Alone in the Dark im Test: Stranger Things trifft Oldschool-Horror - das passt!
Mit Alone in the Dark kehrt ein absoluter Klassiker zurück - in den Hauptrollen zwei Hollywood-Stars. Warum uns der Horror begeistert, erfahrt ihr im Test.
Rätseln und Ballern
Das Gameplay erinnert insgesamt an die Resident-Evil-Reihe. Doch in Alone in the Dark liegt der Fokus deutlich mehr auf Knobelei und der düsteren Stimmung. Die Rätsel sind nicht komplett fordernd, doch die ein oder andere Gehirnzelle müssen wir schon anstrengen, um an die Lösung zu kommen.
Tipps erhalten wir sehr wenige. Wer möchte, kann sogar vor dem Spielstart festlegen, absolut keine Hinweise zu erhalten und alle Funktionen inklusive Steuerung selbst herauszufinden. Bestimmte Dinge werden außerdem vorausgesetzt, beispielsweise wie wir einen Safe richtig öffnen. Das Spiel nimmt uns nur wenig an die Hand und das ist sehr gut so.
Ein paar Probleme machen allerdings die Auseinandersetzungen mit unseren Widersachern. Vor allem an Engstellen ist das Zielen sehr hakelig, zum Glück bewegen sich die meisten Gegner nicht allzu schnell. Auch das Schlagen mit unseren Nahkampfwaffen fühlt sich nicht perfekt umgesetzt an. Da ist es auch egal, ob wir eine Axt oder ein überdimensionales Kreuz in der Hand haben und auf die Monster eindreschen. Die Taste für den Nahkampf haben wir wirklich nur im absoluten Notfall eingesetzt.
Quelle: THQ Nordic
Emily Hartwood schießt auf ein Monster
Spaß machen die actiongeladenen Abschnitte dennoch, schließlich bekommen wir es nur selten mit mehr als zwei Feinden gleichzeitig zu tun. Manchmal sparen wir uns die Ballerpassagen auch ganz einfach, in dem wir uns an den Biestern vorbeischleichen.
Um Spoiler zu vermeiden, erwähnen wir einen bestimmten Gegnertypen nicht. Der bringt auf jeden Fall noch mehr Abwechslung ins Abenteuer. In den zehn Spielstunden finden die Entwickler einen perfekten Mix aus Action, Rätseln und Atmosphäre.
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Die Gruselvilla
Alone in the Dark setzt auf klassische Horroreinflüsse, die grandios zum 20er-Jahre Setting passen. Obwohl im Spiel kaum Jumpscares vorkommen, liefern Musik, Audiodesign und Umgebungsoptik eine erstklassige Stimmung ab - und zwar über die gesamte Spieldauer.
Häufig laufen wir lediglich durch das Herrenhaus und haben dennoch ein unbehagliches Gefühl. Hinter jeder Ecke könnte ein Monster lauern, schließlich verschwimmen zwischendurch immer wieder Realität und Wahnvorstellungen unserer Figuren.
Die wenigen plötzlichen Schreckmomente sind dagegen nicht übertrieben und setzen im richtigen Moment ein. Manchmal verändert sich schlagartig die Umgebung um uns herum und wir müssen einen Ausweg finden. Zeitdruck haben wir dabei aber größtenteils nicht und auch das ist wiederum sehr angenehm.
Alone in the Dark schafft das, woran viele Horrortitel scheitern: Die gruselige Atmosphäre über einen langen Zeitraum aufrechtzuerhalten, ohne aber in äußerst blutrüstige oder stressige Abschnitte abzudriften. Und zur Not fühlen wir uns mit Schrotflinte oder Tommygun im Anschlag deutlich sicherer.
Ganz viel Nostalgie
Obwohl das Spiel bereits ganz allgemein sehr oldschool daherkommt, gibt's für den absoluten Nostalgiekick noch die Möglichkeit, im Pausemenü die Skins aus dem Original von 1992 einzustellen.
Die Hauptfiguren besitzen dann den klassischen Pixellook der damaligen Zeit. Das verändert zwar nichts am Gameplay, doch alleine die Wahl zu haben, ist sehr cool und eine schöne Idee.
Außerdem lassen sich passenderweise etliche Filter wie Sepia und 8-bit über die Optik legen, was aus dem modernen Alone in the Dark eine Reise in die Vergangenheit werden lässt. Alleine die Einblendung der traditionellen Map verdient sehr viel Lob. Darauf erkennen wir, welche Türen für uns noch nicht zugänglich sind, welche Rätsel wir schon lösen können und in welchen Räumen es noch Dinge zu finden gibt.

Als Limited Edition Nr. 1463 von 5000. Für 47 Euro -- im MediaMarkt. Hübsch im Buchformat mit Soundtrack-CD und kleinem Art-Booklet. Wusste nicht, dass die gerade eine 20%-Aktion laufen haben, der normale Preis sind ja 59 Euro. MediaMarkt scheint aber einer der Handelspartner von den THQ-Limiteds zu sein. Dort hatte ich nämlich letztes Jahr auch die LE von Jagged Alliance 3 gesehen. Spiel gefällt bislang, läuft selbst auf einer 1050ti in mittleren Details, obwohl das das angegebene Minimum ist. Das Kampfsystem ist simpel, aber weder broken noch unterirdisch. Auch Gegner laufen mir bislang über die ganze Map nach, statt stehenzubleiben. Habe kurz davor The Evil Within zum ersten Mal gespielt. Das ist natürlich Kontrastprogramm -- auch wenn die Sprintmechanik in The Evil Within genauso genreüblich zum Stressen da ist wie die Nahkampfwaffen hier, die nach ein paar Schlägen kaputtgehen: Der Charakter kann in The Evil Within ohne Upgrades gerade mal drei, vier Sekunden sprinten, ohne dass ihm die Puste ausgeht (wer Kämpfe in Gruselspielen als spaßige Ballerei inszeniert, macht eh was grundverkehrt). Aber auf Geschnetzel liegt hier auch gar nicht der Fokus.
Schade, dass die den Preis so hoch angesetzt haben -- Alone In The Dark ist kein Resident Evil, das selbst bei mäßigen Spinoffs und mäßigeren Filmen die Kohle einfährt. Entsprechend dürfte das erstmal nur die Core-Fans anlocken. Von denen es nach zwanzig Jahren bestimmt nicht mehr viele gibt. Habe jetzt persönlich auch keine gigantische Marketingkampagne mitbekommen. Die Reviews sind gemischt bis ordentlich, ein herausragender Metacritic verlockt auch nicht. Und wenn die Jungen sich heute ein Let's Play anschauen, um das Spiel abzuchecken, wird das sie vermutlich auch eher überraschen. Denn Alone In The Dark werden sie vielleicht als vermeintlichen Vorläufer von Survival Horror und Resident Evil kennen. Aber das Spiel hier setzt stark auf Detektivarbeit, Puzzles und Erkundung.
Bin ansonsten gespannt, was Mikael Hedberg (SOMA, Amnesia) aus der Story des Oldies noch rausgeholt hat. Und habe bereits erste direkte Lovecraft-Referenzen gefunden: So liegt in einem Schlafzimmer ein Weird-Tales-Magazin aus. :)
Zum Spiel selbst: Das Original-AITD war auch viel deutlicher in Rätseln und Adventure verwurzelt noch. Heute kennt die Masse das halt maximal als (optisches) Vorbild von Resident Evil, das selbst in der noch vergleichsweise gemächlichen Erstausgabe schon mehr auf Wummen ging (hole übrigens gerade Mikamis The Evil Within nach, heidewitzka, hetzt der einem da gelegentlich wieder Massen auf den Hals, wenn auch anders als im stupiden RE4 bislang zum Glück nicht durchgehend). Dabei kam AITD aus einer anderen Schule. Etwa zur gleichen Zeit hatten Infogrames auch noch das Cthulhu-Adventure Shadow Of The Comet gebracht. Übrigens: Als die Sequels rauskamen, war Mastermind Frédérick Raynal längst weg (Adeline Software, Little Big Adventure). Aber die nahmen das vorweg, was auch andere Jahre bis Jahrzehnte später machen sollten: Mehr Äkschn musste rein, im Versuch, die Zielgruppe zu erweitern.
Alone In The Dark -- ein Pionier in jeder Hinsicht. :-D
Das Kampfsystem ist grottig und zu allem Überfluss gibt es extrem nervige Kamerafehler. Die Figur bewegt sich komisch, es gibt kein lock-on, eine Axt zerbricht einfach nach 5 Schlägen und wenn man aich nur weit genur zurückzieht, bleiben die Monster einfach stehen.
Das Positive: die dennoch gelungene Lovecraftesque Atmosphäre, die Dialoge sind sehr professionell eingesprochen und das Jazz-Gedudel passt zum Setting.
Dennoch ist das vA in dem Zustand nie und nimmer ne 8.
Wenn's etwas günstiger wird könnte das für mich ein denkbarer Kauf werden.