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  • The Division: Langweilige Zahlenspiele - Kolumne zum Shooter-Gameplay mit Lebensbalken und Bullet-Sponge-Gegnern

    Zum Release von The Division hadert Redakteur Peter Bathge mit dem Shooter-Gameplay des Online-Action-Rollenspiels. Warum ihn Bullet-Sponge-Gegner und aufsteigende Schadenszahlen verstören, lest ihr in seiner Kolumne auf PCGames.de!

    In der PC Games-Redaktion laufen die Vorbereitungen für den The Division-Test auf Hochtouren. Erst recht, seitdem die Konsolen-Server online sind. Aber nicht alle Redakteure blicken der Veröffentlichung des Tom-Clancy-Spiels euphorisch entgegen. Für meinen Geschmack gab es bisher zu wenig Informationen zu dem Punkt, der mich noch am ehesten für The Division begeistern könnte: die Story.

    Stattdessen liegt der Fokus von Werbung und Berichterstattung auf den nackten Zahlen. Kleine Zahlen, große Zahlen, Vergleichszahlen, Beta-Spielerzahlen. Und vor allem: aufsteigende Zahlen. Denn das Multiplayer-Actionspiel, das uns Publisher Ubisoft beharrlich als Online-Rollenspiel verkaufen will, setzt auf eben jene Ziffern, die bei Treffern über den Köpfen von Gegnern erscheinen. Damit wird der verursachte Schaden symbolisiert; bei einem Schussgefecht im Tom-Clancy-Spiel The Division knabbern die Spieler mit ihren Bleispritzen an den langen Lebensbalken der Feinde statt sie so direkt und unmittelbar wie in einem Shooter auszuschalten. Das sorgt bei mir zum Release für reichlich Skepsis!

    Expotenzielles Zahlenwuchern

    Borderlands 2 hat eine millionenstarke Fangemeinde um sich geschart. Ich gehöre nicht dazu. Denn für meinen Geschmack ist die Loot-Hatz von Entwickler Gearbox zu wenig Shooter. Borderlands 2 mag zwar aussehen wie ein Ego-Shooter, aber im Herzen sitzt halt doch ein Finanzbeamter und bedient die Gameplay-Hebel, kein wild um sich schießender Doom-Marine. Beudetet: Am Ende kommt es mehr darauf an, welche Skills meines Charakters ich wie hoch gelevelt habe, wie viel Schadenspunkte seine Waffe mit jedem Treffer verursacht und wie diese Werte in Relation zu den stetig steigenden Lebenspunke- und Rüstungswerten der Widersacher stehen. Das langweilt mich bei einem Spiel, das zu 90% aus Ballereien besteht. Eben genau wie bei The Division.
    Borderlands 2 hat auch aufsteigende Schadenszahlen, hier passt es aber (halbwegs) zum abgedrehten Szenario. Borderlands 2 hat auch aufsteigende Schadenszahlen, hier passt es aber (halbwegs) zum abgedrehten Szenario. Quelle: PC Games Die Zahlenwut kommt natürlich nicht von ungefähr, sie nahm ihren Anfang mit Diablo und ähnlichen Hack & Slays. Aktuell feiert etwa Grim Dawn mit dieser altertümlichen Formel der Motivation durch steigende Zahlen große Verkaufserfolge auf Steam. Da gibt es Menschen, die Hunderte und sogar Tausende von Stunden Monster metzeln, Loot einstecken und ihren Charakter weiter ausbauen. Das Gleiche bei Diablo 3, wo es mit dem Paragon-System sogar eine Möglichkeit gibt, durch fleißiges Spielen die eigenen Schnetzel-Werte in 0,01-Prozent-Schritten auszubauen - nur damit am Ende eine geringfügig höhere Zahl im Charakterbildschirm steht. Derartige Langzeitbegeisterung mit einem solch simplen Spielsystem kann ich nicht verstehen. Die immer gleichen Inhalte immer wieder mit minimalen Veränderungen spielen, nur um die Chance auf das Finden einer besseren Waffe zu erhöhen - das ist nicht meine Welt. Videospiele entfalten für mich ihre Motivation hauptsächlich durch Atmosphäre und Geschichte.

    00:29
    The Division: TV-Spot mit Gameplay-Szenen

    Bullet Sponge: Wie unrealistisch!

    Dabei bin ich dem sogenannten Rollenspiel-Part von The Division gar nicht abgeneigt. Auch wenn der sich - zumindest nach bisherigen Informationen - mehr in Zahlen und Werten niederschlägt als in Multiple-Choice-Dialogen, Entscheidungen und dramatischen Story-Verwicklungen. Die Faszination von (Online-)Rollenspielen mit ähnlichen Mechaniken erschließt sich mir durchaus. Nur haben die Fantasy-Welte von World of Warcraft und Dragon Age oder Science-Fiction-Spiele wie Mass Effect und Destiny einen handfesten Vorteil gegenüber The Division: Aufgrund ihres fiktiven Szenarios wirkt das Ganze nicht so behämmert.

    Der Raid-Modus von Resident Evil: Revelations 2 mischt munter Gegnertypen und Waffen mit absonderlichen Boni. Der Raid-Modus von Resident Evil: Revelations 2 mischt munter Gegnertypen und Waffen mit absonderlichen Boni. Quelle: PC Games Beispiel Borderlands 2: Hier gibt's Waffen mit Säureschaden, Schwarzes-Loch-Granaten und Schießeisen, die nervig-lustige Geräusche machen. Im Raid-Modus von Resident Evil: Revelations finde ich Bleispritzen, die Gegner bei Beschuss einfrieren oder in Brand stecken. Es gibt absonderlichste Gegnervariationen. All das hat The Division nicht, stattdessen stoße ich vielleicht mal auf eine Knarre mit mehr Schaden oder besserer Präzision, aber vermutlich nichts wirklich Außergewöhnliches, weil komplett Verrücktes.

    In The Division ist man in einem verseuchten New York unterwegs. Das Setting ist zwar in einer alternativen Version der nahen Zukunft angesiedelt, grundsätzlich setzt das Spiel von Entwickler Massive aber auf Authenzität, wenn schon nicht Realismus im Geiste von Tom Clancy.

    The Division lässt mich beim Spielen automatisch stutzen: "Moment Mal, diese Schrotflinte sieht aus wie eine echte Schrotflinte und hört sich auch so an. Und dieser Typ da vorne wirkt wie ein ganz normaler New Yorker im Winter - nur halt mit einem Sturmgewehr im Arm statt einer Einkaufstüte. Er trägt keine Körperpanzerung, sondern nur eine Wollmütze. Also warum fällt er verdammt noch mal nicht um, wenn ich ihm mit der Schrotflinte in den Kopf schieße?"
    Waffen mit Eisschaden? Beim auf Realismus getrennten The Division-Setting unvorstellbar. Waffen mit Eisschaden? Beim auf Realismus getrennten The Division-Setting unvorstellbar. Quelle: PC Games Dieser Widerspruch zwischen Szenario und Gameplay sorgt bei mir im Fall von The Division für mehr Kopfschmerzen als bei jedem vergleichbaren Spiel mit RPG-Kern. Klar könnte man jetzt einwenden, dass die Helden in Fantasy-Spielen mit Schwertern aufeinander einhauen und da auch nicht sofort ein Arm abfällt, wenn man einen Ritter mal piekst. Aber irgendwie ist mir das moderne Szenario dann halt doch näher und vertrauter. Das seltsame Treffer-Feedback macht sich viel stärker negativ bemerkbar, weil ich eben gewisse Erwartungen an das Abfeuern eines Gewehrs habe - und diese vom Spiel nicht erfüllt werden. Das liegt auch am Ballern auf Entfernung, bei dem das typische Bullet-Sponge-Verhalten der KI-Feinde besonders auffällt. Zumal The Division zusätzlich das Problem hat, dass der Spieler hier weder Zugriff auf Zauber noch irgendwelche Psi-Fähigkeiten oder anderweitige Spezialtalente hat.

    Neue Waffen haben in The Division höhere Zahlenwerte, aber aufgrund des New-York-Szenarios wohl kaum besondere Fähigkeiten. Neue Waffen haben in The Division höhere Zahlenwerte, aber aufgrund des New-York-Szenarios wohl kaum besondere Fähigkeiten. Quelle: PC Games Derartige Fähigkeiten entschädigen mich in vielen Spielen mit pompösen Effekten für anderweitige Nachteile, sorgen für Abwechslung im Kampf. In The Division kann ich dagegen gerade mal Granaten werfen, eine Drohne starten oder einen Geschützturm auf die Straße pflanzen. Und wenn sich das Spiel dann doch mal gemäß der Genre-Konventionen ("Wir brauchen eine Gruppenheilung!") aus seiner Komfortzone bewegt, wirken Ausfälle wie eine Heilgranate angesichts des ansonsten eher realistischen Szenarios umso verstörender. Was in Fantasy- und Science-Fiction-Gefilden keine große Aufmerksamkeit erregt, sticht im verschneiten New York nun mal besonders hervor.

    Das Anknabbern von Lebenspunktebalken könnte in The Division schnell langweilig werden - Klarheit schafft in Kürze der PC-Games-Test. Das Anknabbern von Lebenspunktebalken könnte in The Division schnell langweilig werden - Klarheit schafft in Kürze der PC-Games-Test. Quelle: PC Games

    Das sind keine Menschen!

    Wenn in Videospielen irgendwelche hirnlosen Zombies oder gepanzerte Alien-Charaktere auf mich zustürmen, dann kann ich das akzeptieren. Ist ja schließlich alles Fiktion und vielleicht sind die Gegner, die sich so selbstmörderisch in meinen Weg werfen, ja einfach nicht sonderlich helle. Anders sieht es aber bei The Division aus, wo ich es dank des Szenarios ausschließlich mit menschlichen Widersachern zu tun bekomme. Und die rennen mir dann auch mal nur mit einem Baseballschläger bewaffnet direkt vor die Flinte. Das wirkt lächerlich. Fast so lächerlich wie der Umstand, dass sie anschließend Dutzende Kugeln einstecken und erst leblos zusammensacken, wenn ich ein ganzes Magazin in sie hinein gepumpt habe - weil ihr Lebensbalken auf Level 24 nun mal entsprechend breit sein muss, um das Balancing zu bewahren.

    Vom befriedigenden Gefühl, einen Gegner mit einem präzisen Kopfschuss schnell außer Gefecht zu setzen, bleibt so natürlich wenig übrig. Ich liebe Shooter, egal ob mit Ego-Ansicht oder Third-Person-Kamera. Aber die Ballereien von The Division lassen mich mit ihren aufsteigenden Schadenszahlen und RPG-Mechaniken bislang seltsam kalt. Vielleicht kann ja die Release-Version meine Zweifel an The Division ausräumen? Der Test auf PCGames.de bringt in Kürze Klarheit. Ich lasse mich jedenfalls gerne eines Besseren belehren.

    Gerne auch von euch! Schreibt mir eure Meinung in den Kommentaren!

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    • Es gibt 158 Kommentare zum Artikel

      • Von UncleBAZINGA Erfahrener Benutzer
        Zitat: "Die immer gleichen Inhalte immer wieder mit minimalen Veränderungen spielen, nur um die Chance auf das Finden einer besseren Waffe zu erhöhen - das ist nicht meine Welt. Videospiele entfalten für mich ihre Motivation hauptsächlich durch Atmosphäre und Geschichte."

        Kann ich so direkt unterschreiben, lieber Peter. Genau meine Sicht der Dinge und jetzt, nach rund 35 Stunden Lebenszeitverschwendung mit Division, gilt das umso mehr -.-
      • Von MichaelG Erfahrener Benutzer
        Das Bullet-Sponge ist ja gewollt. Ansonsten wäre das komplette RPG-Modul sinnlos. Allerdings wäre ich dafür wenn z.B. ein Lvl 20 und ein Lvl. 30 miteinander im Team spielen, daß sich die Gegner nicht automatisch nach dem stärksten Teammitglied richten sondern statt der 30 z.B. Gegner mit Lvl. 25 oder so…
      • Von Bonkic Erfahrener Benutzer
        nachdem ich the division jetzt auch selbst seit einigen stunden spiele (lvl 12), versteh ich diese merkwürdige bullet-sponge-diskussion nur noch weniger.
        ich hab wirklich keinerlei ahnung, was das überhaupt soll.
        ich spiele parallel übrigens wolfenstein, also einen reinrassigen shooter. dennoch hab ich keine probleme, die spiele auseinanderzuhalten. 
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The Division: Langweilige Zahlenspiele - Kolumne zum Shooter-Gameplay mit Lebensbalken und Bullet-Sponge-Gegnern
Zum Release von The Division hadert Redakteur Peter Bathge mit dem Shooter-Gameplay des Online-Action-Rollenspiels. Warum ihn Bullet-Sponge-Gegner und aufsteigende Schadenszahlen verstören, lest ihr in seiner Kolumne auf PCGames.de!
http://www.pcgames.de/The-Division-Spiel-37399/Specials/Kolumne-vor-dem-Test-Langweilige-Zahlenspiele-Lebensbalken-Bullet-Sponge-1188318/
07.03.2016
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