Diablo-Interview: Jeff Strain über die Wiedergeburt des PC-Rollenspiels
Für das 18seitige Diablo-Dossier in der Erstausgabe von PC GAMES POWER PLAYER hat Redakteur Felix Schütz wochenlang recherchiert und exklusive Interviews geführt. Wie im Heft versprochen, bieten wir als Zusatz-Service die kompletten Gespräche mit den Ex-Blizzard-Designern Bill Roper und Jeff Strain im englischen Original an. PC GAMES POWER PLAYER ist seit 12. Mai überall dort erhältlich, wo es Zeitschriften gibt.
Quelle: PC Games
Jeff Strain ist nicht nur einer der Gründer von ArenaNet (Guild Wars) sondern hat für Blizzard auch an World of Warcraft, Warcraft 3, Diablo und Starcraft mitgearbeitet. Momentan arbeitet er bei seiner neuen Firma Undead Labs an einem Zombie MMO für Konsolen.
An was musst Du sofort denken, wenn du heute "Diablo" hörst?
An nichts anderes als die Wiedergeburt des PC-Rollenspiels. Damals dachten alle, wir müssten verrückt sein, da alle glaubten, dass Rollenspiele tot wären. Wenn eine Firma heutzutage auf ein traditionelles Abenteuer-Spiel setzt, wäre das ungefähr das Gleiche. Wenn ich "Diablo" höre, bin ich stolz darauf, ein Teil des Teams zu gewesen zu sein, das mein Lieblingsgenre gerettet hat.
Du warst Programmierer des ersten Diablo-Titels. Als du am Spiel gearbeitet hast, konntest du da ahnen, wie einschlagend und wichtig es werden würde?
Ich hätte nie gedacht, dass es so erfolgreich werden würde. Ich wusste nur, dass ich Diablo selbst mit Begeisterung gespielt hatte und hoffte, dass alle die Spieler auf der Welt es genauso mögen würden wie ich - und natürlich taten sie es. Die besten Spiele kommen immer von leidenschaftlichen Teams. Und ich denke, meine persönlicher Begeisterung für das, was wir damals entwickelten, reflektiert ganz gut die Stimmung des restlichen Teams.
Welche "Lehre" ziehen wir als Spieler und Ihr als Entwickler aus den Diablo-Spielen?
Manchmal muss man seinen eigenen Weg gehen. Diablo wäre niemals entstanden, wenn wir ein Spiel für eine Fokusgruppe gemacht hätten. Alle dachten, wir wären verrückt - die Presse, die Vertreiber, sogar eine Menge Spieler, die nicht verstehen konnten warum wir nicht noch ein Strategiespiel machten - aber wir ahnten, was daraus werden könnte und machten einfach weiter. Es ist immer wichtig, den Fans zuzuhören, aber man darf auch kein Fähnchen im Wind sein. Es ist schwer für Unternehmen, erfinderisch zu bleiben, wenn sie größer werden, aber ich bin immer noch der Meinung, dass wahre Leistung voraussetzt, Grenzen zu überschreiten und sich wirtschaftlichen Herausforderungen zu stellen.
Hattest du schon die Möglichkeit Diablo 3 zu spielen? Und wie findest Du das Spiel und seine visuelle Umsetzung?
Leider hatte ich bis jetzt noch die Chance, aber vielleicht kann ich ein paar "Undead Labs"-Pullis gegen einen Beta-Key eintauschen? ;)
In diesem Artikel
- Seite 1 Diablo-Interview: Bill Roper über die Diablo-Formel und ein rundenbasiertes Diablo
- Seite 2 Diablo-Interview: Jeff Strain über die Wiedergeburt des PC-Rollenspiels
- Seite 3 Diablo-Interview: Bill Roper about the Diablo-Formula and the birth of Diablo
- Seite 4 Diablo-Interview: Jeff Strain about the rebirth of the PC-RPG
- Seite 5 Bildergalerie
Bildergalerie
- Seite 1 Diablo-Interview: Bill Roper über die Diablo-Formel und ein rundenbasiertes Diablo
- Seite 2 Diablo-Interview: Jeff Strain über die Wiedergeburt des PC-Rollenspiels
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- Seite 4 Diablo-Interview: Jeff Strain about the rebirth of the PC-RPG

oder Fallout überhaupt gespielt? (und ich meine ernsthaft... nicht 15
Minuten probiert und weggelegt). Denn wenn, dann müssten dir doch die wirklich episch, dicken Mauern der Unterschiedlichkeit auffallen, welche Diablo und richtige RPGs trennen.
Es spielt doch dabei keine Rolle, ob sie unterschiedlich waren, natürlich waren sie das. Sogar sehr. Aber vom Grundprinzip her, nämlich des Levelns und der vom Spieler gesteuerten Charentwicklung sind sie nun mal ein Genre: Rollenspiele.
Und ich wage schon zu behaupten, dass es da draußen viele, viele Spieler gab, die erst nach dem ausgiebigen Konsum von Diablo überhaupt erst auf die Idee gekommen sind, sich solche komplexeren Rollenspiele überhaupt mal anzuschaun.
Diablo und Diablo 2 sind ziemlich erfolgreiche Spiele, die den Bekanntheitsgrad des Rollenspiel-Genres gefördert haben. Somit kann man schon davon reden, dass diese Spieleserie eine gewisse Wiedergeburt des Genres eingeleitet hat, weg von der Rundenstrategie, hin zur Action. Massentauglich und profitsteigernd - Spass machen diese Spiele trotzdem. ;)
Also, was mich und ein paar meiner Kumpels angeht, die damals zu der Zeit auch ab und ab mal ein Rollenspiel gespielt haben: da hat Diablo Null Einfluss gehabt... Baldur's Gate hatten wir so oder so mit Freude erwartet und es dann auch ewig gespielt, ganze Nächte damit verbracht - aber mit Diablo hatte das nix zu tun. Das hatten wir vorher schon eher als "Schwertkampfspiel" wahrgenommen denn als Rollenspiel.. Ich hab es sogarerst Jahre später als Budget-Version erstmals gespielt.
Diablo 2 war da schon was anderes, das war - trotz Action-Lastigkeit - ne typische Rollenspiel-Story und auch IMHO viel mehr Rollenspiel als Diablo(1). Das hatte ich mir deswegen dann auch geholt, und nicht zuletzt deswegen auch wieder Bock bekommen, Baldur's Gate mal wieder rauszukramen ;) Und beides zusammen hat dann dafür gesorgt, dass ich auch BG2 zu Weihnachten gewünscht hab (das kam 2-3 Monate nach Diablo2 raus)
Da kämen zuerst noch ganz andere Kanidaten, die sich den Titel abholen dürften.
Nur blöd, dass sich ohne Diablo wohl die allerwenigsten (waren eh schon vergleichsweise wenig) Leute einen feuchten Kerricht für deine "anderen Kandidaten" geschert hätten, hätte es Diablo nicht gegeben, das diesen Leuten diese Art Spiel erst wieder schmackhaft gemacht hat. Insofern ist die Behauptung, Diablo hätte das Rollenspielgenre wiederbelebt, durchaus gerechtfertigt.
Die Kunden dachten also: "Mir gefällt Diablo, deswegen gefällt mir wohl auch Baldurs Gate und Fallout!"
Der Gedankengang kommt dir jetzt nicht ein wenig seltsam vor? :ugly:
Ich meine alleine an der schieren Anzahl der Infinity Engine Spiele dieser Zeit und der darauf folgenden Jahre, zeigt sich doch deutlich wer offenbar eine nicht ganz kleine Kundengruppe für sich gewinnen konnte. Und es ist eine mehr als abenteuerliche Behauptung, dass dieser Erfolg auf dem Interesse basiert welches angeblich ein Spiel geweckt hat, dass nichtmal wirklich im selben Genre liegt.
Ohne dir jetzt was unterstellen zu wollen, aber hast du Baldurs Gate
oder Fallout überhaupt gespielt? (und ich meine ernsthaft... nicht 15
Minuten probiert und weggelegt). Denn wenn, dann müssten dir doch die wirklich episch, dicken Mauern der Unterschiedlichkeit auffallen, welche Diablo und richtige RPGs trennen.
Diablo hat sicher kaum etwas mit der Wiedergeburt des PC Rollenspiels zu tun. Die Wirkung die Diablo - wie einige hier meinen - anscheinend auch für BG entfacht haben soll, gab es nicht. BG war so dermaßen verschieden von Diablo, dass bereits die Zielgruppe sehr unterschiedlich war. Außerdem gab es noch die große Werbung für BG, die Richtung als P & P - Umsetzung und der außerordentliche Umfang von BG. Zudem haben auch die Magazine Ende 1998 nur im Zusammenhang mit BG von der Wiedergeburt gesprochen, nicht etwa bei Fallout oder Diablo.
Diablo II kann sich aber immerhin auf die Fahne schreiben, bestes Action - CRPG des Jahrzehnts zu sein. Diabloartige Action - CRPG fasse ich noch als Subgenre des gesamten CRPG - Genre auf. Die Krone für das das gesamte CRPG für das Jahrzehnt 2000 - 2009 erhält allerdings BG II.