Afrika Korps vs. Desert Rats
Das Terrain beeinflusst Sicht- und Reichweite aller Truppen. Die Soldaten im Tal haben gegen dieses Infanteriegeschütz keine Chance.
Im Jahr 1942 liefern sich zwei Militärgenies ein Duell: Bei El Alamein stehen sich der deutsche General Rommel und sein alliierter Gegenpart Montgomery gegenüber. Die Schlacht soll die endgültige Entscheidung im Afrikafeldzug bringen, der seit über einem Jahr im Norden des Schwarzen Kontinents tobt. Was man erst heute weiß: Unter den Kämpfern befinden sich auch der Wehrmachtsoffizier Erich von Hartmann und der britische Colonel Sinclair. Vor dem Krieg bei den Olympischen Spielen gegeneinander angetreten und Freunde geworden, treffen sie nun auf dem Schlachtfeld abermals aufeinander. Die beiden Kontrahenten sind die fiktiven Hauptfiguren der zwei umfangreichen Kampagnen vor historischem Hintergrund.
Auf Panzerkaperfahrt
Eroberte Feindpanzer werden mit den eigenen Fahnen kenntlich gemacht.
Wie die offensichtlichen Vorbilder Sudden Strike und Blitzkrieg folgt Afrika Korps vs. Desert Rats der Maxime "Kämpfen statt Bauen". Will heißen: Sie müssen nicht wie bei den Kollegen der Echtzeit-Strategie erst ein Feldlager zimmern und einen Mini-Warenkreislauf zum Rotieren bringen, sondern Sie konzentrieren sich ganz aufs Kriegführen. Das heißt aber auch, dass Sie keine Verstärkungen heranführen dürfen. Und bis auf wenige Ausnahmen (etwa wenn von außerhalb Nachschub eintrifft) müssen Sie mit den Kräften auskommen, die Sie von Anfang an zur Verfügung haben. Für gewöhnlich unterstehen Ihrem Kommando zwischen ein und zwei Dutzend Vehikel und etwa doppelt so viele Fußsoldaten. Und zwar inklusive Besatzungen - das gabs im Genre bislang noch nicht. Ohne Fahrer, Kanonier & Co. ist nämlich auch der dollste Panzer nur ein Haufen regungsloses Metall. Zwar fahren die Wagen zur Not auch mit einem Mann Besatzung, je mehr aber darin Platz nehmen, desto effektiver kämpfen sie. Mit dem zweiten Kameraden steigt die Feuerrate, der dritte erhöht die Geschwindigkeit, Nummer vier die Sichtweite. Spezialisten haben noch größeren Einfluss. Schicken Sie etwa einen Kundschafter in einem Seitenwagengespann los, klärt das fast doppelt so weit auf. Ein Scharf- als Richtschütze im Panzer trifft besser als der Standard-Soldat. Sie können übrigens nicht nur die Mannschaften Ihres eigenen Fuhrparks auswechseln. Herrenlose Feindgefährte lassen sich kapern und gegen ihre ehemaligen Besitzer einsetzen.
Überleben ist überlebenswichtig
Für gewöhnlich enden solche Großangriffe in verlustreichen Siegen Spaß machen sie trotzdem.
Dass Einheiten an Erfahrung gewinnen, gehört mittlerweile fast schon zum guten Ton bei Strategiespielen. In Afrika Korps vs. Desert Rats gilt das aber nicht nur für einen Einsatz. Überlebende können auch noch in den Folgemissionen eingesetzt werden. Zwar gilt der Veteranenstatus nicht für Fußsoldaten, sondern lediglich für Fahrzeuge und Geschütze, die dann genauer treffen, und es gibt auch nur zwei Stufen, Rekruten schlagen Sie im Duell damit aber allemal. Klar, dass man auf die Elitekrieger möglichst gut Acht geben sollte. Fast wichtiger ist allerdings die Tatsache, dass beiden Kriegsparteien nur begrenzt viel Ausrüstung zur Verfügung steht: Von den stärksten Panzern und Geschützen finden sich selten mehr als ein, zwei Stück im Arsenal. Aus diesem wird vor Beginn der Schlacht die Lieblingstruppe zusammengestellt. Acht Kanonen, sechs Selbstfahrgeschütze, ebenso viele Soldatenklassen, 14 Tanks und ein Dutzend sonstige Fahrzeuge stehen zur Auswahl, allesamt historischen Vorbildern nachempfunden. Doch wie gesagt: Die großen Modelle sind Mangelware und schwer zu ersetzen. Von den Sonderausführungen, die man sich für besonders gut erfüllte Aufgaben verdient, gibt es gar nur jeweils ein einziges Exemplar. Zugunsten der Spielbalance und des Spielspaßes haben es die Entwickler nicht ganz so genau mit dem Realismus genommen: Die Performance der Kriegsmaschinen der beiden Fraktionen erinnert nur entfernt an die ihrer realen Vorbilder. Trotzdem verhalten sich die Kisten glaubwürdig: Ein deutscher Tiger hält mehr aus als ein britischer Cromwell, ist aber von der Seite oder von hinten durchaus zu knacken. Eine ganz eigene Stellung nehmen Helden wie von Hartmann und Sinclair ein: Sie verleihen den Einheiten unter ihrem Kommando besondere Schlagkraft, dürfen aber auf keinen Fall umkommen. Wie groß die Streitmacht sein darf, bestimmen die Prestigepunkte, die ebenfalls davon abhängen, wie erfolgreich man in den vorangegangenen Einsätzen war. Kommen allzu viele Vehikel zu Schaden, ist ein Neustart fast unausweichlich.
