Arcania: Gothic 4 - Ein Blick in die Zukunft

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Noch in diesem Jahr will Spellbound mit Arcania: Gothic 4, dem offiziellen neuen Titel der Rollenspielserie Gothic, an den Start gehen. Aber erinnern Sie sich eigentlich noch an die Anfänge der Serie? Wir haben für Sie die Historie der Gothic-Reihe in Worten und Bildern aufgerollt und geben Ihnen auch gleich einen Vorgeschmack auf das kommende Abenteuer in Arcania.

Arcania: Gothic 4
Auf Arcania: Gothic 4 ruhen derzeit die Hoffnungen der Gothic-Fans. Die ersten Bilder wirken zumindest vielversprechend. Quelle: gamespot.com Auf Arcania: Gothic 4 ruhen derzeit die Hoffnungen der Gothic-Fans. Die ersten Bilder wirken zumindest vielversprechend. Kein Geheimnis: Mit Gothic 3: Götterdämmerung hat Jowood einen großen Fehler begangen. Das Spiel war bis zur Unspielbarkeit verbuggt, und damit riss den Gothic-Fans endgültig der Geduldsfaden: "Nie wieder Produkte von Jowood kaufen!", so hallte es zahlreich durch die Internetforen. Immerhin hatten sich zuvor schon Gothic 3 und Die Gilde 2: Venedig - ebenfalls Jowood- Spiele - als wahre Bug-Schleudern entpuppt. Trotzdem gibt der österreichische Publisher nicht auf, was man entweder als Sturheit oder aber als Zeichen von Einsicht werten kann: Jowood produziert den vierten Teil der Gothic-Reihe. Sein Name: Arcania: Gothic 4.

Geschichte und Spielewelt
Arcania: Gothic 4 ist nicht nur eine Fortsetzung, sondern auch ein Neubeginn der Gothic-Serie. Die Geschichte knüpft an das Ende von Gothic 3: Götterdämmerung an. Jahre nach der Machtergreifung hat sich der einstige Held zum Tyrannen gewandelt, es kommt zu Kriegen und Unterdrückung. Der Großteil von Arcania: Gothic 4 spielt auf einer neuen Insel, wo ein frischer, unbedarfter Held ins Rampenlicht tritt. Der junge Abenteurer findet sein Dorf zerstört vor, ausradiert von Rhobars Truppen. Rache schwörend zieht er aus, um an Stärke zu gewinnen und den König zu stürzen. Neben einer wendungsreichen Handlung versprechen die Entwickler auch ein Wiedersehen mit alten Bekannten, darunter Diego oder der zwielichtige Zauberer Xardas. In Arcania: Gothic 4 ist man auf zwei Inseln unterwegs, wobei eine von ihnen rund 90 Prozent der Spielwelt ausmacht. Sie ist in zehn Gebiete unterteilt, die man erst nach und nach betreten und erforschen kann. Der Spieler muss beispielsweise erst einen bestimmten Fortschritt in der Hauptquestreihe erreichen, bevor sich ihm der Weg in die nächste Zone eröffnet. So soll das Abenteuer einmal rund um die gesamte Insel führen. Das Motto der Entwickler: Der Spieler soll "nach vorne gerichtet" spielen. Damit ist gemeint, dass man nicht ständig zwischen bereits bekannten Gebieten und Ortschaften hin und her rennen muss - durchaus ein Markenzeichen früherer Gothic-Spiele. Trotzdem heißt das nicht, das Spiel sei linear, im Gegenteil: Man ist nach wie vor in einer zusammenhängenden, frei begehbaren Welt unterwegs und kann daher jederzeit in ältere Zonen zurückkehren. Außerdem sollen zahllose Nebenquests, Dungeons, Schätze und interessante Orte den Spieler dazu verführen, immer wieder vom Pfad der Hauptquest abzukommen und die Umgebung auch mal auf eigene Faust zu erforschen. Dabei ist die Spielwelt nur durch natürliche Hindernisse begrenzt, unsichtbare Mauern wird es also nicht geben. Einzige Ausnahme: Der Held kann nicht schwimmen und traut sich daher nur bis zu einer gewissen Tiefe ins Wasser.

Fraktionssystem und Charakterentwicklung
Eine wichtige Änderung gegenüber den Vorgängern betrifft das Fraktionssystem. In Gothic sah sich der Spieler früher oder später gezwungen, sich einer Gilde oder Gruppierung anzuschließen, um die Hauptquest voranzutreiben. Das ist nicht mehr so! Anders als etwa in Risen kann sich der Spieler nun keiner Gilde mehr anschließen, obwohl es gleich fünf von ihnen gibt: Kämpfer, Magier, Händler, Ranger und Alchemisten. Für sie alle kann der Spieler Aufträge erfüllen, um in ihrem Ansehen aufzusteigen und sich Belohnungen sowie Spezialfähigkeiten verdienen. Auch die Charakterentwicklung weicht von der klassischen Gothic- Formel ab: Musste man früher erst mal zu einem Lehrer stiefeln, um die eigenen Fähigkeiten auszubauen, geht's in Arcania: Gothic 4 klassischer zu. Bei einem Level-Aufstieg erhält der Spieler einige Skillpunkte, die er frei in den Talentbereichen "Nahkampf", "Fernkampf" und "Magie" auf neue Fähigkeiten verteilen darf. Spezielle Quests für Gilden verleihen zudem Punkte, die nur für jeweils einen dieser Talentzweige verwendet werden können. Trotz all dieser Änderungen verschwinden die beliebten Lehrer nicht aus dem Spiel, sie sind nun für das deutlich wichtigere Crafting zuständig: Der Held kann generell jedes Handwerk lernen, etwa Alchemie oder Schmiedekunst. Dazu muss er zunächst für einige Lehrer teils aufwendige Quests erfüllen, um die nötigen Rezepte zu erhalten. All das ist kein schmückendes Beiwerk: Das Handwerkssystem soll einige der besten Gegenstände im gesamten Spiel bereithalten!

Kampfsystem und Magie
Auch in Kämpfen spürt man, dass Spellbound sich nicht sklavisch an jeden noch so winzigen Aspekt von Gothic klammert. Generell bewegt und wehrt sich der Held in Arcania: Gothic 4 ein gutes Stück flotter als in den Vorgängern. Geschmeidige Schwerthiebe lassen sich in alle Richtungen verteilen, so sind auch Kämpfe gegen Gruppen kein Problem. Nach einer Angriffsbewegung leuchtet die Waffe kurzzeitig blau auf; wer dann klickt, der löst eine Kombo-Attacke aus. Hält man die Angriffstaste gedrückt, lädt der Held einen besonders mächtigen Hieb auf. Bei einem Rechtsklick wechselt er dafür in eine Verteidigungshaltung, ein zusätzlicher Druck auf die Bewegungstasten lässt ihn Seitwärtsrollen ausführen. Anders als in Gothic 3 spielt Adrenalin für Kämpfe keine Rolle, es wird nur beim Sprinten verbraucht.

Magie macht einen wichtigen Teil der Kämpfe von Arcania: Gothic 4 aus. Es wird zwar bewusst weniger Zauber geben als in den Vorgänger-Spielen, doch dafür lassen sich die Sprüche in mehreren Leveln ausbauen. Ein Feuerball ist auf der simpelsten Stufe beispielsweise nur ein kleines Geschoss. Auf Level drei hingegen mutiert er zu einer riesigen Feuernova, die Gegner in einem weiten Radius schädigt. Um solche Attacken aufzuladen, hält man die Maustaste gedrückt und lenkt das magische Projektil dann präzise per Fadenkreuz ins Ziel. Auch das Bogenschießen funktioniert auf diese Weise. Automatisches Anvisieren ("Locken") von Feinden soll aber zumindest auf dem PC nicht möglich sein. Sicher ist bereits, dass sich feste Teleportersteine ähnlich wie in Two Worlds über die gesamte Spielwelt verteilen. Einmal aktiviert, kann man bequem von einem zum nächsten reisen - dieser Vorgang ist der einzige im Spiel, der ein paar Sekunden Ladezeiten benötigt. Der Rest der Spielwelt inklusive Häuser und Dungeons wird komplett gestreamt und kommt daher ohne jede Ladepause aus. Atmosphärisch ist Arcania: Gothic 4 bereits klasse gelungen. Wunderschöne Tag-und-Nacht-Wechsel gehen Hand in Hand mit einem fortschrittlichen, dynamischen Wettersystem. So kann beispielsweise beim Morgengrauen dichter Nebel aufziehen, oder aber die Entwickler entscheiden, diesen Effekt für eine spezielle Situation auszunutzen - etwa wenn der Spieler ein gruseliges Waldgebiet erforscht. Auch Regen und Gewitter können jederzeit auftreten, begleitet von aufwendigen Grafiktricks: Der Boden weicht nass glänzend auf, es bilden sich Pfützen und Wasser fließt von Häuserdächern in dichten Strömen herab. Selten wurde Regen so glaubhaft dargestellt! Der Held kann sogar einen Zauber lernen, mit dem er einen Regenschauer künstlich herbeiführt. So kann er beispielsweise eine Stadtwache dazu verleiten, ihren Posten zu verlassen, um sich im Trockenen unterzustellen.

Atmosphäre
Aber auch abseits der Wettereffekte ist die Spielwelt einladend schön: Das Meer schwappt dank aufwendiger Shader-Tricks realistisch ans Ufer, Laub und Gräser wiegen sich sanft im Wind, Sonnenstrahlen brechen weich durch das Blätterdach. Technisch glänzt die lizenzierte und kräftig umgebastelte Trinigy-Grafik-Engine vor allem mit scharfen Texturen und beachtlicher Weitsicht. Ob die Grafi k allerdings immer noch das enorm hohe Niveau der zuerst veröffentlichten Screenshots hat, sei mal diplomatisch dahingestellt. Dank der flüssigen Kampf-Animationen und der mächtigen Zaubereffekte hinterlässt die Grafik von Arcania: Gothic 4 bisher einen sehr guten Eindruck. Einige Gothic-Fans haben bemängelt, der Grafikstil sei ihnen zu bunt, nicht serientypisch genug. Spellbound hat daher eine Option eingebaut, mit der sich locker zwischen zwei Farbeinstellungen umschalten lässt. Eine ist für den europäischen und eine für den amerikanischen Markt gedacht; Erstere verleiht dem Spiel einen etwas erdigeren und realistischeren Anstrich. Faire Sache.

Bildergalerie

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  1. Seite 1 Gothic - Die Anfänge
  2. Seite 2 Gothic 2 - besser, schöner, spannender
  3. Seite 3 Gothic 2: Die Nacht des Raben - Das Addon
  4. Seite 4 Gothic 3 - Die Ernüchterung
  5. Seite 5 Gothic 3: Götterdämmerung - Es dämmert wirklich...
  6. Seite 6 Arcania: Gothic 4 - Ein Blick in die Zukunft
    • Kommentare (30)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von _Stryke_ NPC
        AW: Special - Von Gothic bis Arcania: Gothic 4: Die Anfänge und ein Blick in die Zukunft der Serie

        Ok nicht schwimmen können ist öhm "sch****" sry^^ aber der rest hört sich doch mal ganz vernünftig an^^
      • Von _Stryke_ NPC
        AW: Special - Von Gothic bis Arcania: Gothic 4: Die Anfänge und ein Blick in die Zukunft der Serie

        Ok nicht schwimmen können ist öhm "sch****" sry^^ aber der rest hört sich doch mal ganz vernünftig an^^
      • Von JamesMark Gelegenheitsspieler/in
        AW: Special - Von Gothic bis Arcania: Gothic 4: Die Anfänge und ein Blick in die Zukunft der Serie

        Mud!!! XD Haha oh Gott. Diese alten Zeiten. Ich habe dieses Spiel geliebt. Wenn ich jetzt den Artikel lese fühle ich diese alte Liebe wieder :D
        Das waren noch Zeiten.
        Nochmal zu Mud. Bin mit dem immer von dem Abhang gesprungen (in der Burg im alten Lager), durch blocken hat man es dann überlebt...Mud jedoch war tod...eine Plage weniger :)
      • Von crazywulf Anwärter/in
        AW: Special - Von Gothic bis Arcania: Gothic 4: Die Anfänge und ein Blick in die Zukunft der Serie

        "Also so hab ich mich in Gothic schon des öfteren gefühlt, hab gerne Bauern im alten Lager verprügelt, wenn sie mich genervt haben; allen voran MUD "

        hehe, naja den hab ich meistens direkt umgebracht, weil der einem ja sonst dauernt auf den Keks geht^^
      • Von lamora Gelegenheitsspieler/in
        AW: Special - Von Gothic bis Arcania: Gothic 4: Die Anfänge und ein Blick in die Zukunft der Serie

        Zitat von JMRiehm
        Unter einem Tyrannen versteht. wikipedia einen "Gewaltherrscher".
        Einer der nicht zwischen gut und böse unterscheidet.
        Ein "Mensch", der seine Macht ausspielt und Spaß daran findet, andere leiden zu lassen.

        Klar wird unser Held andere verprügeln, je heftiger desto besser :-D
        Aber er ist deswegen mit Sicherheit kein schlechter Mensch.

        Deswegen finde ich den Begriff Tyrann fehl am Platz!

        JMR


        Also so hab ich mich in Gothic schon des öfteren gefühlt, hab gerne Bauern im alten Lager verprügelt, wenn sie mich genervt haben; allen voran MUD :-D

        Btw: Vllt sieht nur das Volk in Rhobar III. (SPOILER :P) einen Tyrannen und es steckt, wie so oft, mehr dahinter...
        Eine tiefere Motivation, was nicht auf den ersten Blick offensichtlich ist. Wünschenswert wär das imo doch.
      • Von crazywulf Anwärter/in
        AW: Special - Von Gothic bis Arcania: Gothic 4: Die Anfänge und ein Blick in die Zukunft der Serie

        Für mich ist Gothic gestorben.
        Das einzig wahre Gothic ist der erste und der zweite Teil (+Addon). Alles was danach kommt ist einfach kein Gothic mehr. Egal was da jetzt mit Arcania kommt, mit Gothic hat es nichts mehr zutun.
        Das beknackte Questsystem, die übertrieben vielen Bugs, das veränderte Fraktionensystem und vor allem dieses total billige Kampfsystem hat mir bei Gothic 3 schon völlig gereicht.
      Direkt zum Diskussionsende
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