Vermisste Siedler - Neuigkeiten + Meinung
Was ist nur mit den Siedlern los? Haben Blue Byte und Ubisoft das von Fans der Reihe scharf attackierte Königreiche von Anteria heimlich, still und leise begraben? Redakteur Peter Bathge versucht, Licht ins Dunkel zu bringen - und erklärt, warum der ausbleibende Release für ihn kein Beinbruch ist.
Enttäuschender Betatest
Vor fast genau einem Jahr, am 20. August 2014, startete dann die geschlossene Betaphase. Das Feedback fiel alles andere als positiv aus. Besonders der Verzicht auf einen Offline-Modus sorgte für viel Wehklagen bei den Spielern - erst recht, nachdem ja schon Die Siedler 7 massive Launch-Probleme mit dem Online-Kopierschutz hatte und etwa Ostern 2010 die Server tagelang ausfielen. Zudem verloren viele Spieler damals ihre Savegames im Internet-Nirwana.
Blue Bytes Lead Game Designer Guido Schmidt sah sich im Herbst 2014 dazu veranlasst, die Entscheidung für ein weiteres Online-Siedler zu verteidigen: "Der Grund dafür liegt in unserer Absicht, ein langfristiges, kooperatives Erlebnis zu schaffen. Wir möchten, dass Spieler über einen längeren Zeitraum miteinander kooperieren, zusammen auf Abenteuer gehen und Handel treiben."
Schmidt weiter: "Dies war eine mutige Entscheidung, als wir das Projekt begannen – dessen waren wir uns bewusst. Aber wir wollten eben nicht einen weiteren, klassischen Siedlerteil machen – wir wollten stattdessen etwas wirklich Neues und Innovatives schaffen. Daher auch die neue Spielstruktur. Seit der Veröffentlichung von Die Siedler 7 hat sich einiges getan. Nicht zuletzt haben wir auch von Spielern von Die Siedler Online immer wieder Feedback erhalten, die uns ermutigt haben mit Die Siedler: Königreiche von Anteria ein reines Online-PC-Spiel zu entwickeln."
Quelle: Ubisoft
Mit verdienten Ruhmpunkten schaltet ihr neue Technologien und Gebäude frei.
Was die spielerische Güte von Die Siedler: Königreiche von Anteria angeht, kam die damalige PC Games-Chefredakteurin Petra Fröhlich zu einem kritischen vorläufigen Urteil anhand der Beta: "Als Spieler ist man dazu verdammt, Hunderte von Krabben und Wölfen zu erlegen, um an unverzichtbare Rohstoffe zu kommen: Das hat mit dem, was man von Die Siedler erwartet, ungefähr gar nix mehr zu tun. Ideal wäre es genau umgekehrt: Gemütlich siedeln – und zwischendurch mal ein Abenteuer."
Der aktuelle Stand
Quelle: Ubisoft
Ein umfangreiches Crafting-System erlaubt die Herstellung von Ausrüstung für eure Recken - oder von Kaffee-Items, welche Bauzeiten verringern.
Mehr als zwölf Monate nach der ersten Ankündigung gibt es weiterhin nichts Neues zu Die Siedler: Königreiche von Anteria. Für diesen Artikel fragten wir direkt bei Publisher Ubisoft an, ob der Erscheinungstermin im Jahr 2015 gehalten werden könnte. Antwort: "Es gibt aktuell keine Neuigkeiten." Auch in den offiziellen Foren ist es ruhig geworden. Der User nitram4ever stellt jedoch eine baldige Rückkehr des Spiels in Aussicht: "Ich hatte am Sonntag auf der Gamescom, nach der DSO [Die Siedler Online, Anm. d. Red.] Q&A kurz die Möglichkeit, mit dem Community Manager Worldwide von Anteria zu reden. Er sagte mir erstens: Das Spiel ist NICHT gecancelled, sondern weiterhin in Entwicklung. Und 2.: 'In den nächsten Wochen wird es jede Menge neue Informationen zu Anteria geben.'"
In diesem Artikel
Mal sehen, ob sich diese Ankündigung bewahrheitet und was für Änderungen Blue Byte am neuen Die Siedler vorgenommen hat. Es scheint unwahrscheinlich, dass das Studio von seinen Always-online-Plänen abgerückt ist. Aber gerade die Balance zwischen Aufbau, Crafting und Kämpfen dürfte vergleichsweise einfach zu ändern sein. Ob das jedoch mit dem angepeilten 2015-Veröffentlichungstermin konform geht, steht auf einem anderen Blatt. Hoffentlich hat sich Blue Byte wirklich wie versprochen das (vielfach negative) Feedback zu Herzen genommen. So könnte Königreiche von Anteria zumindest den Ruf als Serien-Tiefpunkt abwerfen, den es bei vielen Siedler-Fans schon vor dem eigentlichen Release weghat. So wie bei mir.

Genauso wie all die 3D-Shooter basierend auf der Unreal (1)-Engine, die Adventure von Lucasarts, nicht zu vergessen die Command & Conquer-Serie usw.
Sollen Blue Byte/Ubisoft endlich mal einen Schlussstrich ziehen wenn ihnen nichts gescheites einfällt und nicht die Cashcow melken bis die Zitzen bluten (oha, böses Kopfkino).
Hoffentlich passiert das nicht auch der Anno-Serie, verdient hätte sie es nicht...
Im Prinzip sehe ich da nur zwei Lösungsmöglichkeiten: Die Entwicklung beenden, oder sie haben wirklich eine 180 Grad Wende vollzogen.
Da aber der Produzent und der Chef-Gamedesigner nicht mehr da sind, kann es hoffentlich nur noch besser werden.
Wenn es aber so bleibt, schreibt man am besten die Siedler ab und sucht sich ein neues Aufbauspiel.
Mehr gibt es da nicht zu sagen!
Wenn man heute Platformen wie Steam etc. nutzt dann ist man meist eh schon (zwangsweise) "always online" und damit habe ich auch nicht wirklich ein Problem. Was mich aber stöhrt ist, wie oben geschrieben, wenn immer mehr Spiele uns dazu "zwingen" alles online zu machen bzw. zu haben - Speicherstände etc. - und man das Spiel in vollem Umfang eigentlich nur noch im Koop-Modus "genießen" kann. Sterben die Solo-Spieler wirklich aus!?
Zu Zeiten des Tests konnte ich mit dem aktuellen Client meine CPU wiederholbar so erwärmen das der Rechner sich von selbst abschaltete. :-B