The Division Exploits, Hacks und viel Kritik am fehlenden Endgame: Böses Erwachen nach dem Incursion-Update
Die Stimmung in der The Division-Community kippt. Spätestens seit Veröffentlichung von Patch 1.1 gibt es massive Kritik an Ubisofts Online-Rollenspiel-Shooter - jetzt auch aus der bislang eingeschworenen Fangemeinde. PC Games wagt einen Blick auf die Hintergründe, die von Cheatern am PC bis hin zur fehlgeleiteten Update-Politik von Entwickler Massive reichen.
Mit knapp einmonatiger Verspätung verfliegt so langsam die Begeisterung der The Divsion-Community am Online-Action-Rollenspiel und der Art, wie dessen Entwickler Massive den Titel mit Patches und neuen Inhalten versorgt. Als einschneidendes Ereignis stellte sich dabei letzte Woche die Veröffentlichung von Update 1.1 heraus, das mit der Incursion (deutsch: Übergriff) Falcon Lost/Falcon verloren das Endgame aufwerten sollte.
Tatsächlich hat Massive mit Falcon Lost viele Spieler vor den Kopf gestoßen, die entweder von der mangelnden Qualität des neuen Horde-Modus enttäuscht sind oder aber angesichts der neuen Glitches und Exploits im Spiel jegliche Lust an der Jagd nach High-Level-Ausrüstung verloren haben. Das Resultat: schwindende Spielerzahlen auf Steam und zunehmende Kritik in Online-Foren wie Reddit. Das einstige Stimmungshoch im Fanlager von Tom Clancy's The Division hat sich knapp einen Monat nach Release endgültig verflüchtigt.
Späte Einsicht
Ein häufig genannter Kritikpunkt: Nach Level 30 gibt es zu wenig zu tun.
Damals, beim Test, gab es noch haufenweise Kritik an der PC Games-Wertung. The Division sei ein Superspiel und wir hätten einfach nicht die Faszination des Spielprinzips verstanden, außerdem sei eine Wertung von 79 Punkten ja viel zu gering und immerhin sei das Spiel ein millionenfach verkaufter Chart-Hit, könne also gar nicht so schlecht sein. Auch in internationalen Online-Foren wie Reddit schwärmten zahlreiche Spieler von The Division. Die überwiegende Mehrheit waren da noch gar nicht zum enttäuschenden Endgame vorgestoßen. Jetzt, einen Monat nach Release, haben die meisten Spieler längst die Maximalstufe 30 erreicht und Dutzende, teils sogar Hunderte Stunden damit verbracht, High-End-Ausrüstung zu farmen. Entsprechend negativ fällt inzwischen der Großteil der neuesten Bewertungen auf Steam aus.
Quelle: Ubisoft
Galgenhumor: Inzwischen gibt es sogar einen offiziellen Glitch-Waffenskin für The Division. Das lässt tief blicken ...
Wie befürchtet, stellte sich diese Suche nach besserem Loot als auf Dauer arg eintöniges Abschließen der immer gleichen Missionen dar. Der Mangel an Abwechslung rührt unter anderem daher, dass es Entwickler Massive nicht für nötig erachtet, tatsächlich alle Haupteinsätze der Kampagne im Herausforderungsmodus spielbar zu machen. Dazu kommen immer wieder Probleme mit den sogenannten Daily Challenges.
Patch 1.1 bringt neue Exploit-Möglichkeiten - eine Katastrophe
Massive steht zudem einer stetig wachsende Zahl kleinerer und größerer Bugs scheinbar machtlos gegenüber. Penetrante Glitches (etwa in Verbindung mit der mobilen Schutzmauer, deren Deckungs-Feature immer wieder für Exploits zweckentfremdet wird) sind teils seit Wochen bekannt, werden aber partout nicht gefixt. Und wenn die Entwickler sich doch mal um derartige Schwachstellen kümmern, kehren die gleichen Probleme kurz darauf im nächsten Update zurück, so geschehen bei Patch 1.1. Das brachte bei der Fan-Community zuletzt das Fass zum Überlaufen, es mehrte sich die Kritik an The Division und der Patch-Politik von Entwickler Massive.
Und weiter zum nächsten Spiel ...
Quelle: buffed
Das Endgame von The Division bietet wenig Abwechslung, bessere Ausrüstung verdient man sich durch das wiederholte Abschließen der immer gleichen Missionen.
Scheinbar fluchtartig kehren immer mehr Spieler den The Division-Servern den Rücken zu. Am 18. März, einem Samstag, waren laut der inoffiziellen Statistik-Webseite Steamcharts noch knapp 100.000 Spieler auf den PC-Servern. Einen Monat später, am 16. April (ebenfalls ein Samstag), waren es nur noch gut 46.000. Bei Release gab es Verkaufszahlen in Millionenhöhe, doch inzwischen brechen immer mehr The Division-Spieler ihre Zelte ab und pilgern zum nächsten (Online-)-Spiel. In den Steam-Verkaufscharts, die das Spiel anfangs nach Belieben beherrschte, ist mittlerweile auch keine Spur mehr von The Division zu sehen. Das ist teils völlig normal, selbst bei einem Spiel mit derartiger Reichweite, ist aber nichtsdestotrotz ein Indiz für die abnehmende Begeisterung.
Enttäuscht von fehlenden Beschäftigungsmöglichkeiten im Endgame, setzte ein Großteil der verbliebenen Community seine Hoffnungen auf Update 1.1 und Falcon Lost. Doch wie auch wir schnell feststellen mussten, hat diese Gratis-Zugabe nur wenig zu bieten. Genau genommen ist es nur ein einziger neuer Raum mit 15 uninspirierten Gegnerwellen, den Ubisoft Massive da nachgeschoben hat - das ist für viele Fans zu wenig, um die Wartezeit bis zu den ersten kostenpflichtigen DLCs im Sommer zu überbrücken. Erwartet hatten die Spieler einen komplexen und umfangreichen Raid wie in Destiny, gekriegt haben sie einen uninspirierten Aufgruss des aus zahlreichen Spielen bekannten Horde-Spielmodus.
Einen Monat nach Release hat ein massiver Spielerschwund eingesetzt.
Der verstärkt in Abwesenheit komplexerer Spielmechaniken nur noch die Probleme von The Division: Aus allen Richtungen rennen Gegner mit irrsinnig vielen Lebenspunkten auf die bis zu vier Gruppenteilnehmer zu. Es gilt, die Lebensbalken der Feinde stupide runter zu schießen, bevor etwa die chronisch zu starken Schrotflinten-Widersacher einen aus absurden Entfernungen mit einem Schuss abknallen. Ein solches Spieldesign ist weder smart noch abwechslungsreich.
The Division: Ein Glitch-Fest
Weit schwerer als der unkreative Neuzugang im Missions-Köcher wiegt aber die fortwährende Anfälligkeit von The Division für Exploits und Hacker. Berichte über Cheater am PC, die in der Dark Zone mit gottgleichen Fähigkeiten Jagd auf ehrliche Spieler machen, gibt es seit der Beta. Das setzte sich kurz nach Release auch in der Vollversion fort. Entwickler Massive hat sich der prekären Situation nur halbherzig angenommen. Auch eine von Ubisoft eingerichtete Webseite, auf der man betrügerisches Verhalten melden kann, sorgte bislang nicht für eine merkliche Verbesserung. Schenkt man einzelnen Erfahrungsberichten aus der Community Glauben, scheinen Ubisoft und Massive diese Cheater-Reports sogar komplett zu ignorieren anstatt Hacker zu bannen.
Was The Division aber vorerst aufs Abstellgleis vieler Spieler geschoben hat, sind die zahllosen Exploit-Möglichkeiten, die seit Release in schöner Regelmäßigkeit auftauchen, egal ob Bullet King oder Leiter-Glitch. Nach Patch 1.1 war es etwa ein Leichtes, in der Incursion Falcon Lost mit relativ wenig Aufwand endlos viele hochwertige Ausrüstungsgegenstände zu farmen - indem man den eigentlichen Missionsablauf umging. Vier Tage nach dem Patch reagierte Massive auf das Problem und veröffentlichte einen Hotfix. Der behob aber nicht etwa die Glitch-Ursache, sondern deaktivierte einfach nur die besondere Belohnung für den Abschluss dieser Mission.
Quelle: buffed
Du kommst hier nicht rein: Zwischendurch hat Entwickler Massive die wichtigen Daily Challenges von The Division abgeschaltet.
Das skurrile Ergebnis dieser Maßnahme: Die Entwickler bestraften all jene, die den Exploit nicht nutzen wollten und stattdessen bis zum Wochenende warteten, um Falcon Lost mit einer vernünftigen Gruppe anzugehen. Wer dagegen schnell war und den Exploit nutzte, verdiente sich Items mit einem sehr hohen Gearscore. Das waren nicht eben wenige. Eigentlich kein Problem, wenn The Division als Online-Action-Rollenspiel nicht so viel Wert auf Attribute und Zahlen legen würde statt auf das Geschick der Spieler.
Denn in dem großen PvP-Areal von The Division, der Dark Zone, trifft man seit 1.1 auf sehr viele Spieler mit einem - dank Exploit - absurd hohen Gearscore, die oftmals gezielt Jagd auf andere Spieler machen. Dabei sorgt ihr hoher Gearscore dafür, dass ehrliche Spieler keine Chance gegen die Exploiter haben. Spielspaß kommt so kaum mehr auf und etliche ehrliche Spieler sehen sich praktisch dazu gezwungen, Exploits zu nutzen, damit ihre Charaktere und deren Ausrüstungs-Levels im Vergleich nicht zu weit nach hinten fallen.
Derweil geht die Androhung von Strafen für Exploit-Nutzer in den Augen vieler Spieler in die falsche Richtung. Die Spieler fordern - verständlicherweise -, dass Massive lieber die Lücken im Programmcode stopfen soll, um es gar nicht erst zu derart massiven und leicht verhinderbaren Exploits kommen zu lassen. Massives mangelhafte Kommunikation mit den Spielern trägt nicht eben dazu bei, die Spannungen in der Community zu entschärfen. So sorgte etwa die Ankündigung, bei der neuesten Server-Downtime trotz der vielen Probleme keine Änderungen am Spiel vorzunehmen, für viel Unverständnis und Häme.
Auf Reddit & Co. drücken frustrierte Spieler mit teils Hunderten Stunden auf dem Konto ihre Enttäuschung darüber aus, dass die Qualitätssicherung bei Publisher Ubisoft versagt habe. Diese Anschuldigungen sind nicht ganz grundlos, immerhin kämpft The Division seit Release mit einer Zahl großer und kleiner Bugs. So gibt es beispielsweise immer wieder Echo-Sammelobjekte, deren Symbole - obwohl eingesammelt - nicht von der Übersichtskarte verschwinden. Und dann ist da natürlich auch noch der berühmt-berüchtigte Rucksack-Bug. Oder aber die Sache mit den plötzlich gelöschten Xbox-One-Charakteren. Zumindest will Massive betroffene Spieler in Kürze mit Ingame-Items entschädigen.
Dem Spiel geht schon jetzt die Puste aus
Mit The Division haben Ubisoft und Entwickler Massive ein Spiel veröffentlicht, das auf Jahre hinaus eine aktive Community begeistern soll. Derzeit erlebt das bei Kritikern und Fans umstrittene Online-Action-Rollenspiel seine erste Krise in dieser hoffentlich langen Laufzeit. Wenn die Macher jetzt nicht schnell und entschlossen handeln, könnte das bereits den verfrühten Todesstoß für The Division bedeuten. Um das zu verhindern, muss Massive in Sachen Kommunikation und Patch-Politik kräftig nachlegen, muss neue Inhalte und Updates sorgfältiger vorab testen und die Lücke zwischen Exploit-Nutzern mit hohem Gearscore und den benachteiligten Normalo-Spielern zügig schließen.
Quelle: Ubisoft
Die neue grüne Set-Ausrüstung macht vorher gefarmten High-End-Loot obsolet.
Dabei kann sich das Unternehmen nicht einzig auf den DLC-Nachschub im Sommer verlassen; der Release der Erweiterungen Underground und Survival ist noch weit weg. The Division will in einer Liga mit MMO-Shootern wie Destiny oder Hack&Slays à la Path of Exile und Diablo 3 spielen - ergo muss Massive auch wie seine Vorbilder kontinuierlich nachbessern. Bisher hat sich das Studio in den Augen der Community hauptsächlich durch Verschlimmbesserungen hervorgetan. So benötigt etwa das Crafting-System eine dringende Überarbeitung; das Beschaffen von Materialien zur Herstellung hochwertiger Items dauert seit einem jüngsten Nerf gefühlte Ewigkeiten. Zudem funktionieren die mit Version 1.1 eingeführten Supply Drops in der Dark Zone nicht wie beabsichtigt. Auf Reddit & Co. häufen sich die Beschwerden über lausigen Loot abseits der (wenig variantenreichen) Daily Challenges.
Quelle: buffed
Viel Kritik gibt es am Crafting-System von The Division. Um hochwertige Gegenstände herzustellen, bedarf es eines unverhältnismäßigen Zeitaufwands.
Doch selbst wenn solche Änderungen in Zukunft greifen sollten, plagen The Division meiner Meinung nach tiefergehende Probleme. Die in den ersten 30 Stufen so gut ineinander greifenden Spielmechaniken bieten einfach zu wenig Spieltiefe, die Schießereien sind nicht komplex genug, die Spielwelt außerhalb der Dark Zone wird im späteren Spielverlauf viel zu wenig genutzt und den wenig variantenreichen Endgame-Inhalten gehen viele der motivierenden Zufallsfaktoren ab, durch die sich andere Loot-Grinder auszeichnen können. In Sachen Langzeitmotivation scheint The Division damit schon einen Monat nach Release das Ende der Fahnenstange erreicht zu haben. Kein Wunder, dass die Käufer frustriert sind.
The Division steht am Scheideweg.
Was bleibt, ist die Hoffnung auf eine grundlegende Überarbeitung per Patches à la Loot 2.0 für Diablo 3 oder eine umfassende Erweiterung wie Destiny: The Taken King. Bis Massive ein solches Update veröffentlicht, wird aber noch einige Zeit vergehen. Die Entwickler müssen aufpassen, dass The Division bis dahin nicht in der Bedeutungslosigkeit verschwindet.
Uns interessiert eure Meinung!
Schreibt uns in den Kommentaren, ob ihr The Division aktuell noch spielt und wie ihr inzwischen zum Spiel steht. Unsere Zufriedenheitsumfrage Ende März fiel noch sehr positiv aus. Hat sich euer Fazit zu Massives Online-Action-Rollenspiel inzwischen geändert?

In den Foren wird über mehrere Account-Sperren berichtet, und ich habe für meine letzten zwei Reports sogar eine Rückmeldung vom Support bekommen - weitgehend automatisch generiert, aber immerhin.
Wir haben gestern noch einem Mitspieler in der DZ Geleitschutz gegeben, damit er vor Ablauf des gestrigen Ladenangebotes noch DZ-Lvl 75 wird und die Vector-BP kaufen kann - schön den Rogues aus dem Weg gehen, ´ne Placebo-Exfil zünden und zu einer anderen marschieren, Puls auf "verborgen" skillen. Hat funktioniert, aber als Solospieler stelle ich mir das echt nervig vor - wir haben mehrmals eine einsame Socke "ignoriert", die dann von einer anderen 4er-Gruppe drei Min. später durchlöchert wurde.
Wirklich reife Leistung!
Die neuen BP sind nicht der Rede wert, so dass ich mir jetzt 999 Vector baue, um wenigstens eine halbwegs brauchbare zu haben... ;)
Dabei habe ich einen "Team-Charakter" zum Spielen im Team mit RL-Freunden und einen für standalone gaming.
Der erste Eindruck war der Hammer und ich freute mich auf die Spielzeit.
Mit erreichen der "Endstufe" wurde das Spiel nicht gleich unattraktiv für mich, aber nach ein paar Deaths durch Betrüger in der DZ (vor der 160er Trennung) verlor ich schon langsam die Lust am Spiel.
Es ist schade nun zu sehen, wie "normale" Spieler immer mehr "verschwinden". Denn das macht die Präsenz der "paar" Betrüger nur deutlicher.
Ich habe zwar ein solches beam-kill-beam Verhalten noch nicht gesehen, aber ich finde es immer wieder (mit gemischten Gefühlen) interessant herauszufinden, ob ich heute in der DZ etwas erreichen kann oder nach dem einsammeln von ein paar Items gleich wieder "gehen darf"*.
Allgemein werde ich aber in naher Zukunft wohl ebenfalls aufhören zu spielen (und damit auch zukünftig keine DLC kaufen), wenn die "Guten" weiter so schwinden und dadurch die "Bösen" weiter in den Vordergrund rücken UND Entwickler/Publisher die Betrüger nicht strafen (alleine dafür verdient der umsatz-machende Unternehmer eine Strafe seiner Kunden).
Wenn ich dann auch noch bedenke, dass der Community Beauftragte in Play-Vids mit diesen Betrügern spielt, um Elemente im Spiel zu bewerben, (und selbst keine Möglichkeiten hat dies zu verhindern, was eher den Eindruck einer Marionette oder Vogelscheuche hat), dann glaube ich selbst auch nicht mehr daran, dass der Publisher dem Entwickler die Möglichkeit gibt "etwas für den Kunden zu tun".
Dieser Publisher machte auch in der Vergangenheit eher den Eindruck, an dem "schnellen Geld" interessiert zu sein. Das passt mit einem Langzeit-MMO Konzept nun mal nicht zusammen.
*Ich persönlich finde die Verfolgung und Tötung schwächerer oder gar stark schwächerer Spieler, welche kaum DZ-EXP und -Creds geben, völlig sinnlos und damit ist das Sterben durch Betrügern nur eine Machtdemonstration von "Regelverstoßern". Und das (durch Betrug profitieren) kann wirklich jeder - egal ob virtuell oder real - was wiederum die "Machtdemonstration" zu einer Farce macht. (Ein Teufelskreis.)