Titan Quest - Mehrspieler-Test
Mehr Spieler, mehr Probleme: Der Multiplayer-Modus macht auch nach Patch eher Schwierigkeiten als Freude.
Der Kämpfer fuchtelt vorn im Getümmel herum, hinten schießt der Magier mit Zauberstrahlen - perfekt.
Theoretisch wäre Titan Quest ein wunderbares Spiel für LAN und Internet: Zusammen auf Monsterjagd gehen, der Heiler heilend, der Kämpfer kämpfend - aus solchem Teamwork beziehen Mehrspielermodi von Rollenspielen ihren Reiz. Dieser hier reizt auch, bloß im negativen Sinne.
Trotz Patch 1.08 sind die Internetforen voller Klagen. Die einen können das Spiel nicht starten, weil ein seltsamer Kopierschutz am Werk ist; bei anderen stürzt Titan Quest ab, wenn sie Portale betreten - oder einfach so. Auch mit Savegames ist das Action-Rollenspiel teilweise überfordert. Ob Spielstände angelegt werden oder nicht, bleibt Glückssache.
Die selbst auf High-End-PCs viel gescholtene Performance hat der Patch in den Griff bekommen: Titan Quest läuft nun flüssiger. Nur nicht auf allen Rechnern. Manche, die vorher keine Ruckelprobleme hatten, haben nun welche.
Beim Großteil der Spieler und bei uns in der Redaktion funktioniert Titan Quest überwiegend anstandslos, ohne Startschwierigkeiten, Abstürze, Grafikfehler. Aber für ein Produkt, das "jeder mögen wird", wie Chefentwickler Brian Sullivan sagt, muss ein höherer Anspruch gelten.
Die technischen Hürden tun weh, weil Titan Quest das beste Action-Rollenspiel seit langer Zeit ist. Sechs Helden können die Kampagne kooperativ bestreiten, drei Schwierigkeitsgrade durchlaufen und auf ihrem Weg zum Maximal-Level 65 coole Gegenstände abstauben. Eine feste Gruppe erweist sich als günstig: Wenn jeder Spieler einen ähnlichen Level hat, leidet das Balancing am wenigsten.
Einen Kritikpunkt muss sich Titan Quest noch gefallen lassen: Dadurch, dass Charaktere auf der eigenen Festplatte lagern, haben Cheater freie Bahn.
