Mythen & Legenden in Videospielen: Was Zelda, Diablo, GTA & Co verbergen

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Special Carlo Siebenhüner - Redakteur Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen 17,55 €
Mythen & Legenden in Videospielen: Was Zelda, Diablo, GTA & Co verbergen
Quelle: pcgames

Wir haben uns in den Kaninchenbau begeben und einige der spannendsten, emotionalsten oder einfach nur abgedrehtesten Legenden der Videospielgeschichte herausgesucht, die wir näher beleuchten. Aber wir wollen auch herausfinden, was genau dahintersteckt.

Videospiele sind faszinierend. Sie unterhalten Millionen von Menschen mit fesselnden Geschichten, tollem Gameplay oder schicker Grafik. Und sie regen unsere Fantasie an! So sehr, dass sich in über einem halben Jahrhundert auch zahlreiche Mythen, Legenden und sogar Verschwörungstheorien um die Welt der Spiele entwickelt haben. Wir haben uns in den Kaninchenbau von Zelda, Diablo, GTA und Co. begeben und einige der spannendsten, emotionalsten oder einfach nur abgedrehtesten Legenden der Videospielgeschichte herausgesucht, die wir näher beleuchten. Aber wir wollen auch herausfinden, was genau dahintersteckt.

Polybius

Den Anfang machen wir im Jahr 1981 mit einem der ersten Mythen rund um Videospiele, der sich gleich zu einer waschechten Verschwörungstheorie entwickelte. Die Rede ist vom Mysterium rund um das Spiel Polybius. Damals waren Arcadehallen in den USA ein echtes Phänomen. An den Automaten konnte man lange Nachmittage verbringen und ordentlich Geld dalassen. Schließlich kostete jede Runde ein paar Cents und Spiele waren mit Highscores und heftigen Schwierigkeitsgraden darauf ausgelegt, dass man oft verlor und noch mehr Kohle einwarf.

1981 sollen in der Stadt Portland in Oregon in einigen wenigen Arcadehallen schwarze Automaten aufgestellt worden sein, auf denen nur der Namen "Polybius" aufgedruckt war.

Spieler sollen der Legende nach bereits nach wenigen Runden nicht mehr davon loszureißen gewesen sein. Ein regelrechtes Suchtverhalten soll sich entwickelt haben. Das soll zu langen Schlangen am Automaten und sogar Kämpfen darum geführt haben, wer als Nächstes spielen darf.

Gleichzeitig soll sich das Gameplay von Polybius negativ auf den Gesundheitszustand seiner Spieler ausgewirkt haben. So wird berichtet, dass Leuten beim Spielen übel geworden sei. Anschließend sollen bei manchen Gedächtnisverlust und Schlafstörungen aufgetreten sein, bis hin zu schrecklichen Albträumen.

Vereinzelt soll Polybius sogar zu Anfällen und Halluzinationen geführt haben. Außerdem wird berichtet, dass auch immer wieder Leute in schwarzen Anzügen in den Spielhallen gesichtet wurden, die sich an den Polybius-Automaten zu schaffen gemacht haben sollen.

Es wird spekuliert, dass dort Daten ausgelesen wurden. Als wäre das nicht alles schon genug, sollen die Automaten dann nach gerade mal einem Monat spurlos verschwunden sein.

Nachbau des Spiels Polybius Quelle: pcgames Wurden sie also von der US-Regierung weggeschlossen, weil sie psychedelische Anfälle auslösten? Wohl eher nicht. Tatsächlich ist es so, dass der Mythos um Polybius recht klar als Urban Legend bezeichnet werden kann, der viele tatsächliche Ereignisse als Grundlage benutzt und in sich vereint.

So war Portland eine bekannte Teststadt für neue Arcade-Automaten. Die kamen meist ohne große Verkleidung als schwarze Boxen. 1981 gab es auch tatsächlich zwei medizinische Vorfälle in Arcadehallen, die sich aber einfach erklären lassen.

Einer war ein Migräneanfall beim Spielen von Tempest, einem Spiel mit schnell wechselnden Farben und Lichtern. Bei fotosensitiven Personen kann das Symptome hervorrufen. Nicht umsonst sehen wir heutzutage in fast jedem Spiel eine Epilepsie-Warnung.

Nachbau des Spiels Polybius Quelle: pcgames Der zweite Fall war ein Jugendlicher, der einen Langzeit-Rekord aufstellen wollte und nach 28 Stunden Stehen, Cola Trinken und Junkfood Essen nachvollziehbarerweise Magenschmerzen bekam und abbrechen musste.

Selbst die Männer in schwarzen Anzügen können erklärt werden. Damals gab es Untersuchungen von US-Beamten, die Spielautomaten auf illegale Glücksspielmodifizierungen hin untersuchten.

Gleichzeitig wurden die wenige Jahre zuvor durchgeführten geheimen Machenschaften der CIA bekannt, im Rahmen derer unbedarfte Personen unter Drogen gesetzt wurden, um Bewusstseinskontrolle zu erforschen - bekannt als "MK Ultra".

Die Untersuchungen liefen am Ende ins Leere, zogen aber einen öffentlichkeitswirksamen Prozess mit betroffenen Personen und viel Raum für gruselige Verschwörungstheorien nach sich. Letztere wurden unter anderem im damals neuartigen und unbekannten Phänomen der Videospiele verarbeitet.

Bildergalerie

Der Mythos um Polybius lebt bis heute weiter, aber eher als Running Gag in der Popkultur, wie den Simpsons oder in der Marvel-Serie Loki. Mit den Jahren tauchten immer wieder angebliche Augenzeugen oder sogar Entwickler des Spiels auf, die die Echtheit bestätigen wollen, am Ende aber nie belastbare Beweise vorlegen können. Es ist also sehr wahrscheinlich, dass es Polybius nie gegeben hat.

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      • Von Digitalforces NPC
        Großartiger Artikel, vielen Dank dafür!
      • Von Digitalforces NPC
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