PC-Spiele und ihre Technik-Fails im großen Special: Entwickler erklären, woher Performance-Probleme kommen

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PC-Spiele und ihre Technik-Fails im großen Special: Entwickler erklären, woher Performance-Probleme kommen
Quelle: PC Games Hardware

Woher kommen Technik-Probleme bei PC-Spielen wie Dishonored 2? Für unseren großen Report sprachen wir mit Entwicklern wie Crytek, Techland und The Coalition, aber auch Hardware-Gigant AMD. Im Interview gehen wir den Hintergründen von Technik-Fails wie stotternder Framerate, mieser Performance und Hardware-Inkompatibilitäten auf die Spur.

Es war die im Zusammenhang mit neuen PC-Spielen wohl am häufigsten gestellte Frage des vergangenen Jahres, noch vor "Wie lang ist es?" und "Macht es Spaß?". Egal ob in den Kommentaren zu unseren Online-Tests, in Steam-Foren oder bei Reddit & Co. - überall beschäftigten sich die Spieler 2016 bei jeder Neuveröffentlichung als erstes mit einer Frage: "Wie läuft's?"

Anlass dazu gab es reichlich, denn 2016 geht wohl in die Geschichte ein als das Jahr, in dem Performance-Probleme am PC so häufig auftraten wie nie zuvor. Flüssige 60 Fps sollten mit heutiger Hardware nach Auffassung vieler Spieler Standard sein, doch immer wieder machten Spiele wie XCOM 2, Mafia 3 oder Dishonored 2 mit Ruckeleinlagen, stotternden Bildraten und einem mangelhaften Verhältnis von Systemanforderungen zu optischer Qualität negativ von sich reden. Woher kommen diese Probleme mit der Technik? Auf der Suche nach Antworten führte PC Games Interviews mit PC-Entwicklern wie Crytek, Techland, Flying Wild Hog oder The Coalition und redete zudem mit Grafikkarten-Gigant AMD.

Zu viele Variablen

Wer einen hochgezüchteten PC sein Eigen nennt, will dessen Leistungsreserven naturgemäß möglichst gut ausnutzen. Und wer aus Kostengründen ein Mittelklasse-Modell verwendet, möchte Spiele mit reduzierten Details immer noch flüssig spielen. Die Performance eines Spiels ist daher für viele PC-Spieler längst einer der wichtigsten Gradmesser zur Beurteilung der Qualität eines Titels. Umso verständlicher sind der Unmut und das Unverständnis der Community, wenn Spiele scheinbar schlampig auf den Markt geworfen werden.

PC-Entwicklung ist sehr, sehr viel schwieriger als auf den Konsolen.
Harvey Smith, Creative Director bei Arkane Studios
Harvey Smith ist der kreative Kopf hinter Dishonored 1+2. Auf Twitter bat er um Verzeihung für Probleme mit der PC-Version von Teil 2. Quelle: PC Games Harvey Smith ist der kreative Kopf hinter Dishonored 1+2. Auf Twitter bat er um Verzeihung für Probleme mit der PC-Version von Teil 2. Dabei kam es zuletzt sowohl bei exklusiv für den PC entwickelten Titeln wie bei den weitaus zahlreicheren Adaptionen bestehender Konsolenversionen zu derartigen Performance-Problemen. Harvey Smith, seines Zeichens Creative Director bei Entwickler Arkane Studios, musste unlängst viele kritische Fragen zum Zustand der PC-Version von Dishonored 2 über sich ergehen lassen. Das Spiel hakte bei Release und stellte ungewöhnlich hohe Anforderungen an die Hardware. Wie konnte es dazu kommen? Smith erklärt: "Wir haben nicht mit dem Zusammenspiel einiger Faktoren gerechnet, obwohl wir das Spiel umfassend getestet haben - High-End-CPUs mit Low-End-Grafikkarten, diese Art von Sachen."

Die Shadow Warrior 2-Entwickler bei Flying Wild Hog, einem polnischen Indie-Studio, zeigen im Interview Verständnis: "Der PC ist zwar die vielfältigste Plattform [...] aber man sollte sich die schiere Menge an Hardware ins Gedächtnis rufen, die unterstützt werden muss. Entwickler müssen PC-Spiele eigens für unterschiedliche Prozessoren und Grafikkarten sowie mehrere Betriebssysteme optimieren. Andere Problemursachen sind die 4:3-, 16:10-, Ultra-Wide-, 4K- und 200-Hertz-Monitore sowie die ganzen anderen seltsamen Hardware-Konfigurationen."

Die PC-Version von Gears of War 4 wurde sehr gut optimiert und punktete mit zahllosen Einstellungsmöglichkeiten. Entwickler The Coalition hatte ein eigenes Team mit den Besonderheiten der Umsetzung betraut. Quelle: PC Games Die PC-Version von Gears of War 4 wurde sehr gut optimiert und punktete mit zahllosen Einstellungsmöglichkeiten. Entwickler The Coalition hatte ein eigenes Team mit den Besonderheiten der Umsetzung betraut. Die schiere Bandbreite an möglichen Komponenten und deren Interaktion in den heimischen PCs wird von unseren Gesprächspartnern immer wieder als Hauptgrund für etwaige Probleme zum Release genannt. Techlands Associate Technical Producer Artur Janick beteuert: "Das ist die größte Herausforderung beim Entwickeln von AAA-Spielen für den PC: Wir können einfach nicht alle möglichen Hardware-Setups der User kennen." Und The Coalition, die Macher von Gears of War 4 und dessen herausragendem PC-Port, ergänzen: "Das Spiel auf einer repräsentativen Anzahl an Systemen zu testen, verschlingt sehr viel Zeit." The Coalitions Methode des Testens vor Release deckt sich mit denen, die uns andere Interview-Partner beschrieben haben: "Wir haben in eine große Bandbreite an Test-Hardware investiert, von ganz schwachen Systemen bis zur absoluten High-End-Ware. AMD und Nvidia helfen auch, indem sie uns Hardware schicken, die wir in unsere Tests einbeziehen."

Mike Rayner, Technical Director bei The Coalition, sowie Senior Software Development Engineer Cam McRae erklären: "Wir hatten ein PC-Test-Team, das sich darum gekümmert hat, das Spiel im letzten Jahr der Entwicklung auf jedem unserer Systeme zu testen. Dabei wurde die Hardware in vier Gruppen aufgeteilt: unter den Mindestanforderungen; Mindestanforderungen; empfohlene Systemanforderungen; über empfohlenen Systemanforderungen. Wir haben das Spiel ständig auf allen vier Gruppen durchgespielt und dabei die Performance-Daten gesammelt. Dadurch konnten wir in Erfahrung bringen, bei welchen Levels es auf welcher Hardware zu Rucklern kam, sodass wir unsere Ressourcen entsprechend aufteilen konnten. [...] Generell hat das Test-Team vor allem auf Grafikkarten mit niedriger oder mittelstarker Leistung gespielt, sodass die Entwickler ständig von den Kollegen zu hören bekamen, wie viel mehr Arbeit in die Performance gesteckt werden muss. Wir haben außerdem Microsofts interne Hardware-Kompatibilitäts-Labore und die Testlabore der Grafikkartenhersteller genutzt."

Doch nicht nur Hardware-Inkompatibilitäten sorgen eventuell für Ärger. Spieler können veraltete Treiber installiert haben oder Hintergrundprozesse anderer Software (Beispiel: Virenscanner) behindern möglicherweise die korrekte Ausführung des Spiels. Artur Janick: "Es ist auch möglich, dass der Computer mit Schad-Software infiziert ist, die einen negativen Einfluss auf die Performance hat."

Rok Erjavec ist Technical Director bei Crytek und hat zuletzt an den Virtual-Reality-Spielen The Climb and Robinson: The Journey gearbeitet. Quelle: Crytek Rok Erjavec ist Technical Director bei Crytek und hat zuletzt an den Virtual-Reality-Spielen The Climb and Robinson: The Journey gearbeitet. "Spieler wissen oftmals nicht, was ihre Hardware leisten kann und was nicht", gibt der Techland-Mitarbeiter im Interview zu bedenken. "Trotzdem erwarten sie, dass jedes Spiel auf Ultra[-Details, Anm. d. Red.] läuft. Besitzer eines High-End-PCs erwarten natürlich zu Recht, dass ein Spiel flüssig auf Ultra läuft." Rok Erjavec, Technical Director beim deutschen Entwickler Crytek, gibt zu, dass diese "Alles auf Maximum"-Mentalität mancher Spieler ein Problem sein kann. Bei Spielen, die in vollen Details selbst auf High-End-Hardware nicht flüssig laufen, bemängelt er vor allem Fehler in der Kommunikation: "Entwickler sehen darin möglicherweise zukunftssicheres Design. Wenn sie nicht klar mitteilen, dass das Spiel darauf ausgelegt ist, Hardware zu nutzen, die noch gar nicht auf dem Markt ist, verstehe ich entsprechende Kritik natürlich."

Cryteks Rok Erjavec nennt das allerste Crysis aus dem Jahr 2007 als ein Beipiel für solch ein zukunftssicheres Spiel. "Es war nicht nur dazu gedacht, bei Release die beste verfügbare Technologie zu verwenden, sondern auch dazu, dem Team eine Möglichkeit zu geben, Grenzen zu definieren und soweit wie möglich zu verschieben." Selbst heute aktuelle Hardware kämpft zuweilen noch damit, die Grafikpracht von Crysis in Auflösungen ab 1440p flüssig darzustellen. Erjavev hat die Erfahrung gemacht, dass Spiele-Performance oftmals kritisiert wird, wenn sie nicht den Erwartungen der Spieler entspreche. Diese seien bei PC-Spielern ungewöhnlich hoch: "PC-Besitzer erwarten, ihre Spiele mit 60 Fps spielen zu können, ohne Abstriche in den Optionen zu machen. Wenn Software diese Erwartung nicht erfüllt, selbst auf High-End-Hardware, wird von schwacher Leistung gesprochen, obwohl die Performance selten das Problem ist." Erjavec spricht sich für eine klare Definition der Begrifflichkeiten aus: "Ich glaube, es ist schwierig, Performance ohne Kontext zu beurteilen. Liegt die Leistung des Spiels bei empfohlenen Systemanforderungen unter den Erwartungen? Ist es trotz Erfüllung der Mindestanforderungen unspielbar oder funktioniert es gar nicht? [...] Ist die Framerate stabil, aber niedriger als auf der PC-Plattform üblich?" Crysis stammt aus dem Jahr 2007 - und ist mit seinem hohen Leistungshunger bis heute ein Benchmark für neue Grafikkarten und CPUs. Quelle: PC Games Crysis stammt aus dem Jahr 2007 - und ist mit seinem hohen Leistungshunger bis heute ein Benchmark für neue Grafikkarten und CPUs.

Performance: Eine Frage der Engine

Doch es wäre falsch, wenn nicht sogar unfair, die Schuld ausschließlich bei den Menschen vor den Monitoren zu suchen - besonders da es reichlich positive Beispiele für gute Optimierungen gibt. Eine Schlüsselrolle kommt der Wahl der Grafik-Engine zu. Flying Wild Hog betont etwa, dass die Verwendung einer eigenen Technologie (der Road Hog Engine) viele Vorteile für den Entwickler hat: "Unsere Programmierer und Künstler kennen sie in- und auswendig. Das bedeutet, dass sie einige Probleme umgehen können, die dafür verantwortlich sind, dass ein Spiel nicht die geforderte Leistung erbringt, stottert oder abstürzt. [...] Wenn etwas schief läuft - sagen wir mal die Shader-Kompilierung - dann können sich unsere Programmierer fix darum kümmern. Wenn du dagegen mit der Engine einer anderen Firma arbeitest, musst du darauf warten, dass deren Helpdesk auf deine Anfrage reagiert."

Engine-Wechsel wie in der Entwicklung von Dishonored 2 können das Problem verschärfen, denn die Entwickler müssen den Umgang mit den neuen Tools erst erlernen. Engine-Flaschenhälse können die Entwicklung dann verzögern, bevor man Möglichkeiten findet, sie zu umgehen. Dishonored lief 2012 noch mit der sehr genügsamen, zu diesem Zeitpunkt bestens dokumentierten und von Entwickler Epic Games unterstützten Unreal Engine 3. Beim zweiten Teil kommt die Void-Engine zum Einsatz, eine Weiterentwicklung der Technologie hinter Rage (id Tech 5).

The Coalition setzt bei Gears of War 4 dagegen auf die Unreal Engine 4 - dank eines engen Kontakts mit Engine-Lieferant Epic war man in der Lage, jene Leistungsreserven der Technik anzuzapfen, die anderen Entwicklern ohne Expertise möglicherweise verborgen bleiben. "The Coalition arbeitet seit 2012 mit der Unreal Engine 4", erklären uns Mike Rayner und Cam McRae. "Während der Entwicklung [von Gears of War 4] haben wir unsere Bugfixes, Performance-Verbesserungen und Plattform-Features zurück an Epic geschickt, sodass andere Studios in Zukunft davon profitieren können. [...] Microsoft und Epic haben bei der Adaption von Direct X 12 für die UE4 auf PC und Xbox One zusammengearbeitet. Das hat die Performance auf eine ganz neue Stufe gehoben."

Laut Techlands Artur Janick ist die Wahl der Engine vorrangig von dem Genre des zu entwickelnden Spiels abhängig. Doch The Coalition ist der Meinung, dass es "entscheidend ist, dass die gewählte Engine ein solides Fundament besitzt. Die Performance muss auf mehreren Grafikkarten-Kernen skalieren und Engine-Features müssen mit dieser Skalierung im Hinterkopf entwickelt werden. Nur so kann die Fps-Leistung von Spielen an eine große Bandbreite von CPUs und GPUs angepasst werden, ohne Qualitätseinbußen hinnehmen zu müssen."

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  1. Seite 1 Schlechte Performance am PC: Technik-Report - Ursachen und Engines
  2. Seite 2 Schlechte Performance am PC: Technik-Report - Tests, Konsolen und Patches
  3. Seite 3 Schlechte Performance am PC: Technik-Report - Hilfestellung durch AMD, Nvidia und externe Studios
    • Kommentare (57)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Schreiberling Anwärter/in
        Sehr schöner Artikel; vielen Dank dafür.
      • Von Schreiberling Anwärter/in
        Sehr schöner Artikel; vielen Dank dafür.
      • Von 1xok Mitglied
        Zitat von Spiritogre
        Ich probiere Linux alle paar Jahre wieder, inzwischen nicht mehr so häufig wie früher da immer irrelevanter und uninteressanter. Meist Open Suse oder Ubuntu mit Unity. Es gab IMMER irgendwelchen Trouble. Meist tatsächlich die Grafik aber auch spezielle Hardware wie DVB-T Sticks, WLAN Sticks oder gar Soundausgabe machen Ärger, z.B. insbesondere Surround. FN Tasten bei Notebooks gehen nicht, Energiesparmodus geht nicht, mehrere Monitore mit verschiedenen Auflösungen zicken rum usw. usf.
        Klar, kann passieren. Wenn ich mir aber Deine Hardware ansehe, hättest Du mit der die letzten Jahre sowieso nur sehr begrenzten Spaß beim Gaming unter Linux gehabt. Man braucht für Linux eben auch einfach die passende Hardware. Das ist sicherlich kein Vorteil. Allerdings, wenn man das im Vorhinein weiß, dann kann man sich ja Hardware kaufen, die gut von Linux unterstützt wird. Ist halt eine Frage der Prioritäten. Wenn man natürlich die Hardware schon besitzt oder eine ganz bestimmte Komponente haben möchte, die nun mal nur von Windows unterstützt wird, dann hat man mit dem Hardwarekauf auch gleich die Entscheidung für Windows getroffen.

        Zitat von Spiritogre
        Oder anders ausgedrückt, ich bin genug "Poweruser", dass ich viel am System selbst einstelle. Bei Linux muss ich dazu immer noch in die Shell. Und da habe ich keinen Bock drauf.
        Auch unter Windows hast Du die Power-Shell. Du kannst nicht immer alles klicken. Im Zweifelsfall kopiere ich lieber einen Shell-Befehl in die Zwischenablage als minutenlang durch irgendwelche Menüs zu irren. Ich will vor allem mein Problem lösen.

        Zitat von Spiritogre
        Plötzliche Einsicht? ^^
        Dass die Linux-Ports den Originalen nicht das Wasser reichen können, stand nie außer Frage. Das ist mir bewusst. Aber meine Lösungsstrategie dafür ist sicherlich nicht, jetzt mein System auf Windows umzurüsten. Schließlich nutze ich mein System nicht nur zum Spielen. Eher würde ich auf den Kauf teurer Grafikkarten verzichten, wenn ich mit diesen unter Linux eben nichts anfangen kann.

        Zitat von Spiritogre
        Außer eben, dass unter Linux die Anwendungen fehlen. Von daher, doch, der Unterschied ist gewaltig.
        Das sehe ich ein wenig anders. Heute nutzen wir alle doch sehr viele freie Programme. Manchmal weil sie besser, manchmal weil sie kostenlos sind ohne gravierende Einschränkungen zu haben. Viele Leute nutzen daher Gimp oder DarkTable anstatt die teuren Alternativen Photoshop und Lightroom. Oder LibreOffice anstatt MS Office. Firefox und Thunderbird sind bei den meisten sowieso installiert. Alles Programme, die ich natürlich auch unter Windows und Mac bekomme, aber halt nicht so einfach. Alles muss man immer Downloaden und dann manuell installieren. Und dann schreien die Programme nach Updates. Manche Programme, wie DarkTable, werden zudem explizit für Linux entwickelt. Windows wird offiziell von den Entwicklern nicht unterstützt.

        Natürlich kann man sich auch unter Windows durch Helferlein das Leben einfacher machen. Aber besonders benutzerfreundlich finde ich das alles nicht. Gerade freie Software integriert sich unter Windows einfach nicht so gut ins System. Da hab ich es unter Linux wesentlich einfacher. Wenn man bevorzugt mit freier Software arbeitet, ist ein Linux-Desktop deutlich anwenderfreundlicher als Windows. Linux ist von Kopf bis Fuß auf die Benutzung freier Software ausgelegt.
      • Von Spiritogre Mitglied
        Zitat von 1xok
        Das ist aber nicht unbedingt überall so gewünscht.
        Genau, aber solange bleibt Linux in seiner Nerd Nische, solange auf solche Mini-Minderheiten gehört wird und die den Ton bei der Linux Entwicklung angeben,

        Zitat
        ... den Du als professioneller Computerarbeiter brauchst.
        Genau das ist der Knackpunkt. Anwender sind KEINE ITler und interessieren sich nicht dafür.

        Zitat
        Aber auch privat kannst Du damit sehr viel machen.
        Kannst du, haben nur 99 Prozent der Nutzer gar keinen Bock drauf. Die Zeit von MS DOS ist eben seit über 20 Jahren vorbei.

        Zitat
        Das war mal so. Inzwischen nutzen fast alle gängigen Programme das Theme des jeweiligen Fenstermanagers.
        Betonung liegt auf fast.

        Zitat
        Unter Windows habe ich da immer den Eindruck gegen eine Wand zu arbeiten, wenn ich irgendwas am Look&Feel des Systems ändern will.
        Dafür gibt es Themes Manager, also externe Software. Damit holt man sich aber genau die gleichen Probleme an Bord, wenn eine Anwendung mit sowas mal nicht kompatibel ist.

        Zitat
        Aber ist es nicht so, dass da viele Funktionen nur über Änderung der Registry verfügbar sind?
        Nein, denn im Zweifel gibt es für alles kleine externe Tools die das regeln. KEIN Anwender muss an der Registry rumfummeln.

        Zitat
        Einfach ist in Windows eigentlich nur das, was von Microsoft vorgegeben ist.
        Was immer mehr ist und deswegen zum Leidwesen vieler Softwarefirmen deren Software inzwischen obsolet gemacht hat. Früher waren zum Beispiel bei Powerandwender Partitions-Manager sehr populär, sind heute obsolet, weil Windows seit einigen Jahren das selbst ganz bequem mit allen notwendigen Funktionen in der grafischen Nutzerfläche im System anbietet.
        Und wie gesagt, für alles andere gibt es im Zweifel externe Software.

        Zitat
        Will man etwas anderes, muss man da schon ziemlich herumtüfteln. So zumindest meine bisherigen Erfahrungen.
        Tüfteln vielleicht, aber man kann eben alles ganz bequem in einer GUI erledigen mit ein paar Klicks, sobald man eben rausgefunden hat wie. Bei Linux muss man sich teils tagelang durch Foren udn englischsprachige Manpages wühlen und dann in eine Textshell, wie halt bei PCs wie vor 20 Jahren. Computer wie Mac oder Amiga hatten schon vor über 30 Jahren grafische Oberflächen, wo niemand in eine Shell musste.

        Zitat
        Ich weiß nicht, aus welchem Jahrhundert Deine Linux-Erfahrungen stammen oder wie kaputt das System war, das Du Dir zuletzt angesehen hast, aber da kackt im Normalfall überhaupt nichts ab. Natürlich kann es mal ein Problem mit dem Grafikkartentreiber geben. Das ist aber die absolute Ausnahme.
        Ich probiere Linux alle paar Jahre wieder, inzwischen nicht mehr so häufig wie früher da immer irrelevanter und uninteressanter. Meist Open Suse oder Ubuntu mit Unity. Es gab IMMER irgendwelchen Trouble. Meist tatsächlich die Grafik aber auch spezielle Hardware wie DVB-T Sticks, WLAN Sticks oder gar Soundausgabe machen Ärger, z.B. insbesondere Surround. FN Tasten bei Notebooks gehen nicht, Energiesparmodus geht nicht, mehrere Monitore mit verschiedenen Auflösungen zicken rum usw. usf.

        Oder anders ausgedrückt, ich bin genug "Poweruser", dass ich viel am System selbst einstelle. Bei Linux muss ich dazu immer noch in die Shell. Und da habe ich keinen Bock drauf.

        Zitat
        Da ist man durch die Linux-Ports schon reichlich limitiert und fragt sich irgendwo natürlich schon: Wozu habe ich den ganzen Krempel, wenn die Spiele unter meinem System nur eingeschränkt davon profitieren?
        Plötzliche Einsicht? ^^

        Zitat
        Aber was das normale Arbeiten anbelangt: Da gibt es zwischen Linux und Windows schon lange keinen Unterschied mehr.
        Außer eben, dass unter Linux die Anwendungen fehlen. Von daher, doch, der Unterschied ist gewaltig.

        Zitat
        Was man da besser findet ist eine reine Frage des persönlichen Geschmacks ...
        Eben nicht nur. Vor allem ist er eine Frage des Anspruchs!

        Zitat
        Ich persönlich arbeite lieber mit einem System, das ich in allen Bereichen anpassen kann und dessen Aussehen ich soweit wie möglich selbst bestimme. Aber wie gesagt: Das ist eine Frage der persönlichen Vorlieben. Lohnt nicht, darüber zu streiten. Zum Glück haben wir die Wahl.
        Die meisten Menschen wollen sich genau Null mit dem System beschäftigen und stellen sich maximal noch einen anderne Wallpaper ein. Der Rest muss einfach funktionieren, damit ihre Anwendungen drauf laufen. Und genau das alles bietet Mac OS X in Perfektion, allerdings bezahlt man dies mit erheblichen Mehrkosten und Einschränkungen bei den Möglichkeiten. Windows liegt da irgendwo in der Mitte zwisch Mac OS und Linux und ist deswegen der ideale Kompromiss für 95 Prozent der Computernutzer.
      • Von 1xok Mitglied
        Zitat von Spiritogre
        Klar ist mir klar das Android einen Linux Kern verwendet, aber das ist ja genau das was ich die ganze Zeit sage. Ein System kann eine moderne und gute Alternative sein, wenn sich jemand hinsetzt und selbst oder auf dem reinen Kern etwas entwickelt, mit Blick auf den User. So wie Google es eben bei Android getan hat und Apple bei Mac OS X (das basiert ja auf FreeBSD). Nur merkt man halt weder bei Android noch Mac OS irgendwas davon, dass da was unixoides ganz weit unten im System werkelt.
        Das ist aber nicht unbedingt überall so gewünscht. Leute wie ich nutzen Linux u.a. ja gerade wegen seiner Shell. Microsoft hat mit dem Annerversy-Update ein rudimentäres Ubuntu-Subsystem in Windows integriert, um seinen Nutzern genau diese Shell und darauf basierende Werkzeuge zur Verfügung zu stellen. Was musste man vorher unter Windows für Klimmzüge machen, um dort eine POSIX konforme Shell zu haben. Das ist nun mal eine Industriestandard, den Du als professioneller Computerarbeiter brauchst. Aber auch privat kannst Du damit sehr viel machen. Mich freut es für die Windows-Nutzer, dass auch sie nun diese Möglichkeit haben. Und ich werde mir genau deswegen Windows 10 in einer VMWare ansehen. Ich brauche diese Shell für ein Minecraft-Projekt und die Windows-Nutzer, die vielleicht daran teilnehmen möchten. Unixoid ist definitiv kein Nachteil. Du gewinnst dadurch viele neue Möglichkeiten

        Zitat von Spiritogre
        Die GNU Linuxe hingegen sind Stückwerk aus einzelnen Open Source Projekten die dann mal so, mal so zusammengestückelt wurden, also Linux Kernel + X Window + Gnome etc. oder Linux Kern + Wayland + KDE oder in beliebiger anderer Kombination mit x weiteren Systemen und Desktops. Das ist halt nicht aus einem Guss. Entsprechend ist das alles Kraut und Rüben weil ein KOffice unter Gnome halt mit einmal wie ein Fremdkörper aussieht.
        Das war mal so. Inzwischen nutzen fast alle gängigen Programme das Theme des jeweiligen Fenstermanagers. Und das sieht dann natürlich aus wie aus einem Guss. Ich kann einen Desktop ähnlich wie Windows haben oder ein Look&Feel wie MacOS. Oder meinen ganz eigenen Stil. Ganz wie ich will. Und es sieht alles ziemlich cool aus. Das wollte ich auf keinen Fall missen. Manchmal nutze ich z.B. eine Funktion, wo ich die Transparenz der Fenster mit dem ALT+Mausrad verändern kann. Ist manchmal sehr hilfreich, wenn man halb-transparent Shells über dem Game einblenden will, um zu sehen was z.B. das RCON von Minecraft gerade mach bzw. da Programme zu starten deren Ausgabe man dann nebenbei verfolgen kann ohne aus dem Spiel raus zu müssen. Das selbe mit Twitch-Clients wie Chatty. Das sind halt so Sonderwünsche, die Du unter Linux mit wenigen Mausklicks umsetzen kannst. Unter Windows habe ich da immer den Eindruck gegen eine Wand zu arbeiten, wenn ich irgendwas am Look&Feel des Systems ändern will. Vielleicht bin ich im Umgang damit aber einfach zu unerfahren. Aber ist es nicht so, dass da viele Funktionen nur über Änderung der Registry verfügbar sind? Einfach ist in Windows eigentlich nur das, was von Microsoft vorgegeben ist. Will man etwas anderes, muss man da schon ziemlich herumtüfteln. So zumindest meine bisherigen Erfahrungen.

        Zitat von Spiritogre
        Und alle diese Distributionen, egal welche Desktop am Ende, verhalten sich recht ähnlich. Man merkt ihnen an allen Ecken und Enden an, wo sie herkommen. Und spätestens wenn mal irgendwas nicht funktioniert muss man auch noch in ein Terminal, weil man eben das X Window, wenn es mal wieder abkackt (oder den Monitor plötzlich nicht mehr richtig erkennt etc.) nicht mal eben in Gnome über ein paar Einstellmenüs reparieren kann.
        Ich weiß nicht, aus welchem Jahrhundert Deine Linux-Erfahrungen stammen oder wie kaputt das System war, das Du Dir zuletzt angesehen hast, aber da kackt im Normalfall überhaupt nichts ab. Natürlich kann es mal ein Problem mit dem Grafikkartentreiber geben. Das ist aber die absolute Ausnahme. Der Nvidia-Treiber hatte jüngst zum Beispiel ein Problem mit HotPlug-Bildschirmen. Also wenn ein Bildschirm im laufenden Betrieb dazu kommt. Ebenso gab es mal wieder Probleme mit dem Schlafzustand. In der Praxis spielt das kaum eine Rolle und den proprietären Nvidia-Treiber nutzt man eigentlich auch nur, wenn man Gamer ist.

        Und genau dabei gibt es tatsächlich große Abweichungen wie ich gestern bei Hitman wieder feststellen durfte, wo ich mit der 30 FPS Grenze zu kämpfen hatte. Die Grafikoptionen bekomme ich schon noch sinnvoll angepasst, aber natürlich ist es unter Windows schöner, wo ich mit einer GTX 970, einem aktuellen i7 und 16GB RAM einfach alles auf Maximum stellen und das Spiel sofort genießen kann. Da ist man durch die Linux-Ports schon reichlich limitiert und fragt sich irgendwo natürlich schon: Wozu habe ich den ganzen Krempel, wenn die Spiele unter meinem System nur eingeschränkt davon profitieren?

        Aber was das normale Arbeiten anbelangt: Da gibt es zwischen Linux und Windows schon lange keinen Unterschied mehr. Was man da besser findet ist eine reine Frage des persönlichen Geschmacks und über den kann man nicht streiten. Ich persönlich arbeite lieber mit einem System, das ich in allen Bereichen anpassen kann und dessen Aussehen ich soweit wie möglich selbst bestimme. Aber wie gesagt: Das ist eine Frage der persönlichen Vorlieben. Lohnt nicht, darüber zu streiten. Zum Glück haben wir die Wahl.
      • Von Spiritogre Mitglied
        @1xok

        Klar ist mir klar das Android einen Linux Kern verwendet, aber das ist ja genau das was ich die ganze Zeit sage. Ein System kann eine moderne und gute Alternative sein, wenn sich jemand hinsetzt und selbst oder auf dem reinen Kern etwas entwickelt, mit Blick auf den User. So wie Google es eben bei Android getan hat und Apple bei Mac OS X (das basiert ja auf FreeBSD). Nur merkt man halt weder bei Android noch Mac OS irgendwas davon, dass da was unixoides ganz weit unten im System werkelt.

        Die GNU Linuxe hingegen sind Stückwerk aus einzelnen Open Source Projekten die dann mal so, mal so zusammengestückelt wurden, also Linux Kernel + X Window + Gnome etc. oder Linux Kern + Wayland + KDE oder in beliebiger anderer Kombination mit x weiteren Systemen und Desktops. Das ist halt nicht aus einem Guss. Entsprechend ist das alles Kraut und Rüben weil ein KOffice unter Gnome halt mit einmal wie ein Fremdkörper aussieht.

        Und alle diese Distributionen, egal welche Desktop am Ende, verhalten sich recht ähnlich. Man merkt ihnen an allen Ecken und Enden an, wo sie herkommen. Und spätestens wenn mal irgendwas nicht funktioniert muss man auch noch in ein Terminal, weil man eben das X Window, wenn es mal wieder abkackt (oder den Monitor plötzlich nicht mehr richtig erkennt etc.) nicht mal eben in Gnome über ein paar Einstellmenüs reparieren kann.

        Das mit den Portfreigaben und manuellen Einstellungen von Steckkarten etc. war ein historisches Beispiel. Daran wollte ich aufzeigen wie es früher war und wie viel einfacher und sicherer es heute bei diesen Dingen ist. Das muss man analog zu modernen Desktops sehen.
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