Den Erwartungen gerecht geworden? Drakensang im Test

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Test Felix Schütz - Redakteur Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen

Ein deutsches Rollenspiel, so klassisch und gut, man sollte es mit Würfel, Zettel und Stift ausliefern.

Clever: Im Hafenviertel der Hauptstadt Ferdok lockt eine coole, verzweigte Quest um rivalisierende Handelshäuser, ein sehr schöner Abschnitt in Drakensang. Clever: Im Hafenviertel der Hauptstadt Ferdok lockt eine coole, verzweigte Quest um rivalisierende Handelshäuser, ein sehr schöner Abschnitt in Drakensang. Zweierlei Mängel nagen an der Atmosphäre: einmal die Darstellung mancher Gebiete, die auf einigen Monitoren arg dunkel ausfallen, etwa der finstere Brückenmoor-Sumpf. Der Einsatz von Fackeln und Helligkeitszaubern bringt in diesen Fällen leider nichts, denn in Echtzeit berechnete Lichteffekte gibt es nur in Dungeons. Die Möglichkeit, notfalls den Gamma-Wert in den Grafikeinstellungen anzupassen, fehlt leider komplett. Der andere Punkt betrifft die Umgebungsgeräusche: In Städten und Dörfern husten und stöhnen NPCs dermaßen aufdringlich, dass man befürchtet, die Pest sei ausgebrochen. Kann man diese Schnitzer bitte per Patch ausbessern, Radon Labs?

Schnüffler: Wir klären am Anfang von Drakensang den Mord an unserem Freund Ardo auf – seine Katze lockt uns auf die erste Fährte. Schnüffler: Wir klären am Anfang von Drakensang den Mord an unserem Freund Ardo auf – seine Katze lockt uns auf die erste Fährte. Das Besondere an Drakensang: Rundenweise Gruppenkämpfe
Der Marsch zur Taverne endet in der Begegnung mit Rhulana, einer ziemlich unfreundlichen Amazone. Drei Klicks später befindet sich ihr Charakterporträt unter dem des Spielers - sie ist damit in seine Gruppe eingetreten und folgt ihm auf Gedeih und Verderb. Drakensang ist ein typisches Party-Rollenspiel, einem Neverwinter Nights nicht unähnlich. Im späteren Handlungsverlauf trifft man auf weitere Charaktere, etwa Dranor, einen sympathischen Schwerenöter und Taschendieb. Jede dieser Figuren hat eine eigene Hintergrundgeschichte und schleicht sich mit witzigen Kommentaren in das Spielerherz - reich an Profil und Persönlichkeit, genau so wünscht man sich Begleiter in einem Rollenspiel.
Heftig: Wir sollen eine Rattenplage auslöschen – diese Quest bekommt man zu früh, sie ist erst auf höheren Levels schaffbar. Heftig: Wir sollen eine Rattenplage auslöschen – diese Quest bekommt man zu früh, sie ist erst auf höheren Levels schaffbar.
Die ersten Quests überfordern niemanden: einen Streit zwischen Obstbauern schlichten, verlorene Wertsachen suchen, Wildschweine jagen und Botengänge erledigen - typische, aber schöne Rollenspielkost. Auch Kämpfe erledigt man meist mit links: Sobald die Party auf einen Gegner trifft, pausiert das Spiel automatisch - diese Funktion lässt sich auf Wunsch abschalten und wird dann nur noch per Druck auf die Leertaste ausgeführt. Ist das Geschehen erst einmal eingefroren, hat man Gelegenheit, den Helden gezielte Anweisungen zu erteilen, sogar mehrere hintereinander: Neben Bewegungs- und Angriffsbefehlen gibt man den Spielfiguren etwa vor, besondere Attacken auszu­führen, Feuerlanzen zu schleudern, Heilzauber zu wirken. Es gibt Dutzende solcher Spezialfähigkeiten, man erlernt sie bei Trainern und legt sie dann in der Schnellzugriffsleiste am unteren Bildschirmrand ab - Bequemlichkeit, wie man sie aus Online-Rollenspielen kennt.

Trotz des Pausen-Komforts sind Kämpfe kein ungebrochenes Vergnügen: Man vermisst wenigstens rudimentäre Verhaltensvorgaben, etwa Formationen oder eine taktische Aufstellung. Wer nicht jede Aktion einzeln bestimmt, dem fallen schnell die KI-Mängel auf. Ein Heilmagier wird genauso in den Nahkampf übergehen wie ein Krieger, es sei denn, man zwingt ihn zu passivem Verhalten - dann macht er schlichtweg gar nichts, solange er keine explizite Anweisung bekommt. Dass ein Zauberweber selbstständig eine Flammenwalze entlädt oder ein Waldläufer von alleine seinen Dolch zückt, sobald ein Gegner auf ihn eindrischt, das sind Features, die man vermisst und von Hand ausgleichen muss. Immerhin: Mana und Lebenskraft regenerieren schnell, sodass man kaum von Erholungspausen zwischen den Kämpfen ausgebremst wird und auch ruhig mal einen Treffer kassieren kann. Drakensang ist manchmal fordernd, aber meistens fair.

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    • Kommentare (83)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von nikiburstr8x Mitglied
        AW:

        Zitat von envy444
        hab da ma ne frage: überleg mir schon lang ob ich mir drakensng kaufe, aaber: ich kenne dsa nich, is es die einarbeitungszeit wert?
        Hast du schon einmal DnD-Spiele wie Baldur's Gate oder Neverwinter Nights gespielt?
        Wenn ja, dürfte der Einstieg nicht so schwer fallen. Desweiteren kann man den Levelaufstieg der einzelnen Charaktere automatisch vornehmen lassen, in die Spielmechanik selbst muss man sich aber auch erst reinfuchsen ... mit den ganzen Talenten, Fertigkeiten und so . :D
      • Von nikiburstr8x Mitglied
        AW:

        Zitat von envy444
        hab da ma ne frage: überleg mir schon lang ob ich mir drakensng kaufe, aaber: ich kenne dsa nich, is es die einarbeitungszeit wert?
        Hast du schon einmal DnD-Spiele wie Baldur's Gate oder Neverwinter Nights gespielt?
        Wenn ja, dürfte der Einstieg nicht so schwer fallen. Desweiteren kann man den Levelaufstieg der einzelnen Charaktere automatisch vornehmen lassen, in die Spielmechanik selbst muss man sich aber auch erst reinfuchsen ... mit den ganzen Talenten, Fertigkeiten und so . :D
      • Von envy444 NPC
        AW:

        hab da ma ne frage: überleg mir schon lang ob ich mir drakensng kaufe, aaber: ich kenne dsa nich, is es die einarbeitungszeit wert?
      • Von s0p0g NPC
        AW:

        Zitat von cugel am 24.10.2008 05:00
        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]Abgesehen davon das jeder Tabletop Rollenspieler über so einen Stuss nur den Kopf schütteln kann haben wohl auch jede Menge PC Spieler da andere Ansichten. Denn zum Glück hat sich das erste ECHTE Rollenspiel seit langem blendend verkauft und wurde wohl von vielen nach den vielen Mischlingen aus Egoshootern und Rollenspielen bzw. bis zu Actionspielen mit Pausefunktion versimpelten modernen RPGs erwartet.

        Oblivion ist sicher ein hervorragendes Spiel, ein überragendes Rollenspiel ist es mit Sicherheit nicht, sondern nur ein recht nettes. Das die MAcher dort schon den Kern eines RPGs ignoriert haben erkennt man an dem grottigen LEvel Scaling für das ich Bethesda noch heute hasse. Obwohl, sie haben es wenigstens zugegeben.

        Für viele andere angeblich überragende Rollenspiele gilt das eben auch. Gute Spiele, aber weniger gute Rollenspiele. Nur haben sich viele, gerade die jüngeren Spieler so an diese modernen, krampfhaft auf Action getrimmte Spiele gewöhnt das dann so ein Quatsch erzählt wird, wie von Shinizm. Bei den hochgelobten Kotors geht diese Vereinfachung doch schon so weit das man im Grunde nur ein Autoaufsteigen machen muss. Knopf drücken und fertig, schon kann es mit der Action weitergehen. Dann sollte man solche Spiele aber auch konsequenter Weise Buttonevolution Games nennen, oder so.

        Die meisten Rollenspiele sind heute nur noch Actionrollenspiele in 3D mit etwas umfangreicheren Texten, bzw. Sprachausgabe.

        Es geht mir nicht darum diese Spiele schlecht zu machen, das sind sie nicht. ICh mag Action Rollenspiele schon, aber bei einem richtigen Rollenspiel erwarte ich etwas mehr Komplexität. Würde irgend jemand auf die Idee kommen und Hawxs als Simulation bezeichnen ? Amen, Bruder. Besonders was die Action-RPGs (mit denen RPGs leider mittlerweile von vielen glichgesetzt werden... wenn von RPGs die Rede ist und es tauchen darin Namen wie "Diablo" oder "Hellgate" und Konsorten auf... ... ;-) ) in 3D mit überdurchschnittlich viel Text/sprachausgabe angeht.

        Und Spiele à la KotOR Buttonevolutiongames zu nennen - die Idee finde ich grandios :-D ; RPGs ohne viele Ausbaumöglichkeiten (Jade Empire... aber da war's zu verzeihen, da die Geschichte schön erzählt wurde ^^ ) sind mir generell suspekt. Aber gut, ich gehöre halt zu den Freaks, denen ein RPG umso besser gefällt, je länger man sich wegen der Komplexität mit der Charakterentwicklung auseinandersetzen muss :-X - ist aber nunmal nicht jedermanns Sache.

        Und wenn ein Spiel es schafft, trotz veralteter Technik und einigen fehlenden Schmankerln Menschen den ganzen Tag am Bildschirm zu fesseln, ist das der beste Beweis dafür, dass ein rundum gelungenes, waschechtes RPG vorliegt :-)
      • Von cugel Mitglied
        AW:

        Zitat von FelixSchuetz am 02.09.2008 18:54
        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]Abgesehen davon das jeder Tabletop Rollenspieler über so einen Stuss nur den Kopf schütteln kann haben wohl auch jede Menge PC Spieler da andere Ansichten. Denn zum Glück hat sich das erste ECHTE Rollenspiel seit langem blendend verkauft und wurde wohl von vielen nach den vielen Mischlingen aus Egoshootern und Rollenspielen bzw. bis zu Actionspielen mit Pausefunktion versimpelten modernen RPGs erwartet.

        Oblivion ist sicher ein hervorragendes Spiel, ein überragendes Rollenspiel ist es mit Sicherheit nicht, sondern nur ein recht nettes. Das die MAcher dort schon den Kern eines RPGs ignoriert haben erkennt man an dem grottigen LEvel Scaling für das ich Bethesda noch heute hasse. Obwohl, sie haben es wenigstens zugegeben.

        Für viele andere angeblich überragende Rollenspiele gilt das eben auch. Gute Spiele, aber weniger gute Rollenspiele. Nur haben sich viele, gerade die jüngeren Spieler so an diese modernen, krampfhaft auf Action getrimmte Spiele gewöhnt das dann so ein Quatsch erzählt wird, wie von Shinizm. Bei den hochgelobten Kotors geht diese Vereinfachung doch schon so weit das man im Grunde nur ein Autoaufsteigen machen muss. Knopf drücken und fertig, schon kann es mit der Action weitergehen. Dann sollte man solche Spiele aber auch konsequenter Weise Buttonevolution Games nennen, oder so.

        Die meisten Rollenspiele sind heute nur noch Actionrollenspiele in 3D mit etwas umfangreicheren Texten, bzw. Sprachausgabe.

        Es geht mir nicht darum diese Spiele schlecht zu machen, das sind sie nicht. ICh mag Action Rollenspiele schon, aber bei einem richtigen Rollenspiel erwarte ich etwas mehr Komplexität. Würde irgend jemand auf die Idee kommen und Hawxs als Simulation bezeichnen ?
      • Von Shinizm Mitglied
        AW:

        naja ich war vll. etwas aufbrausend ;)
        Und das mit dem Char is mir erst nach absenden eingefallen.
        Es ist ja nicht das schlechteste Spiel, aber ich wollte die negativen Merkmale (meines Erachtens) einfach mal kund tun.
        Ich finde einfach das es etwas zu verschönt wurde und keine 80er Wertung verdient, aber jeder hat ja schliesslich nen eigenen Geschmack.
        Nich´ persönlich nehmen ;)
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