Command & Conquer 4-Test: Mehrspieler-Modus, Bugs, Fakten und Wertung

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Test Christian Schlütter Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen

Der vierte Teil der Tiberium-Saga, so hofften wir noch in der Vorschau zum Titel, würde alle Story-Fäden zusammenführen und auch Taktik abseits des Tankrushs bieten. Die ernüchternde Wahrheit aber zeigt sich nun im Test. Command & Conquer 4: Tiberian Twilight ist ein Actionspektakel mit vielen guten Ansätzen, die leider nur allzu schnell im Sande verlaufen.

Weitere Screenshots aus Command & Conquer 4. (20) Quelle: PC Games Weitere Screenshots aus Command & Conquer 4. (20) Der Mehrspieler-Modus
Das Spielprinzip von Command & Conquer 4: Tiberian Twilight ist voll auf schnelle Mehrspieler-Partien ausgelegt. Aber funktioniert das auch?

Das Spiel bietet nur einen Mehrspieler-Modus namens Domination. Dabei ringen bis zu zehn Spieler oder KI-Spieler in zwei Teams um Siegpunkte. Diese tröpfeln auf das Konto Ihrer Gruppierung, solange Sie Tiberium-Knoten besetzt halten. Neu ist diese Idee nicht, Dawn of War oder Company of Heroes meistern diese Art des Mehrspieler-Modus schon lange. Das klassenbasierte Gameplay kommt im Multiplayer gut zum Tragen. Auch das Stein-Schere-Papier-Prinzip funktioniert bis auf wenige Ausnahmen sehr gut - und das, obwohl durch das Erfahrungspunkte-System unterschiedlichste Einheiten aufeinanderprallen. Weniger gut sind die Serverfunktionen des Spiels. Sowohl in der Beta als auch im fertigen Spiel (mit dem wir den Mehrspieler-Modus zwei Tage intensiv testen konnten) kamen über Automatch kaum Spiele zustande, der Server-Browser ist zudem unübersichtlich und zu langsam.

Pro:
+Schnelles und unkompliziertes Spielprinzip
+ Ordentliches Balancing
+ Stein-Schere-Papier funktioniert größtenteils gut
+ Klassenbasiertes Gameplay bringt frischen Wind

Contra
- Kaum taktische Möglichkeiten, wenig Anspruch
- Server-Browser zu langsam und unübersichtlich
- Reparatur-Einheiten zu mächtig
- Nur ein Spielmodus, den andere Genrevertreter dazu noch besser machen
- Immer wieder Verbindungsabbrüche
- Automatch-Funktion so gut wie nutzlos

Eine Skirmish-Partie wollte überhaupt nicht zu Ende gehen. Quelle: PC Games Eine Skirmish-Partie wollte überhaupt nicht zu Ende gehen. Bugs und sonstige Fehler
Auch der vierte Teil der Tiberium-Saga bleibt von Bugs nicht verschont. Wir zeigen auf, was Ihnen die Spielfreude vermiesen könnte.

In unserem Test traten unverhältnismäßig oft Probleme mit der Wegfindungsroutine von Einheiten auf. Mal blieben unsere Mannen an einem Crawler hängen, mal weigerte sich ein Ingenieur, eine Klippe zu überspringen, oder bewegte sich nur noch im Kreis. Versteckt sich eine Feindeinheit zudem hinter einem Crawler, müssen Sie die Kamera drehen, um sie angreifen zu können, obwohl Sie ihren Umriss als Schatten erkennen.
Auch im Gefechts-Modus gab es Fehler. So endete zum Beispiel eine Partie gegen mehrere Computergegner überhaupt nicht, obwohl alle Siegpunkte uns gehörten und die Zeit abgelaufen war. Einzige Abhilfe: Mission abbrechen. So bekamen wir aber auch keine Erfahrungspunkte. Ebenso ärgerlich sind plötzliche Verbindungsabbrüche oder Abstürze, gerade bei Partien, in denen Sie jede Menge Punkte gesammelt haben.

Grafik
Command & Conquer 4: Tiberian Twilight benutzt noch immer das Engine-Gerüst der Vorgänger und hinkt dementsprechend den Genrekonkurrenten hinterher. Die Einheitenmodelle sind gut animiert, die Gebäude- und Landschaftstexturen dagegen karg und matschig. Effekte wie Explosionen stellt das Spiel gut und ausladend dar. Im Ganzen wirkt der vierte Tiberium-Teil aber - gerade durch die vielen Effekte, Kringel und Linien um die verschiedenen Einheiten - zu bunt und überladen.

Sound
Die Simmen der Einheiten bleiben im Hintergrund. Der Orchester-Soundtrack dagegen schwankt dank dynamischer Einbindung zwischen langweiligem Gedudel und anfeuernden Rhythmen. Fans der Serie werden den Industrial-Sound vermissen, der die früheren Teile bestimmte. Frank Klepacki, der diesen Stil in der Reihe mitprägte, ist nicht mehr mit an Bord. Besitzer einer Surround-Anlage freuen sich über wummernde Bässe, sobald auf dem Bildschirm etwas explodiert oder zerschossen wird.

Steuerung
Die Maus-Steuerung orientiert sich am Standard der Reihe. Menüs und Benutzeroberfläche sind aufgeräumt und funktional. Viele Tastaturkürzel sind allerdings doppelt belegt. Wenn Sie sich im Einheiten-Reiter befinden, produziert F1 zum Beispiel einen Ingenieur, im Upgrade-Reiter hingegen bewirkt dieselbe Taste etwas anderes. Die Buttons für Spezialfähigkeiten der Einheiten wie Fahrzeug-Übernahme gehen im Getümmel komplett unter, was dieses an sich coole Feature überflüssig macht. Der Recycling-Befehl für Einheiten lässt sich nicht rückgängig machen.

Umfang
Nach den ersten drei Missionen entscheiden Sie sich für GDI oder Nod, für die Sie jeweils sieben Missionen durchstehen. Etwas mehr als zehn Stunden wird Sie die Einzelspieler-Kampagne beschäftigen. Einmal freigeschaltet, stehen Ihnen im Ganzen 72 Einheiten zur Verfügung.

Speichersystem
Um Erfahrungspunkte auf Ihrem Spielerprofil gutgeschrieben zu bekommen, müssen Sie ständig online sein. Und das, obwohl manuell angelegte Speicherstände lokal auf Ihrem Rechner abgelegt werden. Bricht die Verbindung ab, gibt es keine Erfahrungspunkte für die Partie.

Schwierigkeitsgrad
Die Einzelspieler-Kampagne lässt sich in drei Schwierigkeitsgraden angehen. Der niedrigste davon ist lächerlich, während der höchste auch Profis fordert. Die Mechanik lässt sich aber über das Erfahrungspunkte-System aushebeln, da Sie nach ein paar Gefechts-Partien neue Einheiten bekommen.

Altersfreigabe
Im Spiel selbst gibt es keine Soldaten, sondern nur Roboter. In den Zwischensequenzen fuchteln die Protagonisten dafür gerne einmal mit der Waffe herum. Extrem blutig wird es allerdings nicht.

Sprache
Unsere Testversion enthielt nur die englische Version. In dieser ist die Sprachausgabe passabel, mehr aber auch nicht. Die Stimmen der Einheiten klangen größtenteils gleich. Auch alle Bildschirmanzeigen lagen nur auf Englisch vor. In der Retail-Version, die uns kurz vor Redaktionsschluss erreichte, ist der Fall genau umgekehrt. Hier sind nur deutsche Tonspuren und Bildschirmtexte vorhanden. Auf die englische Version lässt sich nicht umschalten. Zumindest machen die deutschen Sprecher einen ordentlichen Job.

Mehrspieler-Modi
Neben dem Koop-Part für zwei Spieler geht es online nur im Domination-Modus rund, bei dem bis zu zehn Spieler um Siegpunkte kämpfen. Zwölf Karten und vier verschieden schwere KI-Gegner stehen dafür zur Verfügung.

Hardware
Mindestens: Intel Core 2/AMD 64 X2, 1 GB RAM (1,5 GB RAM für Vista), Geforce 6800/
Radeon X1600, 10 GB Festplattenspeicher

Empfohlen: Intel Core 2 Duo 2,6 GHz/AMD 64 X2 Dual-Core, 2 GB RAM, Geforce 8800/Radeon X1900, 10 GB Festplattenspeicher

Kopierschutz
Um das Spiel zu installieren und zu starten, müssen Sie es mit Ihrem EA-Account verbinden. Ein Weiterverkauf wird so fast unmöglich. Außerdem müssen Sie ständig online sein, um zu spielen. Bricht die Verbindung ab, bekommen Sie keine Erfahrungspunkte.

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Bildergalerie

Wertung zu Command & Conquer 4: Tiberian Twilight (PC)

Wertung:

7.0 /10
Pro & Contra
Das schnelle, dynamische Spielsystem bringt frischen Wind in die angestaubte Reihe und funktioniert gerade im Mehrspieler-Teil sehr gut.Die Einheiten sind im Allgemeinen sehr gut ausbalanciert. Jedem Vorteil steht ein Nachteil gegenüber. So werden auch Anfänger nicht benachteiligt.Die Entwickler haben gute Ideen in die Benutzerführung eingebaut. So sehen Sie beispielsweise sehr schnell, gegen welchen Feindtyp Ihre Einheiten am besten geeignet sind.Der Mehrspieler-Teil ist zwar wenig taktisch, dafür aber knackig und schnell und fördert
Die Kampagne strotzt nur so vor einfallslosen Missionen, die darüber hinaus auch noch grobe Logikfehler aufweisen. Zudem verschenkt der Einzelspieler-Part die Chancen des neuen Spielsystems.Die Rollenspiel-Anleihen sind halbherzig implementiert und fördern die Langzeitmotivation kaum.Die Videosequenzen wirken lieblos, die Schauspieler sind teilweise sehr schlecht.Verbindungsabbrüche, Bugs und Designfehler vermiesen den Spielspaß genauso wie die angestaubte Grafik, die überladenen Bildschirmanzeigen und die mäßige Musik.
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  1. Seite 1 Command & Conquer 4-Test: Die Geschichte, Online-Zwang, Cutscenes und mehr
  2. Seite 2 Command & Conquer 4-Test: Das Balancing, Grafik und Kampagnen-Missionen
  3. Seite 3 Command & Conquer 4-Test: Mehrspieler-Modus, Bugs, Fakten und Wertung
    • Kommentare (71)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Danox Anwärter/in
        Traurig.
      • Von Danox Anwärter/in
        Traurig.
      • Von Nova24 Anwärter/in
        @obelix23
        Na, viele Euros können das nicht gewesen sein. Die Entwicklung des Spiels hab ich vermutlich als Münzen in meinem Sparschwein.
      • Von obelix23 NPC
        Schade um jeden Euro, der in die Entwicklung dieses Schrottspiels investiert wurde. Mehr darüber zu sagen, lohnt sich einfach nicht.
      • Von skuzzlebert Anwärter/in
        Ok da ich mich grundsätzlich nicht von Kritiken abschrecken lasse und mir gerne ein eigenes Bild mache hab ich als begeisteter Spieler der C&C Serie natürlich auch zum anscheinend vorerst letzten und abschließenden Teil der Saga gegruffen.
        Nun und ich kann mich der derzeitigen Leserwertung von 28 % nur anschließen bzw. muss anmerken dass selbst diese Zahl für ein derart traurigen Abgang einer so geschätzten Serie noch übertrieben ist....
        Story: Werden wir wirklich aufgeklärt was die Motive Kanes angeht ? Erfahren wir etwas über seine identität ?
        Nein natürlich nicht denn EA wird sich in dieser Hinsicht wohl ein türchen offen halten um ihren vermurksten Versuch diverser Innovationen wieder gut zu machen...
        Nun ja die Tatsache, dass die Story solch schleierhafte Dialoge preisgibt und schlichtweg nicht tacheles reden kann lässt den Spieler weiterhin im Dunklen darüber was Kane (immerhin erfährt man seinen extraterrestischen Hintergrund) auf der Erde verloren hatte, geschweigedenn wieso weshalb warum ÜBERHAUPT irgendetwas in der C&C Welt passierte wie es nun mal passiert ist....
        Gameplay: Was man hierzu sagen kann ist, dass sich die Entwickler hierbei wohl den größten faux pas geleistet haben den man sich vorstellen kann. Anstatt auf dem jahrelang bewährten und vermutlich auch geliebten Prinzip des Basen-Bauens aufzubauen und DIESEN evtl. zu verbessern bzw. frischer oder was auch immer zu gestalten führt man ein komplett neues Kampfsystem zu lasten jeglicher strategischen Möglichkeiten ein, welches auf ganzer Linie versagt. Letztendlich führt dies dazu dass der Spieler auch durch das begrenzte Einheitenlimit schier glück haben muss ob er gerade die besten Kontereinheiten für seinen Gegner gebaut hat oder nicht...
        Ganz zu schweigen der Kopierschutz der ständigen Onlineanbindung.....

        Alles in allem ein Spiel, dass den Namen oder die Daseinsberechtigung in einer Serie dieses Namens, nämlich Command and Conquer verwirkt hat und einfach nicht verdient!
      • Von Held253 NPC
        Für mich- als Fan der C&C- Serie, der seit dem Spiel "Command & Conquer - "Der Tiberiumkonflikt" alle erschienen Spiele mit Hingabe und Begeisterung gespielt habe, und noch Spiele- endet mit dem Erscheinen dieses Titels, vor allem mit der der zugehörigen Gängelei des ständigen Online- Zwanges diese Spielära. Trotz eines 32 MBit Breindbandanschlusses kann ich die Strategie der Spielhersteller, die ehrlichen Käufer so zu verprellen nicht nachvollziehen. Mag sein, dass es von der Spielegemeinschaft so hingenommen werden wird. Dann viel Spass - aber ohne mich!
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