Das Rollenspielduell des Jahres: Fallout 4 und The Witcher 3 im großen Vergleich - welches Epos kann mehr?

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Das Rollenspielduell des Jahres: Fallout 4 und The Witcher 3 im großen Vergleich - welches Epos kann mehr? (21)
Quelle: PC Games/Bethesda

Es waren die Blockbuster des Jahres: Keine anderen Spiele wurden 2015 so sehr von den Fans herbeigesehnt wie The Witcher 3 und Fallout 4. Doch welcher Rollenspiel-Gigant bietet mehr? Welches Spiel ist besser? Zwei Ausnahmetitel im Vergleich.

Wahrhaftig, das war kein schlechtes Jahr für Rollenspieler! Mit starken Titeln wie Bloodborne, Pillars of Eternity oder Darkest Dungeon dürfte da für fast jeden Geschmack etwas dabei gewesen sein. Der Kampf um die Rollenspielkrone wurde in diesem Jahr aber zwischen zwei Open-World-Giganten ausgefochten: Fallout 4 und The Witcher 3: Wild Hunt. Beide begleitet von irren Hypes und riesigen Erwartungen, entpuppten sie sich als die erhofften Kassenschlager und sorgten für massenhaft Gesprächsstoff - über keine anderen Spiele wurde in diesem Jahr länger und leidenschaftlicher diskutiert als über das Hexer-Abenteuer und Bethesdas Endzeit-Epos.

Witcher 3 vs. Fallout 4: Bessere Wertung, besseres Spiel?

The Witcher 3 Quelle: PC Games The Witcher 3 übertrifft selbst hochgesteckte Erwartungen. Doch welches Rollenspiel ist nun das "bessere"? Welches bietet mehr? Betrachen wir zunächst die Wertungen: The Witcher 3 schnitt in unserem Test mit satten 92 Punkten ab, Fallout 4 erreichte immerhin noch sehr gute 88 Punkte im Test - und landete damit etwas unter unseren Erwartungen. Auf der Vergleichsplattform metacritic.com werden die Unterschiede noch deutlicher: Die PC-Version von The Witcher 3 kommt hier auf einen Wertungsdurchschnitt von 93 Punkten, die PC-Fassung von Fallout 4 dagegen nur auf 84 Punkte. Ist The Witcher 3 also das bessere Spiel? Streng nach Wertungen beurteilt könnte man wohl sagen: ja. Doch natürlich sind nackte Zahlen nicht alles: Beide Titel sind Triple-A-Rollenspiele mit gewaltigem Umfang und riesigen, offenen Welten, setzen allerdings auf grundverschiedene Settings, legen andere Schwerpunkte, sprechen unterschiedliche Spielertypen an. Eine Wertung kann das nicht abbilden. Darum lassen wir die Rollenspiel-Giganten nochmal Revue passieren und vergleichen sie in zehn Kategorien.

1. Die Spielwelt: Fantasy vs. Postapokalypse

Die Welt von The Witcher 3 ist fantastisch detailliert, weitläufig und kommt pro Map ohne Ladezeiten aus. Quelle: PC Games Die Welt von The Witcher 3 ist fantastisch detailliert, weitläufig und kommt pro Map ohne Ladezeiten aus. The Witcher 3 bietet keine zusammenhängende Welt, sondern erstreckt sich auf mehrere Maps. Diese sind aber so gewaltig, dass man trotzdem guten Gewissens von einer echten Open-World-Erfahrung sprechen kann. Irre: Wir können von einem Ende der jeweiligen Karte bis ans andere marschieren, ohne dabei eine einzige Ladezeit zu sehen! Selbst Höhlen und Innenräume lassen sich ohne Unterbrechung betreten. Auf der Velen-Karte (No Man's Land) können wir beispielweise von den entlegenen westlichen Sümpfen aus Richtung Norden durch dichte Wälder reiten, auf dem Weg in dutzenden Dörfern und Ortschaften reinschauen, ein paar Dungeons erkunden oder in Seen nach Schätzen tauchen, nur um irgendwann in der herrlich belebten Stadt Novigrad anzukommen, wo wir von der Bücherei bis zum Friseursalon jeden Winkel erforschen können - und das alles ohne Ladepausen. In einem Wort: beeindruckend. Einziger Wermutstropfen: Bei der Schnellreise auf eine andere Map oder beim Aufrufen eines Spielstands muss man dafür teils sehr lange Ladezeiten in Kauf nehmen.

Fallout 4 entführt uns ins postnukleare Boston - ein riesiger Spielplatz für Entdecker, jedoch leider voller Ladeunterbrechungen. Quelle: PC Games Fallout 4 entführt uns ins postnukleare Boston - ein riesiger Spielplatz für Entdecker, jedoch leider voller Ladeunterbrechungen. Fallout 4 spielt dagegen auf einer weitläufigen, offenen Karte, die im Vergleich zu Bethesdas letztem Spiel Skyrim zwar etwas kleiner erscheint, dafür aber ausgezeichnet designt wurde. Interessante Orte drängen sich in Fallout 4 so dicht aneinander, dass es fast unmöglich ist, länger als zwei Minuten in eine Richtung zu laufen, ohne von Nah und Fern verlockende Ziele auszumachen: heruntergekommene Fabriken, alte Geschäfte, U-Bahn-Stationen, notdürftige Siedlungen, ein abgestürztes Ufo und vieles mehr erstrecken sich über das zerstörte Boston, dazu gibt's ein besonders dicht besetztes Stadtgebiet, in dem wir sehr viele Häuser betreten dürfen. Wirklich große Ortschaften gibt es zwar nicht, mit Diamond City findet sich aber zumindest eine größere, cool designte Siedlung, die in ein altes Baseball-Stadion hineingebaut wurde. Alles in allem also ein großartiger Schauplatz für Entdecker - wären da nicht die vielen, vielen Ladeunterbrechungen, die man beim Betreten von Innenräumen in Kauf nehmen muss. Anders als in den Vorgängern können Ladepausen in Fallout 4 oft auch mal eine halbe Minute dauern - da ist die Konkurrenz mittlerweile einfach weiter.

Die schiere Fülle an spannenden Reisezielen in Fallout 4 sorgt für ein Spielgefühl, das sich stark von The Witcher 3 unterscheidet: Wo wir in Fallout 4 oft nicht wissen, was wir zuerst erkunden sollen, fällt die Hexerwelt sehr viel weitläufiger aus. Geralts Abenteuer zieht seinen Reiz nämlich auch aus den ausgedehnten, manchmal ereignislosen Fußmärschen und Reiteinlagen, in denen wir minutenlang nicht viel mehr tun, als die herrlichen Mittelalter-Landschaften und die prächtige Musikuntermalung genießen. In Fallout 4 sind wir dagegen ständig gefordert und beschäftigt; Erkundungsmärsche geraten da oft kürzer als man glaubt, weil es unterwegs so viel Spannendes zu entdecken gibt. Ebenfalls sehr schön: In Bethesdas Rollenspiel erzählen viele Orte kleine Geschichten und verbergen reichlich Gags und Anspielungen - zynischer Humor gehört eben zur Fallout-Reihe dazu.

Fazit zur Spielwelt: Witcher 3 inszeniert zwar grafisch schönere Welten als Fallout 4, spielerisch erfüllen aber beide ihren jeweiligen Zweck. Obwohl wir größere Siedlungen vermissen, bietet Fallout 4 enorm viel Erkundungsreize pro virtuellem Quadratmeter, hier zieht Bethesda nahezu alle Register. Trotzdem geht der Punkt knapp an den Hexer - die ständigen Ladeunterbrechungen in Fallout 4 hemmen den Erkundungsdrang, die Witcher-Welt wirkt dagegen wie aus einem Guss und schlichtweg glaubhafter. Knapper Punkt für Witcher 3.

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  1. Seite 1 The Witcher 3 vs. Fallout 4: Einleitung - Spielwelten
  2. Seite 2 The Witcher 3 vs. Fallout 4: Story & Charaktere - Quests
  3. Seite 3 The Witcher 3 vs. Fallout 4: Charakterentwicklung - Kämpfe
  4. Seite 4 The Witcher 3 vs. Fallout 4: Crafting - Gegenstände
  5. Seite 5 The Witcher 3 vs. Fallout 4: Grafik und Technik - Sound
  6. Seite 6 The Witcher 3 vs. Fallout 4: Steuerung - Das Ergebnis unseres großen Vergleichs
    • Kommentare (42)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Grelldor Anfänger/in
        My two cents: Fallout ist schön, gross und auch sehr Umfangreich, aber viel zu repetiv. Die Möglichkeiten zum Rollenspiel sind mir etwas zu gering. Das Kampfsystem ist weit vom Vorläufer entfernt und für mich zu schwammig und ungenau, trotz entsprechender Skillung beim 2. Durchlauf (welchen ich dann auch nicht mehr weitergezockt hab, 1x das Institut hochjagen reicht mir dann auch). Und von 4 Fraktionen war nur eine halbwegs zu ertragen. Die Stahlnazis fand ich da am lächerlichsten, so wie Nazis in der Realität halt auch. Ich mag das Spiel wirklich, aber Fallout 3 war um Längen besser...

        Witcher 3 war auch gut, aber die Reihe ist halt basierend auf ner Romanfigur, da sind die Entfaltungsmöglichkeiten ja von vornherein begrenzt. Wer da was anderes erwartet hat, weiss vielleicht einfach nur nicht, was Grundlage fürs Spiel gewesen ist...

        Zu behaupten die Spiele wären schlecht ist aber ziemlich lächerlich und n bischen so wie das Gelaber von AfD und PEGIDA. Keine Ahnung haben, aber erstmal meckern und Schwachsinn labern, irgendwer springt schon auf den Wayne-Train auf...
      • Von Grelldor Anfänger/in
        My two cents: Fallout ist schön, gross und auch sehr Umfangreich, aber viel zu repetiv. Die Möglichkeiten zum Rollenspiel sind mir etwas zu gering. Das Kampfsystem ist weit vom Vorläufer entfernt und für mich zu schwammig und ungenau, trotz entsprechender Skillung beim 2. Durchlauf (welchen ich dann auch nicht mehr weitergezockt hab, 1x das Institut hochjagen reicht mir dann auch). Und von 4 Fraktionen war nur eine halbwegs zu ertragen. Die Stahlnazis fand ich da am lächerlichsten, so wie Nazis in der Realität halt auch. Ich mag das Spiel wirklich, aber Fallout 3 war um Längen besser...

        Witcher 3 war auch gut, aber die Reihe ist halt basierend auf ner Romanfigur, da sind die Entfaltungsmöglichkeiten ja von vornherein begrenzt. Wer da was anderes erwartet hat, weiss vielleicht einfach nur nicht, was Grundlage fürs Spiel gewesen ist...

        Zu behaupten die Spiele wären schlecht ist aber ziemlich lächerlich und n bischen so wie das Gelaber von AfD und PEGIDA. Keine Ahnung haben, aber erstmal meckern und Schwachsinn labern, irgendwer springt schon auf den Wayne-Train auf...
      • Von belakor602 Mitglied
        Zitat von hawkytonk
        Hhm.. wenn die Welt von W3 nun viel leerer wäre und man selten (oder gar niemals) jemanden trifft, wäre das vielleicht realistisch, aber auch langweilig. Letztendlich ist es immer noch ein Spiel und sollte auch unterhalten dürfen. Das man es beim Befüllen der Welt auch übertreiben kann (hierzu ein Gruß an Ubisoft), ist eine andere Sache.
        Das mit dem wertlosen Kram in W3 hat mich aber auch etwas gestört. Lieber weniger, dafür besseres/sinnvolleres Zeug.
        Ich meinte das nicht zwecks Menschen, sondern eher zwecks Schatzkisten. Auf dem Land oder im Wasser. Und die ganzen Monsternester etc.. Kam mir etwas zu oft vor, bei so vielen Monstern und Schätzen werden die einzelnen Encounter einfach nichts besonderes mehr und eher nervig.
      • Von RedDragon20 Mitglied
        The Witcher 3 ist neben The Last of Us, Pillars of Eternity und Bloodborne mein Highlight des Jahres. Ganz große Klasse, was CD Projekt RED da abgeliefert hat. Sicher ist man mit der Figur Geralt in gewisser Weise irgendwie eingeschränkter, aber da bin ich sogar sehr zuversichtlich, dass das nächste Game von CDPR die Stärken bei behält und noch eins oben drauf setzt.

        Fallout 4 wirkt dagegen, ganz anders als Fallout 3 oder Skyrim, irgendwie wie schnell zusammengewürfelt. Nach dem Motto "Haut irgendwas rein, fixt die Bugs und gut."
        Ein gutes Spiel, aber ich muss mich vielen hier anschließen: Fallout 4 ist a.) mehr Shooter mit RPG-Elementen und b.) macht es in Sachen Questdesign und Entscheidungsfreiheit deutlich mehr falsch als die Vorgänger oder The Witcher 3.
      • Von hawkytonk Mitglied
        Zitat von belakor602
        Genau richtig. Kingdom Come wird der tschechischen Landschaft nachempfunden und wird warschienlich komplett nur aus Hügel, Wälder und Weiden bestehen mit ein paar Dörfer und Burgen. Und ich freu mich trotzdem darauf. Und ich freu mich darauf dass die Landschaften schön leer sein werden, ohne eine Schatzkiste an jeder Ecke. Ich finde Witcher 3 füllte die Welt sogar zu sehr an. Viel zu viele wertlose "Schätz" und Schmuggler-Cases und was weiss ich alle paar Meter. Hätte ruhig noch etwas leerer sein können.
        Hhm.. wenn die Welt von W3 nun viel leerer wäre und man selten (oder gar niemals) jemanden trifft, wäre das vielleicht realistisch, aber auch langweilig. Letztendlich ist es immer noch ein Spiel und sollte auch unterhalten dürfen. Das man es beim Befüllen der Welt auch übertreiben kann (hierzu ein Gruß an Ubisoft), ist eine andere Sache.
        Das mit dem wertlosen Kram in W3 hat mich aber auch etwas gestört. Lieber weniger, dafür besseres/sinnvolleres Zeug.
      • Von moeykaner Mitglied
        Ganz ehrlich Fallout4 war nen Reinfall für mich. Pillars of Eternity und Bloodborne sind deutlich stärker meiner Meinung nach.

        Zitat
        Interessante Orte drängen sich in Fallout 4 so dicht aneinander, dass es fast unmöglich ist, länger als zwei Minuten in eine Richtung zu laufen, ohne von Nah und Fern verlockende Ziele auszumachen
        Das hat mich ungemein gestört, dass man alle paar Meter irgenwas entdeckt. Auf einmal macht es gar keinen Spaß mehr was zu entdecken, weil es nichts mehr besonderes ist.
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