiterer langfristiger Progression wird gewerkelt. Bis wir das aber in halbwegs fertiger Form im Spiel sehen, bleiben auch wir bei der Aussage: EVE Vanguard ist ein Extraction-Shooter.

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Warum klappt es diesmal?

Überraschung - nach mehreren gescheiterten Shooter-Versuchen fragen sich viele Spieler: Warum sollen wir euch denn glauben, dass es diesmal klappt und Vanguard ein taugliches Spiel wird? Die Antwort entbehrt nicht einer gewissen Ironie. Denn mittlerweile hat man im Hause Fenris (vorher CCP) nach eigener Aussage quasi jeden Fehler gemacht, den man in der Shooter-Entwicklung machen kann. Eigentlich muss man jetzt nur noch Ruhe bewahren und nichts von dem wiederholen, was man zuvor getan hat.

Klar ist in jedem Fall, dass man bei Fenris den unbändigen und nicht zu brechenden Willen hat, unbedingt einen fähigen Shooter zu etablieren. Und man weiß auch, wo man steht. Fenris versucht gar nicht erst, gegen andere Entwickler anzustinken, denen unfassbar viel mehr Geld und Ressourcen zur Verfügung stehen. Man setzt auf solide Technik, gute Langzeitmotivation und die Strahlkraft des New Eden Universums. Ob das reicht, wird sich zeigen.

Bei Fenris ist man jedenfalls sehr optimistisch - und das gleich in doppelter Hinsicht. Denn man verspricht sich von einem erfolgreichen EVE Vanguard auch mehr Spieler für EVE Online. Das klingt vielleicht erstmal seltsam, dass Spieler einen Shooter ausprobieren und dann plötzlich EVE Online spielen wollen. Doch die Zahlen untermauern das. Laut Entwickler hat der Vorgänger von Vanguard (Dust 514) damals für einen massiven Anstieg der Spielerzahlen in EVE gesorgt. Und genau das braucht EVE Online. New Eden hat ein Nachwuchsproblem. Nicht umsonst steht auch dieses Jahr wieder die "Erfahrung für neue Spieler" im Mittelpunkt der neuen Erweiterung. Es wird doch nicht am Ende ein Shooter sein, der EVE Online wieder neu belebt und New Eden rettet?

Ausprobieren können wir es schon bald alle selbst. Die offizielle Alpha startet am 7. Juli mit einem begrenzten Playtest auf Steam. Im November 2026 soll dann die durchgehende Alpha starten. Bis zum Release wird aber wohl noch einiges an Zeit ins Land gehen. Aber lieber so, als wenn wir den nächsten gescheiterten Shooter aus Island bekommen würden.

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