Ikonen der Spieleindustrie: Hidetaka Miyazaki - Seite 6

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Ikonen der Spieleindustrie: Hidetaka Miyazaki - Seite 6
Quelle: Bandai Namco/Bildmontage: PC Games

Wir skizzieren in unserem Report den Weg von Hidetaka Miyazaki, der mit Elden Ring den heißesten Anwärter auf das Spiel des Jahres 2022 abgeliefert hat.

Doch als das Spiel, mit dessen Entwicklung Miyazaki und sein Team nach dem Dark-Souls-3 DLC The Ringed City und parallel zu Sekiro begonnen haben, am 25. Februar 2022 erscheint, ist klar: Der Japaner hat sein nächstes Meisterwerk, sein größtes und - daran zweifeln die wenigsten - sein bislang bestes Spiel abgeliefert!

An dieser Stelle noch allzu viel über Elden Ring zu schreiben, das auf Metacritic.com bei fantastischen 9.6 Punkten (Konsolenversionen) steht und sich allein bis zum 31. März 2022 weltweit 13,4 Millionen Mal verkauft hat, ist wohl kaum notwendig. Doch so viel muss sein: Erneut gelingt es dem Spieldesigner, etwas völlig Neues zu kreieren, das sich trotzdem durch und durch nach Miyazaki anfühlt. Wo die Souls-DNA bezüglich des Schwierigkeitsgrads, des Sammelns von Seelen (hier Runen genannt), der Rücksetzpunkte (hier Gnadenpunkte, die auch zum Reisen von A nach B dienen), knallharter Bossgegner, der freien Charakterentwicklung, des grandiosen Leveldesigns, der bisweilen kryptischen Erzählweise und vielen weiteren Feinheiten an jeder Ecke durchblitzt, gibt es dennoch viele Neuerungen.

Elden Ring Charakter schaut in die Ferne Quelle: Bandai Namco/Medienagentur plassma Elden Ring ist ein epochales Fantasy-Epos, in dem Miyazaki die Souls-DNA mit einer intensiven Open-World-Erfahrung mischt. Elden Ring kreuzt Dark Souls mit einer offenen Welt, die Kenner nicht selten an The Elder Scrolls 5: Skyrim (2011) oder The Legend of Zelda: Breath of the Wild (2017) erinnert. Doch Miyazaki gibt dem Spieler keinerlei Vorgaben, wie er das riesige Zwischenland erkunden soll, lässt ihn das Abenteuer völlig nach eigenem Tempo und individuellen Vorlieben genießen.

Ob man nun strikt der Story folgt und nur die Hauptbosse legt, sich lustvoll in den unzähligen Nebenquests und bei zahlreichen Zusatzbossen austobt, stundenlang mit dem treuen Pferd Sturmwind durch die Gegend reitet oder die gigantische Welt auf eigene Faust erkundet - hier kann jeder genau das machen, was er möchte.
Elden Ring übernimmt die Quintessenz der Souls-Spiele, diese unglaublich befriedigende Erfahrung, anfangs unüberwindbar erscheinende Stellen zu meistern - aber eben dann, wenn man selbst bereit dafür ist. Oder, um Miyazaki aus einem Beitrag in der ARD-Sendung Titel, Thesen, Temperamente zu zitieren:

Zwar gibt es in Elden Ring einige Bossgegner, die sich im Spielverlauf wiederholen. Dennoch bekämpft ihr hier eine Vielzahl an fantasievollen und obendrein enorm herausfordernden Feinden. Quelle: Bandai Namco/Medienagentur plassma Zwar gibt es in Elden Ring einige Bossgegner, die sich im Spielverlauf wiederholen. Dennoch bekämpft ihr hier eine Vielzahl an fantasievollen und obendrein enorm herausfordernden Feinden. "In Elden Ring geht es darum, großen Herausforderungen ausgesetzt zu sein und um die Freude, sie schließlich zu überwinden - durch Geduld und Analyse. Wenn die Spieler auf diesem Weg lernen, sogar ihre Niederlagen zu genießen, dann ist das doch wirklich etwas Großartiges.

Ich habe eine Schwäche für das Melancholische und Düstere. Denn gerade in diesen Welten voller Trostlosigkeit und Einsamkeit, ist es doch besonders wertvoll, auch nur einen kleinen Hauch von Schönheit zu finden. Es ist wie das Säen von Saat in einer kargen Einöde."

Klingt philosophisch? In der Tat - und das ist es auch. Denn Hidetaka Miyazaki ist der Denker unter den Spieldesignern; ein Mann, der in seinen Werken auch immer wieder die Zwischentöne zeigt und den Spielern viel Raum lässt, ihre eigene Fantasie zu entfalten. So wie er es als Kind in seinen geliehenen Büchern selbst gerne getan hat.

Bleibt nur zu hoffen, dass uns Hidetaka Miyazaki künftig noch viele weitere großartige Spiele beschert. Wie es nach Elden Ring konkret weitergeht, ist aktuell noch ungewiss. In einem Interview mit der japanischen Gaming-Webseite 4gamer hat er allerdings durchblicken lassen, dass er schon seit Längerem als Director an einem neuen From-Software-Spiel arbeitet, das sich bereits in den letzten Zügen befinden soll.

Worum es bei diesem Titel geht, wollte Miyazaki jedoch nicht verraten. Ein Leak aus dem Januar 2022 legt nahe, dass es sich um ein neues Spiel aus der Armored-Core-Reihe handeln könnte. Auf jeden Fall sind wir sehr gespannt, womit uns Miyazaki als Nächstes beglückt. Sein bisheriges Schaffen ist so dermaßen beeindruckend, dass der nächste Hit eigentlich vorprogrammiert ist.

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    • Kommentare (27)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von HanFred Spiele-Guru
        Zitat von Hot_Grzb
        Mag sein, dass das mehr ist, als in anderen FROM-Spielen, ich finde es trotzdem rudimentär. Hast Du das Spiel ohne Hilfeseiten gespielt und alles selbst herausgefunden oder bist Du ab einem gewissen Punkt doch auf die Hilfe der Community zurückgekommen? Ich sage ja nicht, dass das Spiel mir alles auf dem Silbertablett servieren muss, aber ich habe mich an vielen Stellen verloren gefühlt.
        Spielmechanisch sind Soulsborne-Spiele in der Tat in vielen belangen rudimentär, da stimme ich zu. Verloren soll man sich fühlen, das ist die Grundstimmung der Spiele, es sind tote Welten. Jedenfalls habe ich sie immer so empfunden, wobei wir damit vielleicht nicht dasselbe meinen.
        Mit Demon's Souls war ich anno dazumal überfordert, aber doch ungemein interessiert. Dark Souls war etwas besser, aber immer noch nicht sehr zugänglich. Das hat sich für mich ab Dark Souls 2 geändert, danach habe ich auch die Vorgänger endlich durchgezockt - und ich hab sie gefressen!
      • Von HanFred Spiele-Guru
        Zitat von Hot_Grzb
        Mag sein, dass das mehr ist, als in anderen FROM-Spielen, ich finde es trotzdem rudimentär. Hast Du das Spiel ohne Hilfeseiten gespielt und alles selbst herausgefunden oder bist Du ab einem gewissen Punkt doch auf die Hilfe der Community zurückgekommen? Ich sage ja nicht, dass das Spiel mir alles auf dem Silbertablett servieren muss, aber ich habe mich an vielen Stellen verloren gefühlt.
        Spielmechanisch sind Soulsborne-Spiele in der Tat in vielen belangen rudimentär, da stimme ich zu. Verloren soll man sich fühlen, das ist die Grundstimmung der Spiele, es sind tote Welten. Jedenfalls habe ich sie immer so empfunden, wobei wir damit vielleicht nicht dasselbe meinen.
        Mit Demon's Souls war ich anno dazumal überfordert, aber doch ungemein interessiert. Dark Souls war etwas besser, aber immer noch nicht sehr zugänglich. Das hat sich für mich ab Dark Souls 2 geändert, danach habe ich auch die Vorgänger endlich durchgezockt - und ich hab sie gefressen!
      • Von AzRa-eL Hobby-Spieler/in
        Die Möglichkeit Runen zu farmen und Geisteraschen zu beschwören machen das Spiel auch viel mehr casual, als alle Soulsbornes bevor.
      • Von Gast1730761802 Mitglied
        Zitat von Hot_Grzb
        Mag sein, dass das mehr ist, als in anderen FROM-Spielen, ich finde es trotzdem rudimentär. Hast Du das Spiel ohne Hilfeseiten gespielt und alles selbst herausgefunden oder bist Du ab einem gewissen Punkt doch auf die Hilfe der Community zurückgekommen? Ich sage ja nicht, dass das Spiel mir alles auf dem Silbertablett servieren muss, aber ich habe mich an vielen Stellen verloren gefühlt.
        Bei Elden Ring hatte ich eigentlich nie das Gefühl, irgendwo verloren zu sein. Zu den wichtigsten Orten führt die sogenannte "Führende Hand der Gnade". Und das World Design ist so gestaltet, dass man sich eigentlich beinahe mühelos orientieren kann.

        Es gibt Itembeschreibungen, die einem Hinweise geben. NPCs geben Hinweise. Es gibt eine Hilfefunktion (um z.B. zu gucken, was die Stats so bringen) und jede Menge Möglichkeiten, einen Kampf zu bestreiten usw. Im Endeffekt gibt es "nur" keine Questmarker oder einen Questog.

        Elden Ring ist wohl mit Abstand das zugänglichste Spiel von From Software. In anderen Games kriegt man zu Beginn auch kaum mehr als rudimentäre Hinweise zur Steuerung etc. vermittelt, damit man die Grundlagen kennenlernt. Den Rest lernt man mit der Zeit.

        Aus meiner Sicht wird einem in Elden Ring genug vermittelt, um sich orientieren und spielen zu können.
      • Von Gast1705533002 Mitglied
        An der Stelle möcht ich ein dickes Lob für eure Artikelreihe "Ikonen der Spieleindustrie" da lassen. Immer eine Freude zu lesen, weil diese sehr gut recherchiert und geschrieben sind. Weiter so :-)
      • Von Hot_Grzb Spiele-Novize/Novizin
        Zitat von TobiasHartlehnert
        Dass zu wenig erklärt wird, kann man aber gerade Elden Ring nicht vorwerfen. Es fängt an mit einer Tutorial-Höhle, dann gibts zu jedem keinen Fitzelchen ein Erklärungstext der aufploppt. Und all diese Texte kann man sogar in einem Glossar nachlesen. So viel Erklärungen gabs in keinem Soulsborne-Spiel.
        Mag sein, dass das mehr ist, als in anderen FROM-Spielen, ich finde es trotzdem rudimentär. Hast Du das Spiel ohne Hilfeseiten gespielt und alles selbst herausgefunden oder bist Du ab einem gewissen Punkt doch auf die Hilfe der Community zurückgekommen? Ich sage ja nicht, dass das Spiel mir alles auf dem Silbertablett servieren muss, aber ich habe mich an vielen Stellen verloren gefühlt.
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