Resident Evil: Retro-Special zum Horror-Klassiker
Vor knapp 22 Jahren lehrte Capcom uns mit Resident Evil erstmals das Fürchten. Wir haben uns für euch ins gruselige Herrenhaus des ersten Spiels begeben und erklären, warum Fans auch heute noch sehnsuchtsvoll auf das Original zurückblicken.
Resident Evil (jetzt kaufen 62,95 € ) ist ein ziemlich dummer Name." So lautet typischerweise die erste Antwort, wenn man Shinji Mikami nach seiner Meinung über Capcoms Horror-Serie Biohazard befragt. Gerade der Japaner muss es wissen, ist er doch maßgeblich an der Entstehung des Spiels beteiligt gewesen, welche außerhalb von Japan den für uns eher bekannten Titel Resident Evil trägt und erstmals 1996 für die Sonys Playstation erschien.
In diesem Artikel
Doch ganz egal, bei welchem Namen man das Kind nun nennt: Resident Evil/Biohazard gilt als eines der wegweisendsten Spiele seiner Generation und machte nicht nur das Genre des Survival-Horror massenmarkttauglich, sondern verhalf auch Capcom selbst nach einem bedrohlichen Tief wieder zu neuen Höhen.
Ein Sommerausflug
Quelle: PC Games
Der Albtraum hat begonnen: Sonderlich freundlich sieht dieser Zeitgenosse, den ihr im Herrenhaus findet, ja nicht gerade aus. Wie sich schnell herausstellt, sprechen die Zombies in Resident Evil nur die Sprache der Gewalt.
Blickt man heute auf den Entstehungsprozess von Resident Evil zurück, unterscheidet sich das Spiel so ziemlich von allem, womit Capcom in den Jahren zuvor sein Geld gemacht hat. Ob nun Mega Man, Street Fighter oder die unzähligen Disney-Versoftungen: Mit Resident Evil hatte der japanische Konzern etwas völlig Neues und sehr Erwachsenes in der Mache. Im Jahr 1998 kommt es in der Umgebung der fiktiven US-Kleinstadt Raccoon City zu schreckenserregenden Mordfällen, mit denen selbst die Polizei nicht fertig wird.
Als eine Spezialeinheit namens S.T.A.R.S. (Special Tactics And Rescue Service) entsendet wird, um in den Wäldern nach dem Rechten zu sehen, stoßen die Mitglieder dort auf ein geheimes Anwesen. Und sie sind nicht alleine: Zombieartige Kreaturen streifen durch die Gänge und machen Jagd auf die überlebenden Kameraden, welche die Flucht ins Herrenhaus überstanden haben. Schnell ist klar, was zu tun ist: dem Geheimnis dieses real gewordenen Albtraums auf die Spur kommen und irgendwie einen sicheren Weg nach Hause finden. Doch das gestaltet sich schon bald schwieriger als gedacht, gibt es doch kaum Anzeichen dafür, wo man mit der Suche beginnen soll.
Der Überlebenskampf beginnt
Quelle: PC Games
Ein Schockmoment im richtigen Augenblick lässt so manchen Controller durchs Zimmer fliegen. Resident Evil verstand sich meisterlich in dieser Tugend.
Resident Evil überlässt es zu einem Großteil euch selbst, welche Bereiche des Herrenhauses ihr als Nächstes erkundet. Viele Bereiche sind anfangs noch verschlossen oder werden von den untoten Bewohnern des Anwesens bevölkert, weshalb ihr euch schleunigst auf die Suche nach Schlüsselgegenständen, neuen Waffen und Munition machen müsst. Der Verlauf eurer Überlebens-Odyssee hängt dabei stark von der anfangs gewählten Spielfigur ab. Entscheidet ihr euch für die Mechanik-Spezialistin Jill Valentine, könnt ihr nicht nur mehr Items tragen, sondern mit eurem Werkzeug sogar einige verschlossene Türschlösser knacken.
Quelle: PC Games
Diverse Rätsel im Spiel müssen je nach Spielfigur anders gelöst werden. Chris Redfield etwa versteht nichts vom Klavierspielen, Rebecca hingegen schon.
Chris Redfield hingegen versteht sich besser auf den Umgang mit Schusswaffen, hat dafür aber nur Platz für sechs Gegenstände. Einsteigern wird auch heute noch nahegelegt, ihren ersten Durchgang lieber mit Jill zu probieren, ehe sie sich am Szenario von Chris probieren. An der Story oder den erkundbaren Arealen - später durchforstet ihr auch einen Außenbereich, die Mannschaftsquartiere und eine unterirdische Geheimanlage - ändert sich durch die Wahl eurer Spielfigur aber nichts. Lediglich eine Handvoll Räume werden für einen der beiden Charaktere zum Lösen von Rätseln relevanter.
2D vor 3D
Quelle: PC Games
Lange Zeit ein Knackpunkt der Serie: das Inventarsystem. Kleine Schlüssel nehmen in euren Taschen genauso viel Platz weg wie eine fette Schrotflinte.
Ursprünglich war für Resident Evil vorgesehen, das Projekt mit einer reinen 3D-Engine zu realisieren, welche sich aber mit der Hardware der Playstation nicht ansprechend genug umsetzen ließ. Stattdessen setzte Capcom daher auf 3D-Charaktermodelle mit vorgerenderten Hintergründen, die zu ihrer Zeit einen fast fotorealistischen Eindruck vermittelten. Die ungewöhnlich echt wirkende Optik trug großen Anteil an der enorm spannenden Atmosphäre, welche bei so manchem Spieler für einen unruhigen Schlaf sorgte. Für situativen Nervenkitzel sorgten zudem viele gemein gesetzte Kamerawinkel: Den Zombie konnte man zwar schon um die Ecke heranschlurfen hören, aber eben nicht sehen.
Die technische Ausrichtung sorgte mit ihren nicht frei justierbaren Kameraperspektiven allerdings auch für so manche Probleme, etwa bei der Steuerung. Um eure Figur nach vorne laufen zu lassen, musstet ihr das Steuerkreuz nach oben drücken - egal von welchem Winkel aus ihr eure Figur gerade betrachtet habt. Seitwärtsschritte waren nicht möglich, denn durch einen entsprechenden Tastendruck dreht sich der Charakter nur um die eigene Achse. So wurde Resident Evils Steuerung schon frühzeitig spöttisch als "Tank-Controls" bezeichnet. Ein Problem, das erst viel später mit der HD-Neuauflage des Remakes (siehe Extrakasten) gelöst wurde.
Rebecca, is that you?
Quelle: PC Games
Resident Evil: Retro-Special zum Horror-Klassiker
Auch wenn Resident Evil alles andere als perfekt war, traf es bei seiner Erstveröffentlichung genau den Nerv der Spieler und verkaufte sich über zwei Millionen Mal. Natürlich erkannte Capcom schnell, was für einen Goldschatz sie da an Land gezogen hatten, und begann zügig damit, das Spiel auf andere Plattformen zu portieren. Bereits im Dezember des gleichen Jahres erschien eine inhaltsgleiche, technisch aber eher halbherzige PC-Umsetzung, im Juli 1997 eine akzeptable Fassung für den Sega Saturn. Ebenfalls im Jahr 1997, quasi als eine Art frühzeitiges Jubiläum (heute sagt man dazu "Game of the Year"-Edition), veröffentlichte Capcom den Resident Evil Director's Cut.

Seit dem hatte ich mir auch eine PSX gewünscht und hatte mir schnell auch Resident Evil zugelegt. Als Kind hatte man schon damals einige Horrorfilme, auch mit Zombies, gesehen, aber nichts war im Vergleich so dermaßen schrecklich und grauenhaft (nicht im negativen Sinne), wie das Herrenhaus von RE1. Übrigens hatte ich als Kind nicht mal verstanden, was Herrenhaus überhaupt ist, so als kleinen Schmunzler nebenbei. Ich dachte, es sei ein Haus, wo ältere Herren wohnen. Also eine Art sehr große WG für ältere Herren :D
Da ich unzählige Stunden mit dem Spiel verbracht habe, hat für mich und meine persönliche Erfahrung das Spiel definiert, was Angst, Schrecken und Horror überhaupt bedeutet. Als ich das Spiel in und auswenig kannte, hatte ich quasi die Angst besiegt, so hatte ich keine Probleme mehr mit Horrorfilmen oder als Beispiel aus dem Alltag in den dunklen Keller zu gehen.
Die Schaupspieler und die Sprachausgabe waren grottig und B-Movie like, jedoch war das ein fester Bestandteil von RE. Survival Horror mit B-Movie Elementen. Natürlich kann es sein, dass es unabsichtlich war, aber es war so speziell, dass es dieses Genre für sich neudefiniert hat. Die Dialoge und auch der rote Faden des Storyverlaufs MUSSTE bescheuert sein, damit das Spiel so funktioniert, wie es war: Oh, ein riesengroßes, unheimliches Herrenhaus mit brutal gefährlichen Kreaturen? Da MUSS man sich doch als Crew aufteilen, um den Ausgang schneller zu finden :D Das war die Logik.
Was mich damals übelst aufgeregt hat, war nicht die Steuerung, die zwar wirklich gewöhnnugsbedürftig war, sondern die Wertungen in den meisten PC Zeitschriften. Ich weiß nicht, welche Wertung PC Games vergeben hatte, aber eine andere bekannte Zeitschrift vergab 64% mit all den negativen und schlechten Aspekten hervorgehoben, wohingegen ein halbes Jahr zuvor das Spiel auf den Konsolen durchschnittlich eine 80er Wertung von den Spielezeitschriften einfuhr. Und das konnte ja nicht sein, dass da eine Differenz von 20% besteht. Man hatte das Gefühl, dass PC-Magazin-Redakteure einfach nur 2 linke Daumen für Konsolenspiele hatten und im Prinzip auch gar keine Konsolenspiele mochten, jedoch dazu verdonnert wurden, eine Konsolenumsetzung zu bewerten. Es wurde alles bemängelt, wie Sprachausgabe, Dialoge, billige Rätsel, schlechte Grafik (angeblich). Ich finde es noch bis heute so unfair. Es gibt 80er Spiele, die spielt man nur ein mal und nie wieder und man vergisst sie (Bulletstorm zb). Aber dann gibt es solche wie RE1, die absolut schlecht bewertet wurden, die jedoch bis heute, 20 Jahre später absolut bestand haben, bei denen man sich gerne zurückerinnert und sich wahnsinnig auf ein Remake freut und sehnsüchtig erwartet. Zu dem gab es auch unzählige Hollywoodverfilmungen, die nicht wirklich gut waren, jedoch zeigt diese Tatsache doch, wie viel Potential RE1 hatte. Es war wie du schreibst für Capcom eine Goldgrube.
Was vielleicht noch in dem schönen Retro-Artikel fehlt, bzw. erwähnt werden könnte, ist, dass die meisten Schauspieler vom ersten Original bis heute unbekannt sind!
Ich habe länger recherchiert, als Beispiel wer Jill gespielt hat. Es gibt nur Vermutungen und keine wirklichen Infos darüber. Einige der Schauspieler waren sogar nur 15-18 und High School Schüler. Als Synchronsprecher sind andere Leute eingesprungen. In Interviews von einigen der Synchronsprecher erinnern sie sich gar nicht mehr an die Namen der Schauspieler, können gar selbst nicht mehr sagen, ob sie selbst überhaupt mitgespielt haben.
Jetzt könnten natürlich welche sagen: Wen interessiert es, wer diese schlechte Schauspielerin von Jill, genannt "Inezh" war?
Ich sage, ein echter Fan der Serie interessiert es wahnsinnig. Wer z.B. die Filme mit Arnold Schwarzenegger mag, der verfolgt ja auch seine Persönlichkeit. Und ein Fan von RE1 würde auch gern wissen, wer Inezh ist, wo sie lebt, was sie gelernt hat, was sie macht, ob ihr RE1 in irgendeiner Weise in ihrer Karriere geholfen hat etc.
hier sind dazu noch einige Videos:
https://www.youtube.com/watch?v=RlEGlUuZeAs
Jill's actress and voice actress aren't the same person.
Jill Valentine was played by Inezh, who was a high school student at the time. An actress who played Jill is only known as Inezh, so Resident Evil fans want to know who she is. Please tell us if you know this person.
Weitere Zusammenfassung:
https://www.youtube.com/watch?v=D22Ao21Ya6k
Es bleibt das "Inezh-Mysterium"
Die Aussage "Dort enttäuschte man die Fans aber mit einer halbgaren, aufgesetzt wirkenden Steuerung. " Ist unsinnig, die man ja die "Panzersteuerung" lediglich vom Original übernommen hatte; eben genau, wie es "die Fans" kannten.
An der Urfassung fand ich seinerzeit besonders die etwas "cheesy" wirkenden Videosequenzen rech witzig.
Bei der hd-Versuon stört mich, dass die Videosequenzen nicht in höherer Auflösung daherkommt. Dadurch wirkt die GC-Variante einfach im allgemeinen etwas stimmiger.
Steuerungsprobleme hatte ich in keiner phase von resident evil und kann mich als Fan der ersten Stunde bezeichnen.
Die Aussage "Dort enttäuschte man die Fans aber mit einer halbgaren, aufgesetzt wirkenden Steuerung. " Ist unsinnig, die man ja die "Panzersteuerung" lediglich vom Original übernommen hatte; eben genau, wie es "die Fans" kannten.
An der Urfassung fand ich seinerzeit besonders die etwas "cheesy" wirkenden Videosequenzen rech witzig.