Divinity: Original Sin im Test: Rundengefechte und Charaktersytem

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Angelegte Ausrüstung wird an euren vier Spielfiguren dargestellt.
Quelle: PC Games

Ja, sowas gibt es heutzutage auch noch: Larian Studios wirft mit Divinity: Original Sin PC-exklusive Rollenspielunterhaltung alter Schule auf den Markt. Zur Freude vieler RPG-Fans mit wohligen Erinnerungen an Baldur's Gate, Ultima 7 & Co. Unserer umfangreicher Langzeit-Test inklusive Video-Review stellt Rundenkämpfe und Oldschool-Gameplay vor. Update: Jetzt auch mit Wertung!

Während Larian Inszenierung, Handlung und Gespräche also etwas lockerer handhabt als man sich das eventuell von einem komplexen Party-Rollenspiel wünscht, richtet sich der Gameplay-Kern von Divinity: Original Sin klar an Experten und solche, die es werden wollen. An Tüftler, die Spaß daran haben, Crafting-Rezepte aus verstreuten Büchern oder durch eigenes Kombinieren vielversprechender Zutaten zu erlernen. An Könner, die sich über den saftigen Schwierigkeitsgrad freuen. Der lässt sich in drei Stufen jederzeit ändern, ist aber selbst auf der mittleren Einstellung eine Herausforderung.

Divinity: Original Sin ist sich nicht zu schade, auch mal unfair zu sein und seine Spieler mit plötzlichen Toden durch nicht aufgedeckte Fallen in den Wahnsinn und zur häufigen Verwendung der F5-Taste zu treiben. Die Schnellspeicherfunktion ist euer bester Freund, auch weil es eben so viele Gelegenheiten gibt, Ungewöhnliches auszuprobieren. Divinity: Original Sin hält euch nicht bei der Hand, gibt euch nur das absolute Minimum an Hilfestellungen und erwartet, dass ihr den Rest selbst herausfindet.

Blitzzauber setzen Wolken aus Wasserdampf oder Pfützen unter Strom; wer reinläuft, wird gelähmt. Quelle: PC Games Blitzzauber setzen Wolken aus Wasserdampf oder Pfützen unter Strom; wer reinläuft, wird gelähmt. Da ist es eine Erleichterung, dass das Kampfsystem intuitiv und leicht verständlich daherkommt. Trefft ihr beim Wandern durch die Spielwelt auf Gegner, schaltet Divinity: Original Sin von der Echtzeit-Darstellung in einen Rundenmodus. Gefechte finden nicht in separaten Kampfarenen statt wie bei Das Schwarze Auge: Blackguards oder The Banner Saga, sondern an Ort und Stelle. Hexfelder oder Schachbrettmuster sucht ihr dabei vergebens, dafür besitzt jede Figur ganz klassisch ein Kontingent an Aktionspunkten, die für Bewegungen, Zauber und Angriffe benutzt werden. Die Zugreihenfolge wird über den Initiative-Wert der Helden und Widersacher bestimmt.

Aus diesem simplen Konzept entwickeln sich hochspannende und enorm komplexe Taktikschlachten, in denen Sichtlinien, Flankenangriffe, Zauber-Buffs sowie das Aufsparen von Aktionspunkten eine Rolle spielen. Ebenso wichtig ist die Kombination der Elemente. Durch einen Regenzauber durchnässte Kampfteilnehmer sind etwa besonders empfindlich gegen Eis- und Blitzstrahlen. Und aus Bodengittern austretendes Giftgas oder herumstehende Fässer mit Öl lassen sich mit einem Feuerpfeil prima entzünden. Die folgende Explosion reißt gleich mehrere Gegner in den Tod und setzt den Boden in Brand, wo­raufhin alle Figuren in Reichweite beständig Feuerschaden nehmen.

Zauber benötigen kein Mana, sind aber erst nach einer Abklingzeit erneut einsetzbar. Quelle: PC Games Zauber benötigen kein Mana, sind aber erst nach einer Abklingzeit erneut einsetzbar. Die Widersacher machen sich diese Elementarkombos ebenfalls zunutze, haben aber zuweilen mit KI-Aussetzern zu kämpfen. So kümmert es feindliche Magier wenig, wenn sie mit ihren Feuerbällen neben den vier Helden auch eigene Verbündete grillen. Dann wieder vergessen Gegner, einer unserer angeschlagenen Figuren den Todesstoß zu versetzen und beharken lieber deren unverletzten Kollegen. Und ganz selten kam es im Test vor, dass Monster mehrmals hinterei­nander auf ihren Zug verzichteten.

Noch weitaus häufiger nervt aber das Verhalten der eigenen Truppe beziehungsweise die mangelnde Präzision in manchen Situationen. Viel zu leicht klicken wir mit dem winzigen Mauszeiger am Ziel vorbei, denn Charaktere wippen im Kampf unablässig hin und her, auch wenn sie sich nicht bewegen. Weil für Aktionen keine Bestätigung notwendig ist, ärgerten wir uns oftmals unnötig über verschwendete Aktionspunkte. Besser gefällt uns die Wegfindung der eigenen Truppe außerhalb der Kämpfe. So umgehen die Figuren automatisch Fallen und gefährliche Lavafelder, wenn ihr frei bestimmbarer Gruppenanführer diese Gefahren zuvor entdeckt hat. Ein simples, aber geniales Detail!

Verschenktes Potenzial

Bei der Charaktererstellung zu Beginn heißt es, die richtige Klassenbalance zu finden. Quelle: PC Games Bei der Charaktererstellung zu Beginn heißt es, die richtige Klassenbalance zu finden. Nicht ganz so detailliert wie es auf den ersten Blick wirkt, fällt übrigens das Charaktersystem von Divinity: Original Sin aus. Die Heldenerstellung zu Beginn punktet noch mit elf wählbaren Klassen und frei bestimmbaren Attributen (Stärke, Konstitution etc.), Fähigkeiten (Schleichen, Überredungskunst) und Talenten (ähnlich den Traits in Fallout: New Vegas). Wer genauer hinschaut, merkt aber, dass die Klassen lediglich eine grobe Richtung vorgeben. Eine Hexe kann später auch noch den Kampf mit Schwert und Schild erlernen. Einem Räuber bringt ihr auf Wunsch Beschwörungsformeln bei, die ihr durch das Lesen von Skill-Büchern erlernt.Das lässt die Charakterentwicklung irgendwann arg beliebig wirken.

In der Anfangsphase zählt noch jeder Attributspunkt, da hier die Balancing-Ungleichheiten zwischen auf Gewandtheit setzenden Fernkämpfern sowie Nahkämpfern und Magiern am deutlichsten zutage treten und schlechte Helden-Kombos keinen Spaß an den haarigen Einstiegskämpfen haben. Mit jedem Level-up jedoch werden die Unterschiede zwischen den Klassen geringer, bis wir am Ende mit Stufe 22 kaum noch etwas mit den Aufstiegspunkten anzufangen wussten. Dazu kommt, dass bei der Liste der einmalig auswählbaren Talente viel Schrott dabei ist. Nur höchst selten gilt es abzuwägen, in welche Richtung sich die Charaktere entwickeln sollen. Verplant ihr euch doch mal, dürft ihr per spät zugänglicher Respec-Option Punkte umverteilen.

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  1. Seite 1 Divinity: Original Sin im Test: Authentische Spielwelt und viel Witz
  2. Seite 2 Divinity: Original Sin im Test: Bewährte Konzepte und ermüdende Dialoge
  3. Seite 3 Divinity: Original Sin im Test: Rundengefechte und Charaktersytem
  4. Seite 4 Divinity: Original Sin im Test: Koop-Modus und die Quests + Fazit
    • Kommentare (261)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Terracresta Gelegenheitsspieler/in
        Hm, muss es erstmal durchspielen um sagen zu können, wie es im Vergleich zu Baldurs Gate und anderen alten Klassikern ist, aber BG ist/sind, wenn auch gute Spiele, nicht so hoch in meinem Stellenwert für RPGs. Ich erinnere mich da eher an die Ultima Spiele inkl. Ablegern wie UUW und Worlds of Ultima, Albion, die Nordlandtrilogie (verbrennt die "Remakes" und die "Ketzer" dahinter! ;) und andere.
      • Von Terracresta Gelegenheitsspieler/in
        Hm, muss es erstmal durchspielen um sagen zu können, wie es im Vergleich zu Baldurs Gate und anderen alten Klassikern ist, aber BG ist/sind, wenn auch gute Spiele, nicht so hoch in meinem Stellenwert für RPGs. Ich erinnere mich da eher an die Ultima Spiele inkl. Ablegern wie UUW und Worlds of Ultima, Albion, die Nordlandtrilogie (verbrennt die "Remakes" und die "Ketzer" dahinter! ;) und andere.
      • Von Eberhard Hobby-Spieler/in
        Man macht sich dann selber Notizen. In der Map kann man ja durchaus eigene Marker setzen.
        Ich kenne das Problem, denn ich bin selber so ein Spieler.
        Wir haben früher doch sogar die Karten selber skizziert, auf einem Blatt Papier neben dem Computer und hatten auch längere Pausen dazwischen-
      • Von MisterSmith Spiele-Kenner/in
        Zitat von Vordack
        Ich habe mich glaube ich auch etwas verkeht ausgedrückt.
        Kein Ding, ich schätze dann meintest du vielleicht einfach nur die Fälle in denen es nicht nachvollziehbar ist, wie das mit der Miete.

        Wobei ich mich da frage, wie man so etwas vor dem Amt vertuschen kann, vermutlich nur mit Betrug wenn das folgende stimmt:
        Zitat
        Jedoch, wenn eine zweckentsprechende Verwendung des Hartz 4 Leistungsberechtigten nicht gewährleistet werden kann überweist die ARGE auch direkt an den Vermieter.
        Wenn ich dies richtig verstanden habe, dann muss man jede Mietzahlung mit Kontoauszügen oder ähnlichen dokumentieren, ansonsten wird einfach direkt an den Vermieter überwiesen.
        Aber wenn dies irgendwie umgehen werden kann, sollte einfach immer nur grundsätzlich an den Vermieter überwiesen werden, wüsste nicht was dagegen sprechen sollte.
      • Von Vordack Spiele-Professor/in
        Zitat von MisterSmith
        Dann verstehe ich nicht wieso du dies als Beispiel dafür gebracht hast, dass das schwer zu glauben wäre. Z. B. ein 16 Jähriger Azubi der zum Geburtstag ein Handy in dieser Preisklasse geschenkt bekommt, ist zwar vielleicht nicht die Regel aber so selten auch wieder nicht und absolut nachvollziehbar, wenn die Eltern über ausreichend finanzielle Mittel verfügen.
        Du musst nicht alles verstehen. Ich habe mich glaube ich auch etwas verkeht ausgedrückt.
      • Von MisterSmith Spiele-Kenner/in
        Zitat von Vordack
        Oder einfach Geld für Miete anders ausgeben, oder Mama fragen, oder oder oder, hat ich gerade im Bekanntenkreis meiner Frau, deswegen hat ich überhaupt dran gedacht...
        Dann verstehe ich nicht wieso du dies als Beispiel dafür gebracht hast, dass das schwer zu glauben wäre. Z. B. ein 16 Jähriger Azubi der zum Geburtstag ein Handy in dieser Preisklasse geschenkt bekommt, ist zwar vielleicht nicht die Regel aber so selten auch wieder nicht und absolut nachvollziehbar, wenn die Eltern über ausreichend finanzielle Mittel verfügen.
        Zitat von Rabowke
        Angeber-Boi!

        ;-)
        Ich bezog mich hier auf die in Geschäften "regulär" verkauften Handys und auf keine Spezialanfertigungen mit Brillanten oder sonstigen exklusiven Extras. :-D

        Mir ging es außerdem nur darum zu verdeutlichen, dass wenn jemandem etwas geschenkt wird obwohl er es überhaupt nicht nötig hat, es wohl sehr wahrscheinlich dann erst recht bei jemanden vorkommt, der das Geld nicht aufbringen kann. ;-)

        Zitat von Briareos
        Wenn man das reine Einspielergebniss betrachtet sicher nicht, aber wenn man mal auf den kommerziellen Erfolg schaut, dann gibt es da schon einige. "The Blair Witch Project" hat mit Produktionskosten von ~60.000$ insgesamt 248 Millionen US-Dollar eingespielt und gilt zumindest laut Guinessbuch als "kommerziell erfolgreichster Film aller Zeiten".
        Zum einen zählt der Film mit seinen 78 Minuten Spielzeit sicher nicht in die Kategorie der Kurzfilme, auch wenn er etwas kürzer als die üblichen Spielfilme ist. Und zum anderen war dies wohl auch vor allem in dieser Form ein einmaliger Marketingtrick, der kaum etwas gekostet hat.
        Zitat
        Im August 1998, zehn Monate, nachdem der Film gedreht war, stellten Dan Myrick und Ed Sanchez eine Webpräsenz ins Internet, auf der sie – als Tatsachenbericht getarnt – über das Verschwinden dreier Filmstudenten im Jahre 1994 in den Wäldern um Burkittsville und die Suche nach ihnen sowie den Fund ihrer Ausrüstung – einschließlich der Filmmaterialien – informierten. Auch die Sage der Hexe von Blair wurde genauestens erklärt und geschildert. Fiktive Interviews mit Familienmitgliedern und Bekannten der Verschwundenen machten die Täuschung komplett. Bald schon erreichte die Webpräsenz die Eine-Million-Besucher-Marke.
        Oder um es klarer zu vermitteln, der Film wurde gar nicht erst als ein Spielfilm beworben und viele Zuschauer wurden überhaupt nur durch diesen Etikettenschwindel gewonnen. :-D

        Aber ist sowieso kein Kurzfilm, wobei ich nicht behaupte, dass es keine guten Kurzfilme gibt, sie sind halt aber durch die kurze Spielzeit natürlich in den Handlungssträngen, Spannungsbögen, etc. stark limitiert, wenn man dies nicht versteht, hat man möglicherweise keine besonders große Ahnung von Filmen.

        Und die Produktionskosten limitieren die Qualität erst ab einer gewissen Untergrenze und sind deshalb nur bedingt ein limitierender Faktor, hängt dann sowieso zudem von den Gehaltskosten der Schauspieler usw. ab, aber dies im einzelnen aufzuführen würde wohl zu weit gehen. :-B
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