Overclocking leicht gemacht - Übertakten AMD Phenom (AM2+ und AM3) und Schlusswort

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Special Antonio Funes - Autor Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen

So holt ihr mehr aus euren alten CPUs raus: In unserem Special erfahrt ihr wichtige Tipps zum Übertakten allgemein. Zusätzlioch zeigen wir euch die ersten Schritte für das Overclocken von CPUs der Sockel AM2+, AM3 und 775.

Übertakten beim AMD Phenom (AM2+ und AM3)
Bei AMD bieten sich vor allem die Phenom und Phenom II Prozessoren auf Basis von Sockel AM2+ oder AM3-Mainboards zum Übertakten an. Zur Übertaktung sind hier fünf Werte wichtig: der Referenztakt, der Multiplikator, der Hypertransport-Takt (HT-Takt) der Northbridge-Takt und der Speichertakt. Natürlich spielen später dann auch zur eventuellen Stabilisierung der neuen Werte die Spannungswerte ebenfalls eine Rolle. Der Prozessortakt ergibt sich durch die Formel Referenztakt (Standardwert: 200MHz) mal Multiplikator. Anhand des Bildes oben sind die Standardwerte für einen AMD X4 965 sehr gut zu sehen: in der linken Bildhälfte sehen wir die CPU-Spannung (Core Voltage) mit 1,356 Volt, der Takt (Core Speed) liegt bei 3400MHz und ergibt sich aus dem Produkt von Multiplikator (Multiplier) 17 mal Referenztakt (Bus Speed) 200MHz. Der HT-Takt (HT-Link) liegt bei 2000MHz. In der rechten Bildhälfte sehen wir den Northbridge-Takt (NB Frequency) mit 2000MHz und den RAM-Takt (DRAM Frequency) mit 669MHz, also effektive DDR3-1333MHz. Das Übertakten beim Phenom ist jedoch recht kompliziert zu erklären, jedenfalls wenn es darum geht, eine allgemeine Anleitung zu geben. Es hängt hierbei auch vom Mainboard und dem Prozessor ab, auch die BIOS-Menüs und angezeigten Informationen im BIOS unterscheiden sich teils sehr stark. Die einfachste Methode ist: Man erhöht nur den Multiplikator und passt dabei vorsichtig die CPU-Spannung (VCore) an, um den Gesamttakt zu stabilisieren. Dies ist eine wirklich simple Methode, die aber auch viel zusätzliche Wärme erzeugt und einen guten Kühler sowie ein wachsames Auge benötigt. Die zweite und insgesamt recht komplizierte Methode ist das Erhöhen des Referenztaktes, um den Gesamttakt zu steigern. Es ist hier jedoch viel "Trial&Error" von Nöten, um herauszufinden, welche der Werte man am besten wie einstellen sollte. Hier erfahrt ihr nun einige wissenswerte Grundlagen und Tipps zur Vorgehensweise beim Übertakten über den Referenztakt.

MSI 990FXA-GD80 (Sockel AM3+) Quelle: MSI MSI 990FXA-GD80 (Sockel AM3+) Der HT-Takt und auch der Northbridge-Takt errechnet sich aus dem Referenztakt mal einem Multiplikator, also zum Beispiel 200MHz mal 9 = 1800MHz. Ein Übertakten des HT-Taktes bringt kaum Vorteile, kann sogar zu Instabilität führen. Daher kann man den HT-Multiplikator so wählen, dass der Standard-HT-Takt nicht überschritten wird, oder den HT-Takt direkt manuell festlegen. Zudem ist wichtig: der HT-Takt sollte nicht höher als der Northbridge-Takt sein! Letzterer kann je nach Prozessor Werte von bis zu 2500 MHz mitmachen und durchaus merkbare Leistungsvorteile bringen, da er unter anderem direkt mit dem L3-Cache verbunden ist. Es kann jedoch ebenso sein, dass der Northbridge-Takt nach unten korrigiert werden muss, da ansonsten kein stabiler Betrieb möglich ist. Dies wird, wie oben schon erwähnt, analog zum HT-Takt über einen eigenen Multiplikator oder manuelles Festlegen des Wertes getan.

Nun zum eigentlichen Übertakten: man sollte zunächst möglichst viele Werte, vor allem die Spannungswerte manuell auf Standardwerte setzen, damit sie nicht automatisch erhöht werden. Außerdem ist es ratsam, Cool&Quiet zu deaktivieren, da dies das Übertakten behindern kann. Danach senkt man nun am besten zuerst den HT- und Northbridge-Takt (manuell oder per Multiplikator) oder vergibt feste Werte, außerdem verringert man den Speichertakt, damit der Arbeitsspeicher durch das Anheben des Referenztaktes nicht direkt übertaktet wird. Nun kann man den Referenztakt erhöhen, und zwar in kleinen Schritten von 5MHz. Bei einem Prozessormultiplikator von 16 wie beim X4 955 sind dies immerhin schon 80MHz mehr Takt pro 5MHz-Schritt. Nach jeder Erhöhung sollte ein Belastungstest unter Windows erfolgen. Ein Erhöhen der VCore (CPU-Spannung) kann einen Takt, der nicht stabil läuft, stabilisieren. Jedoch sollte man hier nur in sehr kleinen Schritten erhöhen und auf die Temperatur genauestens achten. Zum Schluss kann man noch die Taktwerte für die Northbridge und den HT-Link sowie Speichertakt langsam nach oben hin anpassen. Wie angedeutet: es kann viel Herumprobiererei nötig sein, eine einheitliche, einfache Anleitung ist kaum möglich, wenn man ein optimales Ergebnis anstrebt.

Schlusswort
Natürlich gibt es noch weitere Sockel und viele Feinheiten beim Übertakten, was jedoch den Rahmen unseres Specials sprengen würde. Bei den Sockeln haben wir uns für den Intel Sockel 775 und AMD Phenom-CPUs entschieden, da sicher insbesondere bei preisbewussten Usern diese CPUs noch zahlreich vertreten sind und eine Übertaktung den Prozessor wieder wettbewerbsfähig machen kann. Für die neueren Intel-Sockel 1366, 1155 und 1156 ist eine Übertaktung wiederum eher weniger "nötig", so dass wir auf diese CPUs hier nicht näher eingegangen sind. Durch unsere ausführliche Grundlagen-Tipps haben wir euch zudem hoffentlich auch schon hilfreiche allgemeine Informationen gegeben, anhand derer ihr Entscheiden könnt, ob ihr auch eingehender mit dem Thema Übertakten beschäftigen wollt. Wir wünschen allen Usern beim Ausprobieren viel Erfolg und beim Vertiefen in die Thematik viel Spaß!

Bildergalerie

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  1. Seite 1 Overclocking leicht gemacht - Voraussetzungen und Vorgehensweisen
  2. Seite 2 Overclocking leicht gemacht - Temperaturen und weitere Tipps, Übertakten Sockel 775 (Einleitung)
  3. Seite 3 Overclocking leicht gemacht - Übertakten Intel Sockel 775
  4. Seite 4 Overclocking leicht gemacht - Übertakten AMD Phenom (AM2+ und AM3) und Schlusswort
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