Angespielt
PC-Games-Volontär Christian Burtchen posiert mit Josh Mosqueira vor einem Panzer.
Horrorsituationen im Leben eines Spieleredakteurs, Folge 46: Einen Einstieg zu einem Strategiespiel im Zweiten Weltkrieg finden! Wie wär‘s mit "Noch nie wurden die Schlachten im Jahre 1944 besser inszeniert als ... "? Nein? Was halten Sie von "Es gibt viele Strategietitel, die sich mit dem Szenario auseinandergesetzt haben, doch keines bringt ein ähnlich revolutionäres Gameplay mit sich wie ... "? Auch nicht? Stimmen würden jedenfalls beides, denn den Weg, den Company of Heroes (im folgenden CoH) vor einem halben Jahr beschritt, geht das zweite Kapitel Opposing Fronts konsequent weiter.
Um ab diesem Herbst an wechselnden Fronten zu operieren, benötigen Sie übrigens keine Version des ersten CoH - und dennoch sind Mehrspielerpartien gegen Nur-CoH-Besitzer möglich. Außerdem bringt mit der Erscheinung auch ein Patch für das erste Spiel die Engine auf den neuesten Stand - mit Unterstützung von Direct X 10. Was Sie davon haben? Zum einen wird die gesamte Landschaft detaillierter und authentischer erscheinen - die enorm lebhafte Umgebung, die CoH auszeichnete, verbessert sich somit noch einmal. Fürderhin kommen Sie in den Genuss von Wettereffekten: Strömender Regen, das ganze Schlachtfeld erhellende Blitze wechseln während der Missionen zu feinstem Sonnenschein. Ein weiteres Technik-Detail: In Opposing Fronts tönt, wie Sound-Designer John Tenant es nennt, "taktischer Sound" aus Ihren Boxen. Das bedeutet, dass alle Audio-Aufnahmen so spezifisch sind, dass Sie sofort wissen, wer genau wo mit welcher Waffe unter Beschuss steht - ohne sich auf dem Schlachtfeld zu bewegen.
Spielerisch kommen mit Opposing Fronts zwei Fraktionen mit gut zwanzig neuen Einheiten und eigenen Kampagnen hinzu: Die Briten samt Commonwealth helfen in der Invasion von Caen bei der Befreiung Frankreichs, die Deutschen verhindern die Operation Market Garden - die alliierte Überquerung des Niederrheins.
Die Wehrmacht in einem Weltkriegsspiel? Immer ein heikles Thema. Um hier nicht folgenschwer ins Nazi-Fettnäpfchen zu treten, geht Relic konsequent vor. "Wir erzählen in erster Linie eine Soldaten-Geschichte", beschreibt Chef-Designer Josh Mosqueira. Er fügt hinzu, dass bei den Gesprächen mit kanadischen Veteranen großer Respekt für die deutschen Soldaten erkennbar war.
"Die taktischen Möglichkeiten im Mehrspielermodus erhöhen sich deutlich, es kommt viel mehr auf Teamplay an", ergänzt Designer Quinn Duffy, und fährt begeistert fort: "Wenn du etwa als US-Amerikaner mit einem Briten im Team spielst, müsst ihr euch klar abstimmen: Du übernimmst die Offensive, er sichert mit seiner Artillerie die wichtigen Orte ab."
Nach ein paar einleitenden Worten startet Mosqueira eine Partie auf der Seite der Briten. Die Augen der anwesenden und teilweise noch verschlafenen (natürlich nicht wir!) internationalen Presse-Vertreter weiten sich schlagartig: Opposing Fronts sieht unfassbar gut aus. "Command & ... What?" entfährt es einem Journalisten in Anspielung auf das vergleichsweise altbackene Command & Conquer 3 Tiberium Wars.
