Overclocking leicht gemacht - Übertakten Intel Sockel 775
So holt ihr mehr aus euren alten CPUs raus: In unserem Special erfahrt ihr wichtige Tipps zum Übertakten allgemein. Zusätzlioch zeigen wir euch die ersten Schritte für das Overclocken von CPUs der Sockel AM2+, AM3 und 775.
Übertakten beim Intel Sockel 775
Nun zur eigentlichen Übertaktungsanleitung, also: was sind die wichtigen Punkte im BIOS? Wichtig ist beim Sockel 775, dass der PCIe-Takt fest auf 100MHz, der PCI-Takt fest auf 33,3MHz eingestellt werden sollte – neuere Boards machen dies automatisch, bei manchen muss man es selber manuell festlegen. Des Weiteren solltet ihr möglichst alle Spannungswerte vor dem Übertakten manuell auf Standardwerte setzen: vor allem VCore (CPU-Spannung – am besten die Standardspannung im Vorfeld mit einem Tool wie CPU-Z auslesen, wenn der Prozessor unter Last ist), die Northbridge-Spannung (VMCH, niedrigsten Wert einstellen) und die RAM-Spannung (VDimm, Standardwert 1,8 Volt, sofern der RAM-Hersteller nicht mehr vorsieht). Denn durch die Einstellung "Auto" werden die Werte beim Übertakten automatisch erhöht, obwohl dies eventuell gar nicht nötig ist und sogar der Grund für ein vorzeitiges Scheitern der Übertaktung sein kann.
Quelle: pcgameshardware.de
CoreTemp und die Werte eines E8500
Nun könnt ihr euch daran machen, den FSB zu erhöhen – tut dies aber in kleinen Schritten wie zum Beispiel 10-11MHz. Achtet darauf, dass bei manchen Modellen der FSB anhand des "Quadpumped"-Wertes gelistet ist. Das heißt: teilt den Wert durch 4, um den wahren FSB herauszufinden. Ein Takt von 1333MHz "quadpumped" ist in Wahrheit ein realer FSB von 333MHz, denn 4x333 ergibt 1333. Nach der Erhöhung des FSBs müsst ihr nun den RAM-Takt anpassen, denn der FSB bestimmt den effektiven Takt des Arbeitsspeichers, der möglichst nicht über dem Standardtakt des RAMs sein sollte. Je nach Mainboard ergibt sich der reale Takt für den Arbeitsspeicher durch FSB mal den "RAM-Multiplikator" oder durch FSB geteilt durch den "RAM-Teiler". Bei manchen Boards wird auch der effektive RAM-Takt direkt angezeigt. Dabei müsst ihr aber beachten: der reale Takt von DDR2-RAM ist immer nur die Hälfte des "effektiven" Taktes. Der effektive Takt ist der Wert, mit dem RAM in Shops oder beim Herstellers meistens gelistet wird. DDR2-800-RAM hat also einen effektiven Takt von 800MHz, aber einen realen Takt von nur 400MHz. Das heißt ihr müsst die Werte für den RAM-Teiler/Multiplikator so wählen, dass am Ende 400MHz oder weniger herauskommt, außer das Mainboard arbeitet ohnehin mit den bereits verdoppelten effektiven Werten und zeigt euch diese an – schaut euch also am besten einmal an, wie die Werte im BIOS eingestellt sind, wenn alles im Standardtakt läuft.
Rechenbeispiel für ein Board mit RAM-Teiler und Anzeige des FSB mit dem realen Takt: die CPU hat einen FSB von 266MHZ, der RAM-Teiler ist daher in Standardeinstellungen bei 2:3, das heißt: 266 geteilt durch 2:3 = 400, also passend für DDR2-800, denn 2x400 = 798. Wenn ihr nun den FSB schrittweise auf 296 erhöht habt, wäre ein RAM-Teiler von 3:4 passend, denn 296 geteilt durch 3:4 ergibt 395, und 2x395 ergeben 790, also etwas weniger als die standardmäßigen 800. Wie erwähnt: wählt lieber einen Wert, bei dem der RAM später niedriger getaktet ist als sein Standardtakt. Die neuen Einstellungen solltet ihr dann ausgiebig testen. In unserem RAM-Beispiel wärt ihr also nicht sofort von 266 auf 296 gegangen, sondern hättet vorsichtshalber in 2-3 Schritten jeweils Tests unter Windows durchgeführt. Falls Fehler auftreten, könnt ihr eine leichte Anhebung der CPU- Spannung (VCore) ausprobieren – wählt dabei kleine Schritte von etwa 0,025 Volt, jedoch je nach CPU-Bauweise möglichst nie mehr als 1,36 Volt (45nm-Bauweise) oder 1,45 Volt (65nm-Bauweise). Auch eine Anpassung der Spannungen vom RAM und der Northbridge kann helfen, bei der Northbridge sollte man nicht über 1,75 Volt gehen, wenn man Vorsicht walten lassen möchte. Ihr könnt euch natürlich auch an Erfahrungswerte aus dem Internet richten, jedoch ist jede CPU anders: das gleiche CPU-Modell kann bei einem User 1,4 Volt vertragen, beim anderen nur 1,35 Volt.
In diesem Artikel
- Seite 1 Overclocking leicht gemacht - Voraussetzungen und Vorgehensweisen
- Seite 2 Overclocking leicht gemacht - Temperaturen und weitere Tipps, Übertakten Sockel 775 (Einleitung)
- Seite 3 Overclocking leicht gemacht - Übertakten Intel Sockel 775
- Seite 4 Overclocking leicht gemacht - Übertakten AMD Phenom (AM2+ und AM3) und Schlusswort
- Seite 5 Bildergalerie
Bildergalerie
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- Seite 2 Overclocking leicht gemacht - Temperaturen und weitere Tipps, Übertakten Sockel 775 (Einleitung)
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