Feedback: WC 3: Frozen Throne
Der PC-Games-Test von Frozen Throne ist von vorne bis hinten eine Lobeshymne - und die Umfrageteilnehmer stimmten mit ein. Es gibt kaum etwas am Add-on zu Warcraft 3 auszusetzen. Lediglich den Schwierigkeitsgrad finden einige an bestimmten Stellen zu hoch. Andere wiederum hätten sich fürs Add-on eine verbesserte Grafik gewünscht. Aber ansonsten ist man sich einig: Blizzard hat - mal wieder - ein exzellentes Stück Software abgeliefert. Ob das nach dem überraschenden Weggang von Bill Roper auch so bleiben wird?
Vier Fragen an Ulrich Brenner, dem Webmaster von Warcraft3.de
PC Games: Sind durch die neuen Einheiten des Add-ons Unausgeglichenheiten im Balancing entstanden?
Brenner: "Ganz im Gegenteil. Das Add-on hat zahlreiche Verbesserungen des Balancings hervorgebracht. So ist das Spiel durch ein neues Kontersystem und vor allem durch die neuen Einheiten und Helden viel spannender und abwechslungsreicher geworden. Das Kontersystem funktioniert folgendermaßen: Jede Einheit hat einen von sieben Angriffstypen und einen von sechs Rüstungstypen. Bestimmte Angriffstypen machen vermehrten oder verringerten Schaden gegen bestimmte Rüstungstypen. Durch dieses System wird zum Beispiel festgelegt, dass Zauberer mit Magieschaden 200 Prozent Schaden gegen Nahkampfeinheiten mit schwerer Rüstung verursachen. Das Gleiche gilt für Fernkämpfer mit Stichschaden gegen große Lufteinheiten mit leichter Rüstung. Viele Einheiten, zum Beispiel Grunzer und Monströsitäten, werden nun wegen einer großen Umstrukturierung des Kontersystems viel häufiger eingesetzt, was dem Spiel sehr zugute kommt."
PC Games: Gibt's in Frozen Throne etwas, das unbedingt verbessert werden muss?
Brenner: "Im Moment fehlen im Battle-Net noch einige versprochene Features wie Turniere und eine Clan-Ladder, doch die werden voraussichtlich in den nächsten Wochen kommen. Sonst ist das Spiel sehr vollständig und bedarf unserer Meinung nach kaum einer Verbesserung, außer Kleinigkeiten im Balancing-Bereich, die immer erst im Laufe der Zeit deutlich werden."
PC Games: Wie hat die Community auf den Weggang von Bill Roper reagiert?
Brenner: "Zuerst war der Schock. Blankes Entsetzen und alleine schon aus Unwissenheit wurden regelrechte Abgesänge auf Blizzard eingeläutet. Allerdings hat sich das nach ein paar Tagen schnell wieder gelegt und die Erkenntnis, dass jeder ersetzbar sei, setzte sich durch - auch wenn das vielleicht nicht unbedingt der Wahrheit entspricht, denn wäre Einstein ersetzbar gewesen? Wir haben auf Warcraft3.de auch eine Umfrage zu diesem Thema durchgeführt. Danach sind 25 Prozent der Meinung, dass es keinen Bill Roper brauche, um weiterhin so gute Spiele zu produzieren. Immerhin 43 Prozent meinen aber, dass es aufgrund seines Weggangs niemals ein Diablo 3 geben wird. Man konnte also feststellen, dass die Community sehr wohl auf den Weggang reagiert hat. Zuerst stark emotional, dann gefasster und heute kräht kaum noch ein Hahn danach. Wie üblich, in dieser schnelllebigen Zeit."
