Divinity: Original Sin im Test: Koop-Modus und die Quests + Fazit

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Angelegte Ausrüstung wird an euren vier Spielfiguren dargestellt.
Quelle: PC Games

Ja, sowas gibt es heutzutage auch noch: Larian Studios wirft mit Divinity: Original Sin PC-exklusive Rollenspielunterhaltung alter Schule auf den Markt. Zur Freude vieler RPG-Fans mit wohligen Erinnerungen an Baldur's Gate, Ultima 7 & Co. Unserer umfangreicher Langzeit-Test inklusive Video-Review stellt Rundenkämpfe und Oldschool-Gameplay vor. Update: Jetzt auch mit Wertung!

Divinity: Original Sin lässt sich prima alleine spielen. Wer es geselliger mag, absolviert das Abenteuer zu zweit im Koop-Modus: online oder per LAN. Komfortabel: Auch bereits begonnene Solopartien lassen sich ruck, zuck für andere Spieler öffnen. Dabei dürft ihr entscheiden, ob lediglich Freunde Zugang haben sollen oder beliebige Spieler aus aller Welt. Am meisten Spaß macht der Mehrspielermodus jedoch, wenn ihr ihn mit einem zuverlässigen Koop-Partner spielt, der idealerweise im selben Raum wie ihr sitzt. Dann könnt ihr euch bereits bei der Charaktererstellung absprechen, denn wer einer Partie beitritt, besitzt keinen eigenen Helden, sondern spielt mit der Gruppe des Hosts. Per Menü könnt ihr die Kontrolle über Gruppenmitglieder an die beiden Spieler verteilen. So kann der eine gefundene Gegenstände in der Stadt beim Händler verkaufen, während sein Partner mit den restlichen drei Figuren bereits den nächsten Kampf bestreitet.

Das Stein-Schere-Papier-Spiel, mit dem ihr Meinungsverschiedenheiten zwischen den beiden Hauptcharakteren beilegt und das in der Solo-Kampagne aufgesetzt wirkt, gewinnt im Mehrspielermodus an Unterhaltungswert, da euch nicht nur eine KI-Persönlichkeit gegenübersitzt. Dialoge mit NPCs dagegen leiden unter einer fragwürdigen Design-Entscheidung: Wenn ihr ein Gespräch beginnt, bekommt euer Partner das nur mit, sofern er direkt danebensteht oder die Texte im optional einblendbaren Logbuch nachliest. Steht dann jedoch eine Stein-Schere-Papier-Auseinandersetzung zwischen den Haupthelden an, bekommt das auch der Koop-Partner angezeigt – unter Umständen ohne zu wissen, auf welchen Dialog sich die Entscheidung bezieht.

Der Editor erlaubt euch, eigene Levels, Quests und Kampagnen zu erstellen. Quelle: PC Games Der Editor erlaubt euch, eigene Levels, Quests und Kampagnen zu erstellen. Trotzdem: Im Koop-Modus macht Divinity: Original Sin noch einen Tick mehr Laune als alleine. Etwa weil man sich per Voice- oder Textchat über die Vorgehensweise in den Kämpfen absprechen kann. Oder weil es unheimlich unterhaltsam ist, sich gegenseitig auf gefundende Schätze oder absonderliche Quests aufmerksam zu machen, Gegenstände untereinander zu tauschen und darüber zu streiten, wie man das gemeinsam gesammelte Gold ausgibt.

Mach's dir selber!

Wer nach dem vorherhsehbaren Ende der Kampagne nach weiteren Inhalten giert, der kann eigene Levels, Aufträge und sogar Kampagnen erschaffen - der Editor macht es möglich. Das Toolkit (auf Steam unter "Tools -> The Divinity Engine" zu finden) ist dasselbe, mit dem Entwickler Larian das Spiel erstellt hat. Ihr habt also Zugriff auf alle Gegenstände und Levelbausteine, ähnlich wie einst in Neverwinter Nights. Mods lassen sich ganz simpel per Steam Workshop austauschen - findige Spieler haben etwa bereits einen Weg gefunden, den Koop-Modus auf vier Spieler auszuweiten.

Abwechslung ist Trumpf

Viel Lob hat sich Larian nicht für seinen ausgezeichneten Mod-Support verdient, sondern auch für das Questdesign, das nach dem schwerfälligen Beginn von Stunde zu Stunde besser wird. Einzige negative Ausnahme war eine Stelle kurz vor Schluss: Bevor wir dem Endgegner gegenüber treten durften, mussten wir noch einmal in bereits besuchte Landstriche zurückkehren und zusätzliche Sternensteine sammeln, von denen wir nicht genug eingesackt hatten. Davon abgesehen wird jedoch jede Art von uninspirierten "Sammel dies, töte das"-Quests erfolgreich vermieden. Stattdessen besorgt ihr einem einsamen Brückentroll eine menschliche Freundin, navigiert durch ein mit Fallen gespicktes Zaubereranwesen oder vereint einen Kater mit seiner großen Liebe. Und immer gibt es mehrere Lösungsmöglichkeiten und kleine Entscheidungsmomente. Die Konsequenzen sind zwar nie so persönlich wie in Mass Effect oder so dramatisch und mitreißend wie bei The Witcher 2, führen euch aber dennoch gut die Auswirkungen eurer Wahl vor Augen. Ganz ohne banales Gut-Böse-Moralsystem.

Meinung

Manche Aufgaben erfordern das Lösen von Puzzles. Die sind größtenteils fair aufgebaut; die Lösung ist in der Umgebung oder Büchern versteckt. Einige Rätsel erfordern jedoch stures Ausprobieren, etwa wenn ihr vier Schalter in der richtigen Reihenfolge betätigen sollt. Das Knacken der Kombination ist dabei weniger aufwendig als die Suche nach den Schaltern. Zwar werden euch bei gedrückter Alt-Taste herumliegende Gegenstände angezeigt; interaktive Objekte wie Truhen, Falltüren oder eben Hebel werden aber nicht markiert.

Die taktischen Rundengefechte von Original Sin richten sich klar an erfahrene Rollenspieler. Quelle: PC Games Die taktischen Rundengefechte von Original Sin richten sich klar an erfahrene Rollenspieler. Eine bewusste Design-Entscheidung: Der Spieler soll die abwechslungsreich gestalteten Levels mit ihren Dungeons und Wäldern millimetergenau absuchen, um die wenige Polygone großen Mechanismen zu entdecken. Das kann nerven, passt aber zum Konzept von Original Sin: Es ist ein Spiel für geduldige Denker, für Menschen mit Lust aufs Erkunden und Ausprobieren. Wer sich von den genannten Mängeln nicht abschrecken lässt, wer viel Zeit und Muße hat, um mit Haut und Haaren in eine stimmige Fantasy-Welt abzutauchen, der ist bei Divinity: Original Sin an der richtigen Adresse.

Meinung

Wertung zu Divinity: Original Sin (PC)

Wertung:

8.0 /10
Pro & Contra
Atmosphärische WeltAlles lässt sich manipulieren, verschieben und stehlenEtliche optionale Quests, Dungeons und GeheimnisseAbwechslungreiche Aufträge ohne 08/15-FüllerViele Quests bieten mehrere LösungsmöglichkeitenDurchdachte, spannende RundenkämpfeHoher Anspruch, komplexes Oldschool-GameplayViel spielerische FreiheitInteressante Elementar-KombosNPCs reagieren auf Diebstahl und MordFeiner SoundtrackViel Witz, etliche schräge IdeenLauschige GrafikGute Wegfindung abseits der KämpfeHeimstätte mit Händlern und StauraumGelungener Koop-ModusSehr umfangreich (40 bis 60 Stunden Mindestspieldauer)Solide HandwerksoptionenKomplexer Editor
Sehr zäher EinstiegStereotype NPC-BegleiterVorhersehbare Hauptgeschichte ohne große ÜberraschungenSchwache Inzenierung mit wenigen HöhepunktenWenig hilfreiches Quest-LogbuchSuizidgefährdete Gegner-KISperriger Handelsbildschirm und unübersichtliches InventarAnstrengendes "Pixelhunting" nach winzigen SchalternVerklick-Gefahr in Kämpfen wegen fehlender BefehlsbestätigungZu viel Trial & Error bei RätselnHeitere Stimmung zuweilen zuviel des GutenLückenhafte deutsche Übersetzung

Preis und Verfügbarkeit

Divinity: Original Sin gibt es als Box im Handel (Kopierschutz: Steam) und auf Steam für rund 40 Euro. Die Gog.com-Version besitzt kein DRM und kosten ebenfalls knapp 40 Euro. Die Collector's Edition gibt es nur auf Amazon.de. Preis: ca. 70 Euro.

Systemanforderungen

Minimum: Core 2 Duo E6600/Athlon 64 X2 5000, 2 GB RAM, Geforce 8800 GT/Radeon HD 4850
Empfehlenswert: Core i5 2400/AMD FX 6300, 4 GB RAM, Geforce GTX 550 Ti/Radeon HD 6670

Bildergalerie

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  1. Seite 1 Divinity: Original Sin im Test: Authentische Spielwelt und viel Witz
  2. Seite 2 Divinity: Original Sin im Test: Bewährte Konzepte und ermüdende Dialoge
  3. Seite 3 Divinity: Original Sin im Test: Rundengefechte und Charaktersytem
  4. Seite 4 Divinity: Original Sin im Test: Koop-Modus und die Quests + Fazit
    • Kommentare (261)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Terracresta Gelegenheitsspieler/in
        Hm, muss es erstmal durchspielen um sagen zu können, wie es im Vergleich zu Baldurs Gate und anderen alten Klassikern ist, aber BG ist/sind, wenn auch gute Spiele, nicht so hoch in meinem Stellenwert für RPGs. Ich erinnere mich da eher an die Ultima Spiele inkl. Ablegern wie UUW und Worlds of Ultima, Albion, die Nordlandtrilogie (verbrennt die "Remakes" und die "Ketzer" dahinter! ;) und andere.
      • Von Terracresta Gelegenheitsspieler/in
        Hm, muss es erstmal durchspielen um sagen zu können, wie es im Vergleich zu Baldurs Gate und anderen alten Klassikern ist, aber BG ist/sind, wenn auch gute Spiele, nicht so hoch in meinem Stellenwert für RPGs. Ich erinnere mich da eher an die Ultima Spiele inkl. Ablegern wie UUW und Worlds of Ultima, Albion, die Nordlandtrilogie (verbrennt die "Remakes" und die "Ketzer" dahinter! ;) und andere.
      • Von Eberhard Hobby-Spieler/in
        Man macht sich dann selber Notizen. In der Map kann man ja durchaus eigene Marker setzen.
        Ich kenne das Problem, denn ich bin selber so ein Spieler.
        Wir haben früher doch sogar die Karten selber skizziert, auf einem Blatt Papier neben dem Computer und hatten auch längere Pausen dazwischen-
      • Von MisterSmith Spiele-Kenner/in
        Zitat von Vordack
        Ich habe mich glaube ich auch etwas verkeht ausgedrückt.
        Kein Ding, ich schätze dann meintest du vielleicht einfach nur die Fälle in denen es nicht nachvollziehbar ist, wie das mit der Miete.

        Wobei ich mich da frage, wie man so etwas vor dem Amt vertuschen kann, vermutlich nur mit Betrug wenn das folgende stimmt:
        Zitat
        Jedoch, wenn eine zweckentsprechende Verwendung des Hartz 4 Leistungsberechtigten nicht gewährleistet werden kann überweist die ARGE auch direkt an den Vermieter.
        Wenn ich dies richtig verstanden habe, dann muss man jede Mietzahlung mit Kontoauszügen oder ähnlichen dokumentieren, ansonsten wird einfach direkt an den Vermieter überwiesen.
        Aber wenn dies irgendwie umgehen werden kann, sollte einfach immer nur grundsätzlich an den Vermieter überwiesen werden, wüsste nicht was dagegen sprechen sollte.
      • Von Vordack Spiele-Professor/in
        Zitat von MisterSmith
        Dann verstehe ich nicht wieso du dies als Beispiel dafür gebracht hast, dass das schwer zu glauben wäre. Z. B. ein 16 Jähriger Azubi der zum Geburtstag ein Handy in dieser Preisklasse geschenkt bekommt, ist zwar vielleicht nicht die Regel aber so selten auch wieder nicht und absolut nachvollziehbar, wenn die Eltern über ausreichend finanzielle Mittel verfügen.
        Du musst nicht alles verstehen. Ich habe mich glaube ich auch etwas verkeht ausgedrückt.
      • Von MisterSmith Spiele-Kenner/in
        Zitat von Vordack
        Oder einfach Geld für Miete anders ausgeben, oder Mama fragen, oder oder oder, hat ich gerade im Bekanntenkreis meiner Frau, deswegen hat ich überhaupt dran gedacht...
        Dann verstehe ich nicht wieso du dies als Beispiel dafür gebracht hast, dass das schwer zu glauben wäre. Z. B. ein 16 Jähriger Azubi der zum Geburtstag ein Handy in dieser Preisklasse geschenkt bekommt, ist zwar vielleicht nicht die Regel aber so selten auch wieder nicht und absolut nachvollziehbar, wenn die Eltern über ausreichend finanzielle Mittel verfügen.
        Zitat von Rabowke
        Angeber-Boi!

        ;-)
        Ich bezog mich hier auf die in Geschäften "regulär" verkauften Handys und auf keine Spezialanfertigungen mit Brillanten oder sonstigen exklusiven Extras. :-D

        Mir ging es außerdem nur darum zu verdeutlichen, dass wenn jemandem etwas geschenkt wird obwohl er es überhaupt nicht nötig hat, es wohl sehr wahrscheinlich dann erst recht bei jemanden vorkommt, der das Geld nicht aufbringen kann. ;-)

        Zitat von Briareos
        Wenn man das reine Einspielergebniss betrachtet sicher nicht, aber wenn man mal auf den kommerziellen Erfolg schaut, dann gibt es da schon einige. "The Blair Witch Project" hat mit Produktionskosten von ~60.000$ insgesamt 248 Millionen US-Dollar eingespielt und gilt zumindest laut Guinessbuch als "kommerziell erfolgreichster Film aller Zeiten".
        Zum einen zählt der Film mit seinen 78 Minuten Spielzeit sicher nicht in die Kategorie der Kurzfilme, auch wenn er etwas kürzer als die üblichen Spielfilme ist. Und zum anderen war dies wohl auch vor allem in dieser Form ein einmaliger Marketingtrick, der kaum etwas gekostet hat.
        Zitat
        Im August 1998, zehn Monate, nachdem der Film gedreht war, stellten Dan Myrick und Ed Sanchez eine Webpräsenz ins Internet, auf der sie – als Tatsachenbericht getarnt – über das Verschwinden dreier Filmstudenten im Jahre 1994 in den Wäldern um Burkittsville und die Suche nach ihnen sowie den Fund ihrer Ausrüstung – einschließlich der Filmmaterialien – informierten. Auch die Sage der Hexe von Blair wurde genauestens erklärt und geschildert. Fiktive Interviews mit Familienmitgliedern und Bekannten der Verschwundenen machten die Täuschung komplett. Bald schon erreichte die Webpräsenz die Eine-Million-Besucher-Marke.
        Oder um es klarer zu vermitteln, der Film wurde gar nicht erst als ein Spielfilm beworben und viele Zuschauer wurden überhaupt nur durch diesen Etikettenschwindel gewonnen. :-D

        Aber ist sowieso kein Kurzfilm, wobei ich nicht behaupte, dass es keine guten Kurzfilme gibt, sie sind halt aber durch die kurze Spielzeit natürlich in den Handlungssträngen, Spannungsbögen, etc. stark limitiert, wenn man dies nicht versteht, hat man möglicherweise keine besonders große Ahnung von Filmen.

        Und die Produktionskosten limitieren die Qualität erst ab einer gewissen Untergrenze und sind deshalb nur bedingt ein limitierender Faktor, hängt dann sowieso zudem von den Gehaltskosten der Schauspieler usw. ab, aber dies im einzelnen aufzuführen würde wohl zu weit gehen. :-B
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