Dragon Age: The Veilguard ist mein persönliches Spiel des Jahres - Test eines Dragon-Age-Fans
PC-Games-Redakteur Matthias Dammes hat Dragon Age: The Veilguard ausführlich durchgespielt und zeigt sich im Test begeistert vom Rollenspiel.
Zwischenzeitlich hatte ich in den vergangenen zehn Jahren schon nicht mehr daran geglaubt, dass ich irgendwann mal wieder in ein neues Dragon-Age-Abenteuer starten kann. Obwohl das Ende von Inquisition mit seinem Trespasser-DLC so deutlich auf eine Fortsetzung hindeutete wie kein der Teil der Reihe zuvor, standen die Zeichen lange Zeit nicht gut. Bioware verzettelte sich mit dem mittelmäßigen Mass Effect: Andromeda und fiel mit Anthem gehörig auf die Nase.
Nach der Ankündigung eines neuen Dragon Age während der Game Awards 2018 keimte für einige Zeit Hoffnung auf, aber dann war wieder jahrelang nichts von dem Projekt zu hören. Abgesehen von diversen Gerüchten und Spekulationen, die nicht immer ein Bild des Spiels zeichneten, das mir gefiel. Das lange Warten hat jetzt jedoch endlich ein Ende. Ich habe die vergangenen Tage damit verbracht, Dragon Age: The Veilguard (jetzt kaufen 20,99 € ) ausgiebig zu spielen und alles, was diese tolle Fantasywelt mir in diesem Spiel zu bieten hat, in mich aufzusaugen. Es war das epische, lore-gefüllte und fantastische Erlebnis, das ich mir erhofft habe.
Die Götter sind los
Während des Anspielevents Anfang September habe ich bereits einen recht guten Einblick in das Spiel, seine Systeme und das Gameplay erhalten. Daher war mir im Test vor allem wichtig zu erfahren, ob die Story überzeugen kann und ob mich das Spiel als Fan der Dragon-Age-Lore begeistert und abholt.
Schon die Ausgangslage der Handlung verspricht große, weltumstürzende Ereignisse. Rund zehn Jahre nach dem Vorgänger machen Varric und ein paar Unterstützer im Auftrag der Inquisition noch immer Jagd auf Solas. Der alte Elfengott versucht noch immer, den Schleier zum Nichts zu zerstören, um die alte Welt der Elfen wiederherzstellen - ungeachtet der desaströsen Konsequenzen die das für das heutige Thedas haben würde.
Als Varric und Veilguard-Held Rook schließlich zu Solas aufschließen, stören sie sein Ritual, lösen damit jedoch unwillentlich noch größeres Unheil für Thedas aus. Die beiden Elfengötter Elgar'nan und Ghilan'nain können aus ihrem Gefängnis im Nichts fliehen und drohen nun, die Welt erneut zu unterjochen. Daraus entspinnt sich eine Story, die mich von Anfang bis Ende gefesselt hat. Vor allem, weil die Entwickler von Bioware es geschafft haben, ein Weltuntergangsszenario zu erschaffen, das sich auch wirklich wie eines anfühlt.
Die beiden Antagonisten und ihre Machenschaften sind permanent präsente Bedrohungen, deren Wirken sich nicht nur auf meine direkte Umgebung auswirkt, sondern auf ganz Thedas. Es wird das Bild eines globalen Überlebenskampfes gezeichnet, wie ich es bisher nur aus den Erzählungen von den alten Verderbnissen kenne, die bereits hunderte Jahre zurückliegen. Dagegen war die Verderbnis in Ferelden während Dragon Age: Origins ein kleines lokales Problemchen.
Bildergalerie
Auch nutzen die Macher es wunderbar aus, dass wir mit dem Norden von Thedas in Regionen unterwegs sind, von denen in Dragon Age bisher nur zu hören war. Das schafft sehr viel Raum, um einen anderen Blickwinkel auf Lebensweisen, Völker und Kulturen zu gewähren, was mich sehr fasziniert hat. Seien es die Elfen, die als Schleierspringer im Wald von Arlathan leben, oder der Einblick in den morbiden Totenkult von Nevarra: The Veilguard begeisterte mich mit seinen vielen spannenden Ergänzungen oder gar Umwälzungen in der Lore von Dragon Age.
Im Laufe der Handlung treten zahlreiche neue Erkenntnisse zu Tage, die das Wissen über die Geschichte von Thedas und seine Völker für immer verändern. Ich würde hier am liebsten viel mehr über all die aufregenden Entdeckungen schreiben, deren Wirkung auf mich man neudeutsch wohl als mindblowing bezeichnen würde, aber ich will natürlich nach Möglichkeit nichts spoilern.
Insider-Verbindungen
Sehr viel Freude hatte ich auch mit den zahlreichen Verbindungen zu vergangenen Abenteuern. Dabei mein ich nicht nur die vorherigen Spiele, deren Cameo-Auftritte halten sich dann eher in Grenzen, sind aber jederzeit dem Szenario entsprechend sehr passend.
Viel mehr gefreut hat mich, dass auch eine Vielzahl an Figuren zu treffen ist, die bisher nur in Büchern und Comics eine Rolle spielten. Das belohnt mich als Leser dieser Medien und schweißt das Universum für mich noch weiter zusammen. Es ist diese Liebe zum Detail für jedes noch so kleine Lore-Schnipsel, die für mich auch schon bei Inquisition den Unterschied gemacht hat.
Nun gab es im Vorfeld des Releases einige Zweifel, ob es diese vielfältigen Verbindungen zur Lore noch geben kann, wenn es keinen Import des eigenen Weltzustands mehr gibt, bei dem jedes kleine Detail aus den Vorgängern übernommen wird. Auch ich war etwas skeptisch, ob die drei Entscheidungen, die während der Charaktererstellung abgefragt werden, ausreichen.
Allerdings ist die Handlung von Veilguard so weit entrückt von den Ereignissen der Vorgänger, sowohl zeitlich als auch örtlich, dass die Entwickler es tatsächlich geschafften haben, dass die Erzählung auch ohne diese Anknüpfungspunkte funktioniert. Die Begegnungen mit alten Bekannten wie Morrigan oder dem Inquisitor sind auf eine Art und Weise geschrieben und gestaltet, dass ich nie das Gefühl hatte, "dass jetzt hier ja wohl noch Ereignis X oder Y aus dem Vorgänger erwähnt werden müsste". Es war meist für die Interaktion einfach nicht relevant und ließ mich nicht hinterfragen, warum dieses oder jenes Thema jetzt nicht aufgegriffen wurde.

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KCD1 ist nicht ganz so rund wie Teil 2 jetzt, nicht nur technisch. Trotzdem ein extrem bemerkenswertes Spiel. KCD2 ist für mich, Stand nach ~15 Stunden, auf dem Weg es in die minimum Top3 meiner liebsten RPGs ever zu schaffen (erstes war Legend Of Faerghail von 1990 aufm Amiga). Zu Bethesda ist das ein Klassenunterschied mittlerweile. Einfach nur krass, was die hier abziehen. Nicht nur technisch.
Zum Thema sagte Vavra letztens, danke Google Translator (offensichtlich) :-D:
Saudi-Arabien hat in seinem Land ein mittelalterliches Rollenspiel verboten, weil es LGBT-Sexszenen enthält. In den sozialen Medien gab es Vorwürfe, dass Vávra „dem aufgeweckten Druck nachgegeben“ habe, da der Spieler mit seinem Charakter eine Reihe von Entscheidungen treffen könne, die in einer Beziehung mit einem anderen Mann enden. Vávra lehnt dies ab.
„Während die progressive Linke uns früher vorwarf, ultrarecht zu sein, bezichtigt uns heute die ultrarechte Linke. Nach diesen Meinungen hätte mich BlackRock (eine amerikanische Investmentgesellschaft, Anm. d. Red.) angeblich dafür bezahlen sollen, Homosexuelle ins Spiel zu bringen. Diese Leute sind absolut verrückt, und selbst wenn ich jetzt in einer Nazi-Uniform herumlaufen würde, würden sie denken, ich sei ein progressiver Linker. „Die Wahrheit ist, dass ich in meiner Arbeit absolute Freiheit hatte“, widerlegt er die Spekulation.
Aber wie gesagt, da gehts halt einfach nur um Klicks, Klicks, Klicks, genau wie bei PC Games.
Ist auf jeden Fall eine Reihe, die die Spreu vom Weizen trennt. Schon mit dem ersten Teil.
KCD2 lohnt sich übrigens tatsächlich, zu kaufen. Hätte insbesondere technisch nicht gedacht, dass es so rund läuft... (Was einen vom Spiel in etwa erwartet, war ja schon mit Teil 1 klar -- heißt, ein RPG, das sich auch so nennen darf).
Die Leute sind entspannt, sie geben halt kein Geld aus und investieren es lieber in ein Kingdom Come Deliverance 2.