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  • Die Siedler: Königreiche von Anteria - Zu viel Diablo, zu wenig Siedler - Die größten Baustellen

    Das Herzstück von Siedler von Anteria: Die Produktionsketten zeigen die Transportwege auf den ersten Blick. Jedes Gebäude wird direkt einem anderen Betrieb zugeordnet: In diesem Beispiel produzieren wir Bausteine mit Hilfe von Werkzeugen, Steinen und Holz. Quelle: Ubisoft

    Seit mehreren Wochen kämpfen wir uns durch die Closed Beta von Die Siedler: Königreiche von Anteria - und zwar buchstäblich: Phasenweise fühlt sich das Spiel mehr wie Diablo als Siedler an. Zeit für Tacheles: Was schon gut im neuen Blue-Byte-Spiel funktioniert - und was nicht.

    Weil Ubisoft die Spiele seit neuestem nicht mehr durchnummeriert, heißt der Nachfolger von Die Siedler 7 nicht Die Siedler 8, sondern Die Siedler: Königreiche von Anteria. Das neue Siedler ist zwar kein Browser-Game, wohl aber ein waschechtes Online-Spiel mit allen Risiken und Nebenwirkungen: Ohne permanenten Internet-Zugang ist kein Siedeln möglich, der Spielstand lagert auf den Ubisoft-Servern. Sinn und Zweck der Übung: Im Gegensatz zu den Vorgängern absolviert ihr nicht mehr Mission für Mission, sondern bastelt über Tage, Wochen und Monate an einem immer weiter wachsenden Königreich. Ausgehend von einer kleinen Fläche erschließt ihr mit der Zeit zusätzliche Sektoren auf der riesigen Karte. Wer besonders effiziente Produktionsketten mit kurzen Wegen baut, generiert "Ansehen", das wiederum zusätzliche Gebäude und Technologien freischaltet – hier kommt es auf jede Sekunde an.

    Außerdem ist es zwingend nötig, sogenannte Abenteuer zu bestreiten: Viele Rohstoffe und insbesondere Goldmünzen sind nur auf diesem Wege erhältlich und daher obligatorisch. Dazu setzt ihr eure Helden ein, die nach und nach hinzukommen und die ihr hochlevelt. Ritter, Kriegerin und Priester haben individuelle Fähigkeiten und Spezialattacken, die in den Gefechten unverzichtbar sind: So beherrscht die Bogenschützin beispielsweise einen Pfeilhagel, der allen Gegnern gleichermaßen Schaden zufügt; der Priester hilft beim Heilen angeschlagener Mitstreiter. Ablauf und Steuerung der Abenteuer erinnern an Hack&Slay-Spiele wie Diablo, Dungeon Siege oder Sacred und laufen auf separaten Karten ab, wo ihr eine Gegnertruppe nach der anderen "bearbeitet" und Schatzkisten plündert. Ganz generell hat das Spiel einen bemerkenswert hohen Action-Rollenspiel-Anteil: So sammelt ihr beispielweise Rezepte für die Herstellung von Stärkungstränken und Spielzeitbeschleunigern oder stattet eure Helden mit Waffen und Artefakten aus.

    Königreiche von Anteria befindet sich derzeit in der Closed Beta, sprich: Ausgewählte Fans dürfen bereits jetzt siedeln – das Feedback hilft den Entwicklern beim Balancing und bei der Eliminierung von Bugs. Laut Blue Byte soll das Always-On-Aufbauspiel noch in diesem Jahr auf den Markt kommen, also bereits in den kommenden acht Wochen. Bis dahin ist noch eine Menge zu tun. Wir haben zusammengefasst, welche Aspekte die Entwickler unbedingt angehen müssen.

    Die Siedler: Königreiche von Anteria im Let's Play-Video

    46:39
    Let's Play Die Siedler - Königreiche von Anteria mit Petra Fröhlich und Stefan Weiß
    Das funktioniert schon prima:
    • Goldene Produktionsketten: Wer clever siedelt, wird mit Ansehen belohnt: Unterschreitet ihr bei Herstellung und Transport eine bestimmte Zeitvorgabe, entstehen Goldene Produktionsketten. Das motiviert dazu, die Siedlung immer weiter zu optimieren. Der chronische Platzmangel zwingt zum häufigen Umbau, um alle benötigten Gebäude unterzubekommen – das sind die Momente, in denen das neue Siedler am meisten Spaß macht.
    • Schmucke Grafik: Einen potenten Rechner vorausgesetzt, wirkt euer Königreich wie aus dem Bilderbuch: lauschige Wälder, rauschende Wasserfälle, saftiges Grün, windschiefe Häuschen, viele Details. Auch die Abenteuergebiete sehen einfach toll aus, etwa dann, wenn der Schnee im Sonnenlicht glitzert.
    • Gelungene Benutzeroberfläche: Eine schmale Menüleiste am oberen Bildschirmrand ermöglicht den schnellen Zugriff auf alle Funktionen: Gebäude, Lager, Übersichtskarte, Helden, Crafting. Dadurch habt ihr das komplexe und umfangreiche Spiel gut im Griff.
    • Produktionsketten-Verknüpfung: Seit neuestem lassen sich die Gebäude einer Produktionskette direkt miteinander verknüpfen. Linien zeigen die Abhängigkeiten und Transportwege auf den ersten Blick, auch über weite Strecken hinweg. So könnt ihr gut abschätzen, welche Betriebe direkt zusammengehören und an welchen Stellen ihr korrigierend eingreifen könnt.
    • Enormer Umfang: Das neue Siedler besteht aus sechs Kapiteln, drei davon sind in der Beta spielbar. Schon in diesem Abschnitt lassen sich weit über 100 Technologien freischalten. Rechnet man die Spielzeit der ersten Kapitel hoch und betrachtet man die Größe des Geländes, enthält Königreiche von Anteria tatsächlich Stoff für viele Wochen oder gar Monate.
    Das muss bis zum Release noch besser werden:
    • Weniger Diablo! Weil der Einsatz der Helden und das Bestehen von Abenteuern (= Quests) zwingende Voraussetzung ist fürs Vorankommen, muss der Spieler in jedem Fall Hack&Slay-Abschnitte spielen. Geschätzt verbringt der Spieler derzeit mindestens drei Viertel seiner Zeit in den Quests. Das Abfarmen dieser Quest-Gebiete ist eine mühselige, zähe, wiederholungs-anfällige Angelegenheit. Zwar lassen sich Rohstoffe auch via Handelshaus von anderen Spielern erwerben, allerdings wird das Gebäude erst spät in Kapitel 2 freigeschaltet.
    • Schwierigkeitsgrad senken! Wer sich naiv in die Abenteuer stürzt, scheitert häufig schon an der ersten Gegnertruppe: Etliche Quests sind erst schaffbar, sobald man die Heldentruppe mühsam und langwierig hochlevelt – klassisches Grinding. Leider verrät euch das Spiel nicht, was auf eure Helden in einer bestimmten Region zukommt. So kann es passieren, dass eure Level-10-Streiter schon in den ersten 60 Sekunden von Level-15-Krabben aufgerieben werden.
    • Sinnvolleres Loot! Aus vielen Abenteuern nimmt der Spieler Dutzende von völlig identisch aussehenden Waffen und Artefakten mit, die sich minimal unterscheiden und deshalb aufwendig aussortiert werden wollen. Übrigens: Falls ihr ein einmal gestartetes Abenteuer vorzeitig abbrecht oder ihr alle Helden im Kampf verliert, sind alle bis dahin gesammelten Goldmünzen, Rohstoffe und Erfahrungspunkte verloren. Frustrierend!
    • Langsamer! In den Kämpfen bricht regelmäßig Chaos aus – zum einen deshalb, weil die Helden teilweise nur verzögert reagieren, teils aber auch, weil sich die Ansicht nicht drehen lässt und Kampfhandlungen von Bäumen oder Türmen verdeckt werden. Flucht ist häufig keine Option, weil die Truppe dann sofort in die nächsten Gegner rennt. All das mag für Diablo-Hardcore-Spieler nichts Besonderes sein, für ein Siedler-Spiel ist das Tempo durchaus heraus- und stellenweise überfordernd.
    • Cleverere Truppen! Eure Helden werden von Speerkämpfern, Armbrustschützen und Axtträgern unterstützt, die ihr in der Kaserne "bestellen" und ins Abenteuer mitnehmen könnt. Leider lassen sich die Truppen im Kampf nicht steuern und dadurch nicht sinnvoll taktisch einsetzen: Selbst Fernkämpfer latschen mitten ins größte Getümmel und werden dort zuverlässig aufgerieben.
    • Mehr erklären! Mondsteine besorgen, fordert die Quest. Prima, aber wo kriegt man die her? In den Quest-Beschreibungen wird viel zu wenig erklärt. Und wie setzt man eigentlich Fußtruppen in den Quests ein? Auch das lässt sich am ehesten durch Ausprobieren herausfinden, wie verzweifelte "Hilfe, wie kann ich …?"-Fragen im Ingame-Chat belegen. Auch die Tooltipps verwirren mehr als dass sie helfen.
    • Abwechslungsreichere Abenteuer! Wölfe, Wölfe, Bären, Wölfe, Bären, Wölfe. Und zwischendurch Wölfe: Die Gegnergruppen bestehen stets aus Varianten der gleichen Figuren. Wer bestimmte Rohstoffe oder Goldstücke sammeln will, muss die meisten Levels mehrmals angehen. Dabei ist es unerheblich, ob die Viecher in der Wüste oder im Schnee auftauchen - Spielmechanik, Taktik und Ablauf ändern sich dadurch nicht. Bossgegner regenerieren schneller und sind wahre Hitpoint-Monster.
    • Wartezeit reduzieren! Eine (Echtzeit-)Nacht auf die Lieferung von 600 Felsen oder 700 Eisenstangen warten? Das ist eine echte Umstellung für all jene, die gewohnt sind, ohne Verzögerungen und ohne Online-Anbindung zu siedeln. Wer die Rohstoffe noch nicht beisammen hat, kann keine neue Gebäude errichten, nicht upgraden, keine Technologien freischalten – und ist deshalb zum Warten oder zum Bestreiten von Abenteuern verdammt.
    • Mehr Wuselfaktor! Die meisten Betriebe sind aktuell so gut wie nicht animiert: Weder aufsteigenden Kaminrauch noch Brot-backende Siedler noch Holzfällende Waldarbeiter noch Getreide-sensende Landwirte gibt es zu besichtigen. Deshalb hält sich der angestrebte "Aquarium-Effekt" auch noch in extremen Grenzen.
    • Ingame-Währung überdenken! Diamanten – also Echtgeld - für das bloße Versetzen von Gebäuden? Ernsthaft? Zumindest in der Beta ist das vorgesehen. Blue Byte schweigt konsequent zum Thema Geschäftsmodell: Königreiche von Anteria ist kein Free-2-Play-Spiel, das wurde mehrfach klargestellt. Trotzdem enthält das Spiel eine Ingame-Echtgeld-Währung, die unter anderem dazu dient, Abläufe zu beschleunigen und Inventar-Slots zu erweitern. Damit werden just die Befürchtungen genährt, die seit der Enthüllung immer wieder aufgetreten sind.
  • Es gibt 34 Kommentare zum Artikel
    Von Yashualay
    Hallo PC-Games-Team,erstmal vielen lieben Dank an Petra & Stefan für dieses super "Lets's Play" - gerne mehr davon …
    Von USA911
    Es ist KEIN Siedler mehr. Ich habe gerade mal ein paar Stunden ausgehalten und es ist einfach nur zäh.Spielspaß ist…
    Von ElReloaded
    De facto ist das SiedlerOnline 2.0. Nicht mehr, und nicht weniger. Mit einem echten Siedler-Titel hat das nichts zu…

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    • Es gibt 34 Kommentare zum Artikel

      • Von Yashualay Neuer Benutzer
        Hallo PC-Games-Team,
        erstmal vielen lieben Dank an Petra & Stefan für dieses super "Lets's Play" - gerne mehr davon !

        Nachdem ich mir es nun 2-3x angeschaut habe, und auch AO sowie DSO kenne, fällt es mir im Prinzip wie Schuppen von den Augen. Könnte man "Königreiche von Anteria" als quasi 'F2P mit…
      • Von USA911 Erfahrener Benutzer
        Es ist KEIN Siedler mehr. Ich habe gerade mal ein paar Stunden ausgehalten und es ist einfach nur zäh.
        Spielspaß ist bisher keiner aufgekommen, kann daran liegen das ich ein Siedler erwartet habe wie es zu den guten alten klassischen Zeiten noch war.

        Hut ab, das Du so lange durchgehalten hast.
      • Von ElReloaded Erfahrener Benutzer
        De facto ist das SiedlerOnline 2.0. Nicht mehr, und nicht weniger. Mit einem echten Siedler-Titel hat das nichts zu tun. Ich sehe übrigens auch die Produktionsketten skeptisch: denn man kann ja immer nur eine Rohstoff-Quelle an einen Betrieb anschließen. Es gibt also nur 1:1 Verbindungen. Selbst bei…
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Die Siedler: Königreiche von Anteria
Zu viel Diablo, zu wenig Siedler: Die größten Baustellen
Seit mehreren Wochen kämpfen wir uns durch die Closed Beta von Die Siedler: Königreiche von Anteria - und zwar buchstäblich: Phasenweise fühlt sich das Spiel mehr wie Diablo als Siedler an. Zeit für Tacheles: Was schon gut im neuen Blue-Byte-Spiel funktioniert - und was nicht.
http://www.pcgames.de/Die-Siedler-Koenigreiche-von-Anteria-Spiel-54540/News/Zu-viel-Diablo-zu-wenig-Siedler-Die-groessten-Baustellen-1139149/
15.10.2014
http://www.pcgames.de/screenshots/medium/2014/10/Siedler_Anteria_Aufmacher_Banditen-pc-games_b2teaser_169.jpg
die siedler,strategie,ubisoft,blue byte
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