Mit Deltarune bringt Soloentwickler Toby Fox die Fortsetzung zu dem Rollenspiel-Klassiker Undertale. Das Paralleluniversum beherbergt zwar viele alte Gesichter, aber kann es an die Tiefe des Vorgängers anknüpfen?
Kämpfen! Oder Reden?
In den verschiedenen Kapiteln begeben wir uns in verschiedene Welten: Die erste ist von Spielkarten inspiriert und unser Ziel ist dort Obermotz König, genauer gesagt ein Pik-König, der sich die komplette Dark World unter den Nagel reißen will. Um zu dem zu kommen, muss ich aber erst einmal an seinem Bataillon an unterjochten Sklaven vorbei. Das geht ganz typisch, wie in jedem RPG, in dem ich einfach alles bekämpfe, was mir vor die Klinge läuft. Dann hauen die Gegner irgendwann ab und der Kampf wird beendet.
Quelle: PC Games
Die Kämpfe werden schnell zur Bullet Hell.
Wobei sich schon Undertale dadurch ausgezeichnet hatte, dass ich auch den ACT-Befehl ausführen kann - und genau das ist auch eine Option in Deltarune. Über den kann ich verschiedene Aktionen in den Kämpfen ausführen - etwa einen Witz reißen, flirten oder eine coole Pose einnehmen. Diese Aktionen sind einzigartig für jeden Typen von Gegner und müssen anhand der Texte, die sie von sich geben, benutzt werden.
Mit den richtigen Befehlen schließen sich die Gegner mir an und der Kampf wird beendet. Manchmal reicht sogar die Lebenserfahrung als Spieler, um zu wissen, dass ich eine Katze etwa am besten zu einem Freund mache, wenn ich friedlich mit ihr umgehe und in einer weichen Stimme mit ihr rede.
Bis die Gegner beruhigt sind, benötigt es aber meistens mehrere Runden. Da ich es hier mit einem rundenbasierten System zu tun habe, greifen die Noch-Feinde also an und ich muss die Bullet-Hell überleben, die auf mich hereinbricht. Bei nur einem Feind ist das oft sehr einfach, schwierig wird es, wenn sich die verschiedenen Angriffe der Gegner kombinieren und ich bis zu drei Attacken gleichzeitig ausweichen muss.
Quelle: PC Games
Auch im Kampf werden wir stets verbal konfrontiert.
Oft gibt es in den Kämpfen sogar Minispiele, das nimmt vor allem ab Kapitel 3 stark zu. Nicht nur befinden wir uns dort in einer Fernsehsendung, in der wir sowieso durchgehend mit Minispielen konfrontiert sind, auch die normalen Kämpfe werden immer kreativer. Dabei fühlen sich die Fights nicht anders als sonst an, sie sind einfach noch deutlich vielfältiger. Dadurch zeichnet sich sowieso alles ab Kapitel 3 aus: Mehr. Mehr Story, mehr Kämpfe, mehr NPCs und mehr Quatsch.
Das liegt aber auch an meiner Gruppe! Die drei Charaktere verfügen nämlich alle über verschiedene Fähigkeiten. Ab Kapitel 2 können sogar Haudrauf-Susie und Heiler-Ralsei ihre eigenen ACT-Befehle ausführen. Dabei geht Susie meistens eher den direkten und aggressiven Weg der Kommunikation, während Ramsel jeglichen Streit schlichten möchte. Was die Befehle der Gruppe, neben Kris natürlich, genau machen, weiß ich immer erst, wenn ich ihn benutze. Das bringt in jedem Kampf eine gewisse Neugier mit, weil ich wissen will, welchen Quatsch die zwei dieses Mal wieder von sich geben.
Quelle: PC Games
Selbst die Händler sind sympathisch und witzig!
Größtenteils ist das alles Undertale in besser und eben mehr! Wodurch sich Deltarune aber abgrenzt, ist die neue TP-Leiste. ACT-Befehle und auch Zauber oder spezielle Angriffe kosten immer Prozente von der TP-Leiste, die sich auffüllt, sobald mein Team Angriffe abwehrt, oder wenn ich den Kugeln der feindlichen Angriffe ganz knapp ausweiche. Ressourcenmanagement wird mit der steigenden Schwierigkeit der Kapitel durch diese Leiste immer wichtiger. Wie gesagt: Jeder Charakter ermöglicht andere Aktionen, wodurch ich gerade bei Bossen und großen Gegnergruppen zweimal überlege, bevor ich meine Runde ausführe.
Durch die Vielfalt der Feinde, was sie sagen und wie sie zu bekämpfen sind, wird das rundenbasierte Kampfsystem wirklich nie langweilig. Man merkt, dass jede Zeile mit einem Gedanken geschrieben wurde, der zu dem einzelnen Charakter passt. Selbst in harten Kämpfen konnten mich die dämlichen Dialoge der Feinde immer wieder zum Schmunzeln bringen.
