Deltarune: Wer spielt hier wen?

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Deltarune: Wer spielt hier wen?
Quelle: PC Games

Mit Deltarune bringt Soloentwickler Toby Fox die Fortsetzung zu dem Rollenspiel-Klassiker Undertale. Das Paralleluniversum beherbergt zwar viele alte Gesichter, aber kann es an die Tiefe des Vorgängers anknüpfen?

Ich habe lange überlegt, wie ich diese Review schreiben soll. Das liegt nicht daran, dass Deltarune so ein super-kompliziertes Spiel ist, sondern eher daran, dass fast jeder Satz aus dem Spiel eigentlich schon zu viel Spoiler wäre. Wie beim spirituellen Vorgänger und Kult-Hit Undertale geht es hier nicht nur um ein Spiel, sondern viel mehr um eine Erfahrung. Wie Solo-Entwickler Toby Fox diesen Zauber einfängt und warum sich diese Erfahrung namens Deltarune lohnt, verrat' ich euch natürlich.

Wer spielt hier was?

Vorweg: Ja, Deltarune gehört zu dem Universum von Undertale, spielt jedoch in einer Parallel-Dimension. Schon direkt am Anfang begegne ich bekannten Gesichtern, allen voran Toriel, der Ziegen-Frau, die schon in Undertale als Mutter des Helden diente. Diese Rolle nimmt sie auch in Deltarune ein, nur dieses Mal wirklich als jemand, der meinen Charakter wohl großgezogen hat. Obwohl "mein" Charakter sehr optimistisch ausgedrückt ist.

Den darf ich mir am Anfang nämlich erstellen und Hosen, Oberteil sowie Frisur nach Belieben auswählen. Nur um direkt nach der Erstellung gesagt zu bekommen, dass sich in dieser Welt niemand aussuchen kann, wer er ist und mein erstellter Charakter sofort gelöscht wird. Es wird direkt ein unangenehmer Ton gesetzt und mir vermittelt: Dieses Spiel spielt mit mir, nicht andersherum.

In dieser Welt kann sich niemand aussuchen, wer er ist. Quelle: PC Games In dieser Welt kann sich niemand aussuchen, wer er ist. Diese Aussage hat sich dann von Anfang an in mein Hirn gepflanzt, und fortan hinterfragte ich alles, was das Spiel mir hingeworfen hat. So habe ich mich direkt sofort von der Idee getrennt, dass ich Kris, der Held der Geschichte bin. Ich bin der Spieler und ich lenke Protagonisten Kris in diesem Videospiel.

Und mit diesem Gedanken wache ich in meinem Zimmer auf, oder eher: Kris wacht in seinem Zimmer auf. Der wird gerade von seiner Ziegenmutter Toriel geweckt, um zur Schule zu gehen. Ein ganz normaler Tag in einer ganz normalen Kleinstadt. Das Einzige, was auffällt: Jeder hier ist ein Tier oder gar Monster, aber das fällt natürlich nur mir als Spieler auf. Kris, mein Spielcharakter, ist das alles wohl schon von klein auf gewohnt, weswegen es auch nicht nötig ist, das infrage zu stellen.

Eher im Gegenteil: Kris' Mitschüler und auch seine Lehrerin wissen nicht so recht, wie sie mit dem einzigen Menschen der Stadt Kris umgehen sollen. Er ist einfach ein stiller, merkwürdiger Typ, der zu nichts irgendetwas beiträgt. Er ist einfach da - unscheinbar, wie ein stiller Protagonist eben ist. Die einzigen Dinge, die er sagt, werden von mir ausgewählt. Ansonsten regeln die Charaktere um meinen Shy-Guy herum die Story, treiben ihn voran oder geben ein Ziel vor, das er verfolgen soll.

Vielleicht liegt es am Schaden, den ich immer noch von Undertale und ähnlichen Spielen wie Doki Doki Literature Club oder Nier Automata habe, aber das kam mir direkt merkwürdig vor. Jeder in dieser Welt kennt Kris als den stummen Weirdo, bis ich als Spieler komme und immer wieder Entscheidungen für ihn treffe und Unterhaltungen für ihn führe.

Wenn sich niemand aussuchen kann, wer er ist, frage ich direkt: Will Kris überhaupt von mir gespielt werden? Bis zum Start vom Spiel hatte er allem Anschein nach ja ein ganz normales Leben.

Jedenfalls schickt Lehrerin Alphys, die wohl ihre Kreide vergessen hat, Kris und Schul-Bully Susie zum Sekreteriat, damit die beiden Kreide für den Unterricht besorgen. Spannendes Zeug eben. Auf dem Gang beobachtet Kris seine Krokodil-Mitschülerin, wie sie das fehlende Stück Kreide verschlingt. Da sie davon ausgeht, dass Kris sie verpfeifen will, droht das Mädchen, meinem Helden das Gesicht abzubeißen.

Susie bedroht Kris in der Schule. Quelle: PC Games Susie und Kris kommen anfangs weniger gut klar. Kris reagiert auf die Drohung aber gewohnt nonchalant, verzieht keinen einzigen Pixel seines Gesichts und lässt sich von Susie per detaillierter Animationen und Gewalt wortlos an die Wand drücken. Danach folgt er ihr einfach still zum Sekreteriat.

Dort angekommen öffnen die Charaktere zwar die Tür, finden sich aber vor... Nichts wieder - wortwörtlich. Hinter der Tür ist nur Schwarz zu sehen. Die Neugier packt die zwei Schüler aber, also gehen sie blind in das Schwarz, fallen dort in das Nichts und wechseln im Flug auf feinste Sailor-Moon-Art ihre Outfits.

Hier, wie die zwei Charaktere gleich lernen, befinden sich die Schüler in der sogenannten Dark World. Recht anfänglich bekommen wir dort endlich unser erstes Ziel: Die Dark World retten und zurück in unsere Welt kehren. Warum ausgerechnet Kris und Susie das tun sollen?Weil sie aus der Light World kommen und somit als Lightners gelten, die die Balance in der Dark World wieder herstellen, wenn sie die Quelle der Dunkelheit neutralisieren.

Dazu schließt sich uns der kleine pelzige Ralsei, Prinz der Dark World an, der dabei helfen soll, das Gleichgewicht wiederherzustellen. Als Trio begibt sich die Truppe dann in verschiedene Gebiete in Kris' und Susies Heimatstadt, um alle von der Dunkelheit zu retten. Ganz davon abgesehen, dass Susie und Kris die Abenteuer interessanter finden als das öde Schulleben.

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  2. Seite 2 Wie sehen die Kämpfe aus?
  3. Seite 3 Genocide-Run und Detailliebe
    • Kommentare (1)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von stl1988 Gelegenheitsspieler/in
        Moment. Hier gibt es Bildunterschriften und einen Meinungskasten, aber in der N-Zone nicht?
      • Von stl1988 Gelegenheitsspieler/in
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