Wasserkühlung: Prinzip der Wasserkühlung
Wasserkühlungen gelten noch immer als das Non-Plus-Ultra für die Kühlung eines PCs - doch lohnt sich die Investition? Und was muss man beim Kauf beachten? Wir geben euch Kauftipps und Hintergrundwissen.
Das Prinzip der Wasserkühlung
In diesem Artikel
Bei einer Wasserkühlung übernimmt Wasser die Aufgabe, die Luft bei der Luftkühlung hat: den Wärmetransport. Da Wasser natürlich nicht einfach quer durch das Gehäuse fließen kann, wird ein geschlossenes System verwendet, welches am Ende in eine klassische Luftkühlung übergeht.
Auf dem zu kühlenden Bauteil (meist der Prozessor oder auch die Grafikkarte) sitzt ein Kühlkörper, der jedoch keine Kühlrippen besitzt und vergleichsweise klein zu sein scheint. Denn die eigentliche Wärme wird vom Wasser aufgenommen, welches durch einen Schlauch zum Kühlkörper fließt, sich dort erwärmt und dann über einen weiteren Schlauch wieder abfließt. Damit das Wasser in Bewegung gehalten wird, gibt es eine Pumpe.
Für den nötigen Druckausgleich (beim Erwärmen dehnt sich Wasser ja aus) bei größeren Systemen sorgt der Ausgleichsbehälter. Das Wasser fließt aber nicht einfach nur zurück zum Kühlkörper, denn dann wäre es kaum kühler als beim Verlassen des Kühlkörpers. Sondern das Wasser macht Zwischenstation beim so genannten Radiator, an den es einen großen Teil seiner Wärme abgibt, bevor es wieder zum Kühlkörper fließt. Der Radiator besitzt ebenfalls Kühlrippen. Der Grund ist der gleiche wie bei der Luftkühlung: damit der Radiator nicht stetig wärmer wird, muss er ebenfalls seine Wärme möglichst effizient abgeben, was durch das Prinzip der Kühlrippen deutlich besser funktioniert als mit einer geschlossenen Fläche.
Quelle: Antec
Antec H2O 920e
Ein Radiator kann aber deutlich größer sein als ein CPU-Kühler, da man ihn in der Regel hinten im PC oder gar mit einen Abstand außerhalb des PCs platziert. Große Radiatoren können die Wärme leichter an die Luft abgeben als ein CPU-Kühlkörper, dessen Größe durch Mainboard-Normen und gängige Gehäusebreiten beschränkt ist. In der Regel werden auch hier Lüfter verwendet, um die warme Luft abzuführen. Viele Radiatoren besitzen mindestens die Größe zweier Gehäuselüfters mit 120 Millimeter Rahmenbreite. Hier nutzt man entsprechend auch mehrere Lüfter, die aber relativ langsam und somit leise drehen. Ein einzelner Lüfter würde schneller und somit eher hörbar drehen. Der praktische Sinn einer Wasserkühlung ist neben einer leisen Kühlung auch eine effiziente Abführung der Wärme bei starker Übertaktung einer CPU oder auch Grafikkarte.

Aber viele User wissen eben kaum etwas über Wasserkühlungen, und der Artikel dient dazu, diesen Lesern klarzumachen, was eine WaKü überhaupt macht und dass die Vorteile der früheren Jahre (leisere und bessere Kühlung als per Luftkühlung) praktisch nicht mehr gültig sind. Denn sehr viele, die nur alle paar Jahre sich mit Hardware beschäftigen, wissen vielleicht gar nicht, wie gut und leise inzwischen Luftkühlung bei einem sehr erschwinglichen Preis ist. Die zwei weiteren, wenn auch kleinen Vorteile sollten aber nicht unerwähnt bleiben, denn wer seinen PC oft transportiert, für den kann eine kleine WaKü durchaus sinnvoll sein - dann zahlt er halt Einmal 50-80€ mehr, hat aber keinen schweren Kühlkörper mehr, der beim Transport am Sockel zieht und mit etwas Pech etwas beschädigen könnte. Und optische Gründe sind ohnehin immer ein Vorteil für die, die darauf Wert legen - es gibt ja auch Leute, die ein besonders teures Gehäuse nur der Optik wegen kaufen, oder beim RAM oder der Grafikkarte oder dem Mainboard 20% mehr zahlen für ein für SIE optisch passenderes Farbdesign.
Klar: man könnte sich bei so gut wie jedem Produkt auch Vorteile "an den Haaren herbeiziehen", zum Beispiel bei einer Grafikkarte für 40€ sagen, dass sie leiser, platzsparender und viel billiger als eine R9 290X sei... aber ich denke nicht, dass die beiden von mir beschriebenen Dinge absurde Pseudo-Vorteile sind. ;)
Außerdem, als jemand der sich aus kennt: Du willst nicht dass soviel Gewicht an deinem PCB rumreißt, wie es dicke Kühler wie Brocken oder Dark Rock tun