Dragon Age: The Veilguard erstmals gespielt - Das lange Warten hat sich gelohnt
Mehr als sieben Stunden haben wir Dragon Age: The Veilguard angespielt und dabei ein Rollenspiel erlebt, das das Zeug zu einem echten Hit hat.
Nach zehn Jahren der langen Entwicklung wurde es in diesem Jahr endlich ernst mit dem nächsten Teil der Dragon-Age-Reihe. Der Auftakt zur Informationsoffensive von Bioware im Sommer dieses Jahres verlief etwas holprig. Mit dem unerwarteten Namenswechsel vom ehemaligen Dragon Age: Dreadwolf hin zu Dragon Age: The Veilguard sowie dem unglücklich gewählten Reveal-Trailer während des Summer Game Fest fielen die ersten Reaktionen auf das Spiel eher gemischt aus. Seitdem haben die Entwickler aber zahlreiche weitere Einblicke in das Spiel gewährt.
Mit Blogposts über verschiedene Features, Q&A-Sessions auf Discord, Gameplay-Videos und dem deutlich besser aufgenommenen Releasedate-Trailer versuchte das Team in den vergangenen Wochen und Monaten, die Fans vom Spiel zu überzeugen. Wir hatten nun endlich die Gelegenheit, das Rollenspiel selbst anzuspielen. Dazu lud uns Publisher Electronic Arts in sein Hauptquartier in Redwood Shores ein, wo wir einen ganzen Tag lang über sieben Spielstunden in verschiedenen Abschnitten von Veilguard verbringen konnten. Dabei wurde für uns klar: Dragon Age: The Veilguard (jetzt kaufen 59,99 € ) hat das Zeug, ein großartiges Rollenspiel zu werden.
Ein neuer Held
Im Verlauf unseres Anspieltages haben uns die Entwickler immer wieder in verschiedene Abschnitte des Spiels geladen. Beginnen durften wir jedoch direkt mit dem Anfang des Spiels und dort steht wie gewohnt erst einmal die Charaktererstellung an. Wir schlüpfen in Veilguard in die Rolle von Rook, ein Spitzname, der synonym für den eigentlichen Namen des Helden verwendet wird, ähnlich, wie es beim Inquisitor war. Wie unser Rook aussieht, liegt jedoch ganz in unserer Hand.
Der Charaktereditor ist deutlich umfangreicher und bietet mehr Optionen als in allen Teilen der Reihe zuvor. Zunächst wählen wir aus den bekannten spielbaren Rassen Mensch, Elf, Zwerg und Qunari. Deren Aussehen passen wir in zahlreichen Schritten an. Als Beispiel für den Umfang der Optionen haben wir uns die Zahl der Frisuren gemerkt, bei denen uns das Spiel ganze 88 verschiedene Haarschnitte zur Auswahl stellt. Darunter auch endlich Frisuren mit sehr langen Haaren, was sich Fans schon immer gewünscht hatten. Schon hier fallen uns die gelungenen Animationen der Haare auf, die sich toll bewegen und nur selten die typischen Clipping-Probleme aufweisen.
Quelle: PC Games
Neben dem Aussehen legen wir auch wieder fest, wie unser Held klingen soll. Wie schon in Inquisition stehen uns dafür zwei männliche und zwei weibliche Stimmen zur Auswahl. Diese können wir zusätzlich noch in jeweils zwei verschiedenen Pitch-Varianten einstellen. Bei den Klassen wählen wir zunächst die typische Fantasy-Dreifaltigkeit aus Krieger, Schurke und Magier, die sich später im Spiel noch in jeweils drei unterschiedliche Spezialisierungen entwickeln können. Schließlich legen wir dann noch aus sechs verschiedenen Optionen die Hintergrundgeschichte unseres Charakters fest. Damit bestimmen wir auch, welcher der sechs großen Fraktionen des Spiels unser Held angehört. Das hat deutliche Auswirkungen auf die Erzählung, doch dazu später mehr.
Wir bestimmen bei der Charaktererstellung schließlich auch noch einige Details bezüglich unseres Inquisitors aus dem Vorgänger und dessen Abenteuer, aber das dürfen wir euch bisher nicht zeigen und keine weiteren Details dazu nennen.
Das sieht gut aus
Quelle: Electronic Arts
Nachdem wir unseren Helden erstellt haben, erleben wir den Prolog des Spiels in Minrathous, der Hauptstadt von Tevinter. Dieser Abschnitt wurde auch schon während der ersten Gameplay-Präsentation kurz nach dem Summer Game Fest gezeigt. Es war aber schön, diesen Teil nun auch selbst zu spielen und das direkte Erlebnis ist noch einmal ein anderes, als es nur in Videos zu sehen. Vor allem begeistert uns während der ersten Spielstunde immer wieder die großartige Grafik des Spiels. Dragon Age: The Veilguard ist ein unglaublich hübsches Spiel und wir saßen am Anfang immer wieder mit dem Gedanken "Verdammt sieht das gut aus" vor dem Bildschirm.
In den klasse inszenierten Zwischensequenzen stechen dabei insbesondere die hervorragenden Charaktermodelle hervor. Die schicken Haare haben wir bereits angesprochen, aber auch der Rest kann überzeugen. Die detailreichen Gesichter und gut gemachten Animationen tragen zur Erschaffung lebendiger Charaktere bei. Aber auch die Landschaften und Umgebungen können sich sehen lassen. Vor allem bietet das Spiel in dieser Hinsicht sehr viel Abwechslung. Von den nächtlichen, verregneten Straßen von Minrathous über die üppigen Wälder von Arlathan bis zu einem spektakulären Level unter Wasser: Alle Gebiete haben ihren eigenen Charme und sind mit viel Liebe zum Detail gestaltet.

Hier der beweis, dass sie nicht überdimensioniert sind.
Ein Bild herausfischen und als Beweis hochstilisieren ist keine wissenschaftlich fundierte Methode. Abgesehen davon: wenn man von der voluminösen Kleidung abstrahiert, wie breit sind eigentlich noch die Schultern der Figur?
Fakt ist, es gibt viele Menschen, denen die Kopfgröße negativ aufgefallen ist.
Es könnte aber auch sein, dass gerade in gerenderten Sequenzen die Köpfe etwas größer wirken.
Letztlich sind die großen Köpfe aber in allen Preview Videos erkennbar, vorrangig auch bei Elfen, die scheinbar eine menschliche Kopfgröße auf schmächtigerem Körper haben.
Hier der beweis, dass sie nicht überdimensioniert sind.
Ich lese hier mit, bin aber nur an Spieleinhalten und nicht den RL- Befindlichkeiten interessiert...
Hier der beweis, dass sie nicht überdimensioniert sind.
Wenn dem ganzen Rest des Spieles nur halb so viel “Hingabe“ gewidmet wurde wie dem Charakter-Editor, dann müßte es ja der Überkracher werden. ;)
als ehemaliger BioWare Fan, der nach BGII sehnlichst auf Dragon Age Origins gewartet hat und dann auf weitere Entwicklungen bin ich natürlich enttäuscht. Das Thema ist natürlich eh durch, Entwickler weg, etc.
Es ist aber etwas anderes, nicht mehr auf die alten Stärken zu setzen und sich auf andere Bereiche zu fokussieren, z.B. actionlastiger zu werden oder Spiele wie Andromeda und Anthem abzuliefern. Die Hoffnung, dass BioWare diesmal liefert, hätte ich mir vermutlich von Anfang an sparen können. Was ich bislang vom Spiel sehe, sieht generisch, uncharismatisch und albern aus. Nachdem BioWare so viele Flops entwickelt hat, dachte ich ja, sie wollen vielleicht einen Turnaround. Man muss aber leider konstatieren, dass die Idee vom Lerneffekt in der US-Medienbrange wohl eher ein Wunschgedanke bleibt. Da kann Disney noch so viele Flops landen, sie setzen dennoch eine Regisseurin auf Star Wars 10 an, die mit Blick auf ihre bisherigen Filme in keiner Weise dafür qualifiziert scheint.
Das sich die Debatte nicht nur hier stark auf Agendasetting fokussiert, war letztlich erwartbar, weil BioWare diesbezüglich ja eine Geschichte hat. Auch BG3 hat inklusive Features, da gabs meines Erachtens nicht so eine Welle drum, weil attraktive weibliche Charaktere weiterhin eine Option waren. Nicht, dass dies in Veilguard im weitesten Sinne unmöglich erscheint, bekomme ich doch den Eindruck, dass hier ordentlich mit dem Zensurstift auf alles, was als "Sexismus" ausgelegt werden könnte, vorgegangen wurde.
Ich fände es ja schön, wenn die Entwickler einfach mal versuchen, wieder gute Spiele zu machen, anstatt Teile der männlichen Spielerschaft erziehen zu wollen. Ich bin leider ein Kind der 90er und ich mag auch weiterhin schöne Frauen.