Die Operation Market Garden
Der Zweite Weltkrieg wäre wahrscheinlich noch deutlich vor dem 8. Mai 1945 zu Ende gewesen, wenn die alliierte Operation Market Garden im September 1944 gelungen wäre. Primäraufgabe dieser Doppeloperation (erraten: die einzelnen Teile hießen "Market" und "Garden") war es, die Frontlinie hinter den Rhein zu verschieben. Obwohl der Einsatz der Fallschirmjäger dabei rein numerisch der zweithöchste im gesamten Krieg überhaupt war, scheiterte die Operation letztlich. Nur während der Operation Varsity, mit welcher im März des letzten Kriegsjahres dann effektiv die Überquerung des Niederrheins gelang, wurden mehr Luftlandungen durchgeführt.
Operation Market: Die Landung
Der US-amerikanische Präsident Dwight Eisenhower sah sich, nachdem das Deutsche Reich 1941 in der Luftlandeschlacht um Kreta die erste erfolgreiche Luftlandung größerer Dimensionen durchgeführt und gewonnen hatte, dem politischen Druck ausgesetzt, ebenso erfolgreich einen Einsatz "von oben" durchzuführen. Außerdem hoffte die US-amerikanische Heeresführung, nach einer geglückten Landung mit drei Heeresverbänden die Westfront des Deutschen Reiches angehen zu können, statt einseitig nur von der Normandie aus zu agieren.
Die Alliierten machten drei Landezonen aus: Eindhoven, Nimwegen und Arnheim. Dort sollte die 1. Alliierte Luftlandearmee ankommen, um strategisch wichtige Brücken an Waal, Niederrhein und Maas zu sichern. Da den Deutschen weder Ressourcen noch Technik für eine Aufklärungsarbeit zustanden, wie sie die Alliierten etwa vor der Landung in der Normandie im großen Stil durchführen konnten, traf sie die Landung vollkommen unvorbereitet.
Vor den Landungen wurden deutsche Flugfelder und Flugabwehrgeschütze am 17. September 1944 heftig von knapp 300 B-25 "Mitchell" (zweimotorige mittelschwere Bomber) und A-20 "Boston" (leichte Bomber) beschossen. Parallel dazu machten sich an diesem sonnigen Tag die britischen Flugzeuge mit einigem Geleitschutz (über 800 Flieger) auf den Weg. Tatsächlich hielt sich die deutsche Gegenwehr und mithin die alliierten Verluste in Grenzen.
Operation Garden: Die Offensive
Nachdem die Alliierten erste Anfangserfolge erzielten, änderten die Befehlshaber im Deutschen Reich, die sich immer noch mehr vor den Briten als vor den US-Amerikanern fürchteten, ihre Prioritäten und wiesen der Verteidigung der Nord-Ost-Front gewaltige Kräfte zu. Einige Brücken versuchten die Deutschen, teils erfolgreich, zu sprengen, bei den legendären Brücken von Arnheim hielt es Generalfeldmarschal Model jedoch für sinnvoller, für eine eventuelle Gegenoffensive die Brücken stehen zu lassen.
Was auf britischer Seite scheinbar gut begonnen hatte, scheiterte jedoch durch die größten Unbillen der Menschheit, schlechtes Wetter und Fehlkommunikation. Das betont britische Klima am 18. September vereitelte eine zweite Luftlandungswelle. Außerdem beharrte der US-amerikanische Generalleutnant Brereton darauf, dass keine alliierten Flugzeuge von Belgien aus zur Unterstützung starten sollten. Da, Ironie des Schicksals, an diesem 18. September 1944 über den Niederlanden jedoch klare Sicht herrschte, verfügten die Deutschen tatsächlich über Luftüberlegenheit. Auch über die weiteren Tage war die äußerst aktive Luftwaffe enorm wichtig für das Deutsche Reich.
