10 Dinge, die mir als Deutscher in Japan fehlten - Reisebericht
Was vermisst man als deutscher Tourist in Japan eigentlich? Matze war einige Wochen im Land der aufgehenden Sonne unterwegs und verrät euch 10 Dinge, die ihm fehlten. Neben kulinarischen Aspekten geht es unter anderem auch um gesellschaftliche Regeln, Komfort beim Shopping sowie Plastiktornados.
6. Ein Meer aus Anzügen
Denkt ihr manchmal, dass hierzulande recht wenig Paradiesvögel unterwegs sind, wird euch das in Japan rückblickend wie ein Meer aus Farben vorkommen. Denn nicht nur stehen die Menschen dort auf sehr traditionelle Farben (braun, beige, weiß, schwarz), wenn sie in Freizeitkleidung unterwegs sind. Obendrein ist das arbeitende Volk sehr häufig in Anzügen unterwegs. So seid ihr in einem Anthrazit-Jackett-Meer, während ihr euch in Jeans und Anime-Shirt doch etwas underdressed oder einfach zu auffällig fühlt. Dieses Herausstechen ist auch Teil vom nächsten Punkt.
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7. Diese gesellschaftlichen Regeln
Während es keine Qual für mich war, sehnte ich mich auch immer wieder zu einem lockeren Alltag ohne besondere Regeln zurück. So sollte man als Ausländer immer darauf achten, dass man in der U-Bahn nicht zu laut redet. Und eigentlich ist es auch nicht schön, wenn man im Laufen isst - verrückt, oder? Eine Bratwurst auf dem Weg zur nächsten Bushaltestelle verputzen? Das wäre ein Big No-No. Japaner werden euch dafür nicht aktiv anmaulen. Aber im Hinterkopf zu wissen, dass man gerade ein "ignoranter Westler" ist? Auch nicht geil. Womit ich tatsächlich weniger Probleme hatte: das Verbeugen! Irgendwie doch eine schöne Sache, die ja auch erwidert wird.
Quelle: buffed (Matthias Brückle)
So einen köstlichen "Cheesedog" auf dem Frühlingsfest in Kyoto im Gehen schnabulieren? Das ist eigentlich verpönt.
8. Ausruhmöglichkeiten beim Shoppen
Wer einmal den ganzen Tag Sehenswürdigkeiten, Gärten oder auch gigantische Shopping-Straßen wie Akihabara besucht, ist irgendwann erschöpft. Aber gibt es deswegen einen Ort zum Sitzen und Durchatmen? Nope! Selbst der achtstöckige Shopping-Komplex Radio Kaikan lässt euch keinen Moment zum Ausruhen. Auch in Klamottenläden gibt es nicht die für uns typischen Sessel bei den Umkleiden, um mitgezogene Partner abladen zu können. Bringt also gutes Schuhwerk mit, mit dem man auch eine Weiiiiiile stehen kann!
Quelle: buffed (Matthias Brückle)
Auch dieser Teddy musste den ganzen Tag herumstehen - wie gerne hätte ich mich mal hingesetzt beim Shoppen, um zu überlegen, wie viele meiner Ersparnisse ich noch ausgeben kann!
9. Draußen sitzen für einen Kaffee
Dieser Punkt klingt lächerlich simpel, doch es ist echt wahr: Gibt es Cafés? Jepp. Mit gutem Kaffee? Jepp! Kann man sich bei diesen auch draußen hinsetzen? Selten. Es gehört kulturell einfach nicht dazu, dass man bei jedem Café oder Restaurant auch draußen sitzen kann. Vor allem bei schönem Wetter ist das schade.
Quelle: buffed (Matthias Brückle)
Eine Oase schlechthin - ein Café mit Sitzmöglichkeiten im Freien. Hier warteten wir gerne, bis ein Platz frei wurde.
10. Welches Jahr haben wir denn?
Quelle: buffed (Matthias Brückle)
Okay, gäb es hierzulande Hochgeschwindigkeitszug-FFP2-Masken, hätten bestimmt auch mehr Leute eine getragen ...
Wie viele Leute seht ihr bei uns noch mit FFP2- und OP-Masken? Vermutlich nur wenige, vielleicht mal beim Arzt oder die ein oder anderen Kassierer. In Japan ist es aber, als ob zumindest optisch man im Jahr 2020 landet: Die meisten Bürger tragen noch Masken - und zwar nicht nur in der vollgepackten U-Bahn, sondern auch außerhalb davon. Selbst bei windigem Wetter in einem wenig besuchten Park: Masken. Im eigenen Auto ohne Mitfahrer (!) tragen sie sogar Masken. Das ist natürlich jedem selbst überlassen, es schadet niemandem und es gab und gibt nicht einmal eine Maskenpflicht in Japan. Aber nach einiger Zeit denkt man sich als Tourist trotzdem: Ich würde so gerne mal wieder ein ganzes Gesicht sehen. Einfach für die Interaktion ist es eben doch ein unterschätzter Aspekt, die ganze Visage des Gegenübers sehen zu können.
Und das sind sie auch - meine zehn Dinge, die mir fehlten, als ich in Japan war. Kein einziger dieser Punkte war ein K.-o.-Kriterium, das ich nicht sofort wieder in Kauf nehmen würde. Aber wie schaut es bei euch aus? Welcher dieser Punkte wäre für euch kritisch und problematisch? Hattet ihr auch Erlebnisse im Ausland, bei denen ihr Sehnsucht nach Deutschland, Österreich oder Schweiz bekommen habt? Schreibt sie mir doch in den Kommentaren!
