Broken Arrow im Test: Die Strategie-Hoffnung, auf die wir so lange gewartet haben?
Mit über einer Million Steam-Wishlist-Einträgen galt Broken Arrow als große Hoffnung für Echtzeitstrategie-Fans. Jetzt ist das Spiel da - und wir verraten im Test, ob der Hype gerechtfertigt ist.
Skirmish und Multiplayer: Gut, aber ausbaufähig
Abseits der Kampagne dürft ihr euch noch in nutzergenerierten Szenarien austoben, Skirmish-Matches entweder allein oder bis zu vier Mitspielern gegen die KI ausfechten und euch in Mehrspieler-Partien für maximal 5 vs. 5 Teilnehmer stürzen. Vor allem die beiden letztgenannten Modi erfreuen sich derzeit großer Beliebtheit auf Steam, weshalb es in der Regel auch kein Problem war, über den Lobby-Browser einer entsprechenden Partie beizutreten.
Quelle: Steel Balalaika / Slitherine Ltd. / Medienagentur plassma
Direkt verknüpft mit sämtlichen Skirmish- und Online-Aktivitäten ist der "Armee Planer", eine Art Deck Builder für den Kampfverband, mit dem ihr euch später ins Getümmel stürzt. Einmal Name und Fraktion (USA oder Russland) festgelegt, müsst ihr euch noch für zwei von fünf möglichen Spezialisierungen entscheiden. Im Falle der Amerikaner stehen zum Beispiel das Marine Corps, die Panzerbrigade, die Luftlandeinfanterie, das aus schnellen Radschützenpanzern bestehende Stryker-Kavallerieregiment sowie die Spezialkräfte (eine Kombination aus Elitesoldaten und Tarnkappenflugzeugen) zur Auswahl, während Russland-Spieler aus der VDV-Brigade, der Gardepanzerbrigade, der motorisierten Infanterie, den Küstentruppen und der mechanisierten Infanterie wählen müssen.
Die Kombination der Spezialisierungen will dabei wohl überlegt sein, denn wer bei den US-Truppen beispielsweise die Panzerbrigade und, dass das Stryker-Kavallerieregiment selektiert, hat später beim Deck-Building keinen Zugriff auf Hubschrauber und darf bei der Deck-Zusammenstellung von 10.000 zu verteilenden Nachschubpunkten lediglich rund 1.000 Punkte in Flugzeuge investieren.
Stichwort Deck-Building: Hier wählt ihr nicht nur die Einheiten eures Kampfverbands aus, sondern könnt viele Units auch noch mit stärkerer Panzerung, einem besseren Antrieb, einem Schutzsystem und dergleichen maßschneidern. Letzteres kostet allerdings ebenfalls wertvolle Punkte, was dafür sorgt, dass es wirklich schwierig ist, sich im Multiplayer gegen alle Eventualitäten zu wappnen. Gleichzeitig macht genau dieser Aspekt das System so reizvoll und motiviert obendrein, sich schon im Vorfeld ausführlich mit Online-Teamkollegen abzustimmen, um sich eine möglichst schlagkräftige Team-Armee zu bauen. Flankiert wird der launige Multiplayer-Part zudem von rund 20 verschiedenen Karten, die meist auch als Szenarien in der Kampagne vorkommen.
Quelle: Steel Balalaika / Slitherine Ltd. / Medienagentur plassma
Klingt alles ziemlich rund, oder? Durchaus. Bei genauerer Betrachtung hat Broken Arrow allerdings auch im Multiplayer-Bereich noch mit diversen größeren und kleineren Problemen zu kämpfen. So ist beispielsweise die Kommunikation mit wildfremden Spielern oft problematisch, da es keinen integrierten Voicechat gibt.
Weitere Mankos sind, dass man mangels Spectator-Funktion nicht den laufenden Partien zuschauen kann und das Spiel keine Replays von abgeschlossenen Partien anlegt. Letzteres wäre jedoch sehr hilfreich, um das eigene Vorgehen in Ruhe zu analysieren. Wer in Skirmish-Partien gegen die KI antritt, wird außerdem schnell feststellen, dass diese sich noch viel zu passiv verhält.
Erschwerend kommt hinzu, dass die Server-Stabilität derzeit Schwankungen unterliegt und das Reconnect-System des Spiels noch Feinschliff benötigt. Hinzu kommt, dass viele Online-Spieler derzeit bewusst Partien einfach so verlassen, wenn sie merken, dass sie verlieren werden, da es an konkreten Strafen mangelt. Die gute Nachricht: Viele dieser Kritikpunkte stehen bereits auf der langen To-do-Liste des Studios und sollen zügig angegangen werden. Hierzu zählen auch die zuvor erwähnte fehlende Speicherfunktion innerhalb der Kampagne, ein faires Penalty-System für Match-Abrecher und die Ergänzung einer "Aufgeben"-Schaltfläche.
Was bleibt, ist ein komplexes Echtzeitstrategiespiel mit hoher Spieltiefe, einem riesigen Fundus an Einheiten, interessanten Karten, einer guten Kampagne und einem launigen Mehrspieler-Modus. Um sein volles Potenzial zu entfalten und unnötigen Frust zu vermeiden, müssen die Entwickler allerdings noch zahlreiche Punkte verbessern, essenzielle Features ergänzen, die Online-Stabilität erhöhen, die Performance optimieren und gezielter gegen Cheater vorgehen.

Einige der Diskussionen sind jedenfalls so kindisch, wie ich es lange nicht mehr gesehen habe.
Komplexe und teure Systeme werden lang in Dienst gehalten, das ist im zivilen Bereich auch teilweise so, schaue dir manche Schiffe und auch einige Lokomotiven an (unter anderem).
Das ist schon spannend. Wenn man sich ansieht, wie der zweite Weltkrieg dargestellt wird, sind Pferde da oftmals nirgends zu sehen aber in real waren die fundamental wichtig. Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts und das gute alte Pferd immer noch mit dabei. Auch Waffentechnisch hast du noch richtig viel 50 Jahre altes Material gehabt, Mosin Nagant, Mauser und mehr. Ist also gar nicht mal so ungewöhnlich, dass Waffen über viele Jahrzehnte verwendet werden aber gleichzeitig auch erstaunlich. Wir stellen uns ja eigentlich gern vor, wie alles immer topmodern sein sollte. Vielleicht auch weil wir in einer Zeit aufgewachsen sind, wo wir mit ganz vielen Neuigkeiten konfrontiert waren. Tarnkappenflugzeuge zum Beispiel. Die sind jetzt auch schon über 30 Jahre alt und die B-2s haben letztens Angriffe auf den Iran geflogen. Man fühlt sich selbst schon ein bisschen alt, wenn man sich das so vor Augen führt XD