Die Geschichte von Alone in the Dark: Von gruselig schön bis ganz schön gruselig!

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Special Olaf Bleich - Autor Benedikt Plass-Fleßenkämper - Autor Lukas Schmid - Autor Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Die Geschichte von Alone in the Dark: Von gruselig schön bis ganz schön gruselig!
Quelle: THQ Nordic

Ein Genre-Pionier und Technik-Vorreiter im Schatten von Resident Evil: Wieso Alone in the Dark zwar in den Anfängen begeisterte, aber später nie mehr die ganz großen Akzente setzen konnte.

Wenn man über die Ursprünge des Survival-Horror-Genres spricht, dann fallen meistens Namen wie Resident Evil (1998) oder Silent Hill (1999). Kein Wunder, schließlich brachten die Action-Abenteuer diese Spielart in den Mainstream und sorgten nicht von ungefähr für den Boom der ersten Playstation-Generation Mitte der 1990er.

Doch weder Silent Hill noch Resident Evil sind die Begründer des Survival-Horrors. Nein, nicht Team Silent und Capcom haben das Spiel mit der Angst und der Ressourcenknappheit erfunden. Vielmehr war es das 1992 veröffentlichte Alone in the Dark, das den Survival Horror im großen Stil aus der Taufe hob.

Dass in letzter Zeit wieder mehr über Alone in the Dark geschrieben und gesprochen wird, liegt natürlich am Remake, das THQ Nordic und Pieces Interactive entwickeln. Wer genauer hinschaut, erkennt aber auch immer wieder die Unsicherheit, ob daraus ein wirklich großes Spiel werden kann. Denn kaum eine Spieleserie hat nach einem fulminanten Start einen derartigen Absturz erlebt wie Alone in the Dark.

Alone in the Dark: die frühen Jahre

Dabei ist das Franchise ein wahrer Wegbereiter. Nicht nur für das Survival-Horror-Genre, sondern auch für die 3D-Technik zu einer Zeit, als die meisten Spiele noch auf 2D-Grafik setzten. Maßgeblichen Anteil daran hatte der Entwickler Frédérick Raynal. Der gebürtige Franzose versuchte sich schon als Jugendlicher an ersten Computerspielen und entwickelte in Schul-Workshops Projekte für den ZX81.

Der Durchbruch gelang ihm jedoch mit dem Arkanoid-Klon Popcorn, der ihm auch den Einstieg bei dem noch jungen Spiele-Publisher Infogrames ermöglichte. Dort portierte er unter anderem Alpha Waves (1990), das von vielen als erstes 3D-Plattformspiel angesehen wird, vom Atari ST auf MS-DOS-Systeme.

Durch die intensive Arbeit mit dem Quellcode von Christophe de Dinechin wurde Frédérick Raynal klar, dass die Zukunft des Gamings nicht in 2D-, sondern in 3D-Spielwelten liegen würde.

Edward Carnby in Alone in the Dark 1 Quelle: Mobygames Raynal schrieb ein zunächst einfaches Konzept. Er wollte ein Spiel, in dem man gegen 3D-Modelle kämpft und in dem es ums nackte Überleben geht. Der Entwickler schrieb für die Entwicklung eigene Tools für das Modellieren und auch Animieren von 3D-Figuren.

Ein essenzieller Teil der Inszenierung war dabei die Wahl der Kamerawinkel: Um dem späteren Alone in the Dark einen filmischen Charakter zu verleihen, setzte Raynal auf feste Perspektiven und teils ungewöhnliche Blickwinkel - etwa von oben oder schräg unten. Dadurch war das gezielte Inszenieren bestimmter Momente möglich.

Außerdem entstanden so Situationen, die in einer 2D-Umgebung nie möglich gewesen wären. Und während Alone in the Dark heute mit seiner groben Polygongrafik und den eckigen Charakteren mehr als antiquiert wirkt, so waren Spieldarstellung und vor allem Animationen bahnbrechend.

Für die Geschichte heuerte Infogrames Autor Hubert Chardot an, der bereits bei 20th Century Fox tätig war. Als Inspirationsquelle diente H.P. Lovecrafts Cthulhu-Mythos. Schauplatz des im Louisiana des Jahres 1924 angesiedelten Survival-Horror-Spiels war die Derceto Villa. Hier starb Besitzer Jeremy Hartwood unter mysteriösen Umständen.

Alone in the Dark 1 Quelle: Mobygames Immer wieder machten Gerüchte die Runde, dass in dem alten Gemäuer merkwürdige Dinge vor sich gingen. Bereits im ersten Alone in the Dark gab es zwei Spielfiguren: Privatermittler Edward Carnby und Emily Hartwood, die Nichte des Verstorbenen. Einen spielerischen Unterschied zwischen den beiden gab es hier aber noch nicht.

Das Spiel kombinierte Kämpfe mit Rätseln und auch etlichen Zwischensequenzen und Ereignissen. Das Schöne an Alone in the Dark war, dass wir uns zwar durch die Räume kämpfen konnten, das Spiel aber auch immer einen alternativen Weg aufzeigte, indem wir beispielsweise die Umgebung oder gefundene Gegenstände zu unserem Vorteil nutzen konnten.

Das Resultat des erfolgreichen Gesamtkonzepts waren positive Pressebewertungen und auch entsprechend gute Verkäufe. Bis Januar 2000 wurde Alone in the Dark weltweit zweieinhalb Millionen Mal abgesetzt.

Bildergalerie

Der Erfolg des ersten Teils weckte allerdings Begehrlichkeiten. Bereits in der Weihnachtssaison 1992/93 veröffentlichte Infogrames ein Demo-Spiel namens Jack in the Dark. In diesem weihnachtlichen Appetithäppchen kontrollierten wir Grace Saunders, die wir im zweiten Teil retten sollten, und mussten sie aus einem gruseligen Spielzeugladen herausführen.

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