Serienkritik zu Batman: Caped Crusader - Ein würdiges Erbe für Kevin Conroy!
In unserer Kritik zu Batman: Caped Crusader gehen wir auf das Setting, die Charaktere und den groben Plot ein. Seit dem 01. August ist die Serie auf Prime Video verfügbar.
Der Kreuzzug beginnt
Das Setting bedient sich der Ästhetik der 1940er-Jahre, doch die historische Komponente wird bis auf VW Käfer, Vintage-Kameras und Drehscheibentelefone bewusst vernachlässigt. Das alles stört die Handlung aber kein bisschen und ermöglicht das Zusammenspiel diverser Figuren.
Zusätzlich erinnert das Design von Batmans Anzug auch an seine ersten Comic-Auftritte aus den Anfängen der 40er. Obwohl der dunkle Ritter damals schon für seine Hightech-Spielzeuge bekannt war, nutzt er hier sowohl bei seinen Aktionen in der Stadt als auch in der Bathöhle recht wenig davon. Vielmehr sehen wir ihn klassische Detektivarbeit erledigen, was für eine großartige Film-Noir-Atmosphäre sorgt.
Die wird durch die stark präsente Korruption der Polizei und die gewaltbereite Mafia in der Stadt verstärkt. Je nach Folge sind aber auch ein paar übernatürliche Bedrohungen zu betrachten. Das alles wird von einem wunderbar mysteriösen Soundtrack begleitet, was die Atmosphäre umso dichter werden lässt.
Ich bin die Schatten
Der Protagonist ist natürlich Bruce Wayne in seinem namensgebenden Fledermauskostüm. Seine Vergangenheit sucht ihn immer noch heim, was ihn motiviert, dem Verbrechen in Gotham City den Kampf anzusagen.
Da er noch am Anfang seiner Karriere steht, kann das Verhältnis zu seinem Butler Alfred nicht nur als Batman, sondern auch als Bruce Wayne als kühl und distanziert beschrieben werden. Sein brutales Vorgehen macht ihn außerdem nicht immer beliebt, da er nur sein Bild als Bruce Wayne wahren möchte. Gleichzeitig wird er als Batman von der Polizei gejagt.
Auch die Nebenfiguren bekommen genug Rampenlicht. Dadurch sehen wir oft zwar gar nicht so viel Batman, aber die anderen Charaktere unterhalten uns ebenfalls sehr gut.
Quelle: DC
Commissioner James Gordon und Detective Renee Montoya kämpfen innerhalb der Polizei beispielsweise gegen die ansteigende Korruption der Behörde. Viele der Gesetzeshüter sind leicht zu kaufen wie die Detektive Flass und Bullock.
Vor Gericht finden wir sowohl Barbara Gordon als auch Harvey Dent. Während der Staatsanwalt nebenbei seine Bürgermeisterkampagne aufrechterhalten will, nähert er sich immer weiter dem Abgrund, bis er letztlich nach einem Säureangriff zu Two-Face wird. Gleichzeitig hält Barbara sich nah am Gesetz, obwohl sie manchmal gegen ihre Freunde vorgehen muss.
Kriminelle mit Kniff
Eine große Stärke des Batman-Universums sind ganz allgemein die Widersacher. Das ist in Caped Crusader nicht anders, da viele äußerst bekannte, aber auch eher unbekannte Bösewichte verwendet werden.
Pro Episode steht ein Schurke im Vordergrund, sodass die Folgen in sich abgeschlossen sind. Trotzdem zieht sich durch die Staffel ein roter Faden mit vielen mehrfach vertretenen Charakteren. Die Gegenspieler von Batman haben jedoch meistens einen Kniff, um nicht komplett den Comics zu entspringen. Das verwirrte uns zwar beim Schauen kurz, doch ergibt beim genauen Überlegen Sinn.

Als großer Fan der Batman: The Animated Series war ich anfangs noch skeptisch, ob es die Serie schafft, an das Niveau der 90er Serie anzuknüpfen.
Und ich muss bzw. darf erfreulicherweise sagen, ja aus meiner Sicht schafft sie das definitiv.
Die Serie erzählt spannende und interessante Geschichten im gewohnten und sehr gelungenem Noir-1940er-Look.
Mit dem ein oder anderen Charakter musste ich anfänglich noch etwas warm werden, wie beispielsweise die Darstellung eines Bösewichtes im anderen Geschlecht. Jedoch konnte ich mich ziemlich schnell daran gewöhnen und finde, den Serienmacher haben dies sehr interessant und erfolgreich umgesetzt.
Die Synchronsprecher leisten ebenfalls sehr gute Arbeit und sind super gelungen.
Auch das Batman eigentlich gar nicht im Mittelpunkt der Serie steht, sondern die Charaktere um ihn herum, gefällt mir sehr gut.
Ich werde mir die Folgen demnächst nochmal anschauen und kann die zweite Staffel kaum abwarten.