Dragon Age: The Veilguard ist mein persönliches Spiel des Jahres - Test eines Dragon-Age-Fans
PC-Games-Redakteur Matthias Dammes hat Dragon Age: The Veilguard ausführlich durchgespielt und zeigt sich im Test begeistert vom Rollenspiel.
Wer den Weg findet, wird belohnt
Auf dem Weg dahin liegen viele Stunden spannendes Abenteuer. Neben den zahlreichen Quests habe ich auch viel Zeit mit dem Erkunden der Spielwelt verbracht. Ich war ziemlich überrascht, wie viel es doch noch zu entdecken gibt, obwohl man sich vom eher offenen Ansatz von Inquisition entfernt hat. Am Ende waren die Erkundungsgebiete dann doch meist viel größer, als ich es erwartet hatte. Seien es die Straßen von Minrathous und Treviso, der mystische Wald von Arlathan oder die malerische Küste von Rivain, überall ist ausgiebig Raum, um sich für Stunden zu verlieren.
Die Gebiete haben allesamt ein spannendes Leveldesign, bei dem häufig auch eine gewisse Vertikalität zum Einsatz kommt. Gerade in den Städten kann es schon mal auf drei oder vier Ebenen zur Sache gehen, was schnell zu sehr verschachtelten Wegen führt. Da das Spiel Hilfestellungen gibt, wenn man sich in der Nähe von interessanten Objekten wie Kisten mit Loot befindet, ist die größere Herausforderung häufig nicht, herauszufinden wo es was zu entdecken gibt, sondern wie zum Henker ich dort hinkomme.
Quelle: PC Games
Immer wieder stellen sich mir auf dem Weg zu einem Ziel auch diverse Umgebungspuzzles in den Weg. Die sind zwar selten frustrierend kompliziert, aber dennoch so ansprechend gestaltet, dass ich mich nie genervt gefühlt habe. Trotzdem musste ich auch immer wieder meinen Erkundungsdrang zurückstellen, weil es einfach noch keinen Weg zu bestimmten Teilen der Karte gab.
Auch hier wird wieder der Spieler belohnt, der sich der zahlreichen Gefährten- und Nebenquests annimmt. Häufig werden im Zuge dieser Missionen in den Gebieten neue Wege eröffnet. So belohnt mich die Quest nicht nur mit seiner eigenen Geschichte und Erfahrungspunkten, sondern auch mit einem neuen Spielabschnitt zum Erkunden.
Alles erfüllt irgendeinen Zweck
Ich mag es, wenn ein Spiel meine investierte Zeit würdigt und mich für alles was ich mache, sinnvoll belohnt. Das gelingt Dragon Age: The Veilguard auf außerordentliche Weise. Hier hatte ich das Gefühl, dass wirklich alles, was ich mache, irgendeinen sinnvollen Zweck erfüllt. Denn beim Streifzug durch die Landschaft lohnt es sich wirklich, auch noch jeden so unbedeutend wirkenden Geldbeutel oder Rohstoff einzusammeln, den man sieht. Damit sammle ich nämlich nicht nur Geld und Ressourcen, die ich bei den Händlern zum Einkaufen und Upgraden selbiger einsetzen kann.
Es wandern dabei auch immer wieder verschiedenste Wertgegenstände in mein Inventar. In den meisten anderen Spielen wäre das schlicht Junk, der keinem anderem Zweck dient, als beim nächstbesten Händler verkauft zu werden. Das ist hier zwar nicht viel anders, allerdings bewirken diese Gegenstände auch noch etwas Anderes, wenn ich sie an einen der Fraktionshändler verkaufe, als nur meine Tasche mit Goldmünzen zu füllen.
Durch den Verkauf der nutzlosen Items steigere ich nämlich mein Standing und damit die Stärke der betreffenden Fraktion. Ich habe mir dadurch mehr als einmal genau überlegen müssen, bei welcher Fraktion ich meinen Loot zu Geld machen will.
Darüber hinaus lassen sich bei der gründlichen Erkundung der Spielwelt auch wieder diverse Zettel, Notizen und natürlich die Bioware-typischen Kodex-Einträge finden, aus denen Lore-Liebhaber wie ich jede Menge zusätzliche Informationen zur Welt, seinen Bewohnern und verschiedensten Ereignissen ziehen können.
Quelle: PC Games
Neu sind außerdem sogenannte Andenken aus den verschiedenen Kulturkreisen von Thedas. Diese steigern zum einen die Kraft des Behüters der Veilguard-Basis - des Leuchtturms. Mit höherer Kraft des Behüters kann ich mir bei dem Geistwesen bessere Upgrades und Verzauberungen für die Ausrüstung meiner Helden kaufen. Zusätzlich lassen sich die Mementos an dafür vorgesehen Stellen in meinem persönlichen Raum aufstellen. Leider gibt es nur eine sehr begrenzte Zahl an Ausstellungspunkten für doch sehr viele im Spiel zu findende Andenken.
Das Absuchen der verschiedenen Gebiete nach all diesen nützlichen Dingen wurde mir nie langweilig. Das lag zum einen an den schönen und abwechslungsreichen Landschaften, die es zu bestaunen gab, aber vor allem am Banter der Gefährten, der mich immer köstlich unterhalten hat. Wer jetzt befürchtet hatte, dass man hier Abstriche machen muss, weil nur noch zwei Begleiter gleichzeitig im Team sind, kann beruhigt sein.
Die zwei Charaktere an meiner Seite unterhalten sich erfreulich oft und häufig setzen sie in einer Konversation auch Themen fort, die sie zuvor schon mal besprochen hatten. Da ich immer für abwechselnde Gruppierungen bei meinen Gefährten gesorgt habe, konnte ich mich über mangelndes Wortgeplänkel nie beschweren. Richtig toll fand ich auch, dass durch Kämpfe oder andere Situationen unterbrochene Dialoge von den Gefährten später wieder aufgegriffen werden.

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KCD1 ist nicht ganz so rund wie Teil 2 jetzt, nicht nur technisch. Trotzdem ein extrem bemerkenswertes Spiel. KCD2 ist für mich, Stand nach ~15 Stunden, auf dem Weg es in die minimum Top3 meiner liebsten RPGs ever zu schaffen (erstes war Legend Of Faerghail von 1990 aufm Amiga). Zu Bethesda ist das ein Klassenunterschied mittlerweile. Einfach nur krass, was die hier abziehen. Nicht nur technisch.
Zum Thema sagte Vavra letztens, danke Google Translator (offensichtlich) :-D:
Saudi-Arabien hat in seinem Land ein mittelalterliches Rollenspiel verboten, weil es LGBT-Sexszenen enthält. In den sozialen Medien gab es Vorwürfe, dass Vávra „dem aufgeweckten Druck nachgegeben“ habe, da der Spieler mit seinem Charakter eine Reihe von Entscheidungen treffen könne, die in einer Beziehung mit einem anderen Mann enden. Vávra lehnt dies ab.
„Während die progressive Linke uns früher vorwarf, ultrarecht zu sein, bezichtigt uns heute die ultrarechte Linke. Nach diesen Meinungen hätte mich BlackRock (eine amerikanische Investmentgesellschaft, Anm. d. Red.) angeblich dafür bezahlen sollen, Homosexuelle ins Spiel zu bringen. Diese Leute sind absolut verrückt, und selbst wenn ich jetzt in einer Nazi-Uniform herumlaufen würde, würden sie denken, ich sei ein progressiver Linker. „Die Wahrheit ist, dass ich in meiner Arbeit absolute Freiheit hatte“, widerlegt er die Spekulation.
Aber wie gesagt, da gehts halt einfach nur um Klicks, Klicks, Klicks, genau wie bei PC Games.
Ist auf jeden Fall eine Reihe, die die Spreu vom Weizen trennt. Schon mit dem ersten Teil.
KCD2 lohnt sich übrigens tatsächlich, zu kaufen. Hätte insbesondere technisch nicht gedacht, dass es so rund läuft... (Was einen vom Spiel in etwa erwartet, war ja schon mit Teil 1 klar -- heißt, ein RPG, das sich auch so nennen darf).
Die Leute sind entspannt, sie geben halt kein Geld aus und investieren es lieber in ein Kingdom Come Deliverance 2.