2XKO im Test: Monetarisierung und Fazit
Riot Games ist bekannt für äußerst frustrierende Online-Games, weswegen es wohl nur eine Frage der Zeit war, bis sich die Firma an einem Fighting Game versucht. Mit dem offiziellen Launch von 2XKO beantworten wir nun die Frage, ob der Titel mit Genre-Giganten wie Street Fighter mithalten kann.
Doch auch 2XKO muss natürlich Geld verdienen und das passiert wie gewohnt über Skins. Wie bei Valorant setzt Riot Games hier auf einen wöchentlich rotierenden Shop. Will man sich einen bestimmten Skin für Ahri zulegen, muss man warten, bis der auch im Shop angeboten wird. In unseren letzten drei Shops wurden wir übrigens von dem genau gleichen Braum-Skin angelacht, einem Champ, den wir noch kein einziges Mal gespielt haben. Es kann unter Umständen also eine ziemlich lange Zeit dauern, bis ihr den gewünschten Skin überhaupt angeboten bekommt.
Zusätzlich zu den Skins gibt es dann noch bestimmte Bundles, die gleich mehrere Skins und andere Dinge wie Ausrüstung für den Lobby-Avatar, besondere Effekte und oft Champion Tokens beinhalten.
Neue Charaktere temporär nur durch Echtgeld
2XKO möchte nämlich nicht nur über Skins Geld verdienen, sondern auch über die Charaktere selbst. Einige der Figuren sind von Anfang an spielbar, andere wie Blitzcrank müsst ihr erst kaufen. Dafür könnt ihr entweder Echtgeld einsetzen, was umgerechnet etwa zehn Euro kostet, ein Champion Token aus den Bundles verwenden oder sie einfach per In-Game-Währung freischalten.
Letzteres ist auch überraschend großzügig, so hatten wir in der Early Access-Phase des Spiels bereits nach wenigen Wochen Zugang zu jedem Charakter, einfach über die Währung, die wir durch tägliche und wöchentliche Quests erspielt haben. Der Freischaltprozess läuft auf jeden Fall schnell genug, dass wir nie das Bedürfnis hatten, irgendwie Geld für einen bestimmten Charakter auszugeben. Bei brandneuen Figuren wie Caitlyn sieht das Ganze jedoch ein wenig anders aus.
Quelle: buffed
Für das 60-Euro-Arcane-Bundle erhaltet ihr unter anderem 8 Champion Tokens.
Wenn ein neuer Charakter erscheint, könnt ihr den nämlich nicht einfach über In-Game-Währung freischalten. Die ersten paar Wochen werden hier nur Champion Tokens aus Bundles oder Premium-Währung akzeptiert. Alternativ kann man sich auch das teuerste Battle-Passs-Paket zulegen, denn natürlich gibt es auch hiervon verschiedene Versionen. Einen neuen Charakter völlig Free-To-Play freizuschalten funktioniert nur über das Champion-Rekrutierungsevent.
Wenn ihr nach dem Release eines neuen Charakters Missionen erledigt, sammelt ihr nicht nur Erfahrung für den Battle Pass, sondern auch für das Rekrutierungsevent, wodurch ihr dann nach einiger Zeit die Figur erhaltet. Ein ähnliches System verwendet Riot bereits in Valorant.
Es gibt also keine Möglichkeit, In-Game-Währung anzusparen, um sich einen neuen Charakter direkt zum Release zu kaufen. Wer etwa schon jetzt mit der neuen Caitlyn die Ranked-Ladder erklimmen möchte, muss dafür zwingend Geld ausgeben.
Man muss es einfach so sagen: Das System ist leider ziemlich bescheuert. Da es bereits zahlreiche Skins, Bundles und verschiedene Stufen des Battle Passes gibt, ist es ziemlich schade, dass Riot hier auch bei den Charakteren die Spieler dazu zwingt, Geld auszugeben, wenn sie einen neuen Charakter direkt zu Beginn spielen möchten.
Zwar ist es bei Fighting Games normal, dass neue Charaktere Geld kosten, bei der Wagenladung an Skins, die Riot bereits veröffentlicht hat, müssen wir uns jedoch fragen, ob es dieses System wirklich gebraucht hätte.
Das ist besonders nervig, da 2XKO zum jetzigen Zeitpunkt noch einige Features fehlen, die man von einem Fighting Game dieser Größenordnung eigentlich erwartet. So können wir ein Replay etwa nicht einfach übernehmen, um zu schauen, wie wir eine bestimmte Situation hätten meistern können, und wir können auch keine Pre-Sets für bestimmte Teams kreieren.
Immerhin dürfen wir seit Launch der ersten Season aus dem Trainings-Modus heraus die Warteschlange für Ranked-Matches betreten, und wir sind guter Dinge, dass Riot Games hier am Ball bleibt.
So ein Entwicklerteam wünscht man sich
Besonders überrascht hat uns während der Early Access-Phase nämlich, wie offen das Team bei Riot über den Entwicklungsprozess spricht, was für Fighting Games tatsächlich recht unüblich ist.
Street Fighter-Spieler warten etwa bereits seit mehreren Monaten auf irgendeinen neuen Patch, der die Meta ein wenig aufwirbelt. Die Capcom-Entwickler interagieren jedoch nur äußerst begrenzt mit der Community, wohingegen das 2XKO-Team gar nicht aufhören kann, auf Twitter und anderen Plattformen die ganzen neuen Dinge zu enthüllen, an denen sie gerade arbeiten.
So gab es während der Early Access-Phase bereits mehrere Patches und auf Twitter gibt das Team öfter kleinere Sneak-Peeks über anstehende Änderungen, damit sich Spieler schon einmal auf die vorbereiten können.
Sollte 2XKO tatsächlich weitreichenden Anklang finden, sieht die Zukunft des Titels daher definitiv rosig aus. Für unseren Geschmack werden zwar ein wenig zu viele Skins veröffentlicht - Ahri hat mittlerweile etwa bereits fünf Stück -, wenn wir dadurch aber ganze fünf Charaktere pro Jahr und zahlreiche Balance-Änderungen erhalten, lässt sich das wohl irgendwo verkraften.
Insgesamt hatten wir einiges zu meckern über 2XKO, wir sollten hier also kurz klarstellen, dass wir seit Release des Riot-Fighters kein anderes Fighting Game mehr angefasst haben - außer natürlich Exploding Judo Federation. 2XKO hat zwar noch einiges an Verbesserungspotenzial, das Gameplay hat uns jedoch schon jetzt so gefesselt, dass wir seit Launch bereits dutzende Stunden in das Spiel gesteckt haben.
Meinung
2XKO ist vielleicht nicht das beste Fighting Game aller Zeiten, dafür jedoch definitiv der beste moderne Tag-Fighter - und zumindest im Moment sind wir uns nicht sicher, ob anstehende Releases wie Invincible VS oder gar Marvel Tokon hier wirklich mit Riot konkurrieren können. Jeder, der auch nur ein wenig Interesse an Fighting Games hat, sollte dem Spiel auf jeden Fall eine Chance geben - und das nicht zuletzt, weil ihr es ganz einfach kostenlos herunterladen könnt.
- Seite 1 Konkurrenz für Street Fighter & Co.? 2XKO haut uns im Test völlig um - jetzt mit Video!
- Seite 2 2XKO im Test: So wichtig ist das Tag-System
- Seite 3 2XKO im Test: Wie einsteigerfreundlich ist der Riot-Fighter?
- Seite 4 2XKO im Test: Online-Modus und Roster-Sorgen
- Seite 5 2XKO im Test: Monetarisierung und Fazit

[Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]
angeblich wurde das halbe team rausgeworfen (~80 leute).
Hast du ein Problem damit, dass ich ein Wort gern benutze? :B
Arcane für 2XKO. Oder Invincible für den dazu entstehenden Prügler.
Kannte den Comic vorher nicht, aber die Serie zu Invincible ist fantastisch. Dementsprechend hellhörig wurde ich bei Invincible Vs., obwohl ich mit Prüglern absolut nichts am Hut habe. ^^