Warhammer: Mark of Chaos
Sehr viel Platz
Die Schlachtfelder bieten außerdem wenig taktische Möglichkeiten. Meist sind die Levels derart karg gestaltet, dass selbst größere Armeen keinerlei Platzprobleme haben. Gebäude, Wälder und Höhen spielen nur selten eine Rolle. Selbst Stadtgefechte bieten derart viel Raum, dass umliegende Häuser mehr Dekoration denn Hindernis sind. Es gibt jedoch ein paar Festungsmissionen, in denen Sie eine Burg halten oder einnehmen müssen. Wer sich jetzt gigantische, ineinander verschachtelte Festungsanlagen wie in Medieval 2 vorstellt, liegt falsch.
Warhammer-Burgen bestehen aus einem Mauerwall mit einigen Türmen, auf denen Kanonen stationiert sind. Fällt die im Burghof platzierte Fahne an den Angreifer, ist die Schlacht vorbei. In unseren Tests hat sich leider gezeigt, dass Sie Flaggen noch schneller einnehmen als Axel Schulz k. o. geht. Sie brauchen nur die Wälle mit Leitern überwinden, in die Nähe des Ziels gelangen und Sie haben gewonnen.
Die KI leistet hier oft nur sporadisch Widerstand - kein Vergleich mit dem Gerangel um Helms Klamm oder Minas Tirith im ersten Die Schlacht um Mittelerde-Spiel. Eine Burg zu verteidigen ist dagegen anspruchsvoller und spannender, da der Gegner jedes Mal mit einer Übermacht anrückt. Die Truppen werden zwar - wie in anderen Missionen auch - portioniert ins Gefecht geworfen, mit Kanonen und Rammen richtet die künstliche Intelligenz aber beträchtlichen Schaden an.
Vielseitige Anführer
In einem Warhammer-Spiel dürfen kernige Helden natürlich nicht fehlen. In den meisten Missionen stehen ein bis drei Recken zur Verfügung, die neben einer hohen Kampf- und Lebenskraft über Spezialfähigkeiten wie Feuerzauber oder Kampfauren verfügen. Stefan von Kessel beispielsweise verschafft einer ihm angeschlossenen Truppe einen Rüstungs- und Moralbonus.
Die Heldenfähigkeiten verbessern sich, je mehr Erfahrung der Recke durch das Erschlagen von Gegnern sammelt. Erreicht das Punktekonto einen bestimmten Stand, steigt er im Level auf. Pro Level verteilen Sie einen Skill-Punkt auf Fähigkeiten in einer von drei Kategorien: Kampf, Duell und Kommando. Kampf-Skills erhöhen die Kampfkraft in Schlachten und Kommando-Skills unterstützen dem Helden unterstellte Einheiten. Ungewöhnlich sind die Duell-Skills.
Treffen Sie auf feindliche Helden, kommt es in der Regel zum Zweikampf. Hier setzen Sie Ihre Duellfähigkeiten ein, um den Gegner möglichst schnell niederzuringen. Das klingt jedoch spannender als es wirklich ist. Meist klicken Sie ganz simpel die Spezialfähigkeiten immer wieder der Reihe nach an, bis einer der Kämpfer im Staub liegt. Eine spezielle Reihenfolge oder ausgeklügelte Taktik brauchten wir im Kampf gegen KI-Helden nicht. Schade, hier hätte man mehr rausholen können.
Einheiten aufrüsten
Auch das Upgrade-System der Einheiten ist im Ansatz super, in letzter Konsequenz aber nicht voll durchdacht. Es gibt zwar für fast alle Kampfeinheiten drei Rüstungs- und Waffentypen sowie weitere Upgrades wie Champions, Banner und Hornbläser, die Kampfkraft und Moral erhöhen. Zudem ist die Ausrüstung an den Erfahrungsstand gekoppelt. Grüne Truppen dürfen zum Beispiel nicht mit Bannerträgern ausgestattet werden. Meist braucht es aber nur zwei bis drei Gefechte, bis eine Truppe den maximalen Erfahrungswert erreicht hat. Auch bekommen Sie nach jeder Schlacht genügend Beutegold, um Verluste auszugleichen und zusätzlich schnell alle möglichen Upgrades zu kaufen. Daher ist das Aufrüstungssystem anfangs motivierend, der Reiz lässt jedoch sehr schnell nach.
